Geflügelfleisch ist stark gefragt - Bedarf an Mastbetrieben steigt
Bis 2035 ein Anstieg des Verbrauchs um rund 22% erwartet
Hühnerfleisch liegt im Trend, und das nicht nur in Österreich. Prognosen zufolge wird der globale Fleischkonsum bis 2035 in allen Sparten zulegen, besonders dynamisch jedoch bei Geflügelfleisch und Eiern. Für Geflügelfleisch wird bis 2035 ein Anstieg des Verbrauchs um rund 22% erwartet, bei Eiern um etwa 20%. Andere Fleischarten entwickeln sich deutlich schwächer. Auch innerhalb der Europäischen Union zeigt sich ein ähnliches Bild: Der Konsum von Geflügelfleisch und Eiern wächst.
"Geflügel bleibt klar das wachstumsstärkste Fleischsegment. Der Eigenversorgungsgrad liegt in Österreich derzeit bei 74%, bei Hühnerfleisch bei 81%. Pro Kopf werden jährlich 13,8 Kilogramm Geflügelfleisch konsumiert, davon 10,84 Kilogramm Hühnerfleisch. Auch der Trend zu proteinreicher Ernährung stützt die Nachfrage. Entscheidende Faktoren für den Markterfolg sind die Schnelligkeit in der Zubereitung, die Qualität und ein attraktives Preisniveau. Ziel der Landwirtschaft ist es, dieses Wachstum durch eine Ausweitung der Produktion zu begleiten. Dazu sollen in den kommenden Jahren österreichweit rund 150 neue Mastbetriebe entstehen", erklärt Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich. Die Branche steht aber auch vor massiven Herausforderungen: Überlange Genehmigungsverfahren, steigende Dokumentationspflichten und komplexe Umwelt- und Raumordnungsvorschriften belasten viele Betriebe. In Bezug auf die EU-Industrieemissions-Richtlinie fehlen derzeit die EU-Vorgaben für die nationale Umsetzung.
Geflügelhaltung ist Landwirtschaft - keine Industrie
Die Geflügelproduktion in Österreich ist kleinstrukturiert und überwiegend in bäuerlichen Familienbetrieben organisiert. Im Gegensatz dazu dominieren in Ländern wie Spanien, Polen oder Ungarn großindustrielle Anlagen mit zahlreichen Stallungen an einem Standort. Trotzdem wird die EU-Industrieemissionsrichtlinie (IED) künftig unabhängig von der Betriebsgröße auf alle Geflügelhaltungen angewendet. “Aus Sicht der Branche stehen diese Vorgaben in keinem Verhältnis zur kleinstrukturierten Landwirtschaft. Bereits heute werden im Rahmen von Bauverfahren Umwelt- und Nachbarschaftsinteressen umfassend geprüft. Die Geflügelwirtschaft fordert daher eine Anhebung der Schwellenwerte sowie Ausnahmen für Tierwohl- und Biobetriebe. Gleichzeitig wird verlangt, dass Importprodukte aus Nicht-EU-Staaten gleichwertige Tierwohl-, Umwelt- und Naturschutzstandards erfüllen“, erläutert Markus LUKAS, Obmann der Geflügelwirtschaft Österreich.
40 Jahre GGÖ: Starke Interessenvertretung der Geflügelhalter
Die Geflügelmastgenossenschaft Österreich (GGÖ) wurde 1986 als Erzeugergemeinschaft gegründet, um Preisrückgänge im Markt abzufedern und die Position der Betriebe zu stärken. Heute betreut sie rund 300 landwirtschaftliche Betriebe aus Hühner- und Putenmast sowie der Bruteierproduktion in wirtschaftlichen Fragen wie Verträgen und Konditionen. Darüber hinaus ist die GGÖ auch in fachlichen und agrarpolitischen Themen ein zentraler Ansprechpartner. Gemeinsam mit anderen Erzeugergemeinschaften ist sie unter dem Dach der Landwirtschaftskammer Oberösterreich angesiedelt, jenem Bundesland, das insgesamt führend in der Tierproduktion ist.
Den vollständigen Text können Sie im Download nachlesen. (Schluss)
"Geflügel bleibt klar das wachstumsstärkste Fleischsegment. Der Eigenversorgungsgrad liegt in Österreich derzeit bei 74%, bei Hühnerfleisch bei 81%. Pro Kopf werden jährlich 13,8 Kilogramm Geflügelfleisch konsumiert, davon 10,84 Kilogramm Hühnerfleisch. Auch der Trend zu proteinreicher Ernährung stützt die Nachfrage. Entscheidende Faktoren für den Markterfolg sind die Schnelligkeit in der Zubereitung, die Qualität und ein attraktives Preisniveau. Ziel der Landwirtschaft ist es, dieses Wachstum durch eine Ausweitung der Produktion zu begleiten. Dazu sollen in den kommenden Jahren österreichweit rund 150 neue Mastbetriebe entstehen", erklärt Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich. Die Branche steht aber auch vor massiven Herausforderungen: Überlange Genehmigungsverfahren, steigende Dokumentationspflichten und komplexe Umwelt- und Raumordnungsvorschriften belasten viele Betriebe. In Bezug auf die EU-Industrieemissions-Richtlinie fehlen derzeit die EU-Vorgaben für die nationale Umsetzung.
Geflügelhaltung ist Landwirtschaft - keine Industrie
Die Geflügelproduktion in Österreich ist kleinstrukturiert und überwiegend in bäuerlichen Familienbetrieben organisiert. Im Gegensatz dazu dominieren in Ländern wie Spanien, Polen oder Ungarn großindustrielle Anlagen mit zahlreichen Stallungen an einem Standort. Trotzdem wird die EU-Industrieemissionsrichtlinie (IED) künftig unabhängig von der Betriebsgröße auf alle Geflügelhaltungen angewendet. “Aus Sicht der Branche stehen diese Vorgaben in keinem Verhältnis zur kleinstrukturierten Landwirtschaft. Bereits heute werden im Rahmen von Bauverfahren Umwelt- und Nachbarschaftsinteressen umfassend geprüft. Die Geflügelwirtschaft fordert daher eine Anhebung der Schwellenwerte sowie Ausnahmen für Tierwohl- und Biobetriebe. Gleichzeitig wird verlangt, dass Importprodukte aus Nicht-EU-Staaten gleichwertige Tierwohl-, Umwelt- und Naturschutzstandards erfüllen“, erläutert Markus LUKAS, Obmann der Geflügelwirtschaft Österreich.
40 Jahre GGÖ: Starke Interessenvertretung der Geflügelhalter
Die Geflügelmastgenossenschaft Österreich (GGÖ) wurde 1986 als Erzeugergemeinschaft gegründet, um Preisrückgänge im Markt abzufedern und die Position der Betriebe zu stärken. Heute betreut sie rund 300 landwirtschaftliche Betriebe aus Hühner- und Putenmast sowie der Bruteierproduktion in wirtschaftlichen Fragen wie Verträgen und Konditionen. Darüber hinaus ist die GGÖ auch in fachlichen und agrarpolitischen Themen ein zentraler Ansprechpartner. Gemeinsam mit anderen Erzeugergemeinschaften ist sie unter dem Dach der Landwirtschaftskammer Oberösterreich angesiedelt, jenem Bundesland, das insgesamt führend in der Tierproduktion ist.
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