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Salzburg, 23. Oktober 2026 (aiz.info)

Zu trocken für volle Erträge: Walser Krauternte beschließt herausfordernde Saison

Trockenheit hinterlässt Spuren - Salzburger Gemüsebauern ziehen gemischte Bilanz, die Situation bleibt angespannt

Die Qualität stimmt, doch die Mengen fehlen – mit der Krauternte geht im Walser Gemüsebau in Salzburg die letzte große Ernte des Jahres zu Ende. Die Saison 2026 stellte die Betriebe vor enorme Herausforderungen: Die anhaltende Trockenheit erforderte einen außergewöhnlich hohen Arbeitsaufwand für die Bewässerung, vielerorts mussten täglich zusätzliche Stunden für die Wasserversorgung der Kulturen aufgebracht werden. Die Qualitäten des geernteten Gemüses sind gut, allerdings blieben die Erntemengen bei zahlreichen Kulturen deutlich hinter den Erwartungen zurück.  
 
Kartoffeln deutlich unter den Erwartungen 

Besonders betroffen waren Kulturen mit hohem Wasserbedarf. Neben Salaten reagierten auch Kartoffeln und Sellerie empfindlich auf die Trockenheit. Die Erträge bei Kartoffeln liegen vielfach rund ein Drittel unter dem langjährigen Durchschnitt. Gleichzeitig berichten die Gemüsebauern von einer geringeren Belastung durch Pilzkrankheiten und Schnecken. Die wärmeliebende Süßkartoffel profitierte von den heißen Sommermonaten und entwickelte sich an vielen Standorten sehr gut. „Die Süßkartoffeln sind heuer ausgezeichnet gewachsen“, berichtet Bernhard Hauthaler vom Moahausbauer. Die Nachfrage nach dem Gemüse steigt seit Jahren kontinuierlich an. 
 
Oberholzner: „Die Bewässerung verursachte um ein Drittel mehr Arbeitsaufwand“ 

Sebastian Oberholzner vom Stadlerbauer berichtet von einer Saison voller Herausforderungen. Obwohl am Betrieb eine gut ausgebaute Bewässerungsinfrastruktur vorhanden ist, stieß diese heuer an ihre Grenzen. Selbst der eigene Brunnen konnte den Wasserbedarf zeitweise nicht mehr decken. In weiterer Folge musste auf Gemeindewasser zurückgegriffen werden. Besonders bei Salaten zeigte sich die extreme Witterung. Trotz intensiver Beregnung konnten einzelne Pflanzsätze nicht ausreichend versorgt werden und  fielen aus. „Der Arbeitseinsatz war heuer um ein Vielfaches höher. Die Bewässerung verursachte rund ein Drittel mehr Arbeitsaufwand als in normalen Jahren“, schildert Oberholzner. Für die Zukunft werde der Ausbau der Wasserversorgung zunehmend an Bedeutung gewinnen. 
 
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen können die Walser Gemüsebauern mit den erzielten Qualitäten zufrieden sein. Gerade Kraut- und Kohlgemüse, die traditionell den Abschluss des Erntejahres bilden, zeigen sich in guter Qualität.  
 
Wetterdaten belegen außergewöhnliches Jahr 

Die besonderen Herausforderungen der Saison spiegeln sich auch in den Wetterdaten wider. Während in Wals normalerweise mehr als 1.000 Millimeter Niederschlag pro Jahr fallen, wurden heuer bislang weniger als 700 Millimeter gemessen. Seit Anfang September gab es lediglich gut 100 Millimeter Regen. Gleichzeitig lag die Wärmesumme mit 2.368 deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 2.099. Die Kulturen waren dadurch einer doppelten Belastung ausgesetzt: weniger Wasser und gleichzeitig höhere Verdunstung durch die überdurchschnittlichen Temperaturen.  
 
Oberholzner: „Die Trockenheit ist noch nicht vorbei“ – die Situation bleibt angespannt  Angespannt blickt man auch auf die kommenden Monate. „Auch wenn es sich durch die kühleren Temperaturen nicht mehr so anfühlt: Wir brauchen jetzt dringend Niederschläge. Die Brunnen müssen sich wieder füllen. Die Trockenheit ist noch nicht vorbei“, betont Oberholzner.  
 
Daten und Fakten zum Gemüsebau in Wals-Siezenheim: 

•    662 mm Niederschlag bislang im Jahr 2026 (langjähriger Durchschnitt: 1.014 mm) - 352 mm Niederschlagsdefizit gegenüber dem langjährigen Mittel 
•    Wärmesumme: 2.368 (langjähriger Durchschnitt: 2.099) 
•    Nur 118 mm Niederschlag seit Anfang September 
•    35 Betriebe bauen Gemüse oder Kartoffeln an 
•    Kleinster Gemüsebaubetrieb: knapp 100 m²; größter Betrieb: 13,7 ha 
•    Durchschnittliche Anbaufläche je Betrieb: 4,35 ha Gemüse/Kartoffeln 
•    35 Gemüsebaubetriebe 
•    152 ha Gemüse im Freilandanbau, unter Folie, Kartoffeln, Erdbeeren 
 
Walser Gemüse: Tradition mit Zukunft 

Der Gemüsebau in Wals-Siezenheim blickt auf eine mehr als 400-jährige Geschichte zurück. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1576. Heute bewirtschaften rund 35 Gemüsebaubetriebe die Flächen. Auf insgesamt rund 152 Hektar werden über 40 verschiedene Gemüsearten kultiviert, darunter Salate, Fruchtgemüse, Qualitätskartoffeln sowie verschiedene Kohlgemüse.  

Die Region zwischen Untersberg und der Stadt Salzburg gilt als wichtigstes Gemüseanbaugebiet des Bundeslandes. Leichte, durchlässige Böden, ausreichend Sonnenstunden und das über Generationen weitergegebene Wissen der Gemüsebauern schaffen beste Voraussetzungen für die Produktion hochwertiger Lebensmittel.  

Vermarktet werden die Produkte traditionell über den Ab-Hof-Verkauf, Bauernmärkte sowie an Gastronomie, Krankenhäuser und den Einzelhandel. Die Betriebe setzen dabei auf eine naturnahe Bewirtschaftung, regelmäßige Fruchtfolgen und laufende Qualitätskontrollen durch die Salzburger Landwirtschaftliche Kontrolle (SLK) sowie die AGES. So bleibt Walser Gemüse auch in Zukunft ein Aushängeschild der Salzburger Landwirtschaft. (Schluss)
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