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Linz, 1. April 2026 (aiz.info)

Hundekot und Littering: Wenn Rücksichtslosigkeit zur Gefahr wird

Besonders gefährlich ist die Infektion von Rindern durch Neosporose

Es ist ein vertrauter Anblick in der Umgebung von Oberösterreichs oft viel frequentierten Spazierwegen: Neben den beliebten „Gassiwegen“ gibt es viele mit Hundekot verschmutzte Wiesen. Dies ist kein „Kavaliersdelikt“, sondern stellt ein ernstes Risiko für die Tiergesundheit dar, nicht zuletzt wegen der drohenden Infektionsgefahr von Rindern durch die sogenannte Neosporose, wenn sie durch Hundekot verschmutztes Gras fressen. Hinzu kommt oftmals noch die Belastung durch achtlos weggeworfenen Müll entlang von Wiesen und Feldern, die an Straßenrändern liegen. 

Hundekot auf Grünland ist mehr als eine optische Beeinträchtigung. In den Ausscheidungen können infektiöse Parasiteneier des Erregers Neospora caninum enthalten sein – dem Auslöser der für Rinder hochgefährlichen Neosporose. Die Übertragung geschieht besonders häufig, wenn Hunde rohes Fleisch erhalten oder während des Freilaufs Kontakt zu infiziertem Material wie Mäusen haben. Die Folge in den Rinderställen, wenn Tiere mit den Ausscheidungen in Kontakt kommen: Fehlgeburten, Totgeburten oder lebensschwache Kälber, oftmals ohne Behandlungsmöglichkeit. 

„Unsere Bäuerinnen und Bauern wollen sichere Lebensmittel erzeugen. Dazu gehört, dass auf den Wiesen kein Hundekot liegt, schon aus Respekt gegenüber unseren Tieren. Wir appellieren eindringlich: Hunde anleinen, auf Wegen bleiben und das „Sackerl fürs Gackerl“ verwenden. Rücksichtnahme ist hier kein Extra, sondern eine Notwendigkeit“, appelliert Landwirtschaftskammer OÖ-Präsident Franz Waldenberger an die Hundebesitzerinnen und -besitzer.

Littering – eine unterschätzte Gefahr für Tiere und Flächen

Nicht nur Hundekot, auch Müll, der entlang von Straßen auf Wiesen und Feldern landet, wird Jahr für Jahr zum ernsten Problem. Besonders Getränkedosen und Plastikflaschen werden bei der Ernte zerkleinert und gelangen über das Futter in die Mägen der Tiere. Die Folgen reichen von inneren Verletzungen bis zum qualvollen Tod. 

Fehlender Respekt vor der Landschaft und der bäuerlichen Arbeit zeigt sich in der Größenordnung des Problems: Allein entlang von Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen wurden im Jahr 2024 laut Asfinag rund 9.000 Tonnen Müll eingesammelt. Für die Landwirtschaft bedeutet das zusätzliche Kosten, einen zusätzlichen Zeitaufwand und zusätzliche Gefahr für die Tiere.

„Unsere Felder sind keine Müllkippe. Wer Verpackungen oder auch Zigarettenstummel aus dem Autofenster wirft, gefährdet Tiergesundheit, Umwelt und das Einkommen von Bäuerinnen und Bauern. Rücksicht und Verantwortungsbewusstsein sind hier unverzichtbar, denn sie bilden die Grundlage für ein gutes Miteinander auf dem Land“, betont Präsident Waldenberger.

Auf Oberösterreichs Wiesen und Feldern bleibt meist der Grundeigentümer auf den Entsorgungskosten sitzen. Das händische Einsammeln des Mülls wird für Landwirte damit zum fixen Zusatzarbeitsgang. 

Appell an alle Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher

Die Landwirtschaftskammer OÖ ruft zu einem respektvollen Umgang mit Wiesen und Feldern auf. Es geht nicht um Verbote, sondern um Selbstverständlichkeiten: Müll mitnehmen, Pfandflaschen zurückbringen, Hundekot entfernen, Wege benutzen.

„Bürgerinnen und Bürger sowie Bäuerinnen und Bauern teilen sich einen gemeinsamen Lebensraum. Ein wenig Rücksicht schützt Tiere und Kulturlandschaft. Der Aufwand, die Hinterlassenschaften des eigenen Hundes oder auch den eigenen Müll selbst zu entsorgen ist jedem und jeder zumutbar, vor allem im Hinblick auf ein gedeihliches Miteinander in Wald und Flur“, ist Waldenberger überzeugt. (Schluss)
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