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Wien, 22. Oktober 2026 (aiz.info)

Totschnig: Jetzt Weichen stellen für die Lebensqualität im ländlichen Raum

Aktuelle Umfrage zeigt hohe Zufriedenheit der Menschen mit der Lebensqualität in den Gemeinden

Österreichs Gemeinden und Regionen sollen lebenswert sein und Zukunftsperspektiven bieten. Das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft hat als Basis für seine weitere Arbeit erheben lassen, wie die Menschen in den Gemeinden ihre Lebensqualität wahrnehmen, welche Faktoren dafür wesentlich sind und welche Prioritäten vor Ort bestehen.

Bundesminister Norbert Totschnig: „Österreich zeichnet sich durch eine hohe Lebensqualität aus. Unser Ziel ist, diese hohe Lebensqualität nicht nur zu erhalten, sondern sie kontinuierlich weiter zu verbessern. Jetzt müssen die Weichen für die nächsten Jahre gestellt werden. Deshalb setze ich mich für eine ausreichende Finanzierung der GAP und verlässliche Rahmenbedingungen für unsere landwirtschaftlichen Betriebe und ländlichen Regionen ein. Auch im Rahmen der europäischen Kohäsionspolitik wollen wir künftig gezielt in Wertschöpfung als Basis für die Lebensqualität unserer Gemeinden investieren und die Regionen als attraktive Lebens- und Wirtschaftsräume stärken. Konkret geht es darum, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen zu stärken, nachhaltige und leistbare Energie vor Ort zu sichern, etwa durch regionale Wärme- und Kälteversorgung, und in die Stärkung der Ortskerne zu investieren.“

Positives Zeugnis für die Lebensqualität

IFDD-Geschäftsführer Christoph Haselmayer zu den zentralen Ergebnissen: „Die Lebensqualität in österreichischen Gemeinden wird insgesamt sehr positiv bewertet. 86 % der Befragten sind mit der Lebensqualität in ihrer Gemeinde sehr oder eher zufrieden. Dabei ist außergewöhnlich, dass die Zufriedenheit bis in die kleinsten Gemeinden so stark ausgeprägt ist, das ist im europäischen Vergleich keine Selbstverständlichkeit. Auch der Blick in die Zukunft fällt überwiegend positiv aus: 72 % sind zuversichtlich, dass ihre Gemeinde auch künftig eine gute Lebensqualität bieten kann.“

Als für die Menschen besonders wichtige Themen wurden genannt: Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung (29 %), Bildungseinrichtungen (28 %), Leerstand und Ortskernentwicklung (27 %), Ausbau erneuerbarer Energie (23 %) sowie regionale Lebensmittelversorgung und Direktvermarktung (20 %).

Die Ergebnisse machen auch konkrete Handlungsfelder sichtbar: So besteht der Wunsch nach lebendigen Ortskernen, guter Nahversorgung, leistbarem Wohnraum, einer starken regionalen Wirtschaft und einer nachhaltigen Flächennutzung.

Starke Unterschiede je nach Gemeindegröße

Deutliche Unterschiede bestehen bei den Themen, die den Menschen besonders wichtig sind, je nach Gemeindegröße. In Gemeinden unter 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern stehen Nahversorgung, Erreichbarkeit, Katastrophenschutz und Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden stärker im Vordergrund.

In Gemeinden mit 5.000 bis 19.999 Einwohnerinnen und Einwohnern sind Leerstand, Ortskernentwicklung, regionale Lebensmittel und Direktvermarktung besonders wichtig.

In Gemeinden ab 20.000 Einwohnerinnen und Einwohnern werden Bildung, Klimaschutz, erneuerbare Energie, Kreislaufwirtschaft sowie soziales Zusammenleben und Integration häufiger genannt.

Damit zeigt sich: In kleineren Gemeinden stehen stärker Grundversorgung, regionale Zusammenarbeit und der Schutz landwirtschaftlicher Flächen im Fokus. Je größer die Gemeinde, desto stärker gewinnen soziale, ökologische und infrastrukturelle Zukunftsthemen an Bedeutung.

Zudem ist die Zufriedenheit in kleineren Gemeinden besonders hoch. In größeren Gemeinden zeigt sich hingegen etwas mehr Zukunftsskepsis.

Hohe Priorität für Ortskernentwicklung und nachhaltige Flächennutzung

Die Befragten sprechen sich klar für nachhaltige Flächennutzung aus. So halten 65 % die Aktivierung leerstehender Gebäude für sehr wichtig und 68 % befürworten die Nutzung brachliegender Flächen vor Neubebauung. Für revitalisierte Flächen wünschen sich viele Befragte eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Versorgung. Auch der Schutz landwirtschaftlicher Böden hat einen hohen Stellenwert: 57 % halten ihn für sehr wichtig, weitere 30 % für eher wichtig.

Gezielte Investitionen in die Regionen laufen

Das BMLUK setzt mit konkreten Investitionen wichtige Impulse für die heimische Wirtschaft in den Regionen: Insgesamt fließen in der Periode 2023-27 rund 9,5 Mrd. Euro an öffentlichen Mitteln, das sind rund 1,9 Mrd. Euro jährlich, in die ländlichen Regionen. Damit wird gezielt in Umwelt- und Klimaleistungen, Direktzahlungen für die Landwirtschaft und Ausgleichszahlungen für die Berggebiete investiert. Auch das LEADER Programm – eine wesentliche Säule zur Stärkung des ländlichen Raums – wird damit unterstützt. Zudem sind die Investitionen im GAP-Strategieplan ein wichtiger Faktor, um Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu schaffen.

Im Bereich der Regionalförderung fließen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und dem Just Transition Fund von 2021 – 2027 rund 600 Mio. Euro an EU-Mitteln in die österreichischen Regionen. Damit werden insgesamt 1,9 Milliarden Euro Gesamtinvestitionen für Innovation, Klimaschutz und regionale Entwicklung ausgelöst

„Österreich steht bei der Lebensqualität bis in die kleinste Gemeinde sehr gut da. Das ist nicht selbstverständlich und hängt einerseits mit gezielten Investitionen und andererseits mit dem hohen Engagement auf allen Ebenen, insbesondere auch der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister vor Ort, zusammen. Mit gezielten Maßnahmen wollen wir unsere Gemeinden noch lebenswerter gestalten, die Infrastruktur stärken, die Nahversorgung sichern, Ortskerne beleben und attraktive Lebensbedingungen für alle Generationen schaffen“, so Totschnig.

Das BMLUK hat zudem das Kompetenzzentrum Gemeinden gegründet. Diese Servicestelle berät die Gemeinden und begleitet sie auf ihrem Weg zu noch mehr Lebensqualität für ihre Bürgerinnen und Bürger.

Durchgeführt wurde die repräsentative Befragung von 3.000 Personen ab 16 Jahren von dem Institut für Demoskopie und Datenanalyse unter der Leitung von Christoph Haselmayer. (Schluss)
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