Holzmarkt - OÖ setzt auf starke Partnerschaft
Langer-Weninger: Arbeitsplätze und Einkommen im ländlichen Raum sichern
In Oberösterreich prägen auf rund 42 Prozent der Landesfläche Wälder die Natur- und Kulturlandschaft. Sie schützen vor Naturgefahren, bieten Erholung, binden CO₂ und liefern mit Holz einen der wichtigsten nachwachsenden Rohstoffe des Landes. Gleichzeitig ist die Forst- und Holzwirtschaft ein zentraler Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum: Vom Forstwirt über die Sägeindustrie bis hin zum Holzbau gibt es entlang der Wertschöpfungskette allein in Oberösterreich rund 43.000 Betriebe.
Runder Tisch für turbulenten Markt
Angesichts der aktuellen Holzmarktsituation, internationaler Unsicherheiten, der Schadholzentwicklung sowie der bevorstehenden Herausforderungen durch die EU-Entwaldungsverordnung lud Forst-Landesrätin Michaela Langer-Weninger Vertreterinnen und Vertreter aus Forstwirtschaft, Holzindustrie, Holzbau und der Verwaltung zum Runden Tisch „Holzmarkt und Forstwirtschaft“ ins Linzer Landhaus.
„Der Wald und die Holzwirtschaft sind für Oberösterreich weit mehr als ein Wirtschaftszweig. Sie sind Klimaschützer, Arbeitgeber, und Stabilitätsfaktor für den ländlichen Raum. Gerade in Zeiten internationaler Unsicherheiten braucht es eine funktionierende Partnerschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Wald bis zum fertigen Holzprodukt“, betont Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger.
Fachlicher Impuls und positive Aussicht
Als fachlicher Impulsgeber beim Runden Tisch Holzmarkt brachte Gerd Ebner, Chefredakteur des Holzkurier und einer der führenden Analysten der mitteleuropäischen Holz- und Sägeindustrie, eine aktuelle Markteinschätzung ein. Er beschreibt die Lage der europäischen und österreichischen Holzbranche als Phase zwischen Stabilisierung und hoher globaler Unsicherheit. „Während sich der Rund- und Schnittholzmarkt derzeit auf niedrigerem Niveau stabilisiert, belasten schwache Baukonjunktur, volatile Preise, hohe Energie- und Finanzierungskosten sowie geopolitische Krisen die Planbarkeit der Betriebe“, so Ebner.
Für Oberösterreich sieht Ebner zugleich besondere Stärken: Die vollständig integrierte Wertschöpfungskette – vom Wald über die Sägeindustrie bis zum modernen Holzbau – mache den Standort widerstandsfähig und zukunftsfähig. Gerade höherwertige Produkte wie Brettsperrholz, Brettschichtholz und industrielle Vorfertigung bieten aus seiner Sicht große Chancen, weil damit mehr regionale Wertschöpfung erzielt werden kann als im reinen Schnittholzexport. Langfristig sieht Ebner daher positive Perspektiven für die heimische Holzbranche, insbesondere durch modernen Holzbau, nachhaltige Baukonzepte und die hohe technische Kompetenz der österreichischen Betriebe.
Markt und Chancen
„Stabile Holzpreise sind entscheidend, damit unsere Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer ihre Wälder aktiv bewirtschaften, pflegen und klimafit umbauen können. Wer klimafitte Wälder will, muss auch die wirtschaftliche Grundlage der Waldbewirtschaftung sichern“, so Langer-Weninger.
Holz sei darüber hinaus ein zentraler Rohstoff für die Energieversorgung und regionales Bauen. Gerade im Holzbau liegen große Chancen: Holz ermöglicht klimafreundliches Bauen, eignet sich besonders für Aufstockungen und Nachverdichtung und kann damit einen Beitrag zur raschen Schaffung von Wohnraum leisten.
EU-Entwaldungsverordnung praxistauglich umsetzen
Kritisch diskutiert wurde auch die EU-Entwaldungsverordnung. Ihr Ziel, globale Entwaldung zu reduzieren, sei grundsätzlich richtig. Für Länder wie Österreich, in denen nachhaltige Waldbewirtschaftung gesetzlich verankert ist und Waldflächen langfristig gesichert sind, brauche es jedoch eine praktikable Umsetzung.
„Die Abholzung von Regenwäldern muss gestoppt werden. Aber die Antwort darauf darf nicht zusätzliche Bürokratie für unsere heimischen Waldbäuerinnen und Waldbauern sein. Österreich ist ein Vorreiter in nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Das muss auf europäischer Ebene anerkannt werden. Wir brauchen eine praxistaugliche Umsetzung statt Bürokratie-Schikanen", betont Langer-Weninger.
