Deutschland: Hitzewelle wirkt sich negativ auf Erntemenge aus
DRV korrigiert Prognose für Getreideernte nach unten
Berlin, 17. Juli 2026 – Die Aussichten auf eine überdurchschnittliche Getreideernte in Deutschland haben sich durch die außergewöhnliche Hitzewelle der vergangenen Wochen deutlich eingetrübt. „Die extremen Temperaturen werden vielerorts zu Ertragsverlusten führen“, betont der Getreidemarktexperte des Deutschen Raiffeisenverbands (DRV), Guido Seedler. Er erklärt: „Die Bestände litten massiv unter der Hitze, oftmals wurden Pflanzen sogar notreif, haben also ihre Entwicklung vorzeitig beendet, was zu weniger oder kleineren Körnern in den Ähren führt.“ Vor diesem Hintergrund korrigiert der Verband seine Prognose für die diesjährige Getreideernte nach unten. Erwartet werden nun insgesamt 42,7 Millionen Tonnen Getreide. Das entspricht einem Rückgang von 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bisher ist der DRV von 44,1 Millionen Tonnen Getreide ausgegangen. Trotz der Einbußen bewegt sich das Ergebnis insgesamt noch im Bereich einer durchschnittlichen Ernte. Beim Raps hält der Verband seine Ernteprognose von gut vier Millionen Tonnen weiterhin aufrecht. Das ist ein leichtes Plus zum Vorjahr.
Kulturen in unterschiedlichem Maße betroffen
Unterschiedlich fallen die Auswirkungen der Hitze auf die einzelnen Kulturen aus. Die Wintergerste war zum Zeitpunkt der Hitzewelle bereits weitgehend abgereift und blieb daher von größeren Schäden und in der Folge Mengeneinbußen verschont, allerdings litten teilweise die Qualitäten. Durch die extremen Temperaturen verkürzte sich die Kornfüllungsphase und die Körner fallen kleiner aus. Der Raps zeigt bislang ein differenziertes Bild. Während er im Westen Deutschlands die Ertragserwartungen weitgehend erfüllt, bleibt er im Osten oftmals hinter ihnen zurück. Deutlich stärkere Einbußen erwartet der DRV dagegen beim Winterweizen. Er reift normalerweise später ab und wird erst ab Ende Juli geerntet. Durch die große Hitze von teilweise mehr als 40 Grad wurde er in vielen Regionen notreif. „Das überrascht nicht. Man muss berücksichtigen: Die offiziellen Temperaturen werden im Schatten gemessen, die Belastung für die Pflanzen in der direkten Sonneneinstrahlung fällt jedoch noch deutlich höher aus“, kommentiert Seedler.
Die Erntearbeiten sind in vollem Gange: Die Gerstenernte ist in weiten Teilen Deutschlands nahezu abgeschlossen, die Rapsernte läuft auf Hochtouren und in den Frühdruschregionen hat inzwischen auch die Weizenernte begonnen.
Anpassung an den Klimawandel dringend erforderlich
Die jüngste Hitzewelle unterstreicht für den DRV erneut die Notwendigkeit, die Landwirtschaft konsequent an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Einen wichtigen Beitrag kann die Pflanzenzüchtung leisten, indem die Trockenheits- und Hitzetoleranz von Kulturpflanzen weiter verbessert wird. Um entsprechende technologische Fortschritte auch in Deutschland in den nächsten Jahren nutzen zu können, spricht sich der Verband für eine zeitnahe, vollumfängliche Umsetzung der EU-Beschlüsse zu den neuen Züchtungstechniken aus.
Darüber hinaus gewinnen angepasste Anbauverfahren zunehmend an Bedeutung. So zeigt sich in der Praxis, dass die Direktsaat erhebliche Vorteile für den Erhalt der Bodenfeuchtigkeit bieten kann. Bei dieser pfluglosen Aussaatmethode wird das Saatgut direkt in den unbearbeiteten Boden eingebracht. „Die auf der Oberfläche verbleibende Biomasse der Vorkultur wirkt dabei als schützende Mulchschicht, die die Verdunstung reduziert und den Bodenwasserhaushalt schont“, erläutert Seedler. (Schluss)
Kulturen in unterschiedlichem Maße betroffen
Unterschiedlich fallen die Auswirkungen der Hitze auf die einzelnen Kulturen aus. Die Wintergerste war zum Zeitpunkt der Hitzewelle bereits weitgehend abgereift und blieb daher von größeren Schäden und in der Folge Mengeneinbußen verschont, allerdings litten teilweise die Qualitäten. Durch die extremen Temperaturen verkürzte sich die Kornfüllungsphase und die Körner fallen kleiner aus. Der Raps zeigt bislang ein differenziertes Bild. Während er im Westen Deutschlands die Ertragserwartungen weitgehend erfüllt, bleibt er im Osten oftmals hinter ihnen zurück. Deutlich stärkere Einbußen erwartet der DRV dagegen beim Winterweizen. Er reift normalerweise später ab und wird erst ab Ende Juli geerntet. Durch die große Hitze von teilweise mehr als 40 Grad wurde er in vielen Regionen notreif. „Das überrascht nicht. Man muss berücksichtigen: Die offiziellen Temperaturen werden im Schatten gemessen, die Belastung für die Pflanzen in der direkten Sonneneinstrahlung fällt jedoch noch deutlich höher aus“, kommentiert Seedler.
Die Erntearbeiten sind in vollem Gange: Die Gerstenernte ist in weiten Teilen Deutschlands nahezu abgeschlossen, die Rapsernte läuft auf Hochtouren und in den Frühdruschregionen hat inzwischen auch die Weizenernte begonnen.
Anpassung an den Klimawandel dringend erforderlich
Die jüngste Hitzewelle unterstreicht für den DRV erneut die Notwendigkeit, die Landwirtschaft konsequent an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Einen wichtigen Beitrag kann die Pflanzenzüchtung leisten, indem die Trockenheits- und Hitzetoleranz von Kulturpflanzen weiter verbessert wird. Um entsprechende technologische Fortschritte auch in Deutschland in den nächsten Jahren nutzen zu können, spricht sich der Verband für eine zeitnahe, vollumfängliche Umsetzung der EU-Beschlüsse zu den neuen Züchtungstechniken aus.
Darüber hinaus gewinnen angepasste Anbauverfahren zunehmend an Bedeutung. So zeigt sich in der Praxis, dass die Direktsaat erhebliche Vorteile für den Erhalt der Bodenfeuchtigkeit bieten kann. Bei dieser pfluglosen Aussaatmethode wird das Saatgut direkt in den unbearbeiteten Boden eingebracht. „Die auf der Oberfläche verbleibende Biomasse der Vorkultur wirkt dabei als schützende Mulchschicht, die die Verdunstung reduziert und den Bodenwasserhaushalt schont“, erläutert Seedler. (Schluss)
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