Frauen.Höfe.Zukunft: Gleichstellung stärkt Höfe und ländlichen Raum
Präsentation der Bäuerinnenstudie 2026 bei Tagung in Linz - ORF-Journalistin Barbara Battisti führte durch facettenreiches Programm zu Rollenbildern und Führungsverantwortung.
Rund 85 Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelten sich am 15. Oktober im Linzer OK Deck, um bei der Fachtagung „Frauen.Höfe.Zukunft – Gleichstellung als Gewinn für Landwirtschaft und Gesellschaft“ über Perspektiven, Herausforderungen und Chancen von Frauen in der Agrarbranche zu beraten. Veranstaltet wurde die Fachkonferenz vom Netzwerk Zukunftsraum Land anlässlich des Internationalen Jahres der Bäuerinnen 2026. Gekonnt und pointiert durch den Tag führte die bekannte ORF-Wirtschaftsjournalistin Barbara Battisti, die als Moderatorin die vielfältigen Diskussionsstränge zwischen agrarischer Praxis, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zusammenhielt. Battisti arbeitete dabei wesentliche Kernfragen zur Zukunftsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe heraus und lenkte das Augenmerk gezielt auf die vielfältigen Lebens- und Arbeitsrealitäten von Frauen auf den Höfen sowie auf die Frage, wie sie ihre Zukunft selbstbestimmt gestalten und Führungspotenziale voll entfalten können.
Ein inhaltlicher Meilenstein der Konferenz war die erstmalige Vorstellung der Bäuerinnenstudie 2026 durch Theresa Oedl-Wieser und Martina Schorn von der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen (BAB). Die alle zehn Jahre durchgeführte Erhebung belegt einen tiefgreifenden Struktur- und Rollenwandel: Das Bildungsniveau unter den Bäuerinnen steigt kontinuierlich, zudem bringen immer mehr Quereinsteigerinnen fundierte Fach- und Berufserfahrungen aus außerlandwirtschaftlichen Bereichen auf die Betriebe ein. Zugleich haben sich die Aufgabenbereiche auf den Höfen stark verbreitert und reichen längst von der praktischen Stall- und Feldarbeit über das Büromanagement bis hin zur strategischen Unternehmensführung. Da jedoch die Hauptlast bei Haushaltsführung und Kinderbetreuung weiterhin überwiegend bei den Frauen verbleibt, wächst deren Gesamtarbeitsbelastung spürbar. Als vordringliche Hebel nannten die Forscherinnen daher verbesserte statistische Erfassungen, gezielte Bildungs- und Vernetzungsangebote, existenzsichernde finanzielle Absicherungen sowie eine stärkere Sichtbarkeit von Betriebsleiterinnen. Elif Gül von der Universität Wien vertiefte diese Erkenntnisse in einer Keynote zur gesamtgesellschaftlichen Bedeutung von Diversität.
Wie stark traditionelle Denkmuster noch im Alltag verankert sind, machten die persönlichen Berichte der Hofübernehmerinnen Anna Daller und Sandra Mayer deutlich. Beide schilderten wiederkehrende Vorurteile – von Pacht- und Kaufanfragen Dritter bis hin zur beharrlichen Suche nach dem vermeintlichen männlichen Chef. Beide Betriebsleiterinnen betonten die Notwendigkeit, traditionelle Erwartungshaltungen aufzubrechen und Aufgaben im Betrieb partnerschaftlich aufzuteilen. Daller hob zudem hervor, wie wichtig weibliche Vorbilder in sozialen Medien seien, um jungen Frauen Mut zur Betriebsübernahme zu machen. Ergänzend dazu präsentierten Initiativen wie der Lehrgang „ZAMm unterwegs“, Netzwerke zur Frauenförderung im ländlichen Raum sowie Selbstlernkurse zur finanziellen Absicherung konkrete Unterstützungsangebote.
