Milchmarkt 2025 mit insgesamt stabiler Entwicklung
Rückgänge seit Ende 2025 - Warnung vor neuen Belastungen
Der heimische Milchmarkt zeigte 2025 im Durchschnitt eine stabile Entwicklung, wobei seit dem Ende des Jahres massive Preisverfälle, z. B. bei Butter, den Markt prägen, die sich erst teilweise erholt haben. Ursache dafür sind deutliche Mehranlieferungen in wichtigen Produktionsländern.
Anhaltend hohe Kostenbelastungen
Die aktuellen weltpolitischen Krisen führen zu massiven Kostensteigerungen, dazu stehen in Österreich mit der geplanten Plastiksteuer neben den ohnehin sehr hohen Rohstoffpreisen zusätzliche, neue Belastungen ins Haus, weiters zusätzliche, bürokratische Auflagen. Anstatt eine positive Konsumstimmung zu verbreiten, wird mit einer negativen, öffentlich geführten Preisdebatte und politischen Kampagne dem Wirtschaftsstandort geschadet.
Innovationen, Qualität, Tierwohl und Nachhaltigkeit
Die Milchwirtschaft hat 2025 unter wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ihre Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstrategie weiter ausgebaut. Sie investiert in weitere Verbesserungen der Produktqualität, beim Tierwohl und der Nachhaltigkeit, sie setzt auf Innovationen und nutzt moderne Ernährungstrends. Trotz vieler neuer handelspolitischer Herausforderungen konnten die Exporte mit Qualitätsprodukten aus Österreich gesteigert werden.
Milchanlieferung Österreich 2025 2,8 % gestiegen, EU-weit höchster Bioanteil
Die Gesamtanlieferung ist 2025 mit 3,68 Mio. t in Österreich um 2,8 % gestiegen. Der Anteil von Biomilch in Österreich erreichte 18,1 % bzw. 633.600 t, der mit Abstand höchste Biomilchanteil in der EU. Daneben bestehen mit Heumilch, Biowiesenmilch und Tierwohlmilch weitere hochwertige Milchsorten. Im Jänner 2026 lag die Mehranlieferung in Österreich um 6,3 % über dem Vorjahr.
Deutlich mehr Anlieferung in der EU
Die EU verzeichnete 2025 2 % Mehranlieferung, wobei diese ab dem zweiten Halbjahr einsetzte und seitdem ungebrochen hoch ist. Dazu kommen höhere Inhaltstoffe, wodurch die effektive Mehranlieferung 2,8 % war. Die hohen Mehranlieferungen in einzelnen Ländern mit bis über 10 % in einzelnen Monaten ab Ende 2025 führten zu massiven Preisverfällen und Verwerfungen auf den Milchmärkten. Die Gründe dafür liegen in der guten Futtergrundlage, den Spätfolgen der Blauzungenkrankheit in wichtigen Produktionsgebieten und den hohen Kosten, die zu höherer Produktion und Effizienz treiben. Im Jänner lag die Anlieferung in der EU um 5 % über dem Vorjahr.
Erzeugermilchpreise 2025 über 2024 - Preisverfall seit Jahresende
Der durchschnittliche Auszahlungspreis erreichte 2025 63,58 Cent (2024 56,86 Cent) für Milch mit natürlichen Inhaltsstoffen inkl. USt. (+11,8 % zum Vorjahr). Für gentechnikfreie Qualitätsmilch (mit 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß, ohne USt.) wurden durchschnittlich 54,04 Cent/kg erzielt (2024: 48,19 Cent/kg). Im Februar 2026 waren es 45,75 Cent/kg (Februar 2025: 53,12 Cent/kg). Die Erzeugerpreise lagen damit in Österreich 2025 im Durchschnitt über dem Vorjahr, sie legten zu Beginn 2025 zu, seit Ende 2025 sind sie stark gefallen.
