Rentenbank-Agrarbarometer: Stimmungstief bremst große Investitionen
Zunehmende Unsicherheit in der Branche
Die Stimmung in der deutschen Landwirtschaft hat sich laut aktuellem Rentenbank-Agrarbarometer weiter verschlechtert. Das Agrar-Geschäftsklima sank von -1,1 auf -2,4 Punkte und verdeutlicht die zunehmende Unsicherheit in der Branche. Besonders der Blick in die Zukunft fällt für viele Landwirtinnen und Landwirte kritisch aus. Trotzdem sind sie bereit, sich weiterzuentwickeln und gezielt in Innovationen zu investieren. Das gesunkene durchschnittliche Investitionsvolumen deutet jedoch darauf hin, dass sich die Betriebe derzeit eher auf Ersatzinvestitionen und kleinere Maßnahmen konzentrieren, anstatt große Projekte umzusetzen.
Die Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Situation ist von 1,6 auf -0,1 Punkte gefallen – der niedrigste Wert seit 2022. Positiv werden vor allem die Verkaufspreise für tierische Erzeugnisse und das Ernteergebnis gesehen. Belastend wirken hingegen die hohen Betriebsmittelpreise und die niedrigen Verkaufspreise für pflanzliche Produkte. Immerhin schätzen noch 73 % der befragten Landwirte ihre Lage als befriedigend oder besser ein (vorherige Umfrage: 79 %).
Der Ausblick auf die kommenden zwei bis drei Jahre bleibt ebenfalls verhalten: Die Bewertung der zukünftigen wirtschaftlichen Lage sank von -3,7 auf -4,6 Punkte. Hauptgrund sind die erwarteten weiter steigenden Betriebsmittelpreise, hohe bürokratische Auflagen und die kritische Einschätzung der Agrarpolitik. Fast die Hälfte (48 %) der Befragten sieht ihre Zukunftsaussichten inzwischen als schlechter oder sehr viel schlechter an (vorherige Umfrage: 38 %).
Trotz der angespannten Stimmung bleibt die Investitionstätigkeit hoch. In der Dezember-Umfrage gaben 78 % der Landwirte an, in den vergangenen zwölf Monaten investiert zu haben (vorherige Umfrage: 75 %), wenn auch mit etwas geringerem durchschnittlichen Investitionsvolumen. Für die kommenden zwölf Monate planen 62 % der Befragten Investitionen (vorherige Umfrage: 60 %), wobei auch hier das geplante Volumen leicht rückläufig ist.
Nikola Steinbock, Sprecherin des Vorstands der Rentenbank: „Ernährung ist ein sicherheitspolitischer Faktor – und die Landwirtschaft eine tragende Säule unserer nationalen Sicherheitsarchitektur. Das wird in den Debatten um Verteidigungsfähigkeit oft übersehen. Deutschlands Landwirtschaft ist leistungsstark und technologisch kompetent, aber kein Selbstläufer: Ökonomische und strukturelle Herausforderungen, Klimawandel, Digitalisierung und demografischer Wandel setzen die Branche unter Druck. Unser Rentenbank-Agrarbarometer zeigt, dass Landwirtinnen und Landwirte investitions- und veränderungsbereit sind. Sie wollen wachsen, ihre Betriebe diversifizieren und langfristig wettbewerbsfähig bleiben. Allerdings sehen wir auch, dass die großen Investitionen in der Breite ausbleiben und Landwirte eher Ersatzinvestitionen tätigen. Um Unsicherheiten abzubauen und wieder mehr Spielraum für größere Investitionen zu schaffen, brauchen sie vor allem Planungssicherheit, weniger bürokratische Hürden und echte Wertschätzung – die sich auch an der Ladenkasse zeigen muss. Die Grüne Woche ist die richtige Plattform, um gemeinsam über notwendige Weichenstellungen zu sprechen.“
Steinbock weiter: „Als starker Finanzierungspartner bringen wir uns aktiv in die Diskussion ein. Unser Auftrag als Förderbank ist es, Ernährung verfügbar, bezahlbar und verlässlich zu machen. Wir fördern gezielt Investitionen in Innovation, Nachhaltigkeit und Resilienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Erzeugung über Verarbeitung und Logistik bis zur Technologie.“
Steinbock abschließend: „Ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche sind Frauen. Wenn wir über die Zukunft der Landwirtschaft sprechen, müssen wir auch Wege finden, wie mehr Frauen Führungspositionen übernehmen können. Ich begrüße, dass die Vereinten Nationen das Jahr 2026 zum UN-Jahr der Landwirtin erklärt haben. Das gestern veröffentlichte Allianzpapier verschiedener Verbände und Akteure auf Initiative des Deutschen Bauernverbands mit konkreten Handlungsempfehlungen haben wir als Rentenbank ebenfalls unterzeichnet.“(Schluss)
Die Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Situation ist von 1,6 auf -0,1 Punkte gefallen – der niedrigste Wert seit 2022. Positiv werden vor allem die Verkaufspreise für tierische Erzeugnisse und das Ernteergebnis gesehen. Belastend wirken hingegen die hohen Betriebsmittelpreise und die niedrigen Verkaufspreise für pflanzliche Produkte. Immerhin schätzen noch 73 % der befragten Landwirte ihre Lage als befriedigend oder besser ein (vorherige Umfrage: 79 %).
