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Rom, 10. August 2026 (aiz.info)

FAO-Lebensmittelpreisindex legt im Juli um 0,6 Prozent zu

Hitze, geopolitische Konflikte und Düngerpreise treiben die weltweiten Preise für ausgewählte Agrarrohstoffe an

Der FAO-Lebensmittelpreisindex ist im Juli 2026 gestiegen. Hitzewellen und Versorgungsengpässe im Nahen Osten sowei in der Schwarzmeerregion hätten die Preise in die Höhe trieben und die Ernteerträge geschmälert, teilte die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) laut MBI mit. Der Lebensmittelpreisindex der FAO – der einen Korb häufig gehandelter Agrarrohstoffe abbildet – lag im vergangenen Monat im Durchschnitt bei 131,1 Punkten, was einem Anstieg von 0,6 Prozent gegenüber dem Juni-Niveau und einem Anstieg von 1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Die Preisanstiege bei Getreide, Zucker und Pflanzenölen überwogen die Rückgänge bei Fleisch- und Milchpreisen.
 
Die fast vollständige Sperrung der Straße von Hormus ließ die Düngemittelpreise in diesem Jahr stark steigen, was Befürchtungen hinsichtlich eines umfassenderen Schocks für das globale Ernährungssystem schürte. Die Risiken werden durch die Erwartung eines starken El-Niño-Wetterphänomens noch verstärkt, das die Ernten in wichtigen Anbauregionen beeinträchtigen und das weltweite Angebot weiter verknappen könnte.
 
Der FAO-Index für Getreide stieg demnach im Juli um 3,4 Prozent und kehrte damit die Rückgänge des Vormonats um. Dabei schossen die Erzeugerpreise für Weizen aufgrund von Befürchtungen hinsichtlich anhaltender Störungen der Exporte aus dem Schwarzmeerraum und hitzebedingter Ernteschäden in wichtigen Erzeugerländern in die Höhe. Die Maispreise wurden durch heißes, trockenes Wetter in Teilen der USA und Ausstrahlungseffekte der verschärften geopolitischen Spannungen gestützt. 
 
Die Notieruen für Pflanzenöle kletterten laut FAO um 2 Prozent und erreichten damit ihren höchsten Stand seit Juni 2022. Die Palmölpreise stiegen aufgrund der starken Nachfrage aus dem indonesischen Biodieselsektor und höherer Rohölpreise, während Sojaöl aufgrund der robusten Nachfrage nach Rohstoffen in den USA und stärkerer weltweiter Importe zulegte. Im Gegensatz dazu gingen die Preise für Sonnenblumen- und Rapsöl zurück.
 
Der FAO-Index für Fleisch fiel im Juli um 2,8 Prozent gegenüber dem Rekordhoch im Juni und verzeichnete damit den ersten monatlichen Rückgang in diesem Jahr, wie es weiter hieß. Die Erzeugerpreise für Geflügel sanken aufgrund reichlicher brasilianischer Exportmengen, während die Schweinefleischpreise angesichts reichlicher EU-Vorräte und einer schwachen weltweiten Nachfrage nachgaben. Auch die Rindfleischnotierungen fielen aufgrund einer schwächeren Importnachfrage aus Asien, obwohl die Preise für Schaffleisch auf ein Rekordhoch kletterten, da knappe Exportmengen aus Ozeanien den Markt weiterhin stützten.
 
Die Erzeugerpreise für Milchprodukte gaben laut FAO im Juli um 0,7 Prozent nach, da die Notierungen für Vollmilch- und Magermilchpulver sowie Butter zurückgingen. Die Käsepreise stiegen hingegen zum ersten Mal seit einem Jahr, wobei die saisonal knapperen Milchvorräte in der EU die niedrigeren Preise in Ozeanien und den Wettbewerbsdruck durch reichliche US-Exportvorräte überwogen.
 
Der FAO-Index für Zucker stieg im Juli um 5,6 Prozent, da anhaltend heißes und trockenes Wetter Sorgen um die Ernteerträge in der Europäischen Union aufkommen ließ und El Niño die Produktion in wichtigen asiatischen Erzeugerländern bedrohte. Die Notierungen wurden zudem durch die Erwartung einer stärkeren Ethanolnachfrage in Brasilien gestützt, nachdem die vorgeschriebene Ethanolbeimischung im Benzin vorübergehend erhöht worden war; allerdings wurden die Kursgewinne teilweise durch verbesserte Erntebedingungen in Brasiliens wichtigstem Anbaugebiet im Zentrum und Süden des Landes ausgeglichen. (Schluss)
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