Molkereiumsätze um 9 % gestiegen - Knappe Ertragslage in den Molkereien
Die Umsätze der heimischen Milchverarbeiter sind 2025 um insgesamt ca. 9 % auf 4,4 Mrd. € gestiegen, wobei Zuwächse sowohl im Inland als auch im Export zu verzeichnen waren. Die Anzahl der Milch verarbeitenden Unternehmen blieb 2025 mit 69 gleich, ebenfalls die Anzahl der Betriebsstätten mit 92. 2025 waren 5.900 Mitarbeiter (2024 5850) beschäftigt. Die Ertragslage der österreichischen Molkereien ist gemäß einer Auswertung des Raiffeisenverbandes OÖ mit einem Ergebnis vor Steuern (EvS) von ca. 1 % bezogen auf den Umsatz weiterhin sehr knapp. Die knappe Ertragslage ist auch die Ursache für strukturelle Veränderungen in der Milchwirtschaft im Jahre 2025.
3,5 % weniger Milchbauern
Die Anzahl der Milchbauern verringerte sich 2025 um 3,5 % von 21.569 auf 20.811. Der Milchkuhbestand ist mit 536.200 (- 0,1 %) konstant geblieben, im Durchschnitt hielt jeder Landwirt 25,8 Kühe, international gesehen ein sehr kleiner Wert. Die durchschnittliche Milchlieferleistung der Kühe lag bei 6.853 kg, im internationalen Vergleich ein sehr moderater Wert, der die nachhaltige Produktion in Österreich dokumentiert.
Die durchschnittliche Anlieferung je Landwirt stieg von 166,1 t auf 176,9 t. Das durchschnittlich ausbezahlte Milchgeld je Landwirt (Umsatz aus Milchverkauf) lag mit 112.482 € incl. USt. um 19,1 % über dem Vorjahr. Diese Entwicklung war nach mehreren schwierigen Jahren notwendig, um die Kostensteigerungen auf den Höfen zu bewältigen.
Exporte und Importe gestiegen
Die österreichischen Milchexporte erreichten 2025 auf Basis der vorläufigen Zahlen der Statistik Austria mit 1,95 Mrd. € einen neuen Höchstwert und konnten um 9,5 % oder 175 Mio. € weiter zulegen. Bei den Importen gab es einen Zuwachs auf 1,32 Mrd. € (plus 12,4 % oder 150 Mio.€), was zu einem gestiegenen, positiven Außenhandelssaldo von 634 Mio. € (+ 4 %) führte. Die Exportquote bezogen auf den Umsatz betrug damit ca. 44,3 %, die Importquote 29,9 %.
Deutschland wichtigstes Export- und Importland
Die Hälfte der Exporte geht nach Deutschland, gefolgt von Italien, Spanien, Griechenland und den Niederlanden, ähnlich verteilt liegen die Importe. Insgesamt exportiert die heimische Milchwirtschaft in über 100 Staaten.
Käse wichtigstes Exportprodukt
Wichtigstes Außenhandelsprodukt ist Käse. Hier wurden mit einem Export von 987 Mio. € und einem Import von 841 Mio. € mehr als die Hälfte der Umsätze erzielt. Flüssige Milchprodukte wurden um 449 Mio. exportiert und um 92 Mio. € importiert, drittwichtigste Kategorie im Export sind fermentierte Produkte mit 305 Mio. an Exporten und 85 Mio. € an Importen. Bei Butter lagen die Importe mit 156 Mio. deutlich über den Exporten von 27 Mio. €, ebenfalls gibt es bei Trockenmilchprodukten mit 87 Mio. an Importen und 51 Mio. € Exporten einen Importüberschuss.
Die starken Außenhandelszahlen bestätigen den Erfolg der Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstrategie der heimischen Milchwirtschaft auch im Export. Durch die Einführung von Tierhaltung plus konnte der Export nach Deutschland abgesichert werden, mit Innovationen konnten auch auf Exportmärkten die modernen Ernährungstrends abgedeckt werden.
Neue Zölle belasten den Handel
Irritationen im Außenhandel verursachten die sehr sprunghaften Zollankündigungen des US – Präsidenten und die daraus folgenden Zölle. Auch die neuen Zölle nach China belasten die europäische Milchwirtschaft. Erschwerend wirken sich weiters kriegsbedingte Einschränkungen und Verteuerungen der Transporte aus. Neue Handelsabkommen der EU sollen so verhandelt werden, dass sie Vorteile für die Milchwirtschaft bringen.
