Bio-Lebensmittel sind Wachstumsmotor im Lebensmitteleinzelhandel
Bio-Wachstumskurs braucht attraktive agrarpolitische Rahmenbedingungen
2025 setzte der Bio-Markt im heimischen Lebensmittelhandel seinen Wachstumskurs fort: Die Umsätze stiegen um 6,5 Prozent, die Absatzmengen um 2,3 Prozent – und damit deutlich stärker als im Gesamtmarkt. Bio-Produkte bleiben bei Konsumentinnen und Konsumenten somit weiterhin fest verankert. Auch der deutsche Bio-Markt zeigt starke Wachstumsraten von plus 8,7 Prozent Umsatzsteigerung im gesamten Lebensmittelhandel. In vielen Segmenten (Milch, Geflügel, pflanzliche Produkte) ist Deutschland ein wichtiger Markt für die heimische Bio-Landwirtschaft. Der Erfolg von Bio auf den Märkten zeigt: Österreich braucht einen aktiven Ausbau der Bio-Landwirtschaft und attraktive politische Rahmenbedingungen für Bio. Kürzlich ist der neue Bio-Einkaufsführer von BIO AUSTRIA OÖ erschienen. Auf über 200 Seiten bietet das Nachschlagwerk über 300 Adressen zu Bio-Direktvermarktungsbetrieben, Wissenswertes zur Bio-Landwirtschaft und Tipps für den nachhaltigen Bio-Urlaub und ist somit DAS Nachschlagwerk für Bio-Genuss in Oberösterreich.
„Bio ist DER Wachstumsmotor im Lebensmitteleinzelhandel“, betont Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ. Der Lebensmittel-Gesamtmarkt ist mengenmäßig im vergangenen Jahr um 0,7 Prozent geschrumpft und konnte umsatzmäßig um nur 2,5 Prozent zulegen.
„Die Bio-Märkte sind weniger von globalen Einflussgrößen wie beispielsweise Düngemittelimporten geprägt. Das ist ein entscheidender Vorteil hinsichtlich der Marktpreisentwicklung. Zudem sehen wir ein sehr treues Käuferverhalten im Bio-Bereich. Qualität und Herkunft der Produkte werden geschätzt. Das ist genau das, was die heimische Landwirtschaft braucht“, führt Präsident Waldenberger aus.
Ausbau der Biolandwirtschaft durch attraktive Rahmenbedingungen aktiv vorantreiben
Die positive Marktentwicklung im Bio-Bereich bestätigt die wirtschaftliche und ökologische Bedeutung der biologischen Landwirtschaft. Um diesen Wachstumskurs abzusichern, braucht es jedoch attