Trockenheit setzt Getreideernte stark zu
Rund 20% geringere Erntemenge
„Hitze und anhaltende Trockenphasen haben die Getreideernte 2026 stark geprägt. Mit rund 2,5 Millionen Tonnen liegt die Getreideproduktion ohne Mais um 19,0 % unter dem guten Vorjahreswert und um 14,4 % unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Witterung hat damit deutliche Spuren bei den Erträgen hinterlassen“, informiert Günter Griesmayr, Vorstandsvorsitzender der Agrarmarkt Austria.
Die prognostizierte Gesamtproduktion (inkl. Körnermais) wird heuer mit 4,5 Mio. t das Vorjahresergebnis deutlich unterschreiten (-18,4 %) und ist als unterdurchschnittliche Ernte einzuordnen (-12,2 % gegenüber dem langjährigen Mittel). Die niedrigere Ertragsprognose für Körnermais kann durch die ausgedehnte Körnermaisfläche (+1,9 %) nur geringfügig ausgeglichen werden.
Getreidefläche erneut auf historischem Tief – Maisfläche auf Langzeithoch
Die diesjährige Getreidefläche (ohne Mais) schrumpft auf nur mehr 501.692 ha und erreicht damit einen historischen Tiefstand. Hauptursache für den Rückgang ist die deutlich kleinere Anbaufläche der wichtigsten Getreideart Weichweizen. Gegenüber dem Vorjahr wurde die Weichweizenfläche um 4.948 ha reduziert. Mit einer Anbaufläche von 236.822 ha bleibt Weichweizen trotz dieses Rückgangs auch 2026 die Hauptkultur auf Österreichs Äckern.
Das zweitwichtigste Mahlgetreide, Roggen, stieg heuer um 2.737 ha. Dieser Zuwachs erfolgte größtenteils im Bio-Anbau (+2.056 ha). Unter den Getreidearten verzeichnet die Wintergerste den größten Zuwachs zum Vorjahr (+4.471 ha).
Körnermais (inkl. Corn-Cob-Mix) weist im Jahr 2026 mit einem Flächenplus von 3.985 ha den zweitgrößten Zuwachs unter den Getreidearten auf. Damit setzt sich die bereits im Vorjahr erfolgte deutlich stärkere Flächenausdehnung (+12.999 ha) fort. Die Anbaufläche von Dinkel wurde heuer mit einem Plus von 2.450 ha ausgeweitet. Der diesjährige Flächenzuwachs entfällt überwiegend auf den konventionellen Anbau (+2.101 ha), während die Ausdehnung im Jahr 2025 vor allem auf Bio-Dinkel zurückzuführen war.
Hartweizen, der überwiegend für die Teigwarenproduktion verwendet wird, verliert das zweite Jahr in Folge Anbaufläche (-1.788 ha).
Die Fläche von Hafer muss heuer einen Flächenverlust (-1.802 ha) hinnehmen, nachdem sie im Vorjahr noch deutlich ausgeweitet worden war.
Sonnenblumenfläche erneut kräftig ausgeweitet
Der Hauptgewinner der diesjährigen Flächenverschiebungen ist nicht eine Getreideart, sondern die Ölsaat Sonnenblume. Ihre Anbaufläche wurde heuer um 5.545 ha ausgeweitet, nachdem sie bereits im Vorjahr kräftig zugenommen hatte. Die Flächenausweitungen sind in beiden Jahren auf die gestiegenen internationalen Preise für Ölsonnenblumen zurückzuführen.
Die Rapsfläche unterbricht heuer ihren langjährigen Abwärtstrend und liegt aufgrund gestiegener Preise mit einem Plus von 715 ha erstmals wieder leicht über dem historischen Tiefstand des Vorjahres.
In den letzten 13 Jahren ist die Rapsfläche unter anderem aufgrund von Schädlingsproblemen und den Auswirkungen des Klimawandels um rund zwei Drittel zurückgegangen. Die Sojabohne wurde heuer um 2.242 ha weniger ausgesät und liegt mit 83.380 ha weiterhin unter dem Flächenrekord von 92.962 ha aus dem Jahr 2022.
Zuckerrübenfläche bricht erneut ein
Die Zuckerrübenfläche verzeichnet heuer nach dem massiven Flächeneinbruch im Vorjahr (-18.413 ha) mit einem Minus von 4.119 ha erneut einen starken Rückgang und sinkt auf ein historisch niedriges Niveau von 20.900 ha. Hauptverantwortlich dafür sind gesunkene Zuckerpreise sowie Schädlingsprobleme. Laut EU-Preismonitoring liegen die Zuckerpreise mit 506 EUR/t um 9,0 % unter dem Vorjahresniveau.
Die Anbaufläche für Öl- und Speisekürbis wurde heuer um 3.355 ha ausgeweitet und liegt mit nunmehr 39.499 ha nur knapp unter dem bisherigen Rekordwert des Jahres 2021 (39.775 ha).
Alle Nutzungsarten von Kartoffeln verzeichnen im konventionellen Anbau gegenüber 2025 deutliche Flächenrückgänge (Frühkartoffeln: -173 ha, Speisekartoffeln: -1.170 ha, Speiseindustriekartoffeln: -242 ha, Stärkeindustriekartoffeln: -696 ha). Als Hauptursachen gelten die europaweit gute Versorgung des Kartoffelmarktes und der daraus resultierende Preisdruck.
Bio-Ackerflächenanteil stabil hoch
Die Bio-Ackerfläche legt heuer gegenüber dem Vorjahr nur sehr verhalten um 0,1 % bzw. 283 ha zu und bleibt damit deutlich hinter der Zunahme des Vorjahres von 1.893 ha sowie deutlich unter der starken Ausdehnung im Jahr 2023 (+7.365 ha) zurück. Die Bio-Ackerfläche erreicht 2026 mit 281.417 ha dennoch ein neues Rekordniveau. Damit wird mehr als ein Fünftel der gesamten Ackerfläche in Österreich biologisch bewirtschaftet.
Weichweizen bleibt auch 2026 die Hauptkultur auf den Bio-Flächen mit einer Anbaufläche von 41.100 ha, was einem Rückgang von 1.637 ha entspricht. Die zweitwichtigste Bio-Druschfrucht ist die Bio-Sojabohne mit einer Anbaufläche von 30.523 ha (-338 ha). Aufgrund ihrer Fähigkeit zur symbiotischen Stickstofffixierung kommt ihr im Biolandbau eine besondere Bedeutung zu.
Bio-Roggen verzeichnet heuer mit einem Plus von 2.056 ha gegenüber dem Vorjahr den größten Flächenzuwachs aller Bio-Ackerkulturen und umfasst ein Anbau-ausmaß von 11.802 ha. Ausschlaggebend dafür war unter anderem der um 20 % gestiegene Bio-Mahlroggenerzeugerpreis. Auch Bio-Wintergerste (+1.274 ha) und Bio-Sonnenblumen (+772 ha) wurden flächenmäßig ausgeweitet.
Trockenheit und Hitze setzen den Erträgen zu
In Österreich fielen von 1. Jänner bis 30. Juni 2026 laut „GeoSphere Austria“ um 27 % weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Zudem war es in einzelnen Landesteilen noch nie so trocken wie heuer. Die fehlenden Wassermengen in Kombination mit höheren Temperaturen führten zu deutlich unterdurchschnittlichen Erträgen der bedeutenden Getreidearten in Österreich.
Die Entwicklung der Getreidekulturen begann mit einem trockenen Herbst, der zwar den geplanten Anbau ermöglichte, jedoch zu einer geringeren Bestockung (Seitentriebbildung) führte. Der teilweise sehr kalte Winter verursachte keine nennenswerten Auswinterungsschäden bei Wintergetreide. Ab dem Vegetationsbeginn im März fehlten die dringend benötigten Niederschläge, weshalb die Bestände heuer eine deutlich geringere Anzahl an Ähren pro Quadratmeter – die entscheidende Grundlage für den Ertrag – ausbildeten.
Die trockenen Monate April und Mai führten während der Schossphase zu einer reduzierten Anzahl an Körnern pro Ähre. In der Kornfüllungsphase im Juni traten zwar einige Hitzetage auf, die mäßigen Niederschlagsmengen verhinderten jedoch einen noch stärkeren Rückgang der Hektarerträge. Die Getreidebestände hatten bereits zuvor durch eine Reduktion der Ertragsanlagen (Ähren pro Quadratmeter und Körner pro Ähre) auf die Trockenheit reagiert.
Für die Wintergerste hatte die Hitzewelle im Juni geringere ertragsmindernde Auswirkungen, da die Kornfüllung zu diesem Zeitpunkt bereits weit fortgeschritten war. Weizen hingegen wurde aufgrund seiner langsameren Entwicklung in der Kornfüllungsphase noch von der Hitzewelle getroffen.
Auch wenn die Hektarerträge heuer deutlich unter dem guten Vorjahresergebnis und dem Mittel der vergangenen Jahre liegen, weisen die geernteten Qualitäten in weiten Teilen ein hohes Niveau auf. Die diesjährige breite Streuung der Erträge ist auch auf unterschiedliche Bodenbonitäten zurückzuführen. Auf guten Böden war der trockenheitsbedingte Ertragsrückgang aufgrund der besseren Wasserspeicherfähigkeit geringer als auf Böden mit niedrigen Bodenbonitäten.