Tierwohl plus positiv
Positiv gesehen wird die Implementierung von Tierhaltung plus. Das System bringt eine wesentliche Verbesserung der Tierwohlstandards und wird von den Konsumenten positiv bewertet. Helmut Petschar, Präsident des Milchverbandes Österreich (MVÖ), bedankt sich dafür bei den Landwirten, den Kontrollstellen und den Betreuungstierärzten.
Der Konsum von Milchprodukten entwickelt sich trotz Teuerungsdebatte positiv. Grund dafür ist, dass Milchprodukte einen sehr hohen Nährwert haben. Sie liefern viel Eiweiß, Vitamine und Mineralien in einer großen Vielfalt und einer hohen biologischen Verfügbarkeit, ihr Wert wird wieder mehr geschätzt. Besonders der Käsekonsum hat sich über die letzten Jahre mit einem Durchschnittsverbrauch von 26,5 kg und Jahr gemäß Erhebungen der Statistik Austria sehr positiv entwickelt.
Milchprodukte keine Inflationstreiber
Mehrjährigen Vergleichen zufolge liegt die Entwicklung der Inflation bei Lebensmitteln in Österreich deutlich unter der allgemeinen Teuerung, das heißt Lebensmittel sind in Österreich keine Inflationstreiber. Daher ist auch die permanent geführte, politische Debatte um angeblich teure Lebensmittel in Österreich sachlich nicht begründet, ebenfalls nicht bei Milchprodukten. Sie bewirkt eine negative Konsumstimmung und schadet zusammen mit den rechtlichen Änderungen dazu dem Wirtschaftsstandort Österreich. So ist der Anteil der Lebensmittel an den Gesamtausgaben zuletzt von 12,1 auf 11,8 % gesunken, auch weisen Lebensmittel aus Österreich gegenüber Importen oft zusätzliche Qualitätsmerkmale auf, die in dieser Debatte unerwähnt bleiben (Gentechnikfreiheit, hohe Umwelt- und Tierhaltungsstandards, hohe Fütterungsstandards, EU-weit beste Klimaschutzwerte etc.).
Die geplante Mehrwertsteuersenkung für Grundnahrungsmittel umfasst auch Milchprodukte der weißen Palette, Butter und Joghurts, nicht Käse. Sie ist grundsätzlich zu begrüßen, auch wenn Milchprodukte in Österreich im Hinblick auf den Nährwert und ihre Qualität schon jetzt sehr günstige und hochwertige Lieferanten für Eiweiß, Fett, Vitamine und Mineralien sind.
Keine Mehrbelastung infolge der Senkung der Mehrwertsteuer
Äußerst kontraproduktiv ist die neue Plastiksteuer auf Kunststoffverpackungen, die neben der Paketabgabe als Gegenfinanzierung für die österreichischen Konsumenten eine massive Mehrbelastung bedeutet. Angesichts der Tatsache, dass die Mehrwertsteuersenkung nur 200 Mio. € und nicht, wie von BM Marterbauer angekündigt, 400 Mio. € an Einsparungen für die Konsumenten ausmachen wird, werden Konsumenten und Wirtschaft mit der Paketabgabe und der Plastiksteuer mit ca. 400 Mio. € an neuen Steuern belastet, die ganze Aktion ist somit keine Entlastung sondern eine massive Mehrbelastung für die Haushalte. Die Einführung der Plastikabgabe ist somit eine überschießende, unnötige Belastung für den Wirtschaftsstandort Österreich und die heimischen Konsumenten, sie ist nicht notwendig und nicht gerechtfertigt. Die Gegenfinanzierung ist bereits über die geplante Paketabgabe gegeben und neue Steuern sind tunlichst zu vermeiden. Zudem stehen Kunststoffe infolge der aktuellen, kriegsbedingten Teuerungen schon jetzt vor einem gewaltigen Kostenschub, so Petschar.
