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Wien, 18. August 2026 (aiz.info)

Burgenland steigert Erneuerbaren-Anteil von 50 auf 70%

Hohe Treibhausgasemissionen im Verkehr belasten Klimabilanz

Durch einen starken Ausbau von Windkraft und Photovoltaik konnte das Burgenland seinen Anteil erneuerbarer Energien am Bruttoinlandsverbrauch Energie in nur drei Jahren von etwa 50 % auf über 70 % steigern und damit unter allen Bundesländern die Spitzenposition beim Erneuerbaren-Anteil ergattern, stellt der Österreichische Biomasse-Verband im Rahmen seines Energiewende-Checks der Bundesländer fest. Anders als in den anderen Bundesländern trägt die Wasserkraft im Burgenland aufgrund fehlender geeigneter Gewässer nur minimal zur Energieerzeugung bei. Bioenergie deckt dagegen 29 % des Energieverbrauchs und ist damit hinter Erdöl und Windkraft drittwichtigster Energieträger.

Holzheizungen wichtigstes Heizsystem – Treibhausgasemissionen halbiert

Bioenergie stammt im Burgenland größtenteils aus den Wäldern, die sich über 34 % der Landesfläche erstrecken. Der Brennholzeinsatz zur Raumwärmegewinnung hat im Burgenland Tradition. Etwa 35.000 Haushalte (31 %) verwenden Holzbrennstoffe in ihrem Hauptheizsystem (26 %). Damit sind Holzheizungen das wichtigste Heizsystem vor Gasheizungen (23 %), Wärmepumpen (22 %) und Fernwärme (13 %). 2024 wurde eine Rekordzahl von 1.369 neuen Holzheizungen kleiner asl 100 kW im Burgenland installiert. Die Anzahl der Ölheizungen ist in den vergangenen 20 Jahren von 27.000 auf 15.000 (–45 %) zurückgegangen, allerdings hat sich der Austausch von Ölkesseln in den letzten Jahren verlangsamt. Die Zahl der Gasheizungen ist seit 2003/04 sogar um rund 2.500 auf 30.500 Kessel gestiegen. Infolge des Ersatzes von Öl- und Kohleheizungen durch erneuerbare Heizsysteme, der milden Witterung und der in den letzten Jahren hohen Energiepreise sind die Treibhausgasemissionen in Gebäuden seit 1990 um 51 % gesunken.

Mehr Holzenergie in der Raumwärme als Öl und Gas zusammen

Der Beitrag von Holzenergie am Raumwärmeverbrauch der burgenländischen Haushalte liegt bei 48 % (38 % Scheitholz, 5 % Fernwärme, je 2 % Pellets und Hackgut, 1 % Holzbriketts). Das ist weit mehr als der Verbrauch von Heizöl und Erdgas zusammengenommen. Aufgrund der hohen Gaspreise haben die Haushalte Erdgas in den vergangenen Jahren sparsam eingesetzt, sodass der Gasanteil am Raumwärmeverbrauch 2023/24 mit 16 % hinter dem Heizölverbrauch zurückgefallen ist. Fernwärme wird im Burgenland als einziges Bundesland zu 100 % aus Biomasse und damit nur im Burgenland ausschließlich aus erneuerbaren Quellen erzeugt. Dafür sorgen mehr als 90 Biomasseheizwerke und einige Holzkraftwerke.

Bilanzielle Klimaneutralität 2030 im burgenländischen Klimaschutzgesetz verankert

Das warme und sonnige Burgenland eignet sich sehr gut für die Erzeugung von Wind- und Sonnenenergie, ist aber auch besonders stark von der Klimakrise mit zunehmenden Hitze- und Dürreperioden betroffen. Heuer wurde die schlechteste Getreideernte seit 56 Jahren eingefahren. Vor zwei Wochen wurde im burgenländischen Hornstein mit 28,5 °C Tiefstwert die heißeste Tropennacht Österreichs aller Zeiten verzeichnet. Ziel des 2025 beschlossenen burgenländischen Klimaschutzgesetzes ist die bilanzielle Klima- und Energieneutralität bis 2030. Die im Burgenland produzierte Menge erneuerbarer Energie soll dann den gesamten Energieverbrauch des Landes überschreiten und damit noch aus fossilen Quellen benötigte Energie bilanziell kompensieren. Das Klimaschutzgesetz sieht für das Jahr 2030 eine Erzeugung von mindestens 9.300 GWh erneuerbarer Energie vor. Als bisheriger Rekord stehen 6.875 GWh aus dem Jahr 2024 zu Buche.

Weitere Informationen und Abbildungen finden Sie untere folgendem Link:
https://www.biomasseverband.at/burgenland-steigert-erneuerbaren-anteil-von-50-auf-70-prozent/ (Schluss)
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