Der Ertragsunterschied zwischen Bio-Getreide und konventionellem Getreide fällt heuer geringer aus. Die trockene Witterung ermöglichte in der Bio-Bewirtschaftung ausreichend lange Zeitfenster für die mechanische Unkrautregulierung. Zudem traten heuer weniger Pflanzenkrankheiten in den Getreidebeständen auf. Dadurch konnte sowohl in der konventionellen als auch in der biologischen Landwirtschaft eine hervorragende Backqualität des heimischen Brotgetreides sichergestellt werden.
Versorgung mit Brot, Backwaren und Mehl trotz Ernterückgang gesichert
Im Jahr 2026 werden voraussichtlich 1,2 Mio. t Weichweizen geerntet – das entspricht einem Minus von 22,4 % gegenüber 2025. Trotz dieses Rückgangs kann die Versorgung der heimischen Mühlen mit der erforderlichen Vermahlungsmenge von rund 650.000 t Weichweizen weiterhin komfortabel sichergestellt werden.
Die Roggenernte beläuft sich heuer auf 132.000 t. Damit liegt sie um 7,0 % unter 2025 und um 13,5 % unter dem Durchschnitt der Vorjahre. Dennoch kann der Inlandsbedarf für die Vermahlung von etwa 90.000 t ebenfalls vollständig gedeckt werden.
Die Hartweizenernte von 108.000 t liegt um mehr als ein Viertel unter dem Vorjahr (-26,0 %), ermöglicht aber dennoch eine sichere Versorgung mit der aktuell bei rund 93.000 t liegenden Vermahlungsmenge. Mit rund 1,5 Mio. t übertrifft die heurige Mahlgetreideernte voraussichtlich den Bedarf der österreichischen Mehl- und Backwarenwirtschaft deutlich. Dieser liegt bei einer gesamten Vermahlungsmenge von rund 800.000 bis 880.000 t.
„Auch unter den schwierigen Bedingungen dieses Erntejahres haben unsere Bäuerinnen und Bauern eine verlässliche Versorgung mit heimischem Getreide sichergestellt. Trotz der witterungsbedingten Ertragseinbußen stehen ausreichend Mengen für die Herstellung von Brot, Mehl und Backwaren zur Verfügung. Besonders erfreulich ist die hohe Qualität des geernteten Brotgetreides“, informiert Griesmayr.
Rückgang der Weizenexporte – Italien bleibt wichtigster Absatzmarkt
Österreich exportierte in den vergangenen 12 Monaten rund 1,1 Mio. t Getreide, hauptsächlich in das südliche Nachbarland Italien. Mit einem Anteil von 76 % bleibt Italien der wichtigste Abnehmer österreichischen Getreides.
Die Weizenexporte gingen in den vergangenen 12 Monaten um 26,2 % gegenüber dem 5-Jahresdurchschnitt und um 28,3 % gegenüber dem Vorjahreswert zurück. Hohe Treibstoffkosten, fehlende Logistikkapazitäten sowie die Konkurrenz aus Übersee an den italienischen Häfen führten zu dieser Entwicklung.
Dennoch ist die hohe Qualität des österreichischen Weizens europaweit anerkannt und wird von den Getreideverarbeitern besonders geschätzt.
Rückgang der Getreidevermahlung in Österreich
Im Getreidewirtschaftsjahr 2025/2026 (1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026) wurde die Ver-arbeitung von Getreide in Österreich geringfügig reduziert (-1,4 %).
In den heimischen Mühlen wurden insgesamt 3,3 % weniger Getreide vermahlen als im vorangegangenen Getreidewirtschaftsjahr.
Besonders deutlich fiel der Rückgang bei der Hartweizengrießerzeugung für Teigwaren mit einem Minus von 7,0 % aus. Der Rückgang der Hartweizengrießerzeugung ist auch mit reduzierten Exporten von Hartweizengrieß zu begründen (-2,4 %).
Weichweizen (Weißmehl) bleibt mit einem Anteil von 74,4 % an der Gesamtvermah-lung die wichtigste Getreideart in der Mühlenwirtschaft und wurde gegenüber dem vorangegangenen Getreidewirtschaftsjahr um 2,3 % reduziert. Der Rückgang der Weichweizenvermahlung ist auf die geringeren Exporte von Weichweizenmehl zurückzuführen.
Die Roggenvermahlung liegt weiterhin hinter der Vermahlungsmenge von Hartweizen und ging im Vergleich zum Vorjahr um 4,8 % zurück. Dies setzt einen langjährigen Trend fort, der auf den sinkenden Konsum von Schwarzbrot zurückzuführen ist.
Der heimische Getreidemarkt ist durch eine überdurchschnittlich große industrielle Verarbeitungsstruktur mit einem Gesamtvolumen von 2,19 Mio. t geprägt. Dazu zählen unter anderem die Produktionsbereiche Stärke, Zitronensäure, Bioethanol und Malz.
„Österreich zählt weltweit zu den führenden Herstellern von Zitronensäure auf Maisbasis. Trotz dieser starken Position ist die industrielle Maisverarbeitung für Stärke, Zitronensäure und Bioethanol aktuell leicht rückläufig (-1,1 %). Besonders deutlich ist der Rückgang bei der heimischen Vermälzung von Gerste für die Bierherstellung, die gegenüber dem Vorjahr um ein Viertel zurückgegangen ist“, informiert Lorenz Mayr, Vorsitzender des Verwaltungsrats der AMA.
Starker Zuwachs bei der Bio-Getreideverarbeitung
Die Verarbeitung von Bio-Getreide im Inland wurde im Vergleich zum Vorjahr um 14,6 % kräftig gesteigert und umfasst im Getreidewirtschaftsjahr 2025/2026 rund 326.000 t. Die Vermahlung von Bio-Getreide liegt heuer 1,8 % über dem Vorjahres-niveau. Ausschlaggebend dafür sind vor allem höhere Verarbeitungsmengen bei Bio-Weichweizen (+6,6 %).
Auch die Mischfutterwerke steigerten ihren Einsatz von Bio-Getreide um 12,3 %.
Besonders stark wuchs die industrielle Verarbeitung von Bio-Getreide, die ein Plus von 32,7 % verzeichnete. Ausschlaggebend war vor allem die gestiegene Verarbeitung von Bio-Weizen (+52,0 %) zu Stärke und Gluten. Gluten wird insbesondere für die Herstellung pflanzlicher Fleischersatzprodukte eingesetzt, während Bio-Stärke als Binde- und Verdickungsmittel beispielsweise in Saucen, Suppen oder Puddings zum Einsatz kommt.
Überblick - Ernteergebnisse der Hauptkulturen 2026
Weichweizen
Die Weichweizenernte beträgt rund 1,24 Mio. t – ein Rückgang um 22,4 % gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig liegt sie um 18,4 % unter dem langjährigen Durchschnitt. Ausschlaggebend dafür sind eine rückläufige Anbaufläche (-2,0 %) sowie ein deutlich gesunkener Hektarertrag von 4,9 t/ha (-22,2 %).
Im Vergleich zu anderen EU-Staaten weist Österreich grundsätzlich einen besonders hohen Anteil an Premium- und Qualitätsweizen auf. Dies ist auf die gezielte Sortenwahl, das pannonische Klima mit trockenen Bedingungen in den wichtigsten Anbaugebieten Ostösterreichs sowie eine bedarfsgerechte Qualitätsdüngung zurückzuführen.
„Die österreichische Weizenernte 2026 überzeugt mit einem außergewöhnlich hohen Anteil an Qualitäts- und Premiumweizen. Mit rund 70 % liegt dieser Anteil deutlich über dem Niveau der Vorjahre. Diese hervorragende Qualität schafft beste Voraussetzungen für die heimische Lebensmittelproduktion und stärkt zugleich Österreichs Position als verlässlicher Partner am europäischen Exportmarkt“, betont Mayr.
Hartweizen
Mit 108.000 t fällt die Hartweizenernte deutlich unterdurchschnittlich aus und liegt um 13,0 % unter dem langjährigen Mittel. Die Anbaufläche wurde um 7,2 % reduziert, während die Hektarerträge um 19,0 % zurückgingen.
Roggen
Die Roggenernte fällt gegenüber 2025 um 7,1 % auf 132.000 t zurück und liegt da-mit um 13,5 % unter dem langjährigen Durchschnitt.
Gerste
Bei der Gerstenproduktion wird mit 708.000 t gerechnet, was einem Rückgang von 12,4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
• Wintergerste erzielt mit 6,2 t/ha einen Rückgang des Hektarertrags um 12,7 %.
• Sommergerste liegt mit 4,2 t/ha um 19,2 % unter dem Vorjahr.
Trotz der widrigen Witterungsbedingungen konnte 2026 eine herausragende Braugerstenqualität erzielt werden. Die Versorgung der Brau- und Malzindustrie ist damit auch weiterhin gesichert.
Raps
Die Rapsernte beläuft sich auf 60.000 t und liegt damit um 7,7 % unter dem Vorjahr. Ursache dafür ist ein Rückgang des Ertrags um 12,1 %, während die Anbaufläche um 3,6 % ausgedehnt wurde.
Trockenstress setzt Herbsternte unter Druck
Für die Herbsternte-Kulturen – Mais, Sojabohnen, Sonnenblumen und Zuckerrüben – begann das Jahr 2026 mit einer raschen Jugendentwicklung aufgrund eines warmen Frühjahrs. Die fehlenden Niederschlagsmengen wurden spätestens im Juli in Form von Trockenstress deutlich sichtbar.
