Wo Vielfalt wächst - Biodiversität im Grünland
Interreg-Projekte als Motor für Innovation
Gerade in Zeiten zunehmender Wetterextreme, Schädlingsdrucks und globaler Unsicherheiten zeigt sich, wie wichtig robuste Produktionssysteme sind. Grünlandbewirtschaftung mit hoher Artenvielfalt wirkt stabilisierend - für Betriebe, für die regionale Wertschöpfung und für die Versorgungssicherheit.
Länderübergreifende Kooperationen wie "Biodiversität im Grünland" zeigen neue Wege, wie artenreiche Grünlandbestände langfristig erhalten werden können. Der Austausch mit Partnerregionen ermöglicht neue Lösungsansätze, wissenschaftliche Begleitung und praxisnahe Innovationen. Gerade bei Themen wie Biodiversität, Klimaanpassung und nachhaltiger Bewirtschaftung profitieren Betriebe von gemeinsam erarbeiteten Strategien. So entstehen Lösungen, die regional verankert sind und gleichzeitig europäische Perspektiven berücksichtigen. Das Land Oberösterreich unterstützt dieses Projekt mit rund 60.000 Euro.
"Unsere Landwirtschaft profitiert enorm von Interreg-Projekten. Der Blick über die Grenze stärkt Innovation, fördert Wissenstransfer und hilft unseren Betrieben, Herausforderungen wie Klimawandel oder Schädlingsdruck gemeinsam zu bewältigen. Das ist gelebte Zusammenarbeit für einen starken ländlichen Raum", so Oö. Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger.
Dem stimmt auch Florian Thurnbauer, aus dem Referat für Pflanzenbau im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Ernährung zu: "Es freut mich nicht nur, dass zum Grünland geforscht wird, sondern dass wir dies gemeinsam mit unseren österreichischen Nachbarn tun. Ich bin überzeugt, dass wir mit dem Interreg-Projekt 'Biodiversität im Grünland' einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass Grünland-Betriebe generell und insbesondere die Betriebe im Bayerischen Wald und im Mühlviertel zukunftsfähig aufgestellt sind."
Grünland - Zentraler Bestandteil der Kulturlandschaft
Rund ein Drittel der landwirtschaftlichen Fläche in Bayern und rund 43 % in Oberösterreich ist Grünland und damit ein zentraler Bestandteil der Kulturlandschaft. Die jahrhundertelange Nutzung durch Weide und Mahd hat artenreiche Grünlandbestände hervorgebracht, die meist auf Standorten entstanden sind, die sich für den klassischen Ackerbau nicht eignen. Ohne den Einfluss von Menschen und Wiederkäuern würden viele dieser Flächen durch natürliche Sukzession langfristig wieder zu Wald werden. Heute sind diese wertvollen Bestände jedoch zunehmend durch Strukturwandel, Klimaveränderungen und weitere Einflüsse bedroht.
"Grünland erfüllt wichtige Funktionen im Bereich Ernährungssicherung über den Wiederkäuer, beim Schutz der Umwelt im Bereich Boden und Gewässer und beim Erhalt der Biodiversität für Flora und Fauna. Deshalb ist dieses Interreg Projekt von Österreich und Bayern für Landwirtschaft und Gesellschaft so wichtig", so Anton Dippold, Geschäftsführer der Bayerischen Staatsgüter.
Engerling als Herausforderung für das Grünland
Eine aktuelle Herausforderung im Grünland ist der zunehmende Engerlingsbefall. Die Larven von Maikäfer und Junikäfer schädigen die Grasnarbe massiv, reduzieren Erträge und gefährden die Futterversorgung der Betriebe. Besonders in trockenen Jahren können betroffene Flächen großflächig ausfallen. Das Jahr 2025 hat in Teilen Oberösterreichs erneut deutlich gezeigt, dass die Problematik rund um den Maikäfer und die Engerlinge für das Grünland weiterhin nicht ausgestanden ist. In manchen Regionen kam es auf Wiesen und Weiden zu massiven Fraßschäden - mitunter auch wieder bis zum Totalverlust der Grasnarbe.
Artenreiche Bestände langfristig erhalten
Im Interreg-Projekt "Biodiversität im Grünland" werden gemeinsam mit Projektpartnern und landwirtschaftlichen Betrieben neue Wege aufgezeigt, um artenreiche Bestände langfristig zu erhalten. Dabei ist stets zu berücksichtigen, dass Grünland für Betriebe mit Wiederkäuern die Futtergrundlage und damit die wirtschaftliche Existenz bildet. Vielfältige, kleinstrukturierte Bewirtschaftungsformen fördern die Artenvielfalt, während großflächige, einheitliche Nutzung sie deutlich einschränken kann.
