Hagelversicherung: Rekord-Dürreschäden in der Landwirtschaft
1 Milliarde Euro Gesamtschaden in der Landwirtschaft aufgrund der Dürre; Wissenschaft sieht menschengemachten Klimawandel als Treiber der jüngsten Hitzewellen
„Ausbleibende Niederschläge und eine Hitzewelle nach der anderen mit einem Temperaturrekord von 41,2 °C in Bad Deutsch-Altenburg (NÖ) kennzeichnen das bisherige Dürrejahr. Die Konsequenz für die Landwirtschaft: Katastrophale Dürreschäden sorgen für massive Ernteeinbußen und Futterknappheit für die Tiere. Über alle Bundesländer hinweg verzeichnen wir in den vergangenen Wochen und Monaten massive Niederschlagsdefizite. In manchen Regionen fiel seit dem 15. Juni um mehr als 75 Prozent weniger Niederschlag als im 10-jährigen Niederschlagsmittel (2016–2025). Hinzu kommen Hitzetage (Tage mit Temperatur > 30°C) wie noch nie: 42 Hitzetage bis zum Stichtag 10. August, gemessen in Wien, Innere Stadt. Aufgrund dieser Rekordwerte haben wir Dürreschäden wie noch nie: Der Gesamtschaden in der Landwirtschaft liegt bei 1 Milliarde Euro. Betroffen sind das gesamte Bundesgebiet und sämtliche Kulturen, insbesondere Grünland, Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben, Kürbisse und Soja, aber auch regional Getreide. Traten früher Dürreschäden alle zehn Jahre auf, sind wir mittlerweile alle zwei bis drei Jahre mit großen Schäden konfrontiert – heuer mit einem traurigen Rekord. Das zeigt uns, dass die Landwirtschaft wie kein anderer Sektor vom Klimawandel betroffen ist. Die gute Nachricht ist: Die Risikovorsorge durch die Bäuerinnen und Bauern ist sehr hoch. 80 Prozent der Ackerflächen und 40 Prozent der Grünlandflächen sind gegen das Risiko Dürre versichert. Die versicherten Betriebe haben somit einen Rechtsanspruch auf eine Entschädigung“, so Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung, in seinen einleitenden Worten zum gemeinsamen Pressegespräch mit Prof. Anders Levermann, Leiter der Abteilung Komplexitätsforschung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung.
Unberechenbares Wetter und Klima als Bedrohung für Gesellschaft und Wirtschaft
„Die physikalischen Grundlagen sind seit Langem bekannt und durch unzählige Studien bestätigt: Der Klimawandel ist menschengemacht. Was dabei häufig unterschätzt wird, ist die Dynamik, die uns noch bevorsteht. Das Klimasystem reagiert nicht linear – Wetterextreme nehmen dramatisch zu, und zudem gibt es kritische Schwellenwerte. Wenn diese überschritten werden, werden Prozesse ausgelöst, die nicht mehr umkehrbar sind. Einige dieser Schwellen sind bereits überschritten. Das bedeutet, dass Hitzewellen, wie wir sie heuer erleben, in Zukunft immer häufiger auftreten. Dennoch heißt es nicht, dass betroffene Systeme, wie das Schmelzen der Gletscher oder das Auftauen der Permafrostböden, sofort kollabieren. Diese Prozesse ziehen sich über Jahrzehnte hin und das bedeutet, dass wir für mehrere Generationen in einer Phase zunehmender Instabilität leben werden, mit mehr Wetterextremen und größeren Schwankungen, als wir es bisher gewohnt sind. Daher müssen wir jetzt handeln und nicht erst, wenn weitere Kipppunkte überschritten sind. Beim Klimaschutz geht es direkt um Lebensmittelversorgungssicherheit, um Wettbewerbsfähigkeit und um geopolitische Unabhängigkeit. Die volkswirtschaftlichen Kosten des Nichthandelns sind enorm, sie übersteigen die Kosten einer konsequenten Transformation deutlich. Das müssen wir endlich ernst nehmen“, so der Experte Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.
Dürre dominiert Schadensbilanz: Versicherte Betriebe haben Rechtsanspruch auf Entschädigung – Schäden führen zu sinkender Selbstversorgung
„Der Gesamtschaden in der österreichischen Landwirtschaft liegt aufgrund der Dürre aus heutiger Sicht bei 1 Milliarde Euro, und weitere 80 Millionen Euro kommen durch Frost, Hagel, Sturm und Überschwemmung hinzu“, so Weinberger zur aktuellen Schadensbilanz und führt weiter aus: „Diese Zahlen führen uns drei Dinge deutlich vor Augen:
Erstens: Kein anderer Wirtschaftssektor ist so verwundbar wie die standortgebundene Landwirtschaft mit ihrer Werkstatt unter freiem Himmel. Rund 80 Prozent des Ertrags hängen unmittelbar vom Wetter ab. Viele bäuerliche Betriebe sind durch den vom menschengemachten Klimawandel massiv gefährdet. Die ständige Sorge um die eigene Existenz bedeutet für die betroffenen Landwirtinnen und Landwirte eine enorme psychische Belastung.
