Große Herausforderungen für Burgenlands Winzer
Weinlese 2026: Rund 30% weniger Ertrag durch Hitze und Trockenheit - Qualität des Jahrgangs vielversprechend, doch Absatz, Kosten, Klimawandel und Amerikanische Rebzikade bereiten der Weinwirtschaft Sorgen.
Rund 2.400 Weinbaubetriebe prägen das Burgenland und machen das Land zu einem der bedeutendsten Weinbaugebiete Österreichs. Für sie ist die heurige Weinlese allerdings eine besondere Herausforderung: Die extreme Hitze und die anhaltende Trockenheit haben die Erntemenge deutlich reduziert. Aktuell wird im Burgenland mit rund 30 Prozent weniger Ertrag als im Vorjahr gerechnet. Gleichzeitig gibt es Grund zur Zuversicht: Die Beeren sind aufgrund der schwierigen Witterungsbedingungen kleiner, weisen dadurch aber eine hohe Konzentration auf. Die Qualität der Trauben wird nach derzeitiger Einschätzung passen. Die Weinwirtschaft erwartet einen sehr konzentrierten, aromatischen und lagerfähigen Jahrgang. Die Weinlese hat heuer rund zwei Wochen früher begonnen. Die außergewöhnlich hohen Temperaturen führen auch dazu, dass viele Winzerinnen und Winzer die Trauben möglichst in den kühleren Morgenstunden oder teilweise sogar in der Nacht ernten. Im Rahmen der Weinlesereise 2026 haben die Landwirtschaftskammer Burgenland und der Weinbauverband Burgenland gemeinsam mit Vertretern der österreichischen und burgenländischen Weinwirtschaft auf die aktuelle Situation geblickt und über die Zukunft des Weinbaus diskutiert.
Berlakovich: „30 Prozent weniger Ertrag ist für unsere Betriebe massiv“
„Die heurige Weinlese zeigt einmal mehr, wie stark der Klimawandel mittlerweile im Weingarten angekommen ist. Rund 30 Prozent weniger Ertrag sind für unsere Weinbaubetriebe keine Kleinigkeit, sondern ein massiver wirtschaftlicher Einschnitt“, erklärt LK Burgenland-Präsident Nikolaus Berlakovich.
Gleichzeitig müsse man den Jahrgang differenziert betrachten: „Einerseits ist zwar weniger Menge vorhanden, andererseits sind die Beeren kleiner und dadurch sehr konzentriert. Nach derzeitigem Stand erwarten wir einen sehr konzentrierten, aromatischen und lagerfähigen Jahrgang. Das ist die positive Nachricht.“ Die wirtschaftliche Situation der Betriebe dürfe dennoch nicht aus dem Blick geraten: „Unsere Winzer investieren das ganze Jahr über viel Arbeit, Kapital und Know-how. Wenn dann aufgrund von Trockenheit und Hitze ein erheblicher Teil der Ernte wegfällt, während die Kosten weiterlaufen, wird die wirtschaftliche Situation entsprechend schwieriger. Die Betriebe können die Folgen des Klimawandels, steigender Kosten und eines schwieriger werdenden Marktes nicht allein abfedern.“
Eine zusätzliche große Sorge der Winzerinnen und Winzer sei derzeit die Amerikanische Rebzikade und die Gefahr einer weiteren Ausbreitung der Goldgelben Vergilbung. „Hier müssen wir gemeinsam alles daransetzen, dass aus einer großen Sorge kein noch größeres Problem für unseren Weinbau wird. Die Landwirtschaftskammer steht dabei voll an der Seite unserer Winzerinnen und Winzer. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind derzeit intensiv im Einsatz, direkt vor Ort in den Weinbaugebieten, beraten die Betriebe, informieren über notwendige Maßnahmen und unterstützen mit Schulungen und unserem umfassenden Beratungsangebot.“ Berlakovich weiters: „Wir können die Herausforderungen insgesamt nicht mit einer einzigen Maßnahme lösen. Die gesamte Weinwirtschaft muss an mehreren Schrauben drehen, damit der Weinbau auch in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich möglich ist.“
Liegenfeld: „Die Konsumenten können sich auf einen fruchtigen Jahrgang freuen“
„Die heurige Weinlese ist von den schwierigen Witterungsbedingungen geprägt. Wir haben rund zwei Wochen früher mit der Lese begonnen und müssen aufgrund der Trockenheit mit rund 30 Prozent weniger Ertrag rechnen. Umso erfreulicher ist, was wir derzeit im Keller sehen und verkosten können. Die Trauben sind sehr gesund und die ersten Moste überraschen mit einer ausgesprochen schönen Fruchtigkeit“, erklärt Andreas Liegenfeld, Präsident des Weinbauverbandes Burgenland.