Die Maisbestände befanden sich Mitte bis Ende Juli in der Blüte – der kritischen Phase für die Ertragsbildung bei Mais. Zu diesem Zeitpunkt herrschte einerseits massiver Trockenstress, andererseits fehlte es in Teilen des Anbaugebiets an ausreichender Luftfeuchtigkeit für eine erfolgreiche Befruchtung. Daher ist derzeit mit deutlich unter dem Vorjahr liegenden Maiserträgen zu rechnen. Wie stark die Einbußen tatsächlich ausfallen, hängt jedoch wesentlich vom weiteren Witterungsverlauf bis zur Ernte ab.
Volatilität der Getreidepreise erschwert Vermarktung
Die Preisentwicklung am österreichischen Getreidemarkt orientiert sich stark an den Notierungen der Pariser Börse. Die starken Preisausschläge bei Weizen der letzten Jahre – etwa
• 311 EUR/t am 25.11.2021,
• 438 EUR/t am 16.05.2022,
• 259,25 EUR/t am 22.05.2024
verdeutlichen die hohe Volatilität des Marktes.
Zusätzlich sorgen aktuelle Krisenherde (in der Schwarzmeerregion sowie am Persischen Golf) für Verunsicherung an den Weltmärkten und führen zu Kursschwankungen. Auch die zunehmende Trockenheit in Europa sowie die bereits länger bekannten Trockenheitsschäden in den US-Getreidebeständen werden als Gründe für steigende Preise genannt. Demgegenüber stehen hohe Überlagerbestände aus der alten Ernte 2025, die als preisdämpfender Faktor auf den Getreidemarkt wirken.
Durch den fallenden US-Dollarkurs wurde die Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Exporteure gestärkt. Im Gegenzug geraten die Exportchancen der EU – insbesondere beim Weizen – zunehmend unter Druck.
Diese globalen Entwicklungen schlagen sich derzeit auch am heimischen Kassamarkt nieder:
• Qualitätsweizen notiert an der Wiener Produktenbörse aktuell bei 215 EUR/t (Stand: 22.07.2026) und liegt damit unter dem Vorjahreswert von 227 EUR/t (23.07.2025).
• Mahlweizen wird derzeit mit 210 EUR/t (22.07.2026) gehandelt und liegt damit stabil zum Vorjahreswert von 210 EUR/t (30.07.2025).
• Futtergerste notierte zuletzt am 08.07.2026 mit 160 EUR/t unter dem Vorjahreswert von 166 EUR/t (09.07.2025).
Düngemittelpreise trotz Rückgang weiterhin deutlich erhöht
Die aktuellen geopolitischen Spannungen, insbesondere der Irankonflikt, wirken sich auch auf die Düngemittelpreise aus.
Zwar sind die Düngemittelpreise seit den außergewöhnlichen Preisspitzen der Jahre 2021 und 2022 wieder gesunken, sie liegen jedoch weiterhin deutlich über dem Niveau der Jahre davor.
Aktuell liegt der Preis für Kalkammonsalpeter um 119 % höher als zu Jahresbeginn 2021 - also vor den massiven Preissprüngen infolge geopolitischer Krisen und Energiepreisschocks. Seit Jahresbeginn ist der Preis für Kalkammonsalpeter um 7 % gestiegen.
Getreidemarkt EU-27
Geringere EU-Getreideernte erwartet
Die Getreideernte der EU-27 wird voraussichtlich auf 262,8 Mio. t geschätzt und liegt damit um 9,4 % unter dem überdurchschnittlichen Ergebnis des Vorjahres. Maßgeblich für diesen Produktionsrückgang sind geringere Ernten bei Weizen, Gerste und Mais.
Trotz der geringeren Erntemenge rechnet die Europäische Kommission im Vermarktungsjahr 2026/2027 mit einem Anstieg der Getreideexporte um 1,2 % auf 44,4 Mio. t.
Möglich wird dies vor allem durch einen deutlichen Abbau der Lagerbestände um 21,8 %, während die Importe um 19,6 % zunehmen.
Die Lagerbestände werden am Ende des Vermarktungsjahres 2026/2027 auf 35,4 Mio. t geschätzt. Damit liegen sie zwar unter dem Vorjahresniveau, bleiben aber über dem Stand von vor zwei Jahren.
EU-Weizenernte schrumpft
Die Europäische Kommission rechnet mit einer Weichweizenernte von 124,4 Mio. t. Damit fällt die Ernte 8,2 % niedriger aus als das überdurchschnittliche Ergebnis des Vorjahres. Verantwortlich für diesen Rückgang sind vor allem eine reduzierte An-baufläche (-0,8 %) sowie niedrigere Hektarerträge (-7,4 %).
Die Hektarerträge gehen gegenüber dem Vorjahr in nahezu allen EU-Ländern zurück. Ausnahmen bilden Italien, Bulgarien und Griechenland, wo höhere Erträge erwartet werden.
EU-Maisernte unter dem bereits schwachen Vorjahresniveau
Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Anbaufläche für Mais in der EU um 11,8 % reduziert. Nach aktuellen Prognosen wird erneut mit niedrigeren Erträgen gerechnet, sodass die erwartete Erntemenge mit 51,9 Mio. t deutlich unter dem Vorjahresniveau liegt (-13,8 %). Auch für Gerste wird ein signifikanter Produktionsrückgang erwartet. Die Ernte wird aufgrund geringerer Hektarerträge (-10,8 %) um 8,2 % geringer ausfallen als im Vorjahr. Die Roggenerntemenge liegt mit 6,7 Mio. t ebenfalls unter dem Niveau des Vorjahres (-7,7 %), was ebenfalls auf niedrigere Hektarerträge zurückzuführen ist.
Der Importbedarf wird durch die Ernterückgänge höher erwartet. Es wird mit unveränderten Weizen- und Gerstenimporten (Weizen: 4,5 Mio. t, Gerste: 0,6 Mio. t) gerechnet. Dagegen dürften die Maisimporte von 18,3 Mio. t auf 24,0 Mio. t steigen, was einem Zuwachs von 31,1 % entspricht.
EU-Ölsaatenernte steigt dank höherer Sonnenblumenproduktion
Unter den Ölsaaten ist insbesondere eine deutlich höhere Sonnenblumenernte in der EU hervorzuheben. Die prognostizierte Menge von 9,5 Mio. t liegt um 9,2 % über dem Niveau von 2025.
Anders stellt sich die Situation bei Sojabohnen dar: Hier wird ein Produktionsrückgang von 7,8 % gegenüber dem Vorjahr erwartet.
Die Rapsernte in der EU wird im laufenden Wirtschaftsjahr auf rund 19,8 Mio. t geschätzt und liegt damit um 2,0 % unter dem Vorjahresniveau.
Ausschlaggebend dafür sind gesunkene Hektarerträge (-6,0 %), die durch die Flächenausdehnung (+5,0 %) nicht ausgeglichen werden konnten. Infolge der niedri-geren Erntemenge steigt der Importbedarf auf etwa 5,7 Mio. t. Gleichzeitig wird ein stabiler EU-Verbrauch von 25,1 Mio. t prognostiziert.
Insgesamt wird die EU-Ölsaatenernte auf rund 31,9 Mio. t geschätzt. Das entspricht einem Anstieg von 0,6 % gegenüber dem Vorjahr und ist vor allem auf die deutlich höhere Sonnenblumenproduktion zurückzuführen.
Rückgang bei ukrainischen Getreideimporten
Im abgeschlossenen Getreidewirtschaftsjahr gingen die Importe aus der Ukraine bei Mais (-25 %) und bei Weizen (-78 %) zurück.
Innerhalb der EU hat sich zuletzt vor allem Spanien als wichtigster Abnehmer ukrainischer Getreidelieferungen etabliert. Dies gilt insbesondere für Weizenimporte, bei denen Spanien eine zentrale Rolle als Absatzmarkt für ukrainisches Getreide innerhalb der EU einnimmt.
Hitzewelle und Trockenheit belasten Getreideerträge
Die erwarteten Produktionsrückgänge im Vergleich zum Vorjahr sind vor allem auf ungünstige Witterungsbedingungen zurückzuführen.
Das trockene Frühjahr und die seit Mai wiederholt auftretenden Hitzewellen haben in Teilen West-, Zentral- und Osteuropas zu niedrigeren Ertragserwartungen geführt. Zusätzlich nehmen die Sorgen um die Kulturen der Herbsternte aufgrund der zunehmend reduzierten Bodenfeuchtigkeit zu.
Die wichtigsten Getreideproduzenten der EU – Frankreich, Deutschland, Polen und Rumänien – verzeichnen im Vergleich zum ertragsstarken Vorjahr Ernterückgänge. Italien, ein für Österreich besonders relevanter Exportmarkt, erwartet laut jüngsten Prognosen ebenfalls eine geringere Gesamtgetreideernte als 2025 (-6,8%). Auch Ungarn wird gegenüber dem Vorjahr einen Produktionsrückgang um 17,1 % ver-zeichnen.
Weltweiter Getreidemarkt
Weltweite Erntemenge unter Vorjahresrekord
Mit einer prognostizierten Erntemenge von 2,4 Mrd. t (-2,7 %) wird heuer weltweit weniger Getreide geerntet als im Rekordjahr 2025. Hauptverantwortlich dafür sind eine geringere Weizenernte sowie eine niedrigere Maisernteprognose. Trotz des Rückgangs bleibt die weltweite Versorgung aufgrund hoher Lagerbestände gesichert. Die Gesamtgetreideernte zählt dennoch zu den größten der vergangenen Jahre“, erklärt AMA-Abteilungsleiter Michael Meixner.