Zweitens: Die aktuelle Situation zeigt uns auf, dass nur mit einer Absicherung durch eine Dürreversicherung derartige Großschäden abgedeckt werden. Als agrarischer Spezialversicherer beweist die Österreichische Hagelversicherung, dass sie auch in besonders fordernden Zeiten ein verlässlicher Partner der Landwirtschaft ist: Durch Risikodiversifikation, eine Risikostreuung über unsere sechs Auslandsmärkte (CZ, HU, SK, SLO, RO, BG), eine starke Rückversicherung, der umfassendsten Produktpalette Europas sowie den Einsatz moderner Technologien bei der Schadenserhebung, wie beispielsweise die Verwendung von Satellitendaten. Wie der internationale Trend zeigt, braucht es aber auch ein umfassendes Public-Private-Partnership-Modell, damit die Versicherung für die Betriebe wirksam und leistbar bleibt.
Drittens: Der Selbstversorgungsgrad bei heimischen Lebensmitteln wird aufgrund der aktuellen Dürresituation bedingt durch den Klimawandel weiter deutlich zurückgehen. Verschärft wird diese Situation in Österreich zusätzlich durch die fahrlässige und ungebremste Verbauung unserer Äcker und Wiesen. So haben wir bereits jetzt beim Getreide nur mehr einen Selbstversorgungsgrad von 87 Prozent, beim Mais 83 Prozent, Kartoffeln 78 Prozent, bei Gemüse sind es 55 Prozent und bei pflanzlichen Ölen 26 Prozent. Die Ernteausfälle aufgrund des Klimawandels und des Bodenverbrauchs machen uns in der Zukunft noch abhängiger von Importen aus dem Ausland. Lebensmittelversorgung ist daher ein Sicherheitsthema!“
Abschließend weist Weinberger auf die Notwendigkeit von mehr Klima- und Bodenschutz hin: „Nichtstun kommt uns sehr teuer, wie wir im heurigen Jahr sehen. Auch ein Verfehlen der österreichischen Klimaziele bis 2030 wird dem österreichischen Steuerzahler laut Rechnungshof Milliarden an Strafzahlungen bescheren. Zudem geht es beim Klimaschutz nicht nur um die Vermeidung von Schäden und Strafzahlungen in Milliardenhöhe, sondern es geht um die Zukunft der Menschheit und unserer Lebensräume.“
Die meteorologischen Fakten:
In manchen Regionen fiel seit 15. Juni um mehr als 75 Prozent weniger Regen als im 10-jährigen Niederschlagsmittel (2016–2025).
Hitzetage wie noch nie: 42 Hitzetage mit Stichtag 10. August, gemessen in Wien innere Stadt. Zum Vergleich: In den 80er Jahren gab es im Durchschnitt neun Hitzetage.
Rekordtemperatur wie noch nie: 41,2°C in in Bad Deutsch-Altenburg (NÖ) am 5. August.
Hitzewellen sind heute nicht nur häufiger, sondern vor allem deutlich länger als früher – die durchschnittliche Dauer hat sich von 1–8 Tagen (1940er bis 1980er) auf 5–25 Tage (2010er bis 2020er) etwa um das Drei- bis Fünffache erhöht. (Schluss)
Unberechenbares Wetter und Klima als Bedrohung für Gesellschaft und Wirtschaft
„Die physikalischen Grundlagen sind seit Langem bekannt und durch unzählige Studien bestätigt: Der Klimawandel ist menschengemacht. Was dabei häufig unterschätzt wird, ist die Dynamik, die uns noch bevorsteht. Das Klimasystem reagiert nicht linear – Wetterextreme nehmen dramatisch zu, und zudem gibt es kritische Schwellenwerte. Wenn diese überschritten werden, werden Prozesse ausgelöst, die nicht mehr umkehrbar sind. Einige dieser Schwellen sind bereits überschritten. Das bedeutet, dass Hitzewellen, wie wir sie heuer erleben, in Zukunft immer häufiger auftreten. Dennoch heißt es nicht, dass betroffene Systeme, wie das Schmelzen der Gletscher oder das Auftauen der Permafrostböden, sofort kollabieren. Diese Prozesse ziehen sich über Jahrzehnte hin und das bedeutet, dass wir für mehrere Generationen in einer Phase zunehmender Instabilität leben werden, mit mehr Wetterextremen und größeren Schwankungen, als wir es bisher gewohnt sind. Daher müssen wir jetzt handeln und nicht erst, wenn weitere Kipppunkte überschritten sind. Beim Klimaschutz geht es direkt um Lebensmittelversorgungssicherheit, um Wettbewerbsfähigkeit und um geopolitische Unabhängigkeit. Die volkswirtschaftlichen Kosten des Nichthandelns sind enorm, sie übersteigen die Kosten einer konsequenten Transformation deutlich. Das müssen wir endlich ernst nehmen“, so der Experte Anders Levermann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.
