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Wien, 2. Oktober 2026 (aiz.info)

Landwirtschaftsausschuss schnürt Maßnahmenpaket gegen Dürre und Wassermangel

Forschung, Risikomanagement und Stärkung der Wasserinfrastruktur im Fokus - Totschnig kündigt Ausnahmeantrag bei Sikawild an - Bewährte Standards bei Heumilch und AMA geschützt.

Die heimischen Familienbetriebe und die Lebensmittelversorgung gegen Dürre und zunehmende Wetterextreme abzusichern, stand im Zentrum der jüngsten Sitzung des parlamentarischen Landwirtschaftsausschusses. Mit breiter Mehrheit wurde ein umfassender Entschließungsantrag angenommen, der gezielte Maßnahmen zur Stärkung der bäuerlichen Betriebe, zur Förderung klimafitter Bewirtschaftungsformen und zur nachhaltigen Sicherung der Wasserressourcen vorsieht. 

Konkret wird das Landwirtschaftsministerium beauftragt, praxisorientierte Forschung zu Ernährungs- und Versorgungssicherheit sowie zu wassersparenden Produktionstechniken zu forcieren. Besonderes Augenmerk gilt dem Boden- und Wasserschutz: Durch Humusaufbau, den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und gezielten Wasserrückhalt in der Fläche soll die Speicherfähigkeit der landwirtschaftlichen Nutzflächen nachhaltig erhöht werden. Für niederschlagsarme Regionen sind maßgeschneiderte Bewirtschaftungsstrategien, der Ausbau regionaler sowie überregionaler Wasserinfrastrukturen und der Schutz der Grundwasserreserven vorgesehen. 

Schmuckenschlager: „Bäuerliche Leistungen im Agrarumweltprogramm sind Erfolgsgeschichte“

ÖVP-Landwirtschaftssprecher Johannes Schmuckenschlager hob im Ausschuss hervor, dass Österreich mit seinen seit den 1990er-Jahren bewährten Agrarumweltprogrammen eine Vorreiterrolle einnehme. Angesichts veränderter klimatischer Bedingungen brauche es nun vor allem ein funktionierendes Risiko- und Wassermanagement sowie ein zeitgemäßes Weiterdenken bei der Infrastruktur – ohne dabei mit ideologischen Verboten oder Dogmen vorzugehen. Das Paket setze darauf, sowohl die biologische als auch die nachhaltige konventionelle Bewirtschaftung gleichermaßen entlang ihrer Stärken weiterzuentwickeln. 

Einsatz für Sikawildhalter: Minister Totschnig beantragt Ausnahmen in Brüssel

Ein weiteres wichtiges Thema war das von der EU beschlossene Haltungsverbot für Sikawild. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig stellte klar, dass sich Österreich auf europäischer Ebene von Beginn an mit Nachdruck gegen die Aufnahme des Sikawilds in die Liste invasiver Arten gestemmt habe. Da Österreich dabei jedoch überstimmt wurde, ergreife die Bundesregierung nun konkrete Gegenmaßnahmen: Das Ministerium wird gezielte Ausnahmegenehmigungen in Brüssel beantragen, um den Fortbestand der mehr als 200 traditionsreichen heimischen Farmwildbetriebe zu sichern. Eine Entscheidung dazu wird bis Jahresende erwartet, wobei sich Totschnig zuversichtlich zeigte. Nationalratsabgeordneter Andreas Kühberger unterstrich den raschen und entschlossenen Einsatz des Ministers zum Schutz der betroffenen Züchter. 

Bäuerliche Qualitätsstandards und AMA-Gremien geschützt

Keinen Raum gab der Ausschuss Vorschlägen, die mühsam aufgebauten Marktchancen heimischer Leitsektoren durch voreilige Abweichungen zu schwächen. Zur Diskussion um eine dürrebedingte Lockerung des Silageverzichts bei der Heumilch betonte Ausschussobmann Georg Strasser, dass eine solche Aufweichung nicht zuletzt von den Betroffenen selbst abgelehnt werde: Der Verzicht auf Silage bilde das Fundament der Marke Heumilch und sei ein unverzichtbares Verkaufsargument am Markt, das man keinesfalls gefährden dürfe. Josef Hechenberger ergänzte, dass eine ungleiche Handhabung von Auflagen bei vollem Prämienerhalt ungerecht gegenüber jenen Betrieben wäre, welche die Vorgaben verlässlich erfüllen. 

Klaus Lindinger trat zudem Vorstößen entgegen, die Zusammensetzung des Verwaltungsrats der Agrarmarkt Austria (AMA) parteipolitisch zu besetzen. Die bewährte Verankerung durch die Sozialpartner stelle sicher, dass die Sach- und Fachkompetenz der landwirtschaftlichen Praxis im Vordergrund stehe und die AMA unabhängig von politischem Parteienkalkül agieren könne. (Schluss)
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