Bürokratie reduzieren und Kosten vermeiden
Nach wie vor Handlungsbedarf sieht Petschar in der Begrenzung von Auflagen und Bürokratie: Einige EU- Vorhaben aus dem Green Deal wurden zwar entschärft, aber noch immer treten viele Umsetzungen bereits beschlossener Vorhaben als neue Bürokratiemonster in Kraft. Zudem gilt es nicht notwendige, neue Belastungen im Vertragsrecht infolge der Beschlüsse zur Gemeinsamen Marktordnung durch sachgerechte Ausnahmeregelungen für den Sektor Milch und auch für Genossenschaften tunlichst zu vermeiden. Wir gehen davon aus, dass so wie bereits während der Verhandlungen vertreten, für Österreich nicht zielführende Bestimmungen daraus nicht in Kraft gesetzt werden, wenn diese außer Mehrbelastungen keinen Mehrwert bringen, so Petschar.
Gentechnikfreiheit weiter ermöglichen
Gefährlich für die österreichische Qualitätsstrategie ist der nunmehr beschlossene Vorschlag der EU - Kommission zur Liberalisierung der Neuen Gentechnik. Ohne Zulassung und Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Produkten wären die Produktion gentechnikfreier Produkte bzw. der grundsätzlich gentechnikfreie Biolandbau massiv in Gefahr bzw. mit massiven Mehrkosten konfrontiert. Wir erwarten hier sachgerechte Lösungen, um Gentechnikfreiheit und Bio weiter zu ermöglichen
Österreichs Milchwirtschaft im nationalen Interesse weiter unterstützen - Verpflichtende Herkunfts- kennzeichnung notwendig
Die aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen zeigen, wie verwundbar internationale Lieferketten geworden sind und wie wichtig eine sichere, heimische Lebensmittelversorgung ist. Die österreichische Milchwirtschaft kann hier einen wesentlichen Beitrag leisten, sie erbringt darüber hinaus über die Pflege der Landschaft und den Erhalt des Grünlandes, der Wiesen und Almen weitere wichtige Leistungen für die österreichische Wirtschaft. Wir erwarten uns seitens der Regierung eine unterstützende und wertschätzende Politik für unsere Produkte und unsere Leistungen, z. B. auch über eine entsprechende Kennzeichnung der Herkunft der Produkte, damit der Konsument auch sieht, welche Produkte unter welchen Bedingungen hergestellt werden. Wir brauchen Rahmenbedingungen, die den erfolgreichen Kurs der heimischen Milchwirtschaft unterstützen und nicht gefährden. „Die österreichische Milchwirtschaft bringt allen was, sie ist ein wesentlicher Bestandteil Österreichs“, schloss Petschar. (Schluss)
Anhaltend hohe Kostenbelastungen
Die aktuellen weltpolitischen Krisen führen zu massiven Kostensteigerungen, dazu stehen in Österreich mit der geplanten Plastiksteuer neben den ohnehin sehr hohen Rohstoffpreisen zusätzliche, neue Belastungen ins Haus, weiters zusätzliche, bürokratische Auflagen. Anstatt eine positive Konsumstimmung zu verbreiten, wird mit einer negativen, öffentlich geführten Preisdebatte und politischen Kampagne dem Wirtschaftsstandort geschadet.
Innovationen, Qualität, Tierwohl und Nachhaltigkeit
Die Milchwirtschaft hat 2025 unter wirtschaftlich herausfordernden Zeiten ihre Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstrategie weiter ausgebaut. Sie investiert in weitere Verbesserungen der Produktqualität, beim Tierwohl und der Nachhaltigkeit, sie setzt auf Innovationen und nutzt moderne Ernährungstrends. Trotz vieler neuer handelspolitischer Herausforderungen konnten die Exporte mit Qualitätsprodukten aus Österreich gesteigert werden.
Milchanlieferung Österreich 2025 2,8 % gestiegen, EU-weit höchster Bioanteil
Die Gesamtanlieferung ist 2025 mit 3,68 Mio. t in Österreich um 2,8 % gestiegen. Der Anteil von Biomilch in Österreich erreichte 18,1 % bzw. 633.600 t, der mit Abstand höchste Biomilchanteil in der EU. Daneben bestehen mit Heumilch, Biowiesenmilch und Tierwohlmilch weitere hochwertige Milchsorten. Im Jänner 2026 lag die Mehranlieferung in Österreich um 6,3 % über dem Vorjahr.
