Zum Content springen
Neue Suche

Absender

Empfänger

Bregenz, 29. Jänner 2026 (aiz.info)

TBC in Vorarlberg: Konsequente Reduktion durch gemeinsame Maßnahmen

LR Gantner informiert im Landwirtschaftsausschuss über aktuelle Entwicklungen und die koordinierte Vorgehensweise.

Der Landwirtschaftsausschuss des Vorarlberger Landtags wurde gestern (Mittwoch, 28. Jänner) von Landesrat Christian Gantner und Landesveterinär Norbert Greber über die aktuelle Situation rund um Rinder- und Rotwildtuberkulose (TBC) informiert. „Die TBC-Situation darf sich nicht in die Länge ziehen. Unser Ziel ist eine konsequente Reduktion im Rotwildbestand. Das gelingt nur, wenn alle Maßnahmen verbindlich umgesetzt werden und Landwirtschaft, Jagd und Behörde geschlossen zusammenarbeiten“, betonte Gantner im Ausschuss.

Aktueller Stand der Untersuchungen im Rinderbestand

Die Landesveterinärbehörde rechnet damit, dass der Großteil der laufenden Untersuchungen im Zusammenhang mit TBC bei Rinderbeständen bis Ende Februar abgeschlossen sein wird. Insgesamt wurden bisher ca. 6.800 Tiere untersucht. 22 Tiere wurden diagnostisch getötet, 13 davon weisen einen positiven PCR-Test auf. Aktuell sind sechs landwirtschaftliche Betriebe wegen TBC-Verdacht gesperrt, davon fünf im Bregenzerwald und einer im Unterland. Seit der letzten Medieninformation des Landes vom 7. Jänner 2026 wurde ein Betrieb wieder freigegeben, gleichzeitig wurden zwei weitere Betriebe gesperrt. In einem Fall besteht die Sperre derzeit ausschließlich aufgrund noch laufender abschließender Hygienemaßnahmen nach der bereits erfolgten Bestandstötung. Ein Gesamtüberblick ist erst möglich, sobald alle Rückmeldungen der beauftragten Tierärztinnen und Tierärzte vorliegen. 

Die Landesveterinärbehörde steht während des gesamten Prozesses in engem Austausch mit dem zuständigen Bundesministerium sowie der AGES. Nach derzeitigem Kenntnisstand liegen keine Hinweise auf mögliche TBC-Erkrankungen beim Menschen im Zusammenhang mit den Untersuchungen vor.

TBC-Bekämpfung im Rotwildbestand

Auch im Rotwildbestand bleibt die Situation eine zentrale Herausforderung. Landesweit wurden im noch laufenden Jagdjahr 2025/26 bislang 904 ein- und mehrjährige Stück Rotwild untersucht, davon waren 47 positiv. Die Prävalenz liegt im Bekämpfungsgebiet im Bezirk Bludenz bei 7,6% und im Bezirk Bregenz bei 3,1% und ist damit in beiden Gebieten erheblich niedriger wie im vergangenen Jahr.

Die Abschussvorgaben wurden für das Jagdjahr 2025/26 deutlich erhöht. In den betroffenen Wildregionen wurden zusätzlich zu den regulären Abschussplänen gezielte Abschussaufträge zur TBC-Bekämpfung erteilt, die je nach Wildregion einer Erhöhung von rund 13 bis 30 Prozent entsprechen. In einzelnen Jagdgebieten liegen die zusätzlichen Abschussvorgaben teils deutlich darüber und erreichen in Einzelfällen bis zu 200 Prozent. Landesrat Gantner betont: „Die Grundvoraussetzung für eine wirksame Seuchenbekämpfung ist, dass die verordneten Abschusspläne und die zusätzlich erhöhten Kontingente von den Jagdverantwortlichen konsequent eingehalten werden. Es geht hier nicht um übliche Jagdmaßnahmen, sondern um notwendige Seuchenbekämpfung.“

Maßnahmen in der Landwirtschaft

Auch seitens der Landwirtschaft sind weiterhin umfassende Vorsorgemaßnahmen einzuhalten. Dazu zählen die derzeit laufenden veterinärbehördlichen Untersuchungen in Sonderuntersuchungsgebieten, die im vergangenen Jahr auf 12.500 ausgeweitet wurden, die Einhaltung des 12-Punkte-Plans bei der Alpung sowie freiwillige Tests vor Viehversteigerungen. Darüber hinaus wird auf bestimmte Veranstaltungen (z. B. Viehausstellungen, überregionale Schauen) verzichtet, wenn dies aus seuchenhygienischer Sicht geboten ist. Diese Maßnahmen leisten einen wichtigen Beitrag zur gemeinsamen TBC-Bekämpfung.

„Ein gemeinsames Problem – nur gemeinsam lösbar“

„TBC ist kein Problem, das wir kurzfristig lösen können – aber eines, das wir mittelfristig in den Griff bekommen werden, wenn alle – Jagd, Landwirtschaft und Behörde – weiterhin Verantwortung übernehmen und an einem Strang ziehen. Mit erhobenem Finger aufeinander zu zeigen und gegeneinander zu arbeiten hilft der Sache nicht. Jagd, Landwirtschaft und Behörde sind hier gleichermaßen gefordert. Unser Weg ist klar: konsequent handeln, Maßnahmen einhalten und geschlossen vorgehen.“ (Schluss)
4.121 Anschläge
  • Empfehlen
  • Drucken
  • PDF downloaden
  • RTF downloaden