Die globale Weizen- und Maisernte 2026/2027 bleibt zwar unter dem Rekordniveau des Vorjahres, dennoch ist die Versorgungslage weiterhin stabil. Vor allem bei Weizen sorgen hohe Lagerbestände aus dem vorangegangenen Getreidewirtschaftsjahr für eine ausreichende Versorgung. Die erwarteten Ertragsrückgänge sind vor allem auf witterungsbedingte Einbußen zurückzuführen. Trotz der erwarteten geringeren Erntemengen wird für 2026/2027 mit einem weiteren Anstieg des weltweiten Getreideverbrauchs gerechnet. Zuwächse werden insbesondere beim Verbrauch für die menschliche Ernährung (+0,9 %) sowie für die industrielle Nutzung erwartet (+1,2 %), während der Futterverbrauch leicht zurückgehen dürfte (-0,4 %).
Weizenproduktion deutlich reduziert
Die weltweite Weizenernte wird mit voraussichtlich 819,9 Mio. t deutlich unter dem Höchststand im Vorjahr von 843,8 Mio. t liegen (-2,8 %). Verantwortlich dafür sind massive Rückgänge der Erntemengen in der EU, den USA, aber auch in Australien und Kanada. Die russische Weizenproduktion bleibt hingegen mit nur einem geringen Rückgang zum Vorjahr weitgehend stabil. Indien, Marokko und die Türkei weisen Erntezuwächse zum Vorjahr auf. Auch für China wird eine höhere Erntemenge erwartet, wodurch China die EU als größten Weizenproduzent am Globus ablöst. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass China und Indien als größte bzw. drittgrößte Weizenerzeuger den überwiegenden Teil ihrer Produktion selbst verbrauchen und so-mit keine Ware auf den Weltmarkt exportieren.
Weltweite Maisproduktion reduziert
Die globale Maisernte wird 2026 mit voraussichtlich 1,29 Mrd. t um 2,3 % unter dem Ernterekord des Vorjahres liegen. Hauptverantwortlich dafür sind prognostizierte Ernteeinbußen in den USA, dem mit Abstand größten Maisproduzenten der Welt. In den USA führt insbesondere eine reduzierte Anbaufläche (-4,2 %) zu einer voraus-sichtlich um 6 % geringeren Maisernte.
Dennoch sind die USA für fast ein Drittel (nämlich 31,3 %) der gesamten weltweiten Maisproduktion verantwortlich. Der erwartete Rückgang der US-Ernte um 25,9 Mio. t entspricht dabei nahezu der Hälfte der gesamten Maisproduktion der EU-Staaten (53,8 Mio. t laut USDA).
Die rückläufigen Erntemengen betreffen nicht nur die USA, sondern auch die EU (-13,8 %) und Argentinien (-12,7 %). Teilweise ausgeglichen werden Rückgänge durch höhere Ernten in China (+1,9 %) und Brasilien (+0,7 %). China als zweitgrößter Maisproduzent verwendet seine Erzeugung jedoch überwiegend für den eigenen Binnenmarkt und trägt daher kaum zur Versorgung des internationalen Handels bei. In der Ukraine werden laut USDA 2026/2027 30,0 Mio. t Mais geerntet, wodurch das gute Vorjahresergebnis um 2,9 % unterschritten wird.
Leicht rückläufiges Verhältnis von Lagerbestand zu Verbrauch
Das sogenannte Stock-to-Use-Verhältnis – das Verhältnis von Lagervorräten zum weltweiten Getreideverbrauch – gilt als wichtiger Indikator für die globale Versorgungslage. Laut International Grains Council (IGC, 16.Juli 2026) sinkt dieser Wert heuer von 26,1 % auf 24,9 %. Ursache dafür ist das Zusammenspiel aus rückläufiger Erntemenge und sinkenden Lagerbeständen, während der weltweite Verbrauch gleichzeitig weiter zunimmt.
Nur 20 % des Getreides gelangen auf den Weltmarkt
Bei der Betrachtung des globalen Getreidemarktes liegt der Fokus häufig auf der weltweiten Produktionsmenge. Tatsächlich wird jedoch der überwiegende Teil des geernteten Getreides direkt in den jeweiligen Erzeugerländern verbraucht und gelangt gar nicht in den internationalen Handel. Wie bereits erwähnt ist hier China als Beispiel anzuführen, welches nur für das Inland produziert, aber nicht exportiert.
„Für die Entwicklung des Weltmarkts sind daher nicht alleine die Produktionszahlen ausschlaggebend, sondern vor allem die verfügbaren Exportmengen. Nur rund ein Fünftel der weltweiten Getreideproduktion wird tatsächlich international gehandelt (19,3 % laut USDA)“, berichtet Meixner.
Dieser Welthandel konzentriert sich zudem stark auf wenige Länder: Knapp 90 % der global gehandelten Getreidemengen entfallen auf die acht wichtigsten Exporteure USA, Argentinien, Russland, Brasilien, EU, Ukraine, Kanada und Australien.
Globale Getreideexporte rückläufig
Aufgrund der gesunkenen Ernteschätzungen in den wichtigsten Exportregionen wird für 2026/2027 mit einem Rückgang des globalen Getreideexportpotentials für um 6,2 % gerechnet. Die USA behaupten trotz rückläufiger Exportmengen weiterhin ihre Position als weltweit führendes Exportland, jedoch mit 6,3 % unter dem Vorjahresniveau. Vom erwarteten globalen Handelsvolumen von rund 465,5 Mio. t Getreide entfallen mehr als ein Fünftel (23,2 %) auf die USA.
Auf der Importseite bleibt China als weltweit größter Getreideverbraucher ein entscheidender Faktor für den internationalen Handel und die Preisbildung.
Ukraine verliert Marktanteile – Russland baut führende Position bei Weizenexporten weiter aus
Die Bedeutung der Ukraine am globalen Weizenmarkt hat sich infolge der kriegsbe-dingten Verwerfungen deutlich verringert. Zwischen 2019/2020 und 2021/2022 lag der Anteil der Ukraine am weltweiten Weizenexport durchschnittlich bei 9,4 %. Aktuell beträgt dieser Anteil nur noch 6,8 %. Demgegenüber konnte Russland seine Position am Weltweizenmarkt weiter ausbauen. Der Exportanteil stieg von 17,9 % (2019/2020–2021/2022) auf aktuell 22,3 %.
Die ukrainische Weizenproduktion wird für 2026 auf 24 Mio. t geschätzt und liegt damit nahezu auf dem Vorjahresniveau (0,4 %)
Russland erwartet hingegen mit einer Weizenproduktion von 88,5 Mio. t einen Rückgang von 2,0 % gegenüber dem Vorjahr. Die russischen Weizenexporte dürften dadurch leicht auf 47,5 Mio. t sinken (1,0 %) Trotz des leichten Rückgangs bleibt Russland der größte Weizenexporteur.
Die Exportentwicklung beider Länder bleibt weiterhin ein zentraler Einflussfaktor für die Preisbildung auf den europäischen und globalen Getreidemärkten.
Die insgesamt geringeren Weizenernten weltweit dürften voraussichtlich auch zu einer Reduktion des weltweiten Weizenexportvolumens führen. Die jeweiligen Exportmengen der EU, Kanadas, Australiens und der USA bleiben dabei deutlich hinter dem prognostizierten russischen Exportvolumen zurück. Inwieweit die Kriegsbedingungen zu weiteren Störungen der Lieferstruktur in der Schwarzmeerregion führen, bleibt abzuwarten.
Ölsaatenproduktion erreicht weltweites Rekordniveau
Die weltweite Ölsaatenproduktion erreicht im heurigen Jahr mit voraussichtlich 720 Mio. t ein neues Rekordniveau und liegt damit um 2,7 % über dem bisherigen Höchstwert des Vorjahres.
Auch die Sojabohnenernte wird mit erwarteten 441,7 Mio. t den bisherigen Rekord im Vorjahr (um 2,9 %) übertreffen. Ausschlaggebend dafür sind vor allem die prognostizierten Produktionssteigerungen in Brasilien (+3,3 %) und den USA (+5,0 %), welche insgesamt drei Viertel der Weltproduktion erzeugen. Für Argentinien wird eine weitgehend stabile Erntemenge erwartet.
Am internationalen Sojamarkt wird mit einer steigenden Nachfrage (+2,9 %) gerechnet. Bei den Importen bleiben China und die EU-27 führend. China nimmt mit einem Anteil von 60,8 % den Großteil der weltweiten Sojabohnenimporte auf, während auf die EU-27 ein Anteil von 7,0 % entfällt.
Globale Rapsernte über Vorjahresniveau – Sonnenblumenproduktion deutlich gestiegen
Die globale Rapsernte wird mit 97,6 Mio. t geschätzt und liegt damit um 2,1 % über dem Vorjahr. Produktionszuwächse werden insbesondere in China, Indien, Russland und der Ukraine erwartet. Demgegenüber stehen eine weitgehend unveränderte Erntemenge in Kanada, dem weltweit größten Rapsproduzenten, sowie eine geringere Produktion in der EU, und in Australien.
Bei der Sonnenblumenernte wird hingegen ein deutlicher Produktionsanstieg erwartet. Die weltweite Ernte steigt im Vergleich zum Vorjahr um 13,3 % auf 62,7 Mio. t. Verantwortlich dafür sind vor allem größere Erntemengen in Russland, der Ukraine und der EU.
Globale Risiken für die Getreideversorgung bleiben bestehen
Trotz einer insgesamt guten Versorgungslage bestehen weiterhin erhebliche Risiken für den weltweiten Getreidemarkt. Neben Klimawandel, Wetterextremen und hoher Marktvolatilität wirken sich insbesondere geopolitische Konflikte, gestörte Lieferketten, Einschränkungen wichtiger Handelsrouten sowie steigende Düngemittelpreise auf die globale Versorgung aus.