Deutlich mehr Anlieferung in der EU
Die EU verzeichnete 2025 2 % Mehranlieferung, wobei diese ab dem zweiten Halbjahr einsetzte und seitdem ungebrochen hoch ist. Dazu kommen höhere Inhaltstoffe, wodurch die effektive Mehranlieferung 2,8 % war. Die hohen Mehranlieferungen in einzelnen Ländern mit bis über 10 % in einzelnen Monaten ab Ende 2025 führten zu massiven Preisverfällen und Verwerfungen auf den Milchmärkten. Die Gründe dafür liegen in der guten Futtergrundlage, den Spätfolgen der Blauzungenkrankheit in wichtigen Produktionsgebieten und den hohen Kosten, die zu höherer Produktion und Effizienz treiben. Im Jänner lag die Anlieferung in der EU um 5 % über dem Vorjahr.
Erzeugermilchpreise 2025 über 2024 - Preisverfall seit Jahresende
Der durchschnittliche Auszahlungspreis erreichte 2025 63,58 Cent (2024 56,86 Cent) für Milch mit natürlichen Inhaltsstoffen inkl. USt. (+11,8 % zum Vorjahr). Für gentechnikfreie Qualitätsmilch (mit 4,2 % Fett, 3,4 % Eiweiß, ohne USt.) wurden durchschnittlich 54,04 Cent/kg erzielt (2024: 48,19 Cent/kg). Im Februar 2026 waren es 45,75 Cent/kg (Februar 2025: 53,12 Cent/kg). Die Erzeugerpreise lagen damit in Österreich 2025 im Durchschnitt über dem Vorjahr, sie legten zu Beginn 2025 zu, seit Ende 2025 sind sie stark gefallen.
Molkereiumsätze um 9 % gestiegen - Knappe Ertragslage in den Molkereien
Die Umsätze der heimischen Milchverarbeiter sind 2025 um insgesamt ca. 9 % auf 4,4 Mrd. € gestiegen, wobei Zuwächse sowohl im Inland als auch im Export zu verzeichnen waren. Die Anzahl der Milch verarbeitenden Unternehmen blieb 2025 mit 69 gleich, ebenfalls die Anzahl der Betriebsstätten mit 92. 2025 waren 5.900 Mitarbeiter (2024 5850) beschäftigt. Die Ertragslage der österreichischen Molkereien ist gemäß einer Auswertung des Raiffeisenverbandes OÖ mit einem Ergebnis vor Steuern (EvS) von ca. 1 % bezogen auf den Umsatz weiterhin sehr knapp. Die knappe Ertragslage ist auch die Ursache für strukturelle Veränderungen in der Milchwirtschaft im Jahre 2025.
3,5 % weniger Milchbauern
Die Anzahl der Milchbauern verringerte sich 2025 um 3,5 % von 21.569 auf 20.811. Der Milchkuhbestand ist mit 536.200 (- 0,1 %) konstant geblieben, im Durchschnitt hielt jeder Landwirt 25,8 Kühe, international gesehen ein sehr kleiner Wert. Die durchschnittliche Milchlieferleistung der Kühe lag bei 6.853 kg, im internationalen Vergleich ein sehr moderater Wert, der die nachhaltige Produktion in Österreich dokumentiert.
Die durchschnittliche Anlieferung je Landwirt stieg von 166,1 t auf 176,9 t. Das durchschnittlich ausbezahlte Milchgeld je Landwirt (Umsatz aus Milchverkauf) lag mit 112.482 € incl. USt. um 19,1 % über dem Vorjahr. Diese Entwicklung war nach mehreren schwierigen Jahren notwendig, um die Kostensteigerungen auf den Höfen zu bewältigen.
Exporte und Importe gestiegen
Die österreichischen Milchexporte erreichten 2025 auf Basis der vorläufigen Zahlen der Statistik Austria mit 1,95 Mrd. € einen neuen Höchstwert und konnten um 9,5 % oder 175 Mio. € weiter zulegen. Bei den Importen gab es einen Zuwachs auf 1,32 Mrd. € (plus 12,4 % oder 150 Mio.€), was zu einem gestiegenen, positiven Außenhandelssaldo von 634 Mio. € (+ 4 %) führte. Die Exportquote bezogen auf den Umsatz betrug damit ca. 44,3 %, die Importquote 29,9 %.