Gemeinsames Ziel: Wald, Wirtschaft und Klima stärken
Der Runde Tisch machte deutlich: Die Herausforderungen für die Forst- und Holzwirtschaft reichen von internationalen Märkten über Klimawandel und Schadholz bis hin zu europäischen Vorgaben. Umso wichtiger ist der regelmäßige Austausch innerhalb der Branche. „Wald und Holz sind Zukunftsthemen für Oberösterreich. Wir wollen unsere Wälder klimafit halten, regionale Wertschöpfung sichern, Holz als nachhaltigen Baustoff stärken und die Waldbewirtschaftung für kommende Generationen absichern. Das gelingt nur gemeinsam“, so Langer-Weninger abschließend.
Holzeinschlag stabil – Schadholzmenge deutlich gesunken
Die Holzeinschlagsmeldung für das Kalenderjahr 2025 weist für Oberösterreich eine geerntete Holzmenge von 3,19 Millionen Erntefestmetern aus. Damit lag der Gesamteinschlag um 0,7 Prozent höher als 2024 und rund 2 Prozent über dem Zehnjahresmittel von 3,14 Millionen Erntefestmetern.
Rund 80 Prozent der Einschlagsmenge entfielen auf Nadelholz, 20 Prozent auf Laubholz.
Besonders erfreulich ist die Entwicklung beim Schadholz: Mit 690.000 Erntefestmetern beziehungsweise 22 Prozent des Gesamteinschlags lag der Schadholzanteil deutlich unter dem langjährigen Mittel. Gegenüber 2024 hat sich die Schadholzmenge halbiert. Zum Vergleich: Am Höhepunkt der Borkenkäferkalamität im Jahr 2019 lag die Schadholzmenge mit 2,64 Millionen Erntefestmetern rund viermal so hoch.
„Die rückläufige Schadholzmenge ist eine positive Nachricht für unsere Waldbäuerinnen und Waldbauern. Sie ist aber kein Grund, sich zurückzulehnen. Ein Sturmereignis, Schneebruch oder eine längere Trockenphase können die Lage rasch wieder verschärfen. Deshalb bleiben konsequente Waldpflege, rasche Aufarbeitung und ein aktives Borkenkäfermonitoring entscheidend“, so Langer-Weninger.
Borkenkäfer bleibt Risikofaktor
Nach den intensiven Borkenkäferjahren 2018 und 2019 hatte sich die Schadholzsituation zwischenzeitlich entspannt. In den Jahren 2023 und 2024 führten jedoch Schneebrüche und Stürme wieder zu höheren Schadholzmengen. Auch heuer bleibt die Entwicklung stark von der Witterung abhängig. Das Niederschlagsdefizit seit Jahresbeginn und steigende Temperaturen erhöhen die Anfälligkeit der Fichte.
„Gerade jetzt ist Aufmerksamkeit gefragt. Frischer Stehendbefall muss früh erkannt und befallenes Holz rasch aus dem Wald gebracht werden. Nur so können wir verhindern, dass sich der Borkenkäfer regional wieder massiv vermehrt“, unterstreicht Langer-Weninger. (Schluss)
Runder Tisch für turbulenten Markt
Angesichts der aktuellen Holzmarktsituation, internationaler Unsicherheiten, der Schadholzentwicklung sowie der bevorstehenden Herausforderungen durch die EU-Entwaldungsverordnung lud Forst-Landesrätin Michaela Langer-Weninger Vertreterinnen und Vertreter aus Forstwirtschaft, Holzindustrie, Holzbau und der Verwaltung zum Runden Tisch „Holzmarkt und Forstwirtschaft“ ins Linzer Landhaus.
„Der Wald und die Holzwirtschaft sind für Oberösterreich weit mehr als ein Wirtschaftszweig. Sie sind Klimaschützer, Arbeitgeber, und Stabilitätsfaktor für den ländlichen Raum. Gerade in Zeiten internationaler Unsicherheiten braucht es eine funktionierende Partnerschaft entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Wald bis zum fertigen Holzprodukt“, betont Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger.
Fachlicher Impuls und positive Aussicht
Als fachlicher Impulsgeber beim Runden Tisch Holzmarkt brachte Gerd Ebner, Chefredakteur des Holzkurier und einer der führenden Analysten der mitteleuropäischen Holz- und Sägeindustrie, eine aktuelle Markteinschätzung ein. Er beschreibt die Lage der europäischen und österreichischen Holzbranche als Phase zwischen Stabilisierung und hoher globaler Unsicherheit. „Während sich der Rund- und Schnittholzmarkt derzeit auf niedrigerem Niveau stabilisiert, belasten schwache Baukonjunktur, volatile Preise, hohe Energie- und Finanzierungskosten sowie geopolitische Krisen die Planbarkeit der Betriebe“, so Ebner.
Für Oberösterreich sieht Ebner zugleich besondere Stärken: Die vollständig integrierte Wertschöpfungskette – vom Wald über die Sägeindustrie bis zum modernen Holzbau – mache den Standort widerstandsfähig und zukunftsfähig. Gerade höherwertige Produkte wie Brettsperrholz, Brettschichtholz und industrielle Vorfertigung bieten aus seiner Sicht große Chancen, weil damit mehr regionale Wertschöpfung erzielt werden kann als im reinen Schnittholzexport. Langfristig sieht Ebner daher positive Perspektiven für die heimische Holzbranche, insbesondere durch modernen Holzbau, nachhaltige Baukonzepte und die hohe technische Kompetenz der österreichischen Betriebe.
