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Wien, 15. September 2026 (aiz.info)

Moosbrugger: Aktuelle Lage vieler Bauernhöfe trotz Einkommensplus 2025 prekär

Nach Dürre dramatisch negative bäuerliche Einkommensentwicklung für 2026 zu erwarten

„Das erneut kommunizierte Einkommensplus aus dem Jahre 2025 hat mit der aktuellen Situation unserer bäuerlichen Familienbetriebe wenig zu tun, die heuer – verschärft durch die Dürre – vielfach um’s Überleben kämpfen. In nahezu allen Landwirtschaftssektoren ist für 2026 ein deutliches Einkommensminus zu erwarten, die Lage auf vielen Höfen ist trotz angekündigter Hilfen prekär“, betont LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger anlässlich der heutigen Veröffentlichung des Grünen Berichts, der für 2025 von einer 18%igen Steigerung der Einkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft im Durchschnitt je Betrieb spricht.

„Auch wenn 2025 ein Plus verzeichnet werden konnte, ist das Gesamtniveau der land- und forstwirtschaftlichen Einkünfte weiterhin unbefriedigend. Wenn ich aus dem Tiefparterre ein paar Schritte nach oben gehe, befinde ich mich noch immer höchstens im Erdgeschoß. Außerdem sagt ein Durchschnittswert wenig über den einzelnen Betrieb aus, es gibt erhebliche Unterschiede – auch je nach Region und Sektor“, gibt Moosbrugger zu bedenken. 

Finanzpolster statt Achterbahnfahrt für Investitionen erforderlich

„Wie schwierig die Einkommensentwicklung in der Land- und Forstwirtschaft ist, verdeutlicht auch die Tatsache, dass viele Betriebe in den letzten Jahren ihre Stalltüren für immer geschlossen haben. Von einem Polster, der für Investitionen dringend notwendig wäre, kann angesichts der Achterbahnfahrt, die bei den bäuerlichen Einkommen herrscht und durch Klima- und Marktturbulenzen verstärkt wird, oftmals keine Rede sein“, gibt Moosbrugger zu bedenken.

Studien verdeutlichen stärkere psychische Belastungen auf Höfen 

„Mehrere Studien aus den letzten Monaten verdeutlichen, dass Bäuerinnen und Bauern im Schnitt stärkeren psychischen Belastungen ausgesetzt sind als die Gesamtgesellschaft. Bürokratie, Preisdruck, zahlreiche Unsicherheiten, aber auch fehlende Erholungszeiten drücken massiv auf das bäuerliche Gemüt. Daran ändert auch ein kurzfristiges, längst aufgebrauchtes Einkommensplus nichts“, betont der LKÖ-Präsident. 

„Wichtig ist, dass wir für die Bäuerinnen und Bauern in diesen auch weltpolitisch unsicheren Zeiten möglichst viel Planbarkeit, Verlässlichkeit sowie rechtliche und finanzielle Sicherheit und Entlastung schaffen, wofür ich mich mit Nachdruck einsetze. Gemeinsam geben wir in der Land- und Forstwirtschaft außerdem unser Bestes, der gesamten Gesellschaft neben den Herausforderungen auch die vielen unverzichtbaren Leistungen näherzubringen, von denen ganz Österreich massiv profitiert. Eine gute Partnerschaft zu den Konsumentinnen und Konsumenten ist von größter Bedeutung“, so Moosbrugger. 

Nur echte Zukunftsperspektiven für Bauern schaffen Versorgungssicherheit

„Nur, wenn wir als Gesamtgesellschaft den Bäuerinnen und Bauern, Forstwirtinnen und Forstwirten echte Zukunftsperspektiven geben, werden sie auch in Zukunft bereit sein, uns alle mit regionalen Lebensmitteln, nachhaltigen Rohstoffen und Energie zu versorgen“, schließt der LKÖ-Präsident auch im Hinblick auf die anstehenden Verhandlungen zum EU-Agrarbudget in den nächsten Monaten. (Schluss)
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