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Bukarest, 16. September 2026 (aiz.info)

Krawalle bei Protesten von Hirten und Bauern in Rumänien

15 Verdächtige auf Polizeiwachen gebracht - 24 Personen ärztlich versorgt

Bei Protesten von Hirten und Bauern ist es im Zentrum von Rumäniens Hauptstadt Bukarest zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und der Polizei gekommen. Medienberichten zufolge beteiligten sich rund 3.000 Landwirte an den Protesten, bei denen auch der Autoverkehr blockiert und Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen wurden. Die Beamten setzten Tränengas ein, wie die APA berichtet.

Bei den Ausschreitungen wurden mindestens 15 Verdächtige zur Feststellung der Personalien auf Polizeiwachen gebracht. 24 Demonstranten und Polizisten mussten ärztlich versorgt werden - teils wegen Knochenbrüchen, teils wegen Beschwerden durch das Tränengas. Regierung und Opposition riefen die Demonstrierenden zum Gewaltverzicht auf.

Exportverbot sorgt für Aufregung

Die Schaf- und Ziegenhirten protestierten gegen eine Verlängerung des Exportverbots für ihre Tiere bis zum Jahresende. Grund für die Maßnahme sind mehrere Ausbrüche von Schaf- und Ziegenpest, einer meldepflichtigen Viruserkrankung, in Rumänien.

Die Demonstrierenden verlangten, dass die Exportverbote nur für die von der Seuche betroffenen Betriebe gelten, nicht für das ganze Land. Viele Bauern sind zudem unzufrieden mit den Entschädigungen für Ernte-Ausfälle durch die Dürre, den niedrigen Verkaufspreisen für ihre Produkte und den hohen Energiepreisen.

Vorwürfe an Rechtsextreme wegen mutmaßlicher Anstiftung

Der extrem rechte Oppositionsführer George Simion nannte die Anliegen der Hirten und Bauern legitim. Er warnte allerdings davor, "in die Falle von Provokateuren zu tappen" und sich von "ausländischen Interessen" spalten zu lassen. Simions Partei AUR ist die stärkste Kraft in Rumäniens Parlament.

Allerdings waren mehrere AUR-Abgeordnete bei der Demonstration dabei. Mit Blick darauf beklagte die bürgerlich-liberale Vize-Regierungschefin Oana Gheorghiu, dass "extremistische Politiker" den "legitimen Bauernprotest infiltriert" hätten, um zu Gewalt anzustiften und Chaos zu provozieren. Medien berichteten, dass viele der Festgenommenen weder Bauern noch Hirten seien. (Schluss)
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