Dürre dominiert Schadensbilanz: Versicherte Betriebe haben Rechtsanspruch auf Entschädigung – Schäden führen zu sinkender Selbstversorgung
„Der Gesamtschaden in der österreichischen Landwirtschaft liegt aufgrund der Dürre aus heutiger Sicht bei 1 Milliarde Euro, und weitere 80 Millionen Euro kommen durch Frost, Hagel, Sturm und Überschwemmung hinzu“, so Weinberger zur aktuellen Schadensbilanz und führt weiter aus: „Diese Zahlen führen uns drei Dinge deutlich vor Augen:
Erstens: Kein anderer Wirtschaftssektor ist so verwundbar wie die standortgebundene Landwirtschaft mit ihrer Werkstatt unter freiem Himmel. Rund 80 Prozent des Ertrags hängen unmittelbar vom Wetter ab. Viele bäuerliche Betriebe sind durch den vom menschengemachten Klimawandel massiv gefährdet. Die ständige Sorge um die eigene Existenz bedeutet für die betroffenen Landwirtinnen und Landwirte eine enorme psychische Belastung.
Zweitens: Die aktuelle Situation zeigt uns auf, dass nur mit einer Absicherung durch eine Dürreversicherung derartige Großschäden abgedeckt werden. Als agrarischer Spezialversicherer beweist die Österreichische Hagelversicherung, dass sie auch in besonders fordernden Zeiten ein verlässlicher Partner der Landwirtschaft ist: Durch Risikodiversifikation, eine Risikostreuung über unsere sechs Auslandsmärkte (CZ, HU, SK, SLO, RO, BG), eine starke Rückversicherung, der umfassendsten Produktpalette Europas sowie den Einsatz moderner Technologien bei der Schadenserhebung, wie beispielsweise die Verwendung von Satellitendaten. Wie der internationale Trend zeigt, braucht es aber auch ein umfassendes Public-Private-Partnership-Modell, damit die Versicherung für die Betriebe wirksam und leistbar bleibt.
Drittens: Der Selbstversorgungsgrad bei heimischen Lebensmitteln wird aufgrund der aktuellen Dürresituation bedingt durch den Klimawandel weiter deutlich zurückgehen. Verschärft wird diese Situation in Österreich zusätzlich durch die fahrlässige und ungebremste Verbauung unserer Äcker und Wiesen. So haben wir bereits jetzt beim Getreide nur mehr einen Selbstversorgungsgrad von 87 Prozent, beim Mais 83 Prozent, Kartoffeln 78 Prozent, bei Gemüse sind es 55 Prozent und bei pflanzlichen Ölen 26 Prozent. Die Ernteausfälle aufgrund des Klimawandels und des Bodenverbrauchs machen uns in der Zukunft noch abhängiger von Importen aus dem Ausland. Lebensmittelversorgung ist daher ein Sicherheitsthema!“
Abschließend weist Weinberger auf die Notwendigkeit von mehr Klima- und Bodenschutz hin: „Nichtstun kommt uns sehr teuer, wie wir im heurigen Jahr sehen. Auch ein Verfehlen der österreichischen Klimaziele bis 2030 wird dem österreichischen Steuerzahler laut Rechnungshof Milliarden an Strafzahlungen bescheren. Zudem geht es beim Klimaschutz nicht nur um die Vermeidung von Schäden und Strafzahlungen in Milliardenhöhe, sondern es geht um die Zukunft der Menschheit und unserer Lebensräume.“
Die meteorologischen Fakten:
In manchen Regionen fiel seit 15. Juni um mehr als 75 Prozent weniger Regen als im 10-jährigen Niederschlagsmittel (2016–2025).
Hitzetage wie noch nie: 42 Hitzetage mit Stichtag 10. August, gemessen in Wien innere Stadt. Zum Vergleich: In den 80er Jahren gab es im Durchschnitt neun Hitzetage.
Rekordtemperatur wie noch nie: 41,2°C in in Bad Deutsch-Altenburg (NÖ) am 5. August.
Hitzewellen sind heute nicht nur häufiger, sondern vor allem deutlich länger als früher – die durchschnittliche Dauer hat sich von 1–8 Tagen (1940er bis 1980er) auf 5–25 Tage (2010er bis 2020er) etwa um das Drei- bis Fünffache erhöht. (Schluss)
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