Ein Drittel weniger Zuckerrübenernte in Süddeutschland erwartet
Hitze und SBR-Befall setzen den Beständen im Nachbarland stark zu
Die diesjährigen Witterungsbedingungen setzen den süddeutschen Zuckerrübenbeständen massiv zu. Diese leiden inzwischen unter fehlenden Niederschlägen und anhaltender Hitze. Gleichzeitig treten die Krankheiten SBR und Stolbur so früh und so großflächig auf wie nie zuvor. Aufgrund der nun vorliegenden Proberodungsergebnisse rechnet der Verband süddeutscher Zuckerrübenanbauer (VSZ) deshalb mit gravierend geringeren Zuckererträgen als im Vorjahr.
Während die Getreideernte in vielen Regionen bereits abgeschlossen ist, befindet sich die Zuckerrübe im Hochsommer in ihrer entscheidenden Masse- und Zuckerzuwachsphase. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit haben die Pflanzen aber vielerorts ihr Wachstum eingestellt. Selbst auf tiefgründigen Lössstandorten mit normalerweise guter Wasserversorgung zeigen die Bestände inzwischen deutliche Trockenstresssymptome.
Nach Angaben des Dürremonitorings des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) sind die Böden bis in große Tiefen ausgetrocknet. Einzelne Niederschläge könnten die Situation allenfalls kurzfristig entschärfen. Gleichzeitig sagen die aktuellen Wetterprognosen weiterhin heiße Temperaturen und keinen nachhaltigen Regen vorher.
Erschwerend kommt die zunehmende Ausbreitung der Krankheiten SBR und Stolbur hinzu. Trotz umfangreicher Maßnahmen der Anbauer – darunter Pflanzenstärkungsmaßnahmen, Anpassungen der Fruchtfolge sowie Insektizidanwendungen im Rahmen der Notfallzulassungen gegen die Schilf-Glasflügelzikade als Krankheitsüberträger – werden in diesem Jahr so früh wie noch nie erste Symptome in nahezu allen süddeutschen Anbaugebieten festgestellt. Gleichzeitig haben sich die Befallsgebiete räumlich deutlich in Südbayern ausgedehnt. Es ist bekannt, dass Trockenstress die Widerstandskraft der Pflanzen gegenüber den Erregern zusätzlich schwächt. Die Krankheiten führen zu erheblichen Qualitätseinbußen. Die Rüben entwickeln eine gummiartige Konsistenz und enthalten deutlich weniger extrahierbaren Zucker.
Die negative Ernteerwartung wird nun durch die Ende Juli durchgeführten Proberodung der Südzucker AG und der süddeutschen Anbauerverbände bestätigt. Dabei werden in Süddeutschland repräsentative Flächen geerntet und der Zuckergehalt bestimmt, was Rückschlüsse auf die zu erwartenden Erträge zulässt. In allen Regionen liegen die Ernteerwartungen unter dem langjährigen Durchschnitt. Besonders betroffen sind die Anbauregionen Franken, Baden-Württemberg und Hessen-Pfalz. Nach derzeitigem Stand liegen die Ertragsprognosen sogar unter den Kampagnenergebnissen des ebenfalls von extremer Trockenheit und Hitze geprägten Jahres 2015. Die Analysen zeigen zugleich einen leicht erhöhten Zuckergehalt der Rüben (sog. Rosinen-Effekt). Durch den Wasserverlust steigt die Zuckerkonzentration zwar an, die erwarteten, deutlich niedrigeren Rübenerträge können diesen Effekt jedoch bei Weitem nicht ausgleichen.
Selbst wenn in den kommenden Wochen noch nennenswerte Niederschläge fallen sollten, erwarten die Fachleute nur noch begrenzte Ertragszuwächse. Aufgrund der bereits stark reduzierten Blattmasse können die Rüben das Vegetationspotenzial nur noch mit starker Verzögerung nutzen, da zunächst neue Blätter gebildet werden müssen, bevor es ins Ertragswachstum übergeht.
