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Wien, 23. April 2026 (aiz.info)

Vollerntestart bei heimischem Spargel unter idealen Wachstumsbedingungen

Explodierende Treibstoffkosten trüben Freude - Moosbrugger fordert Wettbewerbsfairness

In diesen Tagen kommt wieder flächendeckend frischer österreichischer Spargel bester Qualität in die Supermärkte und Ab-Hof-Läden. Ursprünglich gingen die Spargelbäuerinnen und -bauern ja von einer besonders früh startenden Saison aus. Die kühlen Temperaturen rund um Ostern haben das Wachstum – insbesondere des Grünspargels – jedoch gebremst, allerdings nur vorübergehend. „Warme, sonnenreiche Tage sorgen jetzt für ideale Wachstumsbedingungen, sodass diese Woche mit der Vollernte begonnen werden kann“, berichtet LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger von einem „normalen Zeitpunkt“.

Gedämpft wird die Freude jedoch durch die massiv gestiegenen Treibstoff-Preise infolge des Krieges im Nahen Osten. Moosbrugger fordert, dass die Benachteiligung der heimischen Agrarbetriebe bei der Dieselbesteuerung im EU-Umfeld und -Wettbewerb dringend aus der Welt geschafft wird. 

Erntemenge stark witterungsabhängig

Die Anbaufläche ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert und beträgt rund 760 Hektar. Niederösterreich ist mit rund 65% der Produktion das wichtigste Bundesland, gefolgt von Oberösterreich mit etwa 18%. Der Anteil des weißen Spargels, auch Bleichspargel genannt, macht mit zwei Drittel den Großteil aus. Er zeichnet sich durch seinen besonders milden, zurückhaltenden Geschmack aus und schmeckt weniger intensiv als grüner Spargel. Dieser wiederum ist aromatischer, würziger und enthält zudem mehr Vitamin C. Rund ein Viertel des Spargels stammt aus biologischer Produktion.

Im Vorjahr wurden insgesamt rund 2.800 Tonnen Spargel geerntet. Wie hoch die Erntemenge in diesem Jahr ausfällt, hängt maßgeblich vom Wetter ab. „Grünspargel wächst bei warmen Temperaturen 10 bis 12 cm pro Tag, weißer Spargel 5 bis 6 cm. Bei kühlen Bedingungen sinkt das Wachstum hingegen auf etwa ein Zehntel dieser Menge“, erläutert Spargelbauer Werner Magoschitz, Obmann des Vereins „Marchfeldspargel g.g.A.“, und weiter: „Dass die Saison doch erst später starten konnte, schmerzt unsere Betriebe, da die Saison nur nach vorne verlängert werden kann.“ Ab Juni sinke die Nachfrage, weshalb die Ernte mit Mitte Juni aus wirtschaftlichen Gründen weitgehend eingestellt werde. 

USA-Iran-Konflikt verursacht enorme Mehrkosten 

Große Sorgen bereitet den Spargelbetrieben auch die weltpolitische Lage, insbesondere der USA-Iran-Konflikt und seine Auswirkungen auf die Treibstoff- und Energiepreise. „Unsere Spargelbäuerinnen und Spargelbauern müssen je nach Betriebsgröße – allein durch die Dieselpreissteigerungen – Ernte- bzw. Transportmehrkosten im vier- bis fünfstelligen Bereich verkraften. Das Anlegen der Dämme, das Auflegen der Folien und Pflegearbeiten fanden noch vor den jüngsten Turbulenzen statt und waren heuer noch nicht betroffen. Zusätzlich fallen jetzt auch für Kühlung, Sortierung und Verpackung höhere Energiekosten ins Gewicht“, berichtet Moosbrugger. 

Treibstoff ist zentrale Produktions- und Existenzgrundlage

“Treibstoff ist für unsere bäuerlichen Familienunternehmen kein Luxus, sondern eine zentrale Produktions- und Existenzgrundlage. Und es ist Fakt, dass die heimischen Bäuerinnen und Bauern mehr für ihren Diesel bezahlen müssen als ihre Kolleginnen und Kollegen in den meisten anderen europäischen Ländern. Diese Benachteiligung auf offenen europäischen Märkten, die durch den USA-Iran-Konflikt natürlich noch stärker als bisher schon ins Gewicht fällt, muss im Sinne der Wettbewerbsfairness dringend aus der Welt geschafft werden“, fordert der LKÖ-Präsident eine Nachfolgeregelung für den heuer ausgelaufenen „Agrardiesel“. 

Moosbrugger verweist auch auf die im harten EU-Wettbewerb zusätzlich bestehende Benachteiligung der österreichischen Landwirtschaftsbetriebe im Lohn(neben)kostenbereich. „Es muss gehandelt werden, um unsere heimischen Betriebe für die Zukunft abzusichern“, fordert der LKÖ-Präsident.

Laut Versorgungsbilanz der Statistik Austria beliefen sich die Spargelimporte nach Österreich im Jahr 2025 auf rund 4.300 Tonnen. Der Großteil stammte aus Ungarn mit einem Anteil von 31%, gefolgt von Spanien und Italien mit jeweils 26%. Weitere Herkunftsländer waren u.a. Deutschland (7%) sowie Peru (3%).

Heimischer Spargel punktet mit besonderer Frische und bester Qualität

"Österreichischer Spargel punktet mit höchsten Produktions- und Sozialstandards. Die kurzen Transportwege und eine kurze Behandlung in Eiswasser sorgen für besondere Frische und ausgezeichnete Qualität, wodurch sich heimische Ware von ausländischer abhebt. Gleichzeitig leistet regional erzeugter Spargel durch seine klimafreundliche Produktion einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz. Nach der Erntesaison fördern die Betriebe mit Begrünungen zwischen den Reihen außerdem die Biodiversität und bieten Nahrung für Wildbienen und andere Insekten", betont Spargelbauer Magoschitz. (Schluss) kra/cjl
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