Der Ausblick auf die kommenden zwei bis drei Jahre bleibt ebenfalls verhalten: Die Bewertung der zukünftigen wirtschaftlichen Lage sank von -3,7 auf -4,6 Punkte. Hauptgrund sind die erwarteten weiter steigenden Betriebsmittelpreise, hohe bürokratische Auflagen und die kritische Einschätzung der Agrarpolitik. Fast die Hälfte (48 %) der Befragten sieht ihre Zukunftsaussichten inzwischen als schlechter oder sehr viel schlechter an (vorherige Umfrage: 38 %).
Trotz der angespannten Stimmung bleibt die Investitionstätigkeit hoch. In der Dezember-Umfrage gaben 78 % der Landwirte an, in den vergangenen zwölf Monaten investiert zu haben (vorherige Umfrage: 75 %), wenn auch mit etwas geringerem durchschnittlichen Investitionsvolumen. Für die kommenden zwölf Monate planen 62 % der Befragten Investitionen (vorherige Umfrage: 60 %), wobei auch hier das geplante Volumen leicht rückläufig ist.
Nikola Steinbock, Sprecherin des Vorstands der Rentenbank: „Ernährung ist ein sicherheitspolitischer Faktor – und die Landwirtschaft eine tragende Säule unserer nationalen Sicherheitsarchitektur. Das wird in den Debatten um Verteidigungsfähigkeit oft übersehen. Deutschlands Landwirtschaft ist leistungsstark und technologisch kompetent, aber kein Selbstläufer: Ökonomische und strukturelle Herausforderungen, Klimawandel, Digitalisierung und demografischer Wandel setzen die Branche unter Druck. Unser Rentenbank-Agrarbarometer zeigt, dass Landwirtinnen und Landwirte investitions- und veränderungsbereit sind. Sie wollen wachsen, ihre Betriebe diversifizieren und langfristig wettbewerbsfähig bleiben. Allerdings sehen wir auch, dass die großen Investitionen in der Breite ausbleiben und Landwirte eher Ersatzinvestitionen tätigen. Um Unsicherheiten abzubauen und wieder mehr Spielraum für größere Investitionen zu schaffen, brauchen sie vor allem Planungssicherheit, weniger bürokratische Hürden und echte Wertschätzung – die sich auch an der Ladenkasse zeigen muss. Die Grüne Woche ist die richtige Plattform, um gemeinsam über notwendige Weichenstellungen zu sprechen.“
Steinbock weiter: „Als starker Finanzierungspartner bringen wir uns aktiv in die Diskussion ein. Unser Auftrag als Förderbank ist es, Ernährung verfügbar, bezahlbar und verlässlich zu machen. Wir fördern gezielt Investitionen in Innovation, Nachhaltigkeit und Resilienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Erzeugung über Verarbeitung und Logistik bis zur Technologie.“
Steinbock abschließend: „Ein wichtiger Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit der Branche sind Frauen. Wenn wir über die Zukunft der Landwirtschaft sprechen, müssen wir auch Wege finden, wie mehr Frauen Führungspositionen übernehmen können. Ich begrüße, dass die Vereinten Nationen das Jahr 2026 zum UN-Jahr der Landwirtin erklärt haben. Das gestern veröffentlichte Allianzpapier verschiedener Verbände und Akteure auf Initiative des Deutschen Bauernverbands mit konkreten Handlungsempfehlungen haben wir als Rentenbank ebenfalls unterzeichnet.“(Schluss)
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