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Klagenfurt, 23. Juli 2026 (aiz.info)

Kärntner Kalb rosé statt Fleischimport und Kälberexport

Seit zwei Jahren gewährt das Land Kärnten bäuerlichen Betrieben, die Kälber nach dem Kalb rosé Austria-Standard mästen, eine Unterstützung.

Schnitzel, Gulasch, Bratwurst, Döner und noch viele kulinarische Highlights mehr – Kalbfleisch findet in der österreichischen Küche vielfältige Verwendung. Der Inlandsverbrauch von Kalbfleisch wird aktuell zu 60% mit importiertem Kalbfleisch gedeckt. Das entspricht einer Menge von rund 68.000 Kälbern. Unverständlich, denn gleichzeitig müssen rund 42.000 österreichische Kälber in andere Länder exportiert, werden, weil sie von der Importware verdrängt werden. Gerade dieser Kälberexport ist jedoch oft der Kritik ausgesetzt.

Josef Fradler, Obmann der BVG Kärntner Fleisch, zeigt sich über die Akzeptanz durch die Konsumentinnen und Konsumenten erfreut: "Kalb Rosé" ist bereits ein gern gekauftes Qualitätsfleisch, welches den Kunden überzeugen konnte. Es ist uns gelungen, gerade im Gastronomiebereich ausländische durch heimische Produktion zu einem gewissen Teil zu ersetzen. Wir möchten gerade hier ansetzen und mehr Bewusstsein auf heimische und regionale Produktion lenken. Es ist uns gemeinsam schon einiges gelungen, aber wir dürfen uns nicht zurücklehnen sondern müssen weiter für Produktion und Absatz kämpfen.“

Unterstützung durch Land Kärnten

Das Premiumprodukt „Kalb rosé Austria“ steht für ressourcenschonende und regionale Kalbfleischproduktion mit Qualitätsgarantie. Um die Eigenversorgung mit heimischem Kalbfleisch weiter auszubauen, Kälberexporte zu vermeiden und mehr Wertschöpfung auf die Betriebe zu bringen, unterstützt das Land Kärnten seit zwei Jahren jene Betriebe, die nach dem Kalb rosé Austria-Standard mästen. Diesen Anreiz für die Betriebe zu setzen, sei der richtige Schritt gewesen, betont Agrarreferent LHStv. Martin Gruber mit Blick auf die Zahlen.

Seit 2024 habe sich die Zahl der Betriebe, die in Kärnten nach Kalb rosé-Standard mästen, verdoppelt, die Anzahl der gemästeten Tiere habe sich nahezu verdreifacht. In anderen Bundesländern, ohne eine solche Förderschiene, sehe die Entwicklung anders aus.

„Das ist ein klarer Beleg, dass die Betriebe eine Chance im Projekt Kalb rosé sehen und nur einen Impuls brauchen, um diesen Weg einzuschlagen. Es geht hier nicht nur um eine Reduktion von Transporten in Drittländer und das Schließen einer Lücke in der Versorgung, sondern um regionale Wertschöpfung, faire Preise für entsprechende Qualität und um zusätzliches Einkommen für die Betriebe“, so der Agrarreferent. Es gebe in Kärnten aber noch mehr Potenzial, deshalb soll die Unterstützung auch fortgeführt werden. „Ich will, dass so viele Kärntner Rinderzuchtbetriebe wie möglich davon profitieren“, erklärt Gruber.

LK Kärnten-Präsident Siegfried Huber zieht drei Jahre nach Start der Kärntner Kalbfleischstrategie eine positive Bilanz: „Kalb rosé verbindet den gesellschaftlichen Wunsch nach kurzen Transportwegen mit regionaler Qualität und neuen Wertschöpfungsmöglichkeiten für unsere Betriebe“. Das Qualitätsprogramm hat über 20 bäuerlichen Betrieben mit der Milchkälbermast ein neues Einkommensstandbein eröffnet. Das Angebot am Markt ist somit da, nun muss die Nachfrage beibehalten und weiter ausgebaut werden. „Ich lade alle Konsumentinnen und Konsumenten ein sich vom hervorragenden Geschmack und der Top-Qualität von Kalb rosé-Fleisch zu überzeugen. Damit wird zugleich das Potenzial geschaffen, dass noch mehr Betriebe in Kärnten erfolgreich in die Kälbermast einsteigen“, so Präsident Huber mit Blick in die Zukunft.

Landwirt Paul Botthof aus Feldkirchen, der am Kalb-rosé-Programm teilnimmt, sieht positive Auswirkungen für seinen Betrieb: „Ich habe nach Möglichkeiten gesucht, den Betrieb durch ein weiteres Standbein zu stärken. Die Teilnahme am Kalb rosé-Programm ist herausfordernd, bietet mir aber die Möglichkeit, das Einkommen am Hof zu erhöhen, ohne große Investitionen tätigen zu müssen. Dass auch die Kälberexporte reduziert werden können, freut mich persönlich ebenfalls.“ (Schluss)
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