„Die Witterung hat zwar zu kleineren Beeren und damit zu weniger Menge geführt, gleichzeitig hatten wir aufgrund der trockenen Bedingungen sehr gesunde Trauben. Besonders positiv sei die Aromatik der ersten Moste: „Die Moste zeigen sich heuer überraschend fruchtig und aromatisch. Nach dem, was wir derzeit sehen, können sich die Konsumentinnen und Konsumenten auf einen sehr schönen, fruchtbetonten Jahrgang freuen.“ Die frühe Lese und die hohen Temperaturen stellen die Betriebe allerdings vor zusätzliche Herausforderungen. „Weniger Menge ist für unsere Betriebe sehr schmerzhaft. Aber wenn wir auf die Qualität schauen, gibt es derzeit durchaus Grund zur Freude. Die ersten Eindrücke stimmen uns positiv – und am Ende ist es genau das, worauf es ankommt: dass wir unseren Konsumentinnen und Konsumenten wieder hervorragende burgenländische Weine anbieten können“, betont Liegenfeld.
Oschep: „Die Zeit des Weinverteilens ist vorbei – jetzt geht es um den Verkauf“
Herbert Oschep, Obmann von Wein Burgenland, sieht vor allem die Marktsituation als zentrale Herausforderung: „Wir haben ausgezeichnete Weine, aber der Markt ist schwieriger geworden. Die Konsumentinnen und Konsumenten trinken bewusster und insgesamt verändert sich der Weinkonsum. Gleichzeitig gibt es international mehr Angebot als Nachfrage.“ Deshalb müsse die Branche stärker auf Vermarktung und Wertschöpfung setzen: „Die Zeit des Weinverteilens ist vorbei, jetzt geht es um das Verkaufen. Wir müssen unseren Wein noch stärker als Qualitätsprodukt positionieren und den Konsumentinnen und Konsumenten vermitteln, warum heimischer Wein seinen Preis wert ist.“ Dabei gelte es auch, neue Wege zu gehen: „Wir müssen unsere Weine dort präsentieren, wo Menschen heute ihre Kaufentscheidungen treffen. Veranstaltungen, Gastronomie, Tourismus, Online-Kommunikation und soziale Medien bieten große Chancen.“
Trotz Herausforderungen: Optimismus für den Jahrgang
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen überwiegt bei den Weinbauvertretern die Zuversicht, was die Qualität des heurigen Jahrgangs betrifft. „Wir ernten heuer weniger, aber wir erwarten einen sehr konzentrierten, aromatischen und lagerfähigen Jahrgang, lautet die gemeinsame Einschätzung der Weinwirtschaft.“
Für LK Burgenland-Präsident Berlakovich ist deshalb klar: „Der burgenländische Weinbau hat in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder bewiesen, dass er mit Veränderungen umgehen kann. Unsere Winzerinnen und Winzer sind innovativ, qualitätsorientiert und bereit, neue Wege zu gehen. Jetzt müssen wir gemeinsam dafür sorgen, dass sie auch die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen dafür haben.“
Rund 2.400 Weinbaubetriebe im Burgenland stehen damit vor einer doppelten Aufgabe: Sie müssen sich an ein sich veränderndes Klima und einen sich verändernden Markt anpassen. Der heurige Jahrgang zeigt aber auch: Trotz aller Herausforderungen bleibt die Qualität des burgenländischen Weins ein starkes Fundament für die Zukunft. (Schluss)
Berlakovich: „30 Prozent weniger Ertrag ist für unsere Betriebe massiv“
„Die heurige Weinlese zeigt einmal mehr, wie stark der Klimawandel mittlerweile im Weingarten angekommen ist. Rund 30 Prozent weniger Ertrag sind für unsere Weinbaubetriebe keine Kleinigkeit, sondern ein massiver wirtschaftlicher Einschnitt“, erklärt LK Burgenland-Präsident Nikolaus Berlakovich.