Neben den deutlich geringeren Erträgen je Hektar wirkt sich auch die gegenüber dem Vorjahr erheblich reduzierte Anbaufläche auf die Zuckerproduktion aus. Insgesamt wird deshalb in Süddeutschland voraussichtlich ein Drittel weniger Zucker erzeugt werden als im Vorjahr, so der Verband. (Schluss)
Während die Getreideernte in vielen Regionen bereits abgeschlossen ist, befindet sich die Zuckerrübe im Hochsommer in ihrer entscheidenden Masse- und Zuckerzuwachsphase. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit haben die Pflanzen aber vielerorts ihr Wachstum eingestellt. Selbst auf tiefgründigen Lössstandorten mit normalerweise guter Wasserversorgung zeigen die Bestände inzwischen deutliche Trockenstresssymptome.
Nach Angaben des Dürremonitorings des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) sind die Böden bis in große Tiefen ausgetrocknet. Einzelne Niederschläge könnten die Situation allenfalls kurzfristig entschärfen. Gleichzeitig sagen die aktuellen Wetterprognosen weiterhin heiße Temperaturen und keinen nachhaltigen Regen vorher.
Erschwerend kommt die zunehmende Ausbreitung der Krankheiten SBR und Stolbur hinzu. Trotz umfangreicher Maßnahmen der Anbauer – darunter Pflanzenstärkungsmaßnahmen, Anpassungen der Fruchtfolge sowie Insektizidanwendungen im Rahmen der Notfallzulassungen gegen die Schilf-Glasflügelzikade als Krankheitsüberträger – werden in diesem Jahr so früh wie noch nie erste Symptome in nahezu allen süddeutschen Anbaugebieten festgestellt. Gleichzeitig haben sich die Befallsgebiete räumlich deutlich in Südbayern ausgedehnt. Es ist bekannt, dass Trockenstress die Widerstandskraft der Pflanzen gegenüber den Erregern zusätzlich schwächt. Die Krankheiten führen zu erheblichen Qualitätseinbußen. Die Rüben entwickeln eine gummiartige Konsistenz und enthalten deutlich weniger extrahierbaren Zucker.
Die negative Ernteerwartung wird nun durch die Ende Juli durchgeführten Proberodung der Südzucker AG und der süddeutschen Anbauerverbände bestätigt. Dabei werden in Süddeutschland repräsentative Flächen geerntet und der Zuckergehalt bestimmt, was Rückschlüsse auf die zu erwartenden Erträge zulässt. In allen Regionen liegen die Ernteerwartungen unter dem langjährigen Durchschnitt. Besonders betroffen sind die Anbauregionen Franken, Baden-Württemberg und Hessen-Pfalz. Nach derzeitigem Stand liegen die Ertragsprognosen sogar unter den Kampagnenergebnissen des ebenfalls von extremer Trockenheit und Hitze geprägten Jahres 2015. Die Analysen zeigen zugleich einen leicht erhöhten Zuckergehalt der Rüben (sog. Rosinen-Effekt). Durch den Wasserverlust steigt die Zuckerkonzentration zwar an, die erwarteten, deutlich niedrigeren Rübenerträge können diesen Effekt jedoch bei Weitem nicht ausgleichen.
Selbst wenn in den kommenden Wochen noch nennenswerte Niederschläge fallen sollten, erwarten die Fachleute nur noch begrenzte Ertragszuwächse. Aufgrund der bereits stark reduzierten Blattmasse können die Rüben das Vegetationspotenzial nur noch mit starker Verzögerung nutzen, da zunächst neue Blätter gebildet werden müssen, bevor es ins Ertragswachstum übergeht.
Neben den deutlich geringeren Erträgen je Hektar wirkt sich auch die gegenüber dem Vorjahr erheblich reduzierte Anbaufläche auf die Zuckerproduktion aus. Insgesamt wird deshalb in Süddeutschland voraussichtlich ein Drittel weniger Zucker erzeugt werden als im Vorjahr, so der Verband. (Schluss)
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