Deutschland wichtigstes Export- und Importland
Die Hälfte der Exporte geht nach Deutschland, gefolgt von Italien, Spanien, Griechenland und den Niederlanden, ähnlich verteilt liegen die Importe. Insgesamt exportiert die heimische Milchwirtschaft in über 100 Staaten.
Käse wichtigstes Exportprodukt
Wichtigstes Außenhandelsprodukt ist Käse. Hier wurden mit einem Export von 987 Mio. € und einem Import von 841 Mio. € mehr als die Hälfte der Umsätze erzielt. Flüssige Milchprodukte wurden um 449 Mio. exportiert und um 92 Mio. € importiert, drittwichtigste Kategorie im Export sind fermentierte Produkte mit 305 Mio. an Exporten und 85 Mio. € an Importen. Bei Butter lagen die Importe mit 156 Mio. deutlich über den Exporten von 27 Mio. €, ebenfalls gibt es bei Trockenmilchprodukten mit 87 Mio. an Importen und 51 Mio. € Exporten einen Importüberschuss.
Die starken Außenhandelszahlen bestätigen den Erfolg der Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstrategie der heimischen Milchwirtschaft auch im Export. Durch die Einführung von Tierhaltung plus konnte der Export nach Deutschland abgesichert werden, mit Innovationen konnten auch auf Exportmärkten die modernen Ernährungstrends abgedeckt werden.
Neue Zölle belasten den Handel
Irritationen im Außenhandel verursachten die sehr sprunghaften Zollankündigungen des US – Präsidenten und die daraus folgenden Zölle. Auch die neuen Zölle nach China belasten die europäische Milchwirtschaft. Erschwerend wirken sich weiters kriegsbedingte Einschränkungen und Verteuerungen der Transporte aus. Neue Handelsabkommen der EU sollen so verhandelt werden, dass sie Vorteile für die Milchwirtschaft bringen.
Tierwohl plus positiv
Positiv gesehen wird die Implementierung von Tierhaltung plus. Das System bringt eine wesentliche Verbesserung der Tierwohlstandards und wird von den Konsumenten positiv bewertet. Helmut Petschar, Präsident des Milchverbandes Österreich (MVÖ), bedankt sich dafür bei den Landwirten, den Kontrollstellen und den Betreuungstierärzten.
Der Konsum von Milchprodukten entwickelt sich trotz Teuerungsdebatte positiv. Grund dafür ist, dass Milchprodukte einen sehr hohen Nährwert haben. Sie liefern viel Eiweiß, Vitamine und Mineralien in einer großen Vielfalt und einer hohen biologischen Verfügbarkeit, ihr Wert wird wieder mehr geschätzt. Besonders der Käsekonsum hat sich über die letzten Jahre mit einem Durchschnittsverbrauch von 26,5 kg und Jahr gemäß Erhebungen der Statistik Austria sehr positiv entwickelt.
Milchprodukte keine Inflationstreiber
Mehrjährigen Vergleichen zufolge liegt die Entwicklung der Inflation bei Lebensmitteln in Österreich deutlich unter der allgemeinen Teuerung, das heißt Lebensmittel sind in Österreich keine Inflationstreiber. Daher ist auch die permanent geführte, politische Debatte um angeblich teure Lebensmittel in Österreich sachlich nicht begründet, ebenfalls nicht bei Milchprodukten. Sie bewirkt eine negative Konsumstimmung und schadet zusammen mit den rechtlichen Änderungen dazu dem Wirtschaftsstandort Österreich. So ist der Anteil der Lebensmittel an den Gesamtausgaben zuletzt von 12,1 auf 11,8 % gesunken, auch weisen Lebensmittel aus Österreich gegenüber Importen oft zusätzliche Qualitätsmerkmale auf, die in dieser Debatte unerwähnt bleiben (Gentechnikfreiheit, hohe Umwelt- und Tierhaltungsstandards, hohe Fütterungsstandards, EU-weit beste Klimaschutzwerte etc.).
Die geplante Mehrwertsteuersenkung für Grundnahrungsmittel umfasst auch Milchprodukte der weißen Palette, Butter und Joghurts, nicht Käse. Sie ist grundsätzlich zu begrüßen, auch wenn Milchprodukte in Österreich im Hinblick auf den Nährwert und ihre Qualität schon jetzt sehr günstige und hochwertige Lieferanten für Eiweiß, Fett, Vitamine und Mineralien sind.