Gleichzeitig müsse man den Jahrgang differenziert betrachten: „Einerseits ist zwar weniger Menge vorhanden, andererseits sind die Beeren kleiner und dadurch sehr konzentriert. Nach derzeitigem Stand erwarten wir einen sehr konzentrierten, aromatischen und lagerfähigen Jahrgang. Das ist die positive Nachricht.“ Die wirtschaftliche Situation der Betriebe dürfe dennoch nicht aus dem Blick geraten: „Unsere Winzer investieren das ganze Jahr über viel Arbeit, Kapital und Know-how. Wenn dann aufgrund von Trockenheit und Hitze ein erheblicher Teil der Ernte wegfällt, während die Kosten weiterlaufen, wird die wirtschaftliche Situation entsprechend schwieriger. Die Betriebe können die Folgen des Klimawandels, steigender Kosten und eines schwieriger werdenden Marktes nicht allein abfedern.“
Eine zusätzliche große Sorge der Winzerinnen und Winzer sei derzeit die Amerikanische Rebzikade und die Gefahr einer weiteren Ausbreitung der Goldgelben Vergilbung. „Hier müssen wir gemeinsam alles daransetzen, dass aus einer großen Sorge kein noch größeres Problem für unseren Weinbau wird. Die Landwirtschaftskammer steht dabei voll an der Seite unserer Winzerinnen und Winzer. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind derzeit intensiv im Einsatz, direkt vor Ort in den Weinbaugebieten, beraten die Betriebe, informieren über notwendige Maßnahmen und unterstützen mit Schulungen und unserem umfassenden Beratungsangebot.“ Berlakovich weiters: „Wir können die Herausforderungen insgesamt nicht mit einer einzigen Maßnahme lösen. Die gesamte Weinwirtschaft muss an mehreren Schrauben drehen, damit der Weinbau auch in Zukunft wirtschaftlich erfolgreich möglich ist.“
Liegenfeld: „Die Konsumenten können sich auf einen fruchtigen Jahrgang freuen“
„Die heurige Weinlese ist von den schwierigen Witterungsbedingungen geprägt. Wir haben rund zwei Wochen früher mit der Lese begonnen und müssen aufgrund der Trockenheit mit rund 30 Prozent weniger Ertrag rechnen. Umso erfreulicher ist, was wir derzeit im Keller sehen und verkosten können. Die Trauben sind sehr gesund und die ersten Moste überraschen mit einer ausgesprochen schönen Fruchtigkeit“, erklärt Andreas Liegenfeld, Präsident des Weinbauverbandes Burgenland.
„Die Witterung hat zwar zu kleineren Beeren und damit zu weniger Menge geführt, gleichzeitig hatten wir aufgrund der trockenen Bedingungen sehr gesunde Trauben. Besonders positiv sei die Aromatik der ersten Moste: „Die Moste zeigen sich heuer überraschend fruchtig und aromatisch. Nach dem, was wir derzeit sehen, können sich die Konsumentinnen und Konsumenten auf einen sehr schönen, fruchtbetonten Jahrgang freuen.“ Die frühe Lese und die hohen Temperaturen stellen die Betriebe allerdings vor zusätzliche Herausforderungen. „Weniger Menge ist für unsere Betriebe sehr schmerzhaft. Aber wenn wir auf die Qualität schauen, gibt es derzeit durchaus Grund zur Freude. Die ersten Eindrücke stimmen uns positiv – und am Ende ist es genau das, worauf es ankommt: dass wir unseren Konsumentinnen und Konsumenten wieder hervorragende burgenländische Weine anbieten können“, betont Liegenfeld.
Oschep: „Die Zeit des Weinverteilens ist vorbei – jetzt geht es um den Verkauf“
Herbert Oschep, Obmann von Wein Burgenland, sieht vor allem die Marktsituation als zentrale Herausforderung: „Wir haben ausgezeichnete Weine, aber der Markt ist schwieriger geworden. Die Konsumentinnen und Konsumenten trinken bewusster und insgesamt verändert sich der Weinkonsum. Gleichzeitig gibt es international mehr Angebot als Nachfrage.“ Deshalb müsse die Branche stärker auf Vermarktung und Wertschöpfung setzen: „Die Zeit des Weinverteilens ist vorbei, jetzt geht es um das Verkaufen. Wir müssen unseren Wein noch stärker als Qualitätsprodukt positionieren und den Konsumentinnen und Konsumenten vermitteln, warum heimischer Wein seinen Preis wert ist.“ Dabei gelte es auch, neue Wege zu gehen: „Wir müssen unsere Weine dort präsentieren, wo Menschen heute ihre Kaufentscheidungen treffen. Veranstaltungen, Gastronomie, Tourismus, Online-Kommunikation und soziale Medien bieten große Chancen.“
Trotz Herausforderungen: Optimismus für den Jahrgang
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen überwiegt bei den Weinbauvertretern die Zuversicht, was die Qualität des heurigen Jahrgangs betrifft. „Wir ernten heuer weniger, aber wir erwarten einen sehr konzentrierten, aromatischen und lagerfähigen Jahrgang, lautet die gemeinsame Einschätzung der Weinwirtschaft.“
Für LK Burgenland-Präsident Berlakovich ist deshalb klar: „Der burgenländische Weinbau hat in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder bewiesen, dass er mit Veränderungen umgehen kann. Unsere Winzerinnen und Winzer sind innovativ, qualitätsorientiert und bereit, neue Wege zu gehen. Jetzt müssen wir gemeinsam dafür sorgen, dass sie auch die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen dafür haben.“
Rund 2.400 Weinbaubetriebe im Burgenland stehen damit vor einer doppelten Aufgabe: Sie müssen sich an ein sich veränderndes Klima und einen sich verändernden Markt anpassen. Der heurige Jahrgang zeigt aber auch: Trotz aller Herausforderungen bleibt die Qualität des burgenländischen Weins ein starkes Fundament für die Zukunft. (Schluss)
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