Zahl der Bio-Milcherzeuger in Deutschland und EU stark gesunken
DBV fordert agrarpolitische Kurskorrektur für Biolandbau
Der Deutsche Bauernverband (DBV) darauf hin, dass die Zahl der Bio-Milcherzeuger in Deutschland und wichtigen weiteren EU-Staaten in den letzten Jahren erheblich zurück gegangen ist. So sank 2025 die Zahl der Bio-Rinderbetriebe, insbesondere Bio-Milchviehbetriebe, in Deutschland um fast 400 Betriebe. In den benachbarten EU-Ländern Frankreich, Dänemark und Österreich kam es seit 2021 sogar zu Rückumstellungen in der Bio-Milchviehhaltung von 10 bis 15 Prozent. Hauptursache für diesen Verlust an ökologischer Milcherzeugung ist die praxisferne gesetzliche Auslegung der EU-Bio-Verordnung durch die EU-Kommission. Auch die deutsche Bio-Fläche wächst seit mehreren Jahren nur noch äußerst geringfügig um ein Prozent jährlich, obwohl die Bio-Nachfrage zuletzt in Folge um sechs Prozent zunahm. Damit klaffen heimische Bio-Erzeugung und Bio-Konsum zunehmend auseinander und das politische Ausbauziel von mehr als 25 Prozent Biolandbau rückt in unerreichbare Ferne.
Der DBV fordert nun in einem Positionspapier zur Zukunft des Biolandbaus eine grundlegende agrarpolitische Kurskorrektur. Hintergrund sind neben der stagnierenden bis rückgängigen Entwicklung der Bio-Tierhaltung, wachsende strukturelle Probleme bei der Nährstoffversorgung im Bio-Ackerbau, die die Nachhaltigkeit des Biolandbaus bedrohen. Nach Einschätzung des DBV gerät das zentrale Prinzip geschlossener Nährstoffkreisläufe zunehmend unter Druck. Während rund zwölf Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet werden, liegt der Anteil der Bio-Tierhaltung nur bei etwa sechs Prozent. Die Folge sind Nährstoffdefizite und sinkende Humusgehalte, was langfristig die Bodenfruchtbarkeit in vieharmen Bio-Ackerbaubetrieben gefährdet. Das bestätigte jüngst eine bodenkundliche Studie des Thünen Institutes, die auf Bodenproben aus dem Humus-Klima-Netzwerks und Daten der Bodenzustandserhebung basierte.
Der DBV sieht Handlungsbedarf in vier zentralen Bereichen: Erstens braucht es praxistaugliche und gleichzeitig tierwohlgerechte Regelungen für die Bio-Tierhaltung. Zweitens fordert der Verband verlässliche Investitionsbedingungen für die Bio-Tierhaltung; sonst gefährden nachträgliche Regel-Verschärfungen die betroffenen Betriebe existenziell. Drittens muss die Kreislaufwirtschaft im Biolandbau „verfahrensoffen“ gestaltet werden; alternative Lösungen zur Bio-Tierhaltung wie Biogasanlagen oder regionale Kooperationen auch mit konventionellen Tierhaltern müssen gestärkt werden. Viertens ist eine stärkere Förderung praxisnaher Forschung erforderlich, um die Effizienz im Biolandbau zu steigern.
Ohne funktionierende Nährstoffkreisläufe verliert der Biolandbau seine Grundlage, betont der DBV. EU, Bund und Länder sind daher gefordert, bestehende gesetzliche Regelungen praxisgerecht anzupassen. Andernfalls droht dem Biolandbau ein struktureller Rückgang – mit negativen Folgen für die betroffenen Betriebe, aber auch für die Umweltleistungen des Biolandbaus und die regionale Wertschöpfung. Der DBV warnt: Der Zeitpunkt zum politischen Handeln ist jetzt – bevor es zu weiteren Strukturbrüchen in der Bio-Tierhaltung kommt und der Biolandbau insgesamt zurück in die Nische abdriftet! (Schluss)
Der DBV fordert nun in einem Positionspapier zur Zukunft des Biolandbaus eine grundlegende agrarpolitische Kurskorrektur. Hintergrund sind neben der stagnierenden bis rückgängigen Entwicklung der Bio-Tierhaltung, wachsende strukturelle Probleme bei der Nährstoffversorgung im Bio-Ackerbau, die die Nachhaltigkeit des Biolandbaus bedrohen. Nach Einschätzung des DBV gerät das zentrale Prinzip geschlossener Nährstoffkreisläufe zunehmend unter Druck. Während rund zwölf Prozent der landwirtschaftlichen Fläche ökologisch bewirtschaftet werden, liegt der Anteil der Bio-Tierhaltung nur bei etwa sechs Prozent. Die Folge sind Nährstoffdefizite und sinkende Humusgehalte, was langfristig die Bodenfruchtbarkeit in vieharmen Bio-Ackerbaubetrieben gefährdet. Das bestätigte jüngst eine bodenkundliche Studie des Thünen Institutes, die auf Bodenproben aus dem Humus-Klima-Netzwerks und Daten der Bodenzustandserhebung basierte.
Der DBV sieht Handlungsbedarf in vier zentralen Bereichen: Erstens braucht es praxistaugliche und gleichzeitig tierwohlgerechte Regelungen für die Bio-Tierhaltung. Zweitens fordert der Verband verlässliche Investitionsbedingungen für die Bio-Tierhaltung; sonst gefährden nachträgliche Regel-Verschärfungen die betroffenen Betriebe existenziell. Drittens muss die Kreislaufwirtschaft im Biolandbau „verfahrensoffen“ gestaltet werden; alternative Lösungen zur Bio-Tierhaltung wie Biogasanlagen oder regionale Kooperationen auch mit konventionellen Tierhaltern müssen gestärkt werden. Viertens ist eine stärkere Förderung praxisnaher Forschung erforderlich, um die Effizienz im Biolandbau zu steigern.
Ohne funktionierende Nährstoffkreisläufe verliert der Biolandbau seine Grundlage, betont der DBV. EU, Bund und Länder sind daher gefordert, bestehende gesetzliche Regelungen praxisgerecht anzupassen. Andernfalls droht dem Biolandbau ein struktureller Rückgang – mit negativen Folgen für die betroffenen Betriebe, aber auch für die Umweltleistungen des Biolandbaus und die regionale Wertschöpfung. Der DBV warnt: Der Zeitpunkt zum politischen Handeln ist jetzt – bevor es zu weiteren Strukturbrüchen in der Bio-Tierhaltung kommt und der Biolandbau insgesamt zurück in die Nische abdriftet! (Schluss)
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