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Bregenz/Lustenau, 24. Juni 2026 (aiz.info)

Erstnachweis eines Nestes der Asiatischen Hornisse in Österreich

In Lustenau wurden zwei Nester der invasiven Art entdeckt und umgehend entfernt - Land und Imker rufen die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf.

Erstmals in Österreich wurden am vergangenen Wochenende in Lustenau zwei Nester der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) entdeckt. Während eines der Nester sehr klein und unbewohnt war, wurde das zweite bewohnte Nest umgehend fachgerecht entfernt. Das Land Vorarlberg betont die Bedeutung frühzeitiger Maßnahmen zum Schutz der heimischen Bienen und ruft zur aktiven Mithilfe der Imkerinnen und Imker und der Bevölkerung auf.

Der Fund der beiden Nester in unmittelbarer Nähe zueinander markiert den ersten dokumentierten Nachweis eines Nestes der Asiatischen Hornisse in Österreich. Eines der Nester war noch sehr klein und leer, das andere war bewohnt. Das bewohnte Nest wurde inzwischen sachgerecht entfernt und die Tiere getötet. Bislang war die Asiatische Hornisse in Österreich nur durch eine Einzelsichtung am 9. April 2024 in der Stadt Salzburg aufgefallen. Im damaligen Fall handelte es sich um eine junge Königin ohne etabliertes Nest, die getötet wurde. Ursprünglich in Südostasien beheimatet, wurde die Asiatische Hornisse 2004 nach Frankreich eingeschleppt und breitet sich seither in Europa aus.

Keine besondere Gefahr für gesunde Menschen

Für gesunde Menschen ist die Asiatische Hornisse ähnlich ungefährlich wie die heimische Hornisse (Vespa crabro). Beide Arten verhalten sich weit entfernt vom Nest friedlich und greifen Menschen normalerweise nur bei Bedrohung an. Der geräuschvolle Flug kann allerdings beunruhigend wirken. Sollte es zu einem Stich kommen, sind allergische Reaktionen – wie bei der heimischen Hornisse – möglich. Das Land warnt ausdrücklich davor, sich einem Nest zu nähern oder es eigenständig zu entfernen, da die Tiere ihr Nest aggressiv verteidigen und es zu multiplen Stichverletzungen kommen kann.

Bedeutung für Bienenvölker

Die Asiatische Hornisse ist nach EU-Verordnung als invasive gebietsfremde Art gelistet. Die EU-Mitgliedsstaaten sind verpflichtet, die Einbringung und Ausbreitung dieser Art zu verhindern und zu bekämpfen.

Besonders für Bienenvölker kann die Asiatische Hornisse problematisch werden: Sie jagt bevorzugt soziale Hautflügler wie Bienen, Wespen und Fliegen sowie Spinnen und Heuschrecken, um ihre Brut zu versorgen. Vor den Bienenstöcken lauert sie heimkehrenden Bienen im Schwebflug auf. Bei einer großen Anzahl von Asiatischen Hornissen kann es zur Schwächung von Bienenvölkern und sogar zu Völkerverlusten kommen.

Frühzeitige Maßnahmen notwendig

Die Asiatische Hornisse legt im Jahresverlauf zwei Nesttypen an. Im Frühjahr baut die Königin ein kleines Primärnest in geschützter, niedriger Lage – etwa in Hecken, an Gebäuden, unter Dachvorsprüngen oder in Schuppen. In dieser Phase ist es vergleichsweise gut auffindbar und leichter zu entfernen. Bei den in Lustenau gefundenen Nestern handelt es sich um solche Primärnester. Wächst das Volk, zieht es meist im Hochsommer in ein deutlich größeres Sekundärnest um, das oft frei hängend hoch in Baumkronen sitzt und 1.500 bis 2.000 Tiere beherbergen kann. Verborgen im Laub wird es häufig erst nach dem Laubfall im Herbst entdeckt, nachdem die jungen Geschlechtstiere (Drohnen und junge Königinnen) ausgeflogen sind und Folgenester im nächsten Frühjahr zu erwarten sind. In der Höhe ist es nur schwer zu beseitigen.

Für die gezielte Nestsuche stehen ausgebildete Fachexpertinnen und Fachexperten des Imkerverbandes zur Verfügung, die den Standort eines Nestes eingrenzen können. Nach einem bestätigten Fund stehen seitens des Landes Mittel zur Verfügung, um das Nest fachgerecht zu entfernen.

Je früher das Vorkommen der Asiatischen Hornisse erkannt und gemeldet wird, desto wirksamer lässt sich die weitere Ausbreitung eindämmen. 

Bitte um besondere Aufmerksamkeit in der Nähe von Bienenvölkern

Das Land Vorarlberg bittet alle Imkerinnen und Imker in den Sommer- und Herbstmonaten um erhöhte Aufmerksamkeit an ihren Bienenständen. Bei regulären Besuchen der Völker sollte der Bienenflug etwa 20 Minuten lang beobachtet werden, um ein mögliches Auftreten der Asiatischen Hornisse zu erkennen. Verdachtsfälle sollten möglichst mit Foto oder Video dokumentiert und an die unten genannten Stellen gemeldet werden. Wichtig ist vor allem, dass die Farben des Tieres auf dem Foto / Film gut sichtbar sind. Auch die Allgemeinheit ist aufgerufen, Sichtungen zu melden und auf das Fangen oder Töten der Tiere zu verzichten, da Verwechslungen mit der geschützten Europäischen Hornisse möglich sind.

Bitte melden Sie Sichtungen und Verdachtsfälle an:

    Zentrales Velutina-Meldeportal (Biene Österreich, Landwirtschaftskammern): https://bienengesundheit.at/vespa-velutina
    Imkerverband Vorarlberg: velutina@viv.at

Weiterführende fachliche Informationen sowie Vergleichsgrafiken zur Identifizierung finden Sie auf der Website der AGES: Asiatische Hornisse - AGES (Schluss)
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