Keine Mehrbelastung infolge der Senkung der Mehrwertsteuer
Äußerst kontraproduktiv ist die neue Plastiksteuer auf Kunststoffverpackungen, die neben der Paketabgabe als Gegenfinanzierung für die österreichischen Konsumenten eine massive Mehrbelastung bedeutet. Angesichts der Tatsache, dass die Mehrwertsteuersenkung nur 200 Mio. € und nicht, wie von BM Marterbauer angekündigt, 400 Mio. € an Einsparungen für die Konsumenten ausmachen wird, werden Konsumenten und Wirtschaft mit der Paketabgabe und der Plastiksteuer mit ca. 400 Mio. € an neuen Steuern belastet, die ganze Aktion ist somit keine Entlastung sondern eine massive Mehrbelastung für die Haushalte. Die Einführung der Plastikabgabe ist somit eine überschießende, unnötige Belastung für den Wirtschaftsstandort Österreich und die heimischen Konsumenten, sie ist nicht notwendig und nicht gerechtfertigt. Die Gegenfinanzierung ist bereits über die geplante Paketabgabe gegeben und neue Steuern sind tunlichst zu vermeiden. Zudem stehen Kunststoffe infolge der aktuellen, kriegsbedingten Teuerungen schon jetzt vor einem gewaltigen Kostenschub, so Petschar.
Bürokratie reduzieren und Kosten vermeiden
Nach wie vor Handlungsbedarf sieht Petschar in der Begrenzung von Auflagen und Bürokratie: Einige EU- Vorhaben aus dem Green Deal wurden zwar entschärft, aber noch immer treten viele Umsetzungen bereits beschlossener Vorhaben als neue Bürokratiemonster in Kraft. Zudem gilt es nicht notwendige, neue Belastungen im Vertragsrecht infolge der Beschlüsse zur Gemeinsamen Marktordnung durch sachgerechte Ausnahmeregelungen für den Sektor Milch und auch für Genossenschaften tunlichst zu vermeiden. Wir gehen davon aus, dass so wie bereits während der Verhandlungen vertreten, für Österreich nicht zielführende Bestimmungen daraus nicht in Kraft gesetzt werden, wenn diese außer Mehrbelastungen keinen Mehrwert bringen, so Petschar.
Gentechnikfreiheit weiter ermöglichen
Gefährlich für die österreichische Qualitätsstrategie ist der nunmehr beschlossene Vorschlag der EU - Kommission zur Liberalisierung der Neuen Gentechnik. Ohne Zulassung und Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Produkten wären die Produktion gentechnikfreier Produkte bzw. der grundsätzlich gentechnikfreie Biolandbau massiv in Gefahr bzw. mit massiven Mehrkosten konfrontiert. Wir erwarten hier sachgerechte Lösungen, um Gentechnikfreiheit und Bio weiter zu ermöglichen
Österreichs Milchwirtschaft im nationalen Interesse weiter unterstützen - Verpflichtende Herkunfts- kennzeichnung notwendig
Die aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen zeigen, wie verwundbar internationale Lieferketten geworden sind und wie wichtig eine sichere, heimische Lebensmittelversorgung ist. Die österreichische Milchwirtschaft kann hier einen wesentlichen Beitrag leisten, sie erbringt darüber hinaus über die Pflege der Landschaft und den Erhalt des Grünlandes, der Wiesen und Almen weitere wichtige Leistungen für die österreichische Wirtschaft. Wir erwarten uns seitens der Regierung eine unterstützende und wertschätzende Politik für unsere Produkte und unsere Leistungen, z. B. auch über eine entsprechende Kennzeichnung der Herkunft der Produkte, damit der Konsument auch sieht, welche Produkte unter welchen Bedingungen hergestellt werden. Wir brauchen Rahmenbedingungen, die den erfolgreichen Kurs der heimischen Milchwirtschaft unterstützen und nicht gefährden. „Die österreichische Milchwirtschaft bringt allen was, sie ist ein wesentlicher Bestandteil Österreichs“, schloss Petschar. (Schluss)
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