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Brüssel, 12. August 2026 (aiz.info)

EU-Rinderbestand 2025 langsamer gesunken

Milchkuhbestände schrumpfen

Der Rinderbestand in der EU ist 2025 erneut gesunken. Nach den jüngsten Eurostat-Daten wurden 71,58 Millionen Rinder gezählt. Das waren 0,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und 9,7 Prozent oder 7,7 Millionen Tiere weniger als 2015, wie die britische Branchenorganisation AHDB weiter berichtet. Damit setzte sich der seit 2016 anhaltende jährliche Bestandsrückgang fort, allerdings verlangsamte er sich 2025. 

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung demnach bei dem Bestand an Kühen. Er sank 2025 auf 29,10 Millionen Tiere und lag damit 10 Prozent unter dem Niveau von 2015. Der Milchkuhbestand verringerte sich binnen Jahresfrist um 1,1 Prozent auf 19,02 Millionen Tiere und seit 2015 um 12,2 Prozent. Produktivitätssteigerungen ermöglichen es den Betrieben, mit weniger Kühen mehr Milch zu erzeugen. Milchkühe stellen rund 65 Prozent des gesamten Kuhbestands. Der Bestand an Mutterkühen war mit 10,08 Millionen Tieren dagegen stabiler und lag nur 6,6 Prozent unter dem Wert von 2015. 

Auch bei den Nachzuchttieren zeichnet sich ein weiterer Bestandsrückgang ab. Die Zahl der ein- bis zweijährigen Färsen sank um 1,8 Prozent auf 9,71 Millionen Tiere und liegt damit 11 Prozent unter dem Niveau von 2015. Die geringere Zahl an Nachzuchttieren begrenzt kurzfristig die Möglichkeiten für eine Stabilisierung des Kuhbestands. 

Bei den Tieren unter einem Jahr gab es dagegen einen leichten Anstieg um 0,3 Prozent auf 22,03 Millionen Tiere. Dies könnte auf eine beginnende Stabilisierung hindeuten, sollte wegen des niedrigen Ausgangsniveaus aber nicht überbewertet werden. Die Zahl der ein- bis zweijährigen Rinder sank hingegen um 1,2 Prozent auf 14,30 Millionen Tiere. Diese Altersgruppe ist für das Schlachtviehangebot des kommenden Jahres besonders relevant und liegt 11 Prozent unter dem Wert von 2015. Damit dürfte das Angebot an Schlachtrindern auch 2026 unter Druck bleiben. 

Frankreich bleibt mit 16,24 Millionen Rindern und einem Anteil von 22,7 Prozent am EU-Bestand der mit Abstand größte Rinderproduzent. Deutschland folgt mit 10,42 Millionen Tieren bzw 14,6 Prozent. Spanien und Irland kommen jeweils auf 8,8 Prozent, Polen auf 8,6 Prozent und Italien auf 8,1 Prozent. Die fünf größten Bestände vereinen damit mehr als 60 Prozent des EU-Bestands auf sich. 

Der langfristige Rückgang konzentriert sich vor allem auf die traditionellen Rinderbestände in Westeuropa. Seit 2015 schrumpfte der Bestand in Frankreich um 16,2 Prozent, in Deutschland um 17,5 Prozent, in den Niederlanden um 17,8 Prozent und in Belgien um 15,0 Prozent. Dagegen stiegen die Bestände in Spanien um 1,9 Prozent und in Polen um 6,6 Prozent. Dadurch verlagert sich der Schwerpunkt der EU-Rinderhaltung zunehmend nach Süden und Osten. 

Frankreich verfügt mit 3,63 Millionen Mutterkühen gegenüber 2,98 Millionen Milchkühen über den größten Mutterkuhbestand der EU. Damit bleibt das Land der wichtigste Rindfleischproduzent des Staatenblocks, wie AHDB abschließend berichtet. (Schluss)
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