Die dazugehörigen Grafiken und Tabellen stehen als Download zur Verfügung. (Schluss)
Die prognostizierte Gesamtproduktion (inkl. Körnermais) wird heuer mit 4,5 Mio. t das Vorjahresergebnis deutlich unterschreiten (-18,4 %) und ist als unterdurchschnittliche Ernte einzuordnen (-12,2 % gegenüber dem langjährigen Mittel). Die niedrigere Ertragsprognose für Körnermais kann durch die ausgedehnte Körnermaisfläche (+1,9 %) nur geringfügig ausgeglichen werden.
Getreidefläche erneut auf historischem Tief – Maisfläche auf Langzeithoch
Die diesjährige Getreidefläche (ohne Mais) schrumpft auf nur mehr 501.692 ha und erreicht damit einen historischen Tiefstand. Hauptursache für den Rückgang ist die deutlich kleinere Anbaufläche der wichtigsten Getreideart Weichweizen. Gegenüber dem Vorjahr wurde die Weichweizenfläche um 4.948 ha reduziert. Mit einer Anbaufläche von 236.822 ha bleibt Weichweizen trotz dieses Rückgangs auch 2026 die Hauptkultur auf Österreichs Äckern.
Das zweitwichtigste Mahlgetreide, Roggen, stieg heuer um 2.737 ha. Dieser Zuwachs erfolgte größtenteils im Bio-Anbau (+2.056 ha). Unter den Getreidearten verzeichnet die Wintergerste den größten Zuwachs zum Vorjahr (+4.471 ha).
Körnermais (inkl. Corn-Cob-Mix) weist im Jahr 2026 mit einem Flächenplus von 3.985 ha den zweitgrößten Zuwachs unter den Getreidearten auf. Damit setzt sich die bereits im Vorjahr erfolgte deutlich stärkere Flächenausdehnung (+12.999 ha) fort. Die Anbaufläche von Dinkel wurde heuer mit einem Plus von 2.450 ha ausgeweitet. Der diesjährige Flächenzuwachs entfällt überwiegend auf den konventionellen Anbau (+2.101 ha), während die Ausdehnung im Jahr 2025 vor allem auf Bio-Dinkel zurückzuführen war.
Hartweizen, der überwiegend für die Teigwarenproduktion verwendet wird, verliert das zweite Jahr in Folge Anbaufläche (-1.788 ha).
Die Fläche von Hafer muss heuer einen Flächenverlust (-1.802 ha) hinnehmen, nachdem sie im Vorjahr noch deutlich ausgeweitet worden war.
Sonnenblumenfläche erneut kräftig ausgeweitet
Der Hauptgewinner der diesjährigen Flächenverschiebungen ist nicht eine Getreideart, sondern die Ölsaat Sonnenblume. Ihre Anbaufläche wurde heuer um 5.545 ha ausgeweitet, nachdem sie bereits im Vorjahr kräftig zugenommen hatte. Die Flächenausweitungen sind in beiden Jahren auf die gestiegenen internationalen Preise für Ölsonnenblumen zurückzuführen.
Die Rapsfläche unterbricht heuer ihren langjährigen Abwärtstrend und liegt aufgrund gestiegener Preise mit einem Plus von 715 ha erstmals wieder leicht über dem historischen Tiefstand des Vorjahres.
In den letzten 13 Jahren ist die Rapsfläche unter anderem aufgrund von Schädlingsproblemen und den Auswirkungen des Klimawandels um rund zwei Drittel zurückgegangen. Die Sojabohne wurde heuer um 2.242 ha weniger ausgesät und liegt mit 83.380 ha weiterhin unter dem Flächenrekord von 92.962 ha aus dem Jahr 2022.
Zuckerrübenfläche bricht erneut ein
Die Zuckerrübenfläche verzeichnet heuer nach dem massiven Flächeneinbruch im Vorjahr (-18.413 ha) mit einem Minus von 4.119 ha erneut einen starken Rückgang und sinkt auf ein historisch niedriges Niveau von 20.900 ha. Hauptverantwortlich dafür sind gesunkene Zuckerpreise sowie Schädlingsprobleme. Laut EU-Preismonitoring liegen die Zuckerpreise mit 506 EUR/t um 9,0 % unter dem Vorjahresniveau.
Die Anbaufläche für Öl- und Speisekürbis wurde heuer um 3.355 ha ausgeweitet und liegt mit nunmehr 39.499 ha nur knapp unter dem bisherigen Rekordwert des Jahres 2021 (39.775 ha).
Alle Nutzungsarten von Kartoffeln verzeichnen im konventionellen Anbau gegenüber 2025 deutliche Flächenrückgänge (Frühkartoffeln: -173 ha, Speisekartoffeln: -1.170 ha, Speiseindustriekartoffeln: -242 ha, Stärkeindustriekartoffeln: -696 ha). Als Hauptursachen gelten die europaweit gute Versorgung des Kartoffelmarktes und der daraus resultierende Preisdruck.
Bio-Ackerflächenanteil stabil hoch
Die Bio-Ackerfläche legt heuer gegenüber dem Vorjahr nur sehr verhalten um 0,1 % bzw. 283 ha zu und bleibt damit deutlich hinter der Zunahme des Vorjahres von 1.893 ha sowie deutlich unter der starken Ausdehnung im Jahr 2023 (+7.365 ha) zurück. Die Bio-Ackerfläche erreicht 2026 mit 281.417 ha dennoch ein neues Rekordniveau. Damit wird mehr als ein Fünftel der gesamten Ackerfläche in Österreich biologisch bewirtschaftet.
Weichweizen bleibt auch 2026 die Hauptkultur auf den Bio-Flächen mit einer Anbaufläche von 41.100 ha, was einem Rückgang von 1.637 ha entspricht. Die zweitwichtigste Bio-Druschfrucht ist die Bio-Sojabohne mit einer Anbaufläche von 30.523 ha (-338 ha). Aufgrund ihrer Fähigkeit zur symbiotischen Stickstofffixierung kommt ihr im Biolandbau eine besondere Bedeutung zu.
Bio-Roggen verzeichnet heuer mit einem Plus von 2.056 ha gegenüber dem Vorjahr den größten Flächenzuwachs aller Bio-Ackerkulturen und umfasst ein Anbau-ausmaß von 11.802 ha. Ausschlaggebend dafür war unter anderem der um 20 % gestiegene Bio-Mahlroggenerzeugerpreis. Auch Bio-Wintergerste (+1.274 ha) und Bio-Sonnenblumen (+772 ha) wurden flächenmäßig ausgeweitet.
Trockenheit und Hitze setzen den Erträgen zu
In Österreich fielen von 1. Jänner bis 30. Juni 2026 laut „GeoSphere Austria“ um 27 % weniger Niederschlag als im langjährigen Mittel. Zudem war es in einzelnen Landesteilen noch nie so trocken wie heuer. Die fehlenden Wassermengen in Kombination mit höheren Temperaturen führten zu deutlich unterdurchschnittlichen Erträgen der bedeutenden Getreidearten in Österreich.
Die Entwicklung der Getreidekulturen begann mit einem trockenen Herbst, der zwar den geplanten Anbau ermöglichte, jedoch zu einer geringeren Bestockung (Seitentriebbildung) führte. Der teilweise sehr kalte Winter verursachte keine nennenswerten Auswinterungsschäden bei Wintergetreide. Ab dem Vegetationsbeginn im März fehlten die dringend benötigten Niederschläge, weshalb die Bestände heuer eine deutlich geringere Anzahl an Ähren pro Quadratmeter – die entscheidende Grundlage für den Ertrag – ausbildeten.
Die trockenen Monate April und Mai führten während der Schossphase zu einer reduzierten Anzahl an Körnern pro Ähre. In der Kornfüllungsphase im Juni traten zwar einige Hitzetage auf, die mäßigen Niederschlagsmengen verhinderten jedoch einen noch stärkeren Rückgang der Hektarerträge. Die Getreidebestände hatten bereits zuvor durch eine Reduktion der Ertragsanlagen (Ähren pro Quadratmeter und Körner pro Ähre) auf die Trockenheit reagiert.
Für die Wintergerste hatte die Hitzewelle im Juni geringere ertragsmindernde Auswirkungen, da die Kornfüllung zu diesem Zeitpunkt bereits weit fortgeschritten war. Weizen hingegen wurde aufgrund seiner langsameren Entwicklung in der Kornfüllungsphase noch von der Hitzewelle getroffen.
Auch wenn die Hektarerträge heuer deutlich unter dem guten Vorjahresergebnis und dem Mittel der vergangenen Jahre liegen, weisen die geernteten Qualitäten in weiten Teilen ein hohes Niveau auf. Die diesjährige breite Streuung der Erträge ist auch auf unterschiedliche Bodenbonitäten zurückzuführen. Auf guten Böden war der trockenheitsbedingte Ertragsrückgang aufgrund der besseren Wasserspeicherfähigkeit geringer als auf Böden mit niedrigen Bodenbonitäten.
Der Ertragsunterschied zwischen Bio-Getreide und konventionellem Getreide fällt heuer geringer aus. Die trockene Witterung ermöglichte in der Bio-Bewirtschaftung ausreichend lange Zeitfenster für die mechanische Unkrautregulierung. Zudem traten heuer weniger Pflanzenkrankheiten in den Getreidebeständen auf. Dadurch konnte sowohl in der konventionellen als auch in der biologischen Landwirtschaft eine hervorragende Backqualität des heimischen Brotgetreides sichergestellt werden.