Dass echte Chancengleichheit kein reines Frauenthema ist, sondern nur im Schulterschluss gelingt, unterstrichen am Nachmittag die Künstlerin Katharina Cibulka mit ihrem Projekt „SOLANGE“ sowie Philip Leeb vom Dachverband für Männer-, Burschen- und Väterarbeit in Österreich. In der von Barbara Battisti geleiteten Podiumsdiskussion debattierten Vertreterinnen aus Verwaltung, Interessensvertretung und Praxis über die Rolle von Frauen als Betriebsleiterinnen und Hofübernehmerinnen. Isabella Grandl (BMLUK) und LK OÖ-Ausschussvorsitzende Johanna Haider erörterten gemeinsam mit Praktikerinnen und Experten die notwendigen Rahmenbedingungen für eine gleichberechtigte Betriebsführung sowie Wege, bestehende Rollenbilder zu überwinden. Dabei wurde deutlich: Gleichstellung eröffnet Frauen neue Perspektiven, bietet aber gleichermaßen Männern mehr Gestaltungsspielraum. Eine partnerschaftliche Aufteilung von Verantwortung und die gleichberechtigte Mitgestaltung landwirtschaftlicher Betriebe sind unverzichtbare Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft. (Schluss)
Ein inhaltlicher Meilenstein der Konferenz war die erstmalige Vorstellung der Bäuerinnenstudie 2026 durch Theresa Oedl-Wieser und Martina Schorn von der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen (BAB). Die alle zehn Jahre durchgeführte Erhebung belegt einen tiefgreifenden Struktur- und Rollenwandel: Das Bildungsniveau unter den Bäuerinnen steigt kontinuierlich, zudem bringen immer mehr Quereinsteigerinnen fundierte Fach- und Berufserfahrungen aus außerlandwirtschaftlichen Bereichen auf die Betriebe ein. Zugleich haben sich die Aufgabenbereiche auf den Höfen stark verbreitert und reichen längst von der praktischen Stall- und Feldarbeit über das Büromanagement bis hin zur strategischen Unternehmensführung. Da jedoch die Hauptlast bei Haushaltsführung und Kinderbetreuung weiterhin überwiegend bei den Frauen verbleibt, wächst deren Gesamtarbeitsbelastung spürbar. Als vordringliche Hebel nannten die Forscherinnen daher verbesserte statistische Erfassungen, gezielte Bildungs- und Vernetzungsangebote, existenzsichernde finanzielle Absicherungen sowie eine stärkere Sichtbarkeit von Betriebsleiterinnen. Elif Gül von der Universität Wien vertiefte diese Erkenntnisse in einer Keynote zur gesamtgesellschaftlichen Bedeutung von Diversität.
Wie stark traditionelle Denkmuster noch im Alltag verankert sind, machten die persönlichen Berichte der Hofübernehmerinnen Anna Daller und Sandra Mayer deutlich. Beide schilderten wiederkehrende Vorurteile – von Pacht- und Kaufanfragen Dritter bis hin zur beharrlichen Suche nach dem vermeintlichen männlichen Chef. Beide Betriebsleiterinnen betonten die Notwendigkeit, traditionelle Erwartungshaltungen aufzubrechen und Aufgaben im Betrieb partnerschaftlich aufzuteilen. Daller hob zudem hervor, wie wichtig weibliche Vorbilder in sozialen Medien seien, um jungen Frauen Mut zur Betriebsübernahme zu machen. Ergänzend dazu präsentierten Initiativen wie der Lehrgang „ZAMm unterwegs“, Netzwerke zur Frauenförderung im ländlichen Raum sowie Selbstlernkurse zur finanziellen Absicherung konkrete Unterstützungsangebote.
Dass echte Chancengleichheit kein reines Frauenthema ist, sondern nur im Schulterschluss gelingt, unterstrichen am Nachmittag die Künstlerin Katharina Cibulka mit ihrem Projekt „SOLANGE“ sowie Philip Leeb vom Dachverband für Männer-, Burschen- und Väterarbeit in Österreich. In der von Barbara Battisti geleiteten Podiumsdiskussion debattierten Vertreterinnen aus Verwaltung, Interessensvertretung und Praxis über die Rolle von Frauen als Betriebsleiterinnen und Hofübernehmerinnen. Isabella Grandl (BMLUK) und LK OÖ-Ausschussvorsitzende Johanna Haider erörterten gemeinsam mit Praktikerinnen und Experten die notwendigen Rahmenbedingungen für eine gleichberechtigte Betriebsführung sowie Wege, bestehende Rollenbilder zu überwinden. Dabei wurde deutlich: Gleichstellung eröffnet Frauen neue Perspektiven, bietet aber gleichermaßen Männern mehr Gestaltungsspielraum. Eine partnerschaftliche Aufteilung von Verantwortung und die gleichberechtigte Mitgestaltung landwirtschaftlicher Betriebe sind unverzichtbare Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Landwirtschaft. (Schluss)
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