Markt und Chancen
„Stabile Holzpreise sind entscheidend, damit unsere Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer ihre Wälder aktiv bewirtschaften, pflegen und klimafit umbauen können. Wer klimafitte Wälder will, muss auch die wirtschaftliche Grundlage der Waldbewirtschaftung sichern“, so Langer-Weninger.
Holz sei darüber hinaus ein zentraler Rohstoff für die Energieversorgung und regionales Bauen. Gerade im Holzbau liegen große Chancen: Holz ermöglicht klimafreundliches Bauen, eignet sich besonders für Aufstockungen und Nachverdichtung und kann damit einen Beitrag zur raschen Schaffung von Wohnraum leisten.
EU-Entwaldungsverordnung praxistauglich umsetzen
Kritisch diskutiert wurde auch die EU-Entwaldungsverordnung. Ihr Ziel, globale Entwaldung zu reduzieren, sei grundsätzlich richtig. Für Länder wie Österreich, in denen nachhaltige Waldbewirtschaftung gesetzlich verankert ist und Waldflächen langfristig gesichert sind, brauche es jedoch eine praktikable Umsetzung.
„Die Abholzung von Regenwäldern muss gestoppt werden. Aber die Antwort darauf darf nicht zusätzliche Bürokratie für unsere heimischen Waldbäuerinnen und Waldbauern sein. Österreich ist ein Vorreiter in nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Das muss auf europäischer Ebene anerkannt werden. Wir brauchen eine praxistaugliche Umsetzung statt Bürokratie-Schikanen", betont Langer-Weninger.
Gemeinsames Ziel: Wald, Wirtschaft und Klima stärken
Der Runde Tisch machte deutlich: Die Herausforderungen für die Forst- und Holzwirtschaft reichen von internationalen Märkten über Klimawandel und Schadholz bis hin zu europäischen Vorgaben. Umso wichtiger ist der regelmäßige Austausch innerhalb der Branche. „Wald und Holz sind Zukunftsthemen für Oberösterreich. Wir wollen unsere Wälder klimafit halten, regionale Wertschöpfung sichern, Holz als nachhaltigen Baustoff stärken und die Waldbewirtschaftung für kommende Generationen absichern. Das gelingt nur gemeinsam“, so Langer-Weninger abschließend.
Holzeinschlag stabil – Schadholzmenge deutlich gesunken
Die Holzeinschlagsmeldung für das Kalenderjahr 2025 weist für Oberösterreich eine geerntete Holzmenge von 3,19 Millionen Erntefestmetern aus. Damit lag der Gesamteinschlag um 0,7 Prozent höher als 2024 und rund 2 Prozent über dem Zehnjahresmittel von 3,14 Millionen Erntefestmetern.
Rund 80 Prozent der Einschlagsmenge entfielen auf Nadelholz, 20 Prozent auf Laubholz.
Besonders erfreulich ist die Entwicklung beim Schadholz: Mit 690.000 Erntefestmetern beziehungsweise 22 Prozent des Gesamteinschlags lag der Schadholzanteil deutlich unter dem langjährigen Mittel. Gegenüber 2024 hat sich die Schadholzmenge halbiert. Zum Vergleich: Am Höhepunkt der Borkenkäferkalamität im Jahr 2019 lag die Schadholzmenge mit 2,64 Millionen Erntefestmetern rund viermal so hoch.
„Die rückläufige Schadholzmenge ist eine positive Nachricht für unsere Waldbäuerinnen und Waldbauern. Sie ist aber kein Grund, sich zurückzulehnen. Ein Sturmereignis, Schneebruch oder eine längere Trockenphase können die Lage rasch wieder verschärfen. Deshalb bleiben konsequente Waldpflege, rasche Aufarbeitung und ein aktives Borkenkäfermonitoring entscheidend“, so Langer-Weninger.
Borkenkäfer bleibt Risikofaktor
Nach den intensiven Borkenkäferjahren 2018 und 2019 hatte sich die Schadholzsituation zwischenzeitlich entspannt. In den Jahren 2023 und 2024 führten jedoch Schneebrüche und Stürme wieder zu höheren Schadholzmengen. Auch heuer bleibt die Entwicklung stark von der Witterung abhängig. Das Niederschlagsdefizit seit Jahresbeginn und steigende Temperaturen erhöhen die Anfälligkeit der Fichte.
„Gerade jetzt ist Aufmerksamkeit gefragt. Frischer Stehendbefall muss früh erkannt und befallenes Holz rasch aus dem Wald gebracht werden. Nur so können wir verhindern, dass sich der Borkenkäfer regional wieder massiv vermehrt“, unterstreicht Langer-Weninger. (Schluss)
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