Versorgung mit Brot, Backwaren und Mehl trotz Ernterückgang gesichert
Im Jahr 2026 werden voraussichtlich 1,2 Mio. t Weichweizen geerntet – das entspricht einem Minus von 22,4 % gegenüber 2025. Trotz dieses Rückgangs kann die Versorgung der heimischen Mühlen mit der erforderlichen Vermahlungsmenge von rund 650.000 t Weichweizen weiterhin komfortabel sichergestellt werden.
Die Roggenernte beläuft sich heuer auf 132.000 t. Damit liegt sie um 7,0 % unter 2025 und um 13,5 % unter dem Durchschnitt der Vorjahre. Dennoch kann der Inlandsbedarf für die Vermahlung von etwa 90.000 t ebenfalls vollständig gedeckt werden.
Die Hartweizenernte von 108.000 t liegt um mehr als ein Viertel unter dem Vorjahr (-26,0 %), ermöglicht aber dennoch eine sichere Versorgung mit der aktuell bei rund 93.000 t liegenden Vermahlungsmenge. Mit rund 1,5 Mio. t übertrifft die heurige Mahlgetreideernte voraussichtlich den Bedarf der österreichischen Mehl- und Backwarenwirtschaft deutlich. Dieser liegt bei einer gesamten Vermahlungsmenge von rund 800.000 bis 880.000 t.
„Auch unter den schwierigen Bedingungen dieses Erntejahres haben unsere Bäuerinnen und Bauern eine verlässliche Versorgung mit heimischem Getreide sichergestellt. Trotz der witterungsbedingten Ertragseinbußen stehen ausreichend Mengen für die Herstellung von Brot, Mehl und Backwaren zur Verfügung. Besonders erfreulich ist die hohe Qualität des geernteten Brotgetreides“, informiert Griesmayr.
Rückgang der Weizenexporte – Italien bleibt wichtigster Absatzmarkt
Österreich exportierte in den vergangenen 12 Monaten rund 1,1 Mio. t Getreide, hauptsächlich in das südliche Nachbarland Italien. Mit einem Anteil von 76 % bleibt Italien der wichtigste Abnehmer österreichischen Getreides.
Die Weizenexporte gingen in den vergangenen 12 Monaten um 26,2 % gegenüber dem 5-Jahresdurchschnitt und um 28,3 % gegenüber dem Vorjahreswert zurück. Hohe Treibstoffkosten, fehlende Logistikkapazitäten sowie die Konkurrenz aus Übersee an den italienischen Häfen führten zu dieser Entwicklung.
Dennoch ist die hohe Qualität des österreichischen Weizens europaweit anerkannt und wird von den Getreideverarbeitern besonders geschätzt.
Rückgang der Getreidevermahlung in Österreich
Im Getreidewirtschaftsjahr 2025/2026 (1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026) wurde die Ver-arbeitung von Getreide in Österreich geringfügig reduziert (-1,4 %).
In den heimischen Mühlen wurden insgesamt 3,3 % weniger Getreide vermahlen als im vorangegangenen Getreidewirtschaftsjahr.
Besonders deutlich fiel der Rückgang bei der Hartweizengrießerzeugung für Teigwaren mit einem Minus von 7,0 % aus. Der Rückgang der Hartweizengrießerzeugung ist auch mit reduzierten Exporten von Hartweizengrieß zu begründen (-2,4 %).
Weichweizen (Weißmehl) bleibt mit einem Anteil von 74,4 % an der Gesamtvermah-lung die wichtigste Getreideart in der Mühlenwirtschaft und wurde gegenüber dem vorangegangenen Getreidewirtschaftsjahr um 2,3 % reduziert. Der Rückgang der Weichweizenvermahlung ist auf die geringeren Exporte von Weichweizenmehl zurückzuführen.
Die Roggenvermahlung liegt weiterhin hinter der Vermahlungsmenge von Hartweizen und ging im Vergleich zum Vorjahr um 4,8 % zurück. Dies setzt einen langjährigen Trend fort, der auf den sinkenden Konsum von Schwarzbrot zurückzuführen ist.
Der heimische Getreidemarkt ist durch eine überdurchschnittlich große industrielle Verarbeitungsstruktur mit einem Gesamtvolumen von 2,19 Mio. t geprägt. Dazu zählen unter anderem die Produktionsbereiche Stärke, Zitronensäure, Bioethanol und Malz.
„Österreich zählt weltweit zu den führenden Herstellern von Zitronensäure auf Maisbasis. Trotz dieser starken Position ist die industrielle Maisverarbeitung für Stärke, Zitronensäure und Bioethanol aktuell leicht rückläufig (-1,1 %). Besonders deutlich ist der Rückgang bei der heimischen Vermälzung von Gerste für die Bierherstellung, die gegenüber dem Vorjahr um ein Viertel zurückgegangen ist“, informiert Lorenz Mayr, Vorsitzender des Verwaltungsrats der AMA.
Starker Zuwachs bei der Bio-Getreideverarbeitung
Die Verarbeitung von Bio-Getreide im Inland wurde im Vergleich zum Vorjahr um 14,6 % kräftig gesteigert und umfasst im Getreidewirtschaftsjahr 2025/2026 rund 326.000 t. Die Vermahlung von Bio-Getreide liegt heuer 1,8 % über dem Vorjahres-niveau. Ausschlaggebend dafür sind vor allem höhere Verarbeitungsmengen bei Bio-Weichweizen (+6,6 %).
Auch die Mischfutterwerke steigerten ihren Einsatz von Bio-Getreide um 12,3 %.
Besonders stark wuchs die industrielle Verarbeitung von Bio-Getreide, die ein Plus von 32,7 % verzeichnete. Ausschlaggebend war vor allem die gestiegene Verarbeitung von Bio-Weizen (+52,0 %) zu Stärke und Gluten. Gluten wird insbesondere für die Herstellung pflanzlicher Fleischersatzprodukte eingesetzt, während Bio-Stärke als Binde- und Verdickungsmittel beispielsweise in Saucen, Suppen oder Puddings zum Einsatz kommt.
Überblick - Ernteergebnisse der Hauptkulturen 2026
Weichweizen
Die Weichweizenernte beträgt rund 1,24 Mio. t – ein Rückgang um 22,4 % gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig liegt sie um 18,4 % unter dem langjährigen Durchschnitt. Ausschlaggebend dafür sind eine rückläufige Anbaufläche (-2,0 %) sowie ein deutlich gesunkener Hektarertrag von 4,9 t/ha (-22,2 %).
Im Vergleich zu anderen EU-Staaten weist Österreich grundsätzlich einen besonders hohen Anteil an Premium- und Qualitätsweizen auf. Dies ist auf die gezielte Sortenwahl, das pannonische Klima mit trockenen Bedingungen in den wichtigsten Anbaugebieten Ostösterreichs sowie eine bedarfsgerechte Qualitätsdüngung zurückzuführen.
„Die österreichische Weizenernte 2026 überzeugt mit einem außergewöhnlich hohen Anteil an Qualitäts- und Premiumweizen. Mit rund 70 % liegt dieser Anteil deutlich über dem Niveau der Vorjahre. Diese hervorragende Qualität schafft beste Voraussetzungen für die heimische Lebensmittelproduktion und stärkt zugleich Österreichs Position als verlässlicher Partner am europäischen Exportmarkt“, betont Mayr.
Hartweizen
Mit 108.000 t fällt die Hartweizenernte deutlich unterdurchschnittlich aus und liegt um 13,0 % unter dem langjährigen Mittel. Die Anbaufläche wurde um 7,2 % reduziert, während die Hektarerträge um 19,0 % zurückgingen.
Roggen
Die Roggenernte fällt gegenüber 2025 um 7,1 % auf 132.000 t zurück und liegt da-mit um 13,5 % unter dem langjährigen Durchschnitt.
Gerste
Bei der Gerstenproduktion wird mit 708.000 t gerechnet, was einem Rückgang von 12,4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
• Wintergerste erzielt mit 6,2 t/ha einen Rückgang des Hektarertrags um 12,7 %.
• Sommergerste liegt mit 4,2 t/ha um 19,2 % unter dem Vorjahr.
Trotz der widrigen Witterungsbedingungen konnte 2026 eine herausragende Braugerstenqualität erzielt werden. Die Versorgung der Brau- und Malzindustrie ist damit auch weiterhin gesichert.
Raps
Die Rapsernte beläuft sich auf 60.000 t und liegt damit um 7,7 % unter dem Vorjahr. Ursache dafür ist ein Rückgang des Ertrags um 12,1 %, während die Anbaufläche um 3,6 % ausgedehnt wurde.
Trockenstress setzt Herbsternte unter Druck
Für die Herbsternte-Kulturen – Mais, Sojabohnen, Sonnenblumen und Zuckerrüben – begann das Jahr 2026 mit einer raschen Jugendentwicklung aufgrund eines warmen Frühjahrs. Die fehlenden Niederschlagsmengen wurden spätestens im Juli in Form von Trockenstress deutlich sichtbar.
Die Maisbestände befanden sich Mitte bis Ende Juli in der Blüte – der kritischen Phase für die Ertragsbildung bei Mais. Zu diesem Zeitpunkt herrschte einerseits massiver Trockenstress, andererseits fehlte es in Teilen des Anbaugebiets an ausreichender Luftfeuchtigkeit für eine erfolgreiche Befruchtung. Daher ist derzeit mit deutlich unter dem Vorjahr liegenden Maiserträgen zu rechnen. Wie stark die Einbußen tatsächlich ausfallen, hängt jedoch wesentlich vom weiteren Witterungsverlauf bis zur Ernte ab.
