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Freiburg, 25. Juni 2026 (aiz.info)

DBV fordert 500 Mrd.-Agrarbudget und warnt vor GAP-Plänen der EU

Freiburger Erklärung zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik beschlossen

Freiburg, 25. Juni 2026 (aiz.info). - Angesichts der laufenden Verhandlungen über den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) der Europäischen Union für die Jahre 2028 bis 2034 hat der Deutsche Bauernverband (DBV) im Rahmen des Deutschen Bauerntages 2026 in Freiburg eine politische Positionierung beschlossen. In der am 24. Juni verabschiedeten „Freiburger Erklärung zum Deutschen Bauerntag 2026 zur Zukunft der Europäischen Gemeinsamen Agrarpolitik“ warnt der Verband eindringlich vor einer strukturellen Schwächung der ländlichen Räume und fordert von den europäischen und nationalen Entscheidungsträgern ein rechtzeitiges politisches Gegensteuern.

Kritik an Vorschlägen der EU-Kommission 

Die bereits im Juli 2025 vorgelegten Vorschläge der EU-Kommission zur künftigen Ausgestaltung der Agrarfinanzierung stießen in Freiburg auf heftige Kritik. Nach Einschätzung des DBV würden diese Pläne zu fatalen Verwerfungen für die Landwirtschaft, die ländlichen Räume und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Europa führen. Der Verband betont, dass die GAP kein reiner Ausgabenposten sei, sondern eine systemrelevante Säule der europäischen Sicherheitspolitik darstellt, welche die Lebensmittelversorgung, die Einkommen der Betriebe und die Stabilität ganzer Regionen absichert. Wer die GAP schwäche, riskiere unumkehrbare Strukturbrüche und einen beschleunigten Rückzug aus der Fläche.

Der 12-Punkte-Forderungskatalog der Bauernfamilien Wie aus dem offiziellen Dokument Deutscher Bauerntag 2026 - Freiburger Erklärung hervorgeht, haben die Delegierten einen konkreten Katalog mit 10 Kernforderungen an die Politik adressiert:

•    Milliarden-Budget statt Einsparreserve: Gefordert wird ein eigenständiges, verlässliches und vor allem inflationsfestes Agrarbudget in Höhe von 500 Milliarden Euro. Die GAP dürfe im kommenden EU-Haushalt ab 2028 nicht als Einsparreserve behandelt werden.

•    Erhalt von Eigenständigkeit und Struktur: Der DBV erteilt Plänen zur Auflösung der GAP in übergeordneten Fonds oder Partnerschaftsarchitekturen eine klare Absage. Die bewährte Zwei-Säulen-Struktur – bestehend aus Direktzahlungen und der Förderung der ländlichen Entwicklung – müsse eigenständig, sichtbar und wirksam bleiben.

•    Einkommenssicherung vor neuen Auflagen: Jede agrarpolitische Maßnahme muss eine klare positive Einkommenswirkung entfalten, anstatt Pflichten ohne Perspektive zu stapeln. Zusätzliche gesellschaftliche Anforderungen (wie die Naturwiederherstellung/NRL, Klima- oder Tierwohlauflagen) dürfe es nicht ohne eigene, separate Ausgleichs- und Finanzierungswege außerhalb der GAP geben. Zugleich wird die Streichung fachfremder Instrumente, wie etwa der sozialen Konditionalität, verlangt.

•    Echter Bürokratieabbau und faire Märkte: Die Betriebe benötigen spürbare Deregulierungen durch einfache Regeln, praxistaugliche Toleranz- und Bagatellregelungen sowie verhältnismäßige Kontrollen. Gekoppelte Zahlungen im Binnenmarkt seien zu begrenzen, um nationale Sonderwege und damit Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten deutscher Betriebe zu verhindern. Auf Förderungsebene wird zudem die Ablehnung von Degression und Kappung bei gleichzeitiger Weiterentwicklung der Erste-Hektare-Förderung gefordert.

•    Zukunftsperspektiven für alle Betriebsformen: Neben der Stärkung der Junglandwirteförderung und der Unterstützung von Unternehmerinnen spricht sich der DBV vehement gegen den Ausschluss von diversifizierten Betrieben und Nebenerwerbslandwirten aus. Das bestehende Anerkennungssystem über die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft müsse fortgesetzt werden.

Nationale Politik in der Pflicht 

Da die Weichenstellungen der kommenden Monate die europäische Agrarstruktur für das gesamte nächste Jahrzehnt prägen werden, sieht der DBV auch die nationalen Regierungen in der Pflicht. Deutschland müsse seine Rolle als bedeutende Agrarnation mit einer klaren fachlichen Haltung wahrnehmen. Eine starke und verlässliche GAP sei keine Vergangenheitspolitik, sondern die Grundvoraussetzung für eine zukunftsfähige Landwirtschaft und ein handlungsfähiges Europa.

Die „Freiburger Erklärung“ finden Sie hier. (Schluss)
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