Zehn Jahre Sickerwassermonitoring im Marchfeld
Projekt zeigt Wege für Landwirtschaft und Grundwasserschutz
Seit 2015 läuft im Marchfeld ein umfangreiches Monitoringprojekt zur Untersuchung von Stickstoffeinträgen und Nitratbelastungen im Grundwasser. Hintergrund sind erhöhte Nitratwerte in einer Region mit intensivem Ackerbau und vergleichsweise geringer Grundwasserneubildung. Ziel des Projekts ist es, landwirtschaftliche Bewirtschaftung und Stickstoffeinsatz so weiterzuentwickeln, dass Nitratverluste reduziert und gleichzeitig stabile Erträge gesichert werden.
Zum zehnjährigen Bestehen des Projekts zogen Fachleute aus Landwirtschaft, Forschung und Wasserwirtschaft eine Zwischenbilanz. Eingeladen dazu hatten die Landwirtschaftskammer Niederösterreich und der NÖ Gemüsebauverband.
Umfangreiches Monitoring liefert wertvolle Daten
Für das Projekt wurden im Marchfeld mehrere Messstellen eingerichtet und im Laufe der Jahre erweitert. Untersucht werden unter anderem Wasser- und Stickstoffbilanzen, Boden- und Sickerwasser sowie landwirtschaftliche Bewirtschaftungsmaßnahmen, Düngung und Erträge.
Die gewonnenen Daten liefern eine wichtige Grundlage, um Bewirtschaftungsmaßnahmen anzupassen und Stickstoff möglichst effizient im Pflanzenbau zu nutzen. Das Monitoringprojekt läuft derzeit bis 2028.
Zentrale Erkenntnisse aus zehn Jahren Forschung
Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass Stickstoffverluste von einer Vielzahl an Faktoren abhängen. So können insbesondere intensive Bewirtschaftungsformen zu erhöhten Stickstoffausträgen führen. Während und nach der Hauptkultur treten teilweise gesättigte Böden auf, wodurch es bereits während der Vegetationsperiode zu Grundwasserneubildung und Stickstoffverlagerungen kommen kann.
Eine zentrale Rolle spielt auch die Bewässerung. Längere Phasen mit Wasserüberschuss, etwa durch Beregnung und Starkregenereignisse, können den Transport von Stickstoff in tiefere Bodenschichten verstärken. Eine standortangepasste Bewässerungssteuerung sowie eine bessere Kenntnis des Bodenwasservorrats gelten daher als wichtige Stellschrauben, besonders auf flachgründigen Böden.
"Gerade im Gemüsebau ist Wasser ein entscheidender Produktionsfaktor. Es geht nicht nur darum, Erträge abzusichern, sondern vor allem auch um die Qualität der Produkte", betont Karl Auer, Obmann des NÖ Gemüsebauverbandes und sagt weiter: "Damit die heimische Gemüseproduktion auch in Zukunft gesichert bleibt, wird es zunehmend wichtig sein, Wasser in den Regionen zu halten und gleichzeitig die Möglichkeiten für eine gezielte Bewässerung weiterzuentwickeln."
Die Untersuchungen zeigen außerdem deutliche Unterschiede innerhalb einzelner Felder. Faktoren wie Humusgehalt, Wasserhaltevermögen oder vorhandene Stickstoffvorräte im Boden beeinflussen die Pflanzenentwicklung häufig stärker als die Höhe der Stickstoffdüngung.
Positiv wirken sich Begrünungen aus: Zwischenfrüchte können die Nitratauswaschung deutlich reduzieren. Besonders effektiv sind Begrünungen, die erst im Frühjahr umgebrochen werden und den Stickstoff länger im System halten.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Nitratkonzentrationen im Sickerwasser nicht allein von der Düngung abhängen. Auch Fruchtfolge, Begrünung, Bewässerungsmanagement, standortspezifische Erträge sowie spezielle Kulturen spielen eine wichtige Rolle.
Maßnahmen zur weiteren Reduktion von Nitratverlusten
Aus den bisherigen Erkenntnissen lassen sich mehrere Ansatzpunkte ableiten, um Stickstoffverluste weiter zu reduzieren: längere Bodenbedeckung durch Zwischenfrüchte, bessere Informationen über Stickstoffvorräte im Frühjahr, eine präzisere Bewässerungssteuerung sowie teilflächenspezifische Düngung.
