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Innsbruck, 12. August 2026 (aiz.info)

"Tiroler Rind auf Tiroler Teller": Schulterschluss mit heimischen Rinderhaltern

Direktvermarkter-Obmann LA Michael Jäger: "Gerade jetzt können wir alle einen Beitrag leisten – indem wir bewusst Tiroler Rindfleisch kaufen."

Die anhaltende Trockenheit stellt viele Tiroler Bauern vor große Herausforderungen. Auf zahlreichen Betrieben wird das Futter knapp, Erträge fallen geringer aus und die Kosten steigen. Gleichzeitig sorgt das derzeit große Angebot am Rindfleischmarkt für zusätzlichen wirtschaftlichen Druck. Für Michael Jäger, Obmann der Tiroler Direktvermarkter, braucht es deshalb neben der Diskussion über Unterstützungsmaßnahmen von Bund und Land auch einen stärkeren Blick auf die heimische Wertschöpfung.

„Natürlich müssen wir darüber reden, wie wir jenen Betrieben helfen, die durch die Trockenheit besonders stark betroffen sind. Aber bevor wir ausschließlich nach dem Staat rufen, sollten wir auch jene Möglichkeiten nutzen, die wir selbst in der Hand haben. Jeder Tiroler kann beim Einkauf einen Beitrag leisten, indem er bewusst zu heimischem Rindfleisch greift“, betont Direktvermarkter-Obmann LA Michael Jäger.

Gastro hat es in der Hand

Ein besonderes Potenzial sieht Jäger in der Tiroler Gastronomie und Hotellerie sowie bei den Gastrogroßhändlern. Denn während der einzelne Konsument mit seiner Kaufentscheidung ein wichtiges Zeichen setzt, werden in Gastronomie und Hotellerie jene Mengen umgesetzt, die tatsächlich spürbare Auswirkungen auf den Markt haben können.

„Wenn sich ein Hotelier gemeinsam mit seinem Küchenchef bewusst dafür entscheidet, heimisches Rindfleisch aus Österreich auf die Speisekarte zu setzen, reden wir nicht über ein paar Kilo. Solche Entscheidungen können über das Jahr gerechnet enorme regionale Wertschöpfung auslösen. Und genau diesen Schulterschluss brauchen wir jetzt“, so Jäger.

Auch die Gastrogroßhändler seien gefordert, heimisches Rindfleisch aktiv anzubieten und entsprechend zu positionieren. Gerade jetzt dürfe ein ausreichendes Angebot an heimischem Rindfleisch nicht dazu führen, dass gleichzeitig aufgrund weniger Cent Preisunterschied zu Billigware aus dem Ausland gegriffen werde.

Für Jäger ist dieser Appell auch deshalb gerechtfertigt, weil Tourismus und Landwirtschaft in Tirol eng miteinander verbunden sind. Die bäuerlichen Familien produzieren nicht nur hochwertige Lebensmittel. Sie bewirtschaften Almen, pflegen Wiesen und Weiden, erhalten die Kulturlandschaft und damit jenen Lebens- und Erholungsraum, von dem auch der Tiroler Tourismus wesentlich profitiert.

„Unsere Bauern erhalten mit ihrer täglichen Arbeit genau jene Landschaft, wegen der Gäste zu uns nach Tirol kommen. Deshalb wünsche ich mir gerade in schwierigen Zeiten, dass Gastronomie und Hotellerie diese Partnerschaft auch auf dem Teller sichtbar machen. Wer mit unserer Kulturlandschaft wirbt, sollte auch unsere Lebensmittel auf die Speisekarte bringen“, fordert Jäger.

„Tiroler Rind auf Tiroler Teller“

Jäger bringt deshalb eine gemeinsame Initiative unter dem Motto „Tiroler Rind auf Tiroler Teller“ ins Spiel. Denkbar wäre etwa eine Tiroler Rindfleisch-Woche, bei der Gastronomie, Hotellerie, Gastrogroßhändler, Direktvermarkter, regionale Metzger und öffentliche Küchen gemeinsam heimisches Rindfleisch in den Mittelpunkt stellen.

Dabei gehe es nicht um einen kurzfristigen Werbegag, sondern darum, Angebot und Nachfrage gezielt zusammenzubringen. Heimisches Rindfleisch soll verstärkt auf die Speisekarten, die Herkunft klar ausgelobt und den Gästen bewusst gemacht werden, welche Qualität und regionale Wertschöpfung hinter dem Produkt stehen.

Herkunft muss endlich sichtbar werden

Damit Konsumenten überhaupt bewusst entscheiden können, braucht es für Jäger aber auch mehr Transparenz. Er erneuert deshalb die Forderung nach einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung von Fleisch auch in der Gastronomie.

„Wir appellieren an die Menschen, heimisch zu kaufen. Dann müssen wir ihnen aber auch die Möglichkeit geben, heimisch zu wählen. Wer im Gasthaus ein Rindsschnitzel oder einen Zwiebelrostbraten bestellt, muss erkennen können, woher das Fleisch kommt“, stellt Jäger klar.

Gerade in einem Tourismusland wie Tirol könne eine klare Herkunft sogar zum Qualitätsmerkmal werden. „Wir haben hervorragendes Rindfleisch direkt vor unserer Haustür. Machen wir diese Herkunft sichtbar, bringen wir mehr Tiroler Rind auf die Tiroler Teller und sorgen wir gemeinsam dafür, dass die Wertschöpfung dort ankommt, wo sie hingehört: bei unseren bäuerlichen Familien und in unseren Regionen.“ (Schluss)
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