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Kiew, 11. März 2026 (aiz.info)

Hühnerfleisch: Ukrainische Produktion und Exporte sollen steigen

Anpassung an kriegsbedingte Produktionsprobleme erfolgt

In der Ukraine dürften die Produktion und die Exporte von Hühnerfleisch im Jahr 2026 steigen, nachdem sich die inländische Geflügelindustrie an die kriegsbedingten Produktionsprobleme angepasst hat. Das berichtet der Auslandsdienst FAS des US-Agrarministeriums laut MBI in einem aktuellen Bericht. Für 2025 rechnet der FAS demnach mit einem Rückgang der Produktion und der Exporte von Hühnerfleisch aufgrund von Produktions- und Lieferproblemen. Von den Produktionsrückgängen betroffen waren demnach sowohl Europas größter Geflügelproduzent, die ukrainische MHP SE, als auch kleinere Produzenten, die auf den heimischen Markt ausgerichtet sind.
 
Die Exporte der Ukraine in die Europäische Union dürften weiterhin robust bleiben, jedoch auf das im Herbst 2025 ausgehandelte neue Zollkontingent beschränkt sein. Die steigenden Hühnerfleischexporte nach Großbritannien sollen anhalten und könnten die Niederlande als größten Einzelabnehmer der Ukraine ablösen. Auch die EU-Märkte werden aufgrund ihrer geografischen Nähe und der hohen Preise weiterhin bevorzugte Exportziele bleiben. Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine bleibt auch 2026 das größte Risiko für Produktion und Handel.
 
Der FAS schätzt die ukrainische Hühnerfleischproduktion für 2026 auf 1,393 Millionen Tonnen. Das würde geringfügig über den 1,372 Mio t von 2025 liegen, wenngleich immer noch auf relativ niedrigem Niveau, was die langsame Anpassung der Branche an die durch den Krieg bedingten Produktionsherausforderungen zeigt. 2025 führte der Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu vorübergehenden Produktionsstillständen aufgrund von Stromausfällen, Arbeitskräftemangel, steigenden Produktionskosten und sinkender Nachfrage. Obwohl die offiziellen Jahreszahlen zur Hühnerfleischproduktion noch nicht vorliegen, deuten die Tierbestände und Schlachtindikatoren laut dem FAS-Bericht darauf hin, dass sich die Produktion bis Ende 2025 stabilisiert hat.
 
Die inländische Nachfrage nach Hühnerfleisch soll im laufenden Kalenderjahr auf Jahressicht annähernd unverändert bei 975.000 (Vorjahr: 970.000) t verharren. Hühnerfleisch bleibe das preisgünstigste verfügbare Protein, begründen die Analysten ihre Prognose.
 
Die ukrainischen Exporte dieser Fleischsorte sollen 2026 auf 460.000 (Vorjahr: 450.000) t wachsen. Die Ausfuhren nach Großbritannien dürften dabei nach einem neuen bilateralen Handelsabkommen ohne Kontingente und Einfuhrzölle, das im Januar 2026 unterzeichnet wurde, exponentiell zulegen. Das im Oktober 2025 unterzeichnete neue Handelsabkommen mit der EU legt die ukrainischen Exporte für 2026 auf 120.000 t fest. Die Exporte in den Nahen Osten dürften aufgrund von Produktionsbeschränkungen zurückgehen. (Schluss)
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