Volatilität der Getreidepreise erschwert Vermarktung
Die Preisentwicklung am österreichischen Getreidemarkt orientiert sich stark an den Notierungen der Pariser Börse. Die starken Preisausschläge bei Weizen der letzten Jahre – etwa
• 311 EUR/t am 25.11.2021,
• 438 EUR/t am 16.05.2022,
• 259,25 EUR/t am 22.05.2024
verdeutlichen die hohe Volatilität des Marktes.
Zusätzlich sorgen aktuelle Krisenherde (in der Schwarzmeerregion sowie am Persischen Golf) für Verunsicherung an den Weltmärkten und führen zu Kursschwankungen. Auch die zunehmende Trockenheit in Europa sowie die bereits länger bekannten Trockenheitsschäden in den US-Getreidebeständen werden als Gründe für steigende Preise genannt. Demgegenüber stehen hohe Überlagerbestände aus der alten Ernte 2025, die als preisdämpfender Faktor auf den Getreidemarkt wirken.
Durch den fallenden US-Dollarkurs wurde die Wettbewerbsfähigkeit amerikanischer Exporteure gestärkt. Im Gegenzug geraten die Exportchancen der EU – insbesondere beim Weizen – zunehmend unter Druck.
Diese globalen Entwicklungen schlagen sich derzeit auch am heimischen Kassamarkt nieder:
• Qualitätsweizen notiert an der Wiener Produktenbörse aktuell bei 215 EUR/t (Stand: 22.07.2026) und liegt damit unter dem Vorjahreswert von 227 EUR/t (23.07.2025).
• Mahlweizen wird derzeit mit 210 EUR/t (22.07.2026) gehandelt und liegt damit stabil zum Vorjahreswert von 210 EUR/t (30.07.2025).
• Futtergerste notierte zuletzt am 08.07.2026 mit 160 EUR/t unter dem Vorjahreswert von 166 EUR/t (09.07.2025).
Düngemittelpreise trotz Rückgang weiterhin deutlich erhöht
Die aktuellen geopolitischen Spannungen, insbesondere der Irankonflikt, wirken sich auch auf die Düngemittelpreise aus.
Zwar sind die Düngemittelpreise seit den außergewöhnlichen Preisspitzen der Jahre 2021 und 2022 wieder gesunken, sie liegen jedoch weiterhin deutlich über dem Niveau der Jahre davor.
Aktuell liegt der Preis für Kalkammonsalpeter um 119 % höher als zu Jahresbeginn 2021 - also vor den massiven Preissprüngen infolge geopolitischer Krisen und Energiepreisschocks. Seit Jahresbeginn ist der Preis für Kalkammonsalpeter um 7 % gestiegen.
Getreidemarkt EU-27
Geringere EU-Getreideernte erwartet
Die Getreideernte der EU-27 wird voraussichtlich auf 262,8 Mio. t geschätzt und liegt damit um 9,4 % unter dem überdurchschnittlichen Ergebnis des Vorjahres. Maßgeblich für diesen Produktionsrückgang sind geringere Ernten bei Weizen, Gerste und Mais.
Trotz der geringeren Erntemenge rechnet die Europäische Kommission im Vermarktungsjahr 2026/2027 mit einem Anstieg der Getreideexporte um 1,2 % auf 44,4 Mio. t.
Möglich wird dies vor allem durch einen deutlichen Abbau der Lagerbestände um 21,8 %, während die Importe um 19,6 % zunehmen.
Die Lagerbestände werden am Ende des Vermarktungsjahres 2026/2027 auf 35,4 Mio. t geschätzt. Damit liegen sie zwar unter dem Vorjahresniveau, bleiben aber über dem Stand von vor zwei Jahren.
EU-Weizenernte schrumpft
Die Europäische Kommission rechnet mit einer Weichweizenernte von 124,4 Mio. t. Damit fällt die Ernte 8,2 % niedriger aus als das überdurchschnittliche Ergebnis des Vorjahres. Verantwortlich für diesen Rückgang sind vor allem eine reduzierte An-baufläche (-0,8 %) sowie niedrigere Hektarerträge (-7,4 %).
Die Hektarerträge gehen gegenüber dem Vorjahr in nahezu allen EU-Ländern zurück. Ausnahmen bilden Italien, Bulgarien und Griechenland, wo höhere Erträge erwartet werden.
EU-Maisernte unter dem bereits schwachen Vorjahresniveau
Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Anbaufläche für Mais in der EU um 11,8 % reduziert. Nach aktuellen Prognosen wird erneut mit niedrigeren Erträgen gerechnet, sodass die erwartete Erntemenge mit 51,9 Mio. t deutlich unter dem Vorjahresniveau liegt (-13,8 %). Auch für Gerste wird ein signifikanter Produktionsrückgang erwartet. Die Ernte wird aufgrund geringerer Hektarerträge (-10,8 %) um 8,2 % geringer ausfallen als im Vorjahr. Die Roggenerntemenge liegt mit 6,7 Mio. t ebenfalls unter dem Niveau des Vorjahres (-7,7 %), was ebenfalls auf niedrigere Hektarerträge zurückzuführen ist.
Der Importbedarf wird durch die Ernterückgänge höher erwartet. Es wird mit unveränderten Weizen- und Gerstenimporten (Weizen: 4,5 Mio. t, Gerste: 0,6 Mio. t) gerechnet. Dagegen dürften die Maisimporte von 18,3 Mio. t auf 24,0 Mio. t steigen, was einem Zuwachs von 31,1 % entspricht.
EU-Ölsaatenernte steigt dank höherer Sonnenblumenproduktion
Unter den Ölsaaten ist insbesondere eine deutlich höhere Sonnenblumenernte in der EU hervorzuheben. Die prognostizierte Menge von 9,5 Mio. t liegt um 9,2 % über dem Niveau von 2025.
Anders stellt sich die Situation bei Sojabohnen dar: Hier wird ein Produktionsrückgang von 7,8 % gegenüber dem Vorjahr erwartet.
Die Rapsernte in der EU wird im laufenden Wirtschaftsjahr auf rund 19,8 Mio. t geschätzt und liegt damit um 2,0 % unter dem Vorjahresniveau.
Ausschlaggebend dafür sind gesunkene Hektarerträge (-6,0 %), die durch die Flächenausdehnung (+5,0 %) nicht ausgeglichen werden konnten. Infolge der niedri-geren Erntemenge steigt der Importbedarf auf etwa 5,7 Mio. t. Gleichzeitig wird ein stabiler EU-Verbrauch von 25,1 Mio. t prognostiziert.
Insgesamt wird die EU-Ölsaatenernte auf rund 31,9 Mio. t geschätzt. Das entspricht einem Anstieg von 0,6 % gegenüber dem Vorjahr und ist vor allem auf die deutlich höhere Sonnenblumenproduktion zurückzuführen.
Rückgang bei ukrainischen Getreideimporten
Im abgeschlossenen Getreidewirtschaftsjahr gingen die Importe aus der Ukraine bei Mais (-25 %) und bei Weizen (-78 %) zurück.
Innerhalb der EU hat sich zuletzt vor allem Spanien als wichtigster Abnehmer ukrainischer Getreidelieferungen etabliert. Dies gilt insbesondere für Weizenimporte, bei denen Spanien eine zentrale Rolle als Absatzmarkt für ukrainisches Getreide innerhalb der EU einnimmt.
Hitzewelle und Trockenheit belasten Getreideerträge
Die erwarteten Produktionsrückgänge im Vergleich zum Vorjahr sind vor allem auf ungünstige Witterungsbedingungen zurückzuführen.
Das trockene Frühjahr und die seit Mai wiederholt auftretenden Hitzewellen haben in Teilen West-, Zentral- und Osteuropas zu niedrigeren Ertragserwartungen geführt. Zusätzlich nehmen die Sorgen um die Kulturen der Herbsternte aufgrund der zunehmend reduzierten Bodenfeuchtigkeit zu.
Die wichtigsten Getreideproduzenten der EU – Frankreich, Deutschland, Polen und Rumänien – verzeichnen im Vergleich zum ertragsstarken Vorjahr Ernterückgänge. Italien, ein für Österreich besonders relevanter Exportmarkt, erwartet laut jüngsten Prognosen ebenfalls eine geringere Gesamtgetreideernte als 2025 (-6,8%). Auch Ungarn wird gegenüber dem Vorjahr einen Produktionsrückgang um 17,1 % ver-zeichnen.
Weltweiter Getreidemarkt
Weltweite Erntemenge unter Vorjahresrekord
Mit einer prognostizierten Erntemenge von 2,4 Mrd. t (-2,7 %) wird heuer weltweit weniger Getreide geerntet als im Rekordjahr 2025. Hauptverantwortlich dafür sind eine geringere Weizenernte sowie eine niedrigere Maisernteprognose. Trotz des Rückgangs bleibt die weltweite Versorgung aufgrund hoher Lagerbestände gesichert. Die Gesamtgetreideernte zählt dennoch zu den größten der vergangenen Jahre“, erklärt AMA-Abteilungsleiter Michael Meixner.