Projekt wird weitergeführt
Das Monitoring im Marchfeld wird in den kommenden Jahren weiter ausgebaut. Geplant sind zusätzliche Messstellen sowie eine noch genauere Erfassung von Düngung und Bewässerung. Auch Untersuchungen zur Bodenfruchtbarkeit sollen vertieft werden. Eine wichtige Herausforderung bleibt dabei der Klimawandel: Veränderungen bei Niederschlag und Temperatur könnten künftig auch die Grundwasserneubildung im Marchfeld beeinflussen. (Schluss)
Zum zehnjährigen Bestehen des Projekts zogen Fachleute aus Landwirtschaft, Forschung und Wasserwirtschaft eine Zwischenbilanz. Eingeladen dazu hatten die Landwirtschaftskammer Niederösterreich und der NÖ Gemüsebauverband.
Umfangreiches Monitoring liefert wertvolle Daten
Für das Projekt wurden im Marchfeld mehrere Messstellen eingerichtet und im Laufe der Jahre erweitert. Untersucht werden unter anderem Wasser- und Stickstoffbilanzen, Boden- und Sickerwasser sowie landwirtschaftliche Bewirtschaftungsmaßnahmen, Düngung und Erträge.
Die gewonnenen Daten liefern eine wichtige Grundlage, um Bewirtschaftungsmaßnahmen anzupassen und Stickstoff möglichst effizient im Pflanzenbau zu nutzen. Das Monitoringprojekt läuft derzeit bis 2028.
Zentrale Erkenntnisse aus zehn Jahren Forschung
Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass Stickstoffverluste von einer Vielzahl an Faktoren abhängen. So können insbesondere intensive Bewirtschaftungsformen zu erhöhten Stickstoffausträgen führen. Während und nach der Hauptkultur treten teilweise gesättigte Böden auf, wodurch es bereits während der Vegetationsperiode zu Grundwasserneubildung und Stickstoffverlagerungen kommen kann.
Eine zentrale Rolle spielt auch die Bewässerung. Längere Phasen mit Wasserüberschuss, etwa durch Beregnung und Starkregenereignisse, können den Transport von Stickstoff in tiefere Bodenschichten verstärken. Eine standortangepasste Bewässerungssteuerung sowie eine bessere Kenntnis des Bodenwasservorrats gelten daher als wichtige Stellschrauben, besonders auf flachgründigen Böden.
"Gerade im Gemüsebau ist Wasser ein entscheidender Produktionsfaktor. Es geht nicht nur darum, Erträge abzusichern, sondern vor allem auch um die Qualität der Produkte", betont Karl Auer, Obmann des NÖ Gemüsebauverbandes und sagt weiter: "Damit die heimische Gemüseproduktion auch in Zukunft gesichert bleibt, wird es zunehmend wichtig sein, Wasser in den Regionen zu halten und gleichzeitig die Möglichkeiten für eine gezielte Bewässerung weiterzuentwickeln."
Die Untersuchungen zeigen außerdem deutliche Unterschiede innerhalb einzelner Felder. Faktoren wie Humusgehalt, Wasserhaltevermögen oder vorhandene Stickstoffvorräte im Boden beeinflussen die Pflanzenentwicklung häufig stärker als die Höhe der Stickstoffdüngung.
Positiv wirken sich Begrünungen aus: Zwischenfrüchte können die Nitratauswaschung deutlich reduzieren. Besonders effektiv sind Begrünungen, die erst im Frühjahr umgebrochen werden und den Stickstoff länger im System halten.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Nitratkonzentrationen im Sickerwasser nicht allein von der Düngung abhängen. Auch Fruchtfolge, Begrünung, Bewässerungsmanagement, standortspezifische Erträge sowie spezielle Kulturen spielen eine wichtige Rolle.
Maßnahmen zur weiteren Reduktion von Nitratverlusten
Aus den bisherigen Erkenntnissen lassen sich mehrere Ansatzpunkte ableiten, um Stickstoffverluste weiter zu reduzieren: längere Bodenbedeckung durch Zwischenfrüchte, bessere Informationen über Stickstoffvorräte im Frühjahr, eine präzisere Bewässerungssteuerung sowie teilflächenspezifische Düngung.
Projekt wird weitergeführt
Das Monitoring im Marchfeld wird in den kommenden Jahren weiter ausgebaut. Geplant sind zusätzliche Messstellen sowie eine noch genauere Erfassung von Düngung und Bewässerung. Auch Untersuchungen zur Bodenfruchtbarkeit sollen vertieft werden. Eine wichtige Herausforderung bleibt dabei der Klimawandel: Veränderungen bei Niederschlag und Temperatur könnten künftig auch die Grundwasserneubildung im Marchfeld beeinflussen. (Schluss)
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