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Wels, 28. Jänner 2026 (aiz.info)

BIO AUSTRIA Tage 2026: Gemeinsam Wert schöpfen mit Bio für eine starke Zukunft

Riegler: “Für erfolgreiche Bio-Landwirtschaft brauchen wir faire Rahmenbedingungen und politische Verlässlichkeit“

Mit dem Eröffnungstag “Wert schöpfen mit Bio“ haben am 27. Jänner 2026 die BIO AUSTRIA Tage auf Schloss Puchberg begonnen. Über 1.000 Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern sowie Vertreter:innen aus Wissenschaft, Verarbeitung, Handel, Politik und Zivilgesellschaft diskutieren in den kommenden Tagen vor Ort und online, wie biologische Landwirtschaft unter den Bedingungen von Klimakrise, steigenden Kosten und zunehmendem Marktdruck wettbewerbsfähig bleiben kann.
 
Wertschöpfung braucht faire Abgeltung
 
In ihrer Eröffnungsrede betonte BIO AUSTRIA Obfrau Barbara Riegler, dass Bio-Landwirtschaft für Verantwortung, Qualität und Nachhaltigkeit steht. Die stetig wachsende Zahl an Bio-Konsument:innen sind wichtige Partner:innen, die den Wert von Bio schätzen und durch ihre Kaufentscheidungen Bio-Betriebe unterstützen. “Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern erbringen täglich messbare Leistungen für Umwelt, Klima, Biodiversität und Tierwohl. Wertschöpfung mit Bio bedeutet, dass diese Leistungen nicht nur gesellschaftlich anerkannt, sondern über staatliche Förderprogramme auch angemessen honoriert werden. Das ist eine Frage von wirtschaftlicher Fairness und der Anerkennung konkreter Leistungen", so die Obfrau.
 
Internationales Jahr der Bäuerinnen als Schwerpunkt
 
Einen besonderen Fokus setzen die BIO AUSTRIA Tage 2026 auf das von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Jahr der Bäuerinnen. In Österreich wird bereits mehr als jeder dritte landwirtschaftliche Betrieb von einer Frau geführt oder maßgeblich geprägt. BIO AUSTRIA nimmt dies zum Anlass, erstmals einen eigenen Bäuerinnentag im Rahmen der Veranstaltung durchzuführen. Riegler: “Bäuerinnen sind Betriebsleiterinnen, Wissensvermittlerinnen und das soziale wie wirtschaftliche Rückgrat vieler Höfe. Diese Rolle braucht mehr Sichtbarkeit und Anerkennung.“
 
Bio als Schlüssel für nachhaltige Transformation
 
In Fachvorträgen und Podiumsdiskussionen wird einmal mehr deutlich, dass Bio-Landwirtschaft ein zentraler Hebel für eine nachhaltige Transformation des Ernährungssystems ist. Die renommierte Klimaökonomin Sigrid Stagl, Wissenschaftlerin des Jahres 2024 und Professorin an der WU Wien, unterstreicht die gesamtgesellschaftliche Bedeutung: “Die Bio-Landwirtschaft zeigt, dass wirtschaftliches Handeln mit umfassenden Klima- und Biodiversitätsleistungen vereinbar ist. Laut einer aktuellen niederländischen Studie *bewirkt Biologische Bewirtschaftung, dass die Umweltkosten der Landwirtschaft um 41% reduziert werden."
 
Klare Forderungen an Politik und EU
 
BIO AUSTRIA fordert eine konsequente Weiterentwicklung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), die Umwelt- und Klimaleistungen stärker honoriert und Bio-Betrieben langfristige Planungssicherheit bietet. Aktuelle Vorschläge auf EU-Ebene, wonach die Abgeltung von Agrarumweltleistungen massiv geschwächt werden würde, lehnt BIO AUSTRIA entschieden ab. Ebenso fordert der Verband eine verpflichtende Kennzeichnung für Pflanzen, die mit neuer Gentechnik manipuliert wurden. Dies ist unabdingbar, damit der Verzicht auf Gentechnik mit vertretbarem Aufwand umsetzbar bleibt und die Wahlfreiheit für Bäuerinnen, Bauern und Konsument:innen abgesichert wird.
 
Auf nationaler Ebene bewertet BIO AUSTRIA den bisherigen Austausch mit der Politik als konstruktiv, sieht jedoch weiterhin deutlichen Handlungsbedarf bei der konkreten Umsetzung. Riegler dazu: “Die ambitionierten Ziele von 30% Bio-Flächenanteil bis 2027 und 35 Prozent bis 2030 sind nur erreichbar, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen und ein förderliches politisches sowie wirtschaftliches Umfeld schaffen.“
 
Zusammenarbeit als Zukunftsstrategie: Bio-Allianz
 
Ein starkes Signal für mehr Kooperation setzt die im Juni 2025 gegründete Bio-Allianz. BIO AUSTRIA, Bioland, Biokreis, Bioland Südtirol, Biolandwirtschaft Ennstal, Gäa und Demeter Österreich arbeiten länderübergreifend zusammen. Ziel ist es, Kräfte zu bündeln, Marktentwicklungen aktiv mitzugestalten und die Position der Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern nachhaltig zu stärken. Thorsten Block, Bundesvorsitzender von Biokreis, betont die Bedeutung der Allianz für die gesamte Bio-Bewegung: “Die Bio-Allianz ist ein klares Bekenntnis zur Zusammenarbeit über Verbands- und Ländergrenzen hinweg. Nur wenn wir unsere Kräfte bündeln, können wir faire Marktbedingungen schaffen, politische Anliegen wirksam vertreten und die Zukunft der Bio-Landwirtschaft aktiv gestalten.“
 
Plattform für Austausch und Vernetzung
 
Die BIO AUSTRIA Tage 2026 bieten Raum für Diskussion, Vernetzung und neue Perspektiven. Von nachhaltiger Berichterstattung über Bio-Märkte in Mitteleuropa bis hin zu Klima- und Biodiversitätsleistungen der Bio-Landwirtschaft. “Wert schöpfen mit Bio bedeutet auch, den eigenen Wert zu erkennen und einzufordern“, so Riegler abschließend. „Die große Beteiligung zeigt: Die Bio-Bewegung ist lebendig, engagiert und bereit, gemeinsam Zukunft zu gestalten.“
 
*Quelle: https://grondbeginsel.nl/wp-content/uploads/2025/11/20251016-The-Hidden-Bill-final.pdf. (Schluss)
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