Die globale Weizen- und Maisernte 2026/2027 bleibt zwar unter dem Rekordniveau des Vorjahres, dennoch ist die Versorgungslage weiterhin stabil. Vor allem bei Weizen sorgen hohe Lagerbestände aus dem vorangegangenen Getreidewirtschaftsjahr für eine ausreichende Versorgung. Die erwarteten Ertragsrückgänge sind vor allem auf witterungsbedingte Einbußen zurückzuführen. Trotz der erwarteten geringeren Erntemengen wird für 2026/2027 mit einem weiteren Anstieg des weltweiten Getreideverbrauchs gerechnet. Zuwächse werden insbesondere beim Verbrauch für die menschliche Ernährung (+0,9 %) sowie für die industrielle Nutzung erwartet (+1,2 %), während der Futterverbrauch leicht zurückgehen dürfte (-0,4 %).
Weizenproduktion deutlich reduziert
Die weltweite Weizenernte wird mit voraussichtlich 819,9 Mio. t deutlich unter dem Höchststand im Vorjahr von 843,8 Mio. t liegen (-2,8 %). Verantwortlich dafür sind massive Rückgänge der Erntemengen in der EU, den USA, aber auch in Australien und Kanada. Die russische Weizenproduktion bleibt hingegen mit nur einem geringen Rückgang zum Vorjahr weitgehend stabil. Indien, Marokko und die Türkei weisen Erntezuwächse zum Vorjahr auf. Auch für China wird eine höhere Erntemenge erwartet, wodurch China die EU als größten Weizenproduzent am Globus ablöst. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass China und Indien als größte bzw. drittgrößte Weizenerzeuger den überwiegenden Teil ihrer Produktion selbst verbrauchen und so-mit keine Ware auf den Weltmarkt exportieren.
Weltweite Maisproduktion reduziert
Die globale Maisernte wird 2026 mit voraussichtlich 1,29 Mrd. t um 2,3 % unter dem Ernterekord des Vorjahres liegen. Hauptverantwortlich dafür sind prognostizierte Ernteeinbußen in den USA, dem mit Abstand größten Maisproduzenten der Welt. In den USA führt insbesondere eine reduzierte Anbaufläche (-4,2 %) zu einer voraus-sichtlich um 6 % geringeren Maisernte.
Dennoch sind die USA für fast ein Drittel (nämlich 31,3 %) der gesamten weltweiten Maisproduktion verantwortlich. Der erwartete Rückgang der US-Ernte um 25,9 Mio. t entspricht dabei nahezu der Hälfte der gesamten Maisproduktion der EU-Staaten (53,8 Mio. t laut USDA).
Die rückläufigen Erntemengen betreffen nicht nur die USA, sondern auch die EU (-13,8 %) und Argentinien (-12,7 %). Teilweise ausgeglichen werden Rückgänge durch höhere Ernten in China (+1,9 %) und Brasilien (+0,7 %). China als zweitgrößter Maisproduzent verwendet seine Erzeugung jedoch überwiegend für den eigenen Binnenmarkt und trägt daher kaum zur Versorgung des internationalen Handels bei. In der Ukraine werden laut USDA 2026/2027 30,0 Mio. t Mais geerntet, wodurch das gute Vorjahresergebnis um 2,9 % unterschritten wird.
Leicht rückläufiges Verhältnis von Lagerbestand zu Verbrauch
Das sogenannte Stock-to-Use-Verhältnis – das Verhältnis von Lagervorräten zum weltweiten Getreideverbrauch – gilt als wichtiger Indikator für die globale Versorgungslage. Laut International Grains Council (IGC, 16.Juli 2026) sinkt dieser Wert heuer von 26,1 % auf 24,9 %. Ursache dafür ist das Zusammenspiel aus rückläufiger Erntemenge und sinkenden Lagerbeständen, während der weltweite Verbrauch gleichzeitig weiter zunimmt.
Nur 20 % des Getreides gelangen auf den Weltmarkt
Bei der Betrachtung des globalen Getreidemarktes liegt der Fokus häufig auf der weltweiten Produktionsmenge. Tatsächlich wird jedoch der überwiegende Teil des geernteten Getreides direkt in den jeweiligen Erzeugerländern verbraucht und gelangt gar nicht in den internationalen Handel. Wie bereits erwähnt ist hier China als Beispiel anzuführen, welches nur für das Inland produziert, aber nicht exportiert.
„Für die Entwicklung des Weltmarkts sind daher nicht alleine die Produktionszahlen ausschlaggebend, sondern vor allem die verfügbaren Exportmengen. Nur rund ein Fünftel der weltweiten Getreideproduktion wird tatsächlich international gehandelt (19,3 % laut USDA)“, berichtet Meixner.
Dieser Welthandel konzentriert sich zudem stark auf wenige Länder: Knapp 90 % der global gehandelten Getreidemengen entfallen auf die acht wichtigsten Exporteure USA, Argentinien, Russland, Brasilien, EU, Ukraine, Kanada und Australien.
Globale Getreideexporte rückläufig
Aufgrund der gesunkenen Ernteschätzungen in den wichtigsten Exportregionen wird für 2026/2027 mit einem Rückgang des globalen Getreideexportpotentials für um 6,2 % gerechnet. Die USA behaupten trotz rückläufiger Exportmengen weiterhin ihre Position als weltweit führendes Exportland, jedoch mit 6,3 % unter dem Vorjahresniveau. Vom erwarteten globalen Handelsvolumen von rund 465,5 Mio. t Getreide entfallen mehr als ein Fünftel (23,2 %) auf die USA.
Auf der Importseite bleibt China als weltweit größter Getreideverbraucher ein entscheidender Faktor für den internationalen Handel und die Preisbildung.
Ukraine verliert Marktanteile – Russland baut führende Position bei Weizenexporten weiter aus
Die Bedeutung der Ukraine am globalen Weizenmarkt hat sich infolge der kriegsbe-dingten Verwerfungen deutlich verringert. Zwischen 2019/2020 und 2021/2022 lag der Anteil der Ukraine am weltweiten Weizenexport durchschnittlich bei 9,4 %. Aktuell beträgt dieser Anteil nur noch 6,8 %. Demgegenüber konnte Russland seine Position am Weltweizenmarkt weiter ausbauen. Der Exportanteil stieg von 17,9 % (2019/2020–2021/2022) auf aktuell 22,3 %.
Die ukrainische Weizenproduktion wird für 2026 auf 24 Mio. t geschätzt und liegt damit nahezu auf dem Vorjahresniveau (0,4 %)
Russland erwartet hingegen mit einer Weizenproduktion von 88,5 Mio. t einen Rückgang von 2,0 % gegenüber dem Vorjahr. Die russischen Weizenexporte dürften dadurch leicht auf 47,5 Mio. t sinken (1,0 %) Trotz des leichten Rückgangs bleibt Russland der größte Weizenexporteur.
Die Exportentwicklung beider Länder bleibt weiterhin ein zentraler Einflussfaktor für die Preisbildung auf den europäischen und globalen Getreidemärkten.
Die insgesamt geringeren Weizenernten weltweit dürften voraussichtlich auch zu einer Reduktion des weltweiten Weizenexportvolumens führen. Die jeweiligen Exportmengen der EU, Kanadas, Australiens und der USA bleiben dabei deutlich hinter dem prognostizierten russischen Exportvolumen zurück. Inwieweit die Kriegsbedingungen zu weiteren Störungen der Lieferstruktur in der Schwarzmeerregion führen, bleibt abzuwarten.
Ölsaatenproduktion erreicht weltweites Rekordniveau
Die weltweite Ölsaatenproduktion erreicht im heurigen Jahr mit voraussichtlich 720 Mio. t ein neues Rekordniveau und liegt damit um 2,7 % über dem bisherigen Höchstwert des Vorjahres.
Auch die Sojabohnenernte wird mit erwarteten 441,7 Mio. t den bisherigen Rekord im Vorjahr (um 2,9 %) übertreffen. Ausschlaggebend dafür sind vor allem die prognostizierten Produktionssteigerungen in Brasilien (+3,3 %) und den USA (+5,0 %), welche insgesamt drei Viertel der Weltproduktion erzeugen. Für Argentinien wird eine weitgehend stabile Erntemenge erwartet.
Am internationalen Sojamarkt wird mit einer steigenden Nachfrage (+2,9 %) gerechnet. Bei den Importen bleiben China und die EU-27 führend. China nimmt mit einem Anteil von 60,8 % den Großteil der weltweiten Sojabohnenimporte auf, während auf die EU-27 ein Anteil von 7,0 % entfällt.
Globale Rapsernte über Vorjahresniveau – Sonnenblumenproduktion deutlich gestiegen
Die globale Rapsernte wird mit 97,6 Mio. t geschätzt und liegt damit um 2,1 % über dem Vorjahr. Produktionszuwächse werden insbesondere in China, Indien, Russland und der Ukraine erwartet. Demgegenüber stehen eine weitgehend unveränderte Erntemenge in Kanada, dem weltweit größten Rapsproduzenten, sowie eine geringere Produktion in der EU, und in Australien.
Bei der Sonnenblumenernte wird hingegen ein deutlicher Produktionsanstieg erwartet. Die weltweite Ernte steigt im Vergleich zum Vorjahr um 13,3 % auf 62,7 Mio. t. Verantwortlich dafür sind vor allem größere Erntemengen in Russland, der Ukraine und der EU.
Globale Risiken für die Getreideversorgung bleiben bestehen
Trotz einer insgesamt guten Versorgungslage bestehen weiterhin erhebliche Risiken für den weltweiten Getreidemarkt. Neben Klimawandel, Wetterextremen und hoher Marktvolatilität wirken sich insbesondere geopolitische Konflikte, gestörte Lieferketten, Einschränkungen wichtiger Handelsrouten sowie steigende Düngemittelpreise auf die globale Versorgung aus.
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