Grünland liegt häufig auf Grenzertragsstandorten, wodurch Bestände und Erträge sowohl innerhalb eines Schlages als auch zwischen verschiedenen Schlägen sehr heterogen sind. Die Erträge schwanken erheblich -nicht selten liegt der Faktor zwischen ertragsschwächster und ertragsstärkster Fläche bei mindestens 2,5. Eine systematische Erfassung der Grünlanderträge über mehrere Schnitte hinweg und auf Trockenmassebasis ist ohne technische Hilfsmittel nur schwer möglich.
Neue Entwicklungen als Chancen
Neue technische Entwicklungen bieten hier Chancen: Der selbstfahrende Feldhäcksler mit Ertragserfassungssystem ermöglicht eine präzise Erfassung der Trockenmasseerträge inklusive detaillierter Ertragskarten. Zusätzlich können Erträge mithilfe von Satellitendaten und Wachstumsprognosemodellen geschätzt werden. Diese Methoden wurden im Projekt in Zusammenarbeit mit der HBLFA Raumberg-Gumpenstein erprobt. Auch industrielle Lösungen erlauben mittlerweile schlagspezifische bis teilflächenspezifische Analysen.
Die gezielte Auswahl ertragsschwacher Flächen für biodiversitätsfördernde Maßnahmen stellt eine Optimierungsmöglichkeit dar. In Kombination mit weiteren Daten, etwa zur Bodenbeschaffenheit oder Narbendichte, können aus den Ertragsdaten passende Managementempfehlungen für die Bestandsoptimierung und das Nutzungsregime abgeleitet werden. "Das Ziel ist die Vereinbarkeit von ökologischer und ökonomischer Wirtschaftsweise. Die Bewirtschaftung sollen dadurch nicht beeinträchtigt, sondern optimiert werden", betont
Langer-Weninger.
Vielfalt sichern - Regionen stärken
Biodiversität im Grünland ist eine Grundlage für hochwertige Lebensmittel, stabile Einkommen in der Landwirtschaft und lebenswerte Regionen. Eine starke, resiliente Landwirtschaft sichert Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Lebensqualität in Oberösterreichs ländlichem Raum. Für Landesrätin Langer-Weninger steht fest: Heimat braucht Weitblick, Ursprung und Sicherheit - das beginnt auf unseren Wiesen. (Schluss)
Länderübergreifende Kooperationen wie "Biodiversität im Grünland" zeigen neue Wege, wie artenreiche Grünlandbestände langfristig erhalten werden können. Der Austausch mit Partnerregionen ermöglicht neue Lösungsansätze, wissenschaftliche Begleitung und praxisnahe Innovationen. Gerade bei Themen wie Biodiversität, Klimaanpassung und nachhaltiger Bewirtschaftung profitieren Betriebe von gemeinsam erarbeiteten Strategien. So entstehen Lösungen, die regional verankert sind und gleichzeitig europäische Perspektiven berücksichtigen. Das Land Oberösterreich unterstützt dieses Projekt mit rund 60.000 Euro.
"Unsere Landwirtschaft profitiert enorm von Interreg-Projekten. Der Blick über die Grenze stärkt Innovation, fördert Wissenstransfer und hilft unseren Betrieben, Herausforderungen wie Klimawandel oder Schädlingsdruck gemeinsam zu bewältigen. Das ist gelebte Zusammenarbeit für einen starken ländlichen Raum", so Oö. Agrarlandesrätin Michaela Langer-Weninger.
Dem stimmt auch Florian Thurnbauer, aus dem Referat für Pflanzenbau im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Ernährung zu: "Es freut mich nicht nur, dass zum Grünland geforscht wird, sondern dass wir dies gemeinsam mit unseren österreichischen Nachbarn tun. Ich bin überzeugt, dass wir mit dem Interreg-Projekt 'Biodiversität im Grünland' einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass Grünland-Betriebe generell und insbesondere die Betriebe im Bayerischen Wald und im Mühlviertel zukunftsfähig aufgestellt sind."
Grünland - Zentraler Bestandteil der Kulturlandschaft
Rund ein Drittel der landwirtschaftlichen Fläche in Bayern und rund 43 % in Oberösterreich ist Grünland und damit ein zentraler Bestandteil der Kulturlandschaft. Die jahrhundertelange Nutzung durch Weide und Mahd hat artenreiche Grünlandbestände hervorgebracht, die meist auf Standorten entstanden sind, die sich für den klassischen Ackerbau nicht eignen. Ohne den Einfluss von Menschen und Wiederkäuern würden viele dieser Flächen durch natürliche Sukzession langfristig wieder zu Wald werden. Heute sind diese wertvollen Bestände jedoch zunehmend durch Strukturwandel, Klimaveränderungen und weitere Einflüsse bedroht.
"Grünland erfüllt wichtige Funktionen im Bereich Ernährungssicherung über den Wiederkäuer, beim Schutz der Umwelt im Bereich Boden und Gewässer und beim Erhalt der Biodiversität für Flora und Fauna. Deshalb ist dieses Interreg Projekt von Österreich und Bayern für Landwirtschaft und Gesellschaft so wichtig", so Anton Dippold, Geschäftsführer der Bayerischen Staatsgüter.
Engerling als Herausforderung für das Grünland
Eine aktuelle Herausforderung im Grünland ist der zunehmende Engerlingsbefall. Die Larven von Maikäfer und Junikäfer schädigen die Grasnarbe massiv, reduzieren Erträge und gefährden die Futterversorgung der Betriebe. Besonders in trockenen Jahren können betroffene Flächen großflächig ausfallen. Das Jahr 2025 hat in Teilen Oberösterreichs erneut deutlich gezeigt, dass die Problematik rund um den Maikäfer und die Engerlinge für das Grünland weiterhin nicht ausgestanden ist. In manchen Regionen kam es auf Wiesen und Weiden zu massiven Fraßschäden - mitunter auch wieder bis zum Totalverlust der Grasnarbe.
Artenreiche Bestände langfristig erhalten
Im Interreg-Projekt "Biodiversität im Grünland" werden gemeinsam mit Projektpartnern und landwirtschaftlichen Betrieben neue Wege aufgezeigt, um artenreiche Bestände langfristig zu erhalten. Dabei ist stets zu berücksichtigen, dass Grünland für Betriebe mit Wiederkäuern die Futtergrundlage und damit die wirtschaftliche Existenz bildet. Vielfältige, kleinstrukturierte Bewirtschaftungsformen fördern die Artenvielfalt, während großflächige, einheitliche Nutzung sie deutlich einschränken kann.
Grünland liegt häufig auf Grenzertragsstandorten, wodurch Bestände und Erträge sowohl innerhalb eines Schlages als auch zwischen verschiedenen Schlägen sehr heterogen sind. Die Erträge schwanken erheblich -nicht selten liegt der Faktor zwischen ertragsschwächster und ertragsstärkster Fläche bei mindestens 2,5. Eine systematische Erfassung der Grünlanderträge über mehrere Schnitte hinweg und auf Trockenmassebasis ist ohne technische Hilfsmittel nur schwer möglich.
Neue Entwicklungen als Chancen
Neue technische Entwicklungen bieten hier Chancen: Der selbstfahrende Feldhäcksler mit Ertragserfassungssystem ermöglicht eine präzise Erfassung der Trockenmasseerträge inklusive detaillierter Ertragskarten. Zusätzlich können Erträge mithilfe von Satellitendaten und Wachstumsprognosemodellen geschätzt werden. Diese Methoden wurden im Projekt in Zusammenarbeit mit der HBLFA Raumberg-Gumpenstein erprobt. Auch industrielle Lösungen erlauben mittlerweile schlagspezifische bis teilflächenspezifische Analysen.
Die gezielte Auswahl ertragsschwacher Flächen für biodiversitätsfördernde Maßnahmen stellt eine Optimierungsmöglichkeit dar. In Kombination mit weiteren Daten, etwa zur Bodenbeschaffenheit oder Narbendichte, können aus den Ertragsdaten passende Managementempfehlungen für die Bestandsoptimierung und das Nutzungsregime abgeleitet werden. "Das Ziel ist die Vereinbarkeit von ökologischer und ökonomischer Wirtschaftsweise. Die Bewirtschaftung sollen dadurch nicht beeinträchtigt, sondern optimiert werden", betont
Langer-Weninger.
Vielfalt sichern - Regionen stärken
Biodiversität im Grünland ist eine Grundlage für hochwertige Lebensmittel, stabile Einkommen in der Landwirtschaft und lebenswerte Regionen. Eine starke, resiliente Landwirtschaft sichert Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Lebensqualität in Oberösterreichs ländlichem Raum. Für Landesrätin Langer-Weninger steht fest: Heimat braucht Weitblick, Ursprung und Sicherheit - das beginnt auf unseren Wiesen. (Schluss)
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