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Paris/Rom, 30. Juni 2026 (aiz.info)

OECD-FAO-Agrarausblick 2026-2035: Weltweite Agrarproduktion steigt stetig

Globaler Agrarausblick prognostiziert ein Produktionsplus von 13 Prozent bis 2035 - Hitzewellen und geopolitische Krisen bleiben jedoch erhebliche Risikofaktoren.

Unter stabilen Bedingungen wird die weltweite Agrar- und Fischereiproduktion in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich um 13 Prozent wachsen. Das geht aus dem aktuellen „OECD-FAO Agricultural Outlook 2026-2035" der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor, wie MBI berichtet. Angetrieben wird diese Entwicklung hauptsächlich durch Produktivitätssteigerungen und eine Intensivierung der Erzeugung. Das stärkste Wachstum wird sich dabei auf Asien, Subsahara-Afrika und Lateinamerika konzentrieren. 

Asien-Pazifik und Afrika als Wachstumsmotoren 

Die Region Asien-Pazifik wird bis 2035 voraussichtlich 58 Prozent der zusätzlichen weltweiten Agrarproduktion ausmachen, wobei allein Indien aufgrund eines raschen Ausbaus der Milchviehherden und steigender Milcherträge 26 Prozent zu diesem Anstieg beiträgt. Auch Subsahara-Afrika wird im Laufe des nächsten Jahrzehnts einen wachsenden Anteil einnehmen und bis 2035 wertmäßig etwa 16 Prozent zur zusätzlichen Produktion beisteuern. Ein Großteil dieser Region bleibt jedoch weiterhin anfällig für externe Schocks und Ernährungsunsicherheit. 

Ertragssteigerungen treiben Getreideproduktion an 

Die weltweite Getreideproduktion wird dem Bericht zufolge stetig steigen und bis 2035 einen Rekordwert von 3,22 Milliarden Tonnen erreichen. Dieses Wachstum wird vor allem durch Ertragssteigerungen von jährlich 0,9 Prozent vorangetrieben, während die Anbaufläche nur minimal um 0,1 Prozent pro Jahr zunimmt. Bis 2035 werden voraussichtlich 40 Prozent aller Getreidearten direkt vom Menschen verzehrt und 34 Prozent als Tierfutter verwendet. Während Weizen und Reis als Nahrungsmittel überwiegen, dient Mais primär als Futtergetreide. 

Trends bei Fleischkonsum und Biokraftstoffen 
In Ländern mit hohem Einkommen wird sich das Wachstum des Fleischkonsums voraussichtlich deutlich verlangsamen. Verbraucher steigen angesichts hoher Preise, gesundheitlicher Bedenken und ökologischer Belastungen zunehmend von Rindfleisch auf Geflügel um. 

Die weltweite Nachfrage nach Biokraftstoffen wird in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich um jährlich 1,4 Prozent steigen, was vor allem auf Brasilien, Indien und Indonesien zurückzuführen ist. In den meisten Industrieländern verlangsamt sich dieses Wachstum hingegen durch nachlassende politische Anreize und die Verbreitung von Elektrofahrzeugen. 

Wirtschaftliche Aussichten und Risiken für Betriebe 

Aufgrund der Produktivitätssteigerungen und weitgehend stabiler Agrarpreise wird das weltweite durchschnittliche Bruttoeinkommen in der Landwirtschaft pro Arbeitnehmer bis 2035 voraussichtlich um 9 Prozent steigen. 

Dieser Ausblick ist jedoch weiterhin anfällig für Marktschwankungen, die durch Krisen und Konflikte verursacht werden. Sollte sich die Häufigkeit der Schocks der vergangenen Jahre fortsetzen, besteht eine Wahrscheinlichkeit von 25 Prozent, dass die landwirtschaftlichen Einkommen im Jahr 2035 sogar unter dem derzeitigen Niveau liegen werden. Auch kurzfristige Risiken wie jüngste Energiepreissteigerungen und der daraus resultierende Rückgang des Düngemitteleinsatzes könnten die landwirtschaftliche Produktion bereits im Jahr 2027 beeinträchtigen. (Schluss)
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