Trockenheit setzt Österreichs Wäldern weiter zu
Anhaltende Hitze und geringe Niederschläge führen vor allem in Ostösterreich zu kritischer Bodenfeuchte und zunehmendem Trockenstress für die Wälder.
Die anhaltende Kombination aus geringen Niederschlägen und mehreren Hitzewellen hinterlässt deutliche Spuren. Insbesondere in Ostösterreich ist die Bodenfeuchte auf ein kritisches Niveau gesunken. Messungen des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) zeigen an vielen Monitoringstandorten eine besorgniserregende Entwicklung.
„Auf der Waldmonitoringfläche in Unterpullendorf im Burgenland ist die Lage besonders ernst. Während der außergewöhnlich heißen Witterungsperiode im Juli fielen dort nur 18 Millimeter Niederschlag. Die ohnehin trockenen Böden trockneten weiter aus“, erklärt Ernst Leitgeb, Leiter des Instituts für Waldökologie und Boden am BFW. In 15 Zentimetern Tiefe erreichten die Böden den permanenten Welkepunkt, ab dem Pflanzenwurzeln kein Wasser mehr entziehen können.
Die Eichen vor Ort profitieren noch von ihrem tiefreichenden Wurzelsystem, die Wasserreserven aus tieferen Bodenschichten holen, die für viele andere Baumarten nicht erreichbar sind. Dennoch verzeichneten wir auch dort die niedrigsten Bodenfeuchtewerte der 16-jährigen Messreihe.
Stark reduzierte Transpiration der Bäume
Auch in Klausen-Leopoldsdorf nahe Wien zeigt sich ein ähnliches Bild, wenn auch weniger kritisch. Die dortigen Buchen haben keine tiefen Wurzeln und greifen nur eingeschränkt auf tiefere Wasserreserven zu. Die Bäume reagieren deutlich auf die Trockenheit: Messungen belegen eine stark reduzierte Transpiration. Damit versuchen die Bäume, ihren Wasserverlust zu minimieren und die Folgen des anhaltenden Trockenstresses abzufedern.
Während lokale Gewitter die Lage an einzelnen Standorten des BFW-Monitoringnetzes vorübergehend entspannen konnten, sind die Folgen der Trockenheit andernorts bereits deutlich sichtbar. So profitierte etwa die Monitoringfläche in Mürzzuschlag von mehreren Gewitterereignissen, die den Trockenstress deutlich reduzierten. In Fürstenfeld hingegen bietet sich bereits Anfang August ein herbstlich anmutendes Bild: Viele Laubbäume warfen aufgrund des anhaltenden Wassermangels einen Teil ihres Laubes ab. Dieser frühe Blattverlust verdeutlicht die hohe Belastung der Wälder.
„Insgesamt zeigen die aktuellen Messdaten, dass derzeit keine BFW-Monitoringfläche normale Bodenfeuchteverhältnisse aufweist. Auf manchen Messstellen sind noch nie dagewesen, so niedrige Bodenfeuchtemesswerte zu beobachten. Angesichts der anhaltenden Hitze bleibt die weitere Entwicklung unsicher. Entscheidend wird sein, wann wieder ausreichend Niederschlag fällt“, sagt Ernst Leitgeb.
Ohne ergiebige Regenereignisse, insbesondere in Ostösterreich, dürfte sich die Situation weiter verschärfen. Erst nachhaltige und flächendeckende Niederschläge können zu einer Entspannung der derzeit kritischen Bodenfeuchteverhältnisse beitragen.
www.waldoekodaten.at (Schluss)
„Auf der Waldmonitoringfläche in Unterpullendorf im Burgenland ist die Lage besonders ernst. Während der außergewöhnlich heißen Witterungsperiode im Juli fielen dort nur 18 Millimeter Niederschlag. Die ohnehin trockenen Böden trockneten weiter aus“, erklärt Ernst Leitgeb, Leiter des Instituts für Waldökologie und Boden am BFW. In 15 Zentimetern Tiefe erreichten die Böden den permanenten Welkepunkt, ab dem Pflanzenwurzeln kein Wasser mehr entziehen können.
Die Eichen vor Ort profitieren noch von ihrem tiefreichenden Wurzelsystem, die Wasserreserven aus tieferen Bodenschichten holen, die für viele andere Baumarten nicht erreichbar sind. Dennoch verzeichneten wir auch dort die niedrigsten Bodenfeuchtewerte der 16-jährigen Messreihe.
Stark reduzierte Transpiration der Bäume
Auch in Klausen-Leopoldsdorf nahe Wien zeigt sich ein ähnliches Bild, wenn auch weniger kritisch. Die dortigen Buchen haben keine tiefen Wurzeln und greifen nur eingeschränkt auf tiefere Wasserreserven zu. Die Bäume reagieren deutlich auf die Trockenheit: Messungen belegen eine stark reduzierte Transpiration. Damit versuchen die Bäume, ihren Wasserverlust zu minimieren und die Folgen des anhaltenden Trockenstresses abzufedern.
Während lokale Gewitter die Lage an einzelnen Standorten des BFW-Monitoringnetzes vorübergehend entspannen konnten, sind die Folgen der Trockenheit andernorts bereits deutlich sichtbar. So profitierte etwa die Monitoringfläche in Mürzzuschlag von mehreren Gewitterereignissen, die den Trockenstress deutlich reduzierten. In Fürstenfeld hingegen bietet sich bereits Anfang August ein herbstlich anmutendes Bild: Viele Laubbäume warfen aufgrund des anhaltenden Wassermangels einen Teil ihres Laubes ab. Dieser frühe Blattverlust verdeutlicht die hohe Belastung der Wälder.
„Insgesamt zeigen die aktuellen Messdaten, dass derzeit keine BFW-Monitoringfläche normale Bodenfeuchteverhältnisse aufweist. Auf manchen Messstellen sind noch nie dagewesen, so niedrige Bodenfeuchtemesswerte zu beobachten. Angesichts der anhaltenden Hitze bleibt die weitere Entwicklung unsicher. Entscheidend wird sein, wann wieder ausreichend Niederschlag fällt“, sagt Ernst Leitgeb.
Ohne ergiebige Regenereignisse, insbesondere in Ostösterreich, dürfte sich die Situation weiter verschärfen. Erst nachhaltige und flächendeckende Niederschläge können zu einer Entspannung der derzeit kritischen Bodenfeuchteverhältnisse beitragen.
www.waldoekodaten.at (Schluss)
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