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Irdning-Donnersbachtal, 17. April 2026 (aiz.info)

Statusbericht Wolf 2025: Anstieg der Population und der Nutztierverluste in Österreich

Knapp 1.200 Nutztiere getötet, verletzt oder vermisst

Das Österreichzentrum Bär, Wolf, Luchs (ÖZ) hat den aktuellen Statusbericht für das Jahr 2025 veröffentlicht. Die Daten zeigen eine wachsende Wolfspopulation sowie eine deutliche Zunahme der Nutztierverluste, insbesondere bei Schafen und Ziegen. Gleichzeitig stieg die Zahl der behördlich angeordneten Entnahmen an.

Populationsentwicklung und Monitoring

Im Jahr 2025 wurden in Österreich insgesamt 121 Wölfe bestätigt. Dies stellt eine Fortsetzung des positiven Bestandstrends nach den Rückgängen im Jahr 2024 dar. Nachweise der Tiere gab es aus allen Bundesländern außer Wien. Insgesamt wurden acht Wolfsrudel nachgewiesen, von denen bei drei Rudeln – Gutenbrunn, Arbesbach und Harmanschlag – eine Reproduktion belegt werden konnte. Die Gesamtpopulation der identifizierten Genotypen setzt sich aus Tieren der alpinen (68 Individuen), der mitteleuropäischen Tiefland- (28 Individuen) und der dinarisch/karpatischen Herkunft (12 Individuen) zusammen. Es wurden im Berichtszeitraum keine Fälle von rezenter Hybridisierung zwischen Wolf und Hund festgestellt.

Signifikanter Anstieg der Nutztierverluste

Nach einem Rückgang im Vorjahr stieg die Zahl der getöteten, verletzten oder vermissten Nutztiere im Jahr 2025 wieder deutlich auf insgesamt 1.181 Tiere an. Dieser Anstieg ist primär auf Verluste bei Schafen und Ziegen zurückzuführen, die im Vergleich zum Vorjahr um 67,4 % von 674 auf 1.128 Tiere anstiegen. Erstmalig wurden zudem 23 Gänse als Wolfsverluste registriert. Bei Rindern sank die Zahl der Verluste um etwa 31 %, bei Pferden um 40 % und beim Gatterwild wurde ein Rückgang von fast 78 % verzeichnet. Die meisten Nutztierverluste wurden in Tirol mit rund 55 % und in Kärnten mit fast 27,5 % aller Fälle registriert.

Management und Entnahmen

Im Berichtszeitraum wurden insgesamt 26 Wölfe als Abgang verzeichnet. Davon wurden 22 Tiere im Rahmen von Verordnungen aus Managementgründen entnommen, was einer Steigerung um 69 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Von den entnommenen Tieren wurden zwölf als Risikowölfe und acht als Schadwölfe klassifiziert. Drei weitere Tiere wurden tot aufgefunden, unter anderem nach Verkehrsunfällen, und ein Wolf wurde illegal geschossen.

Über das Österreichzentrum Bär, Wolf, Luchs

Das 2019 gegründete Zentrum dient als Plattform, in der die Bundesländer gemeinsam mit Interessensvertretungen und wissenschaftlichen Organisationen Lösungsstrategien für ein möglichst konfliktarmes Zusammenleben mit großen Beutegreifern entwickeln. Der jährlich veröffentlichte Statusbericht bietet hierfür eine objektive und fundierte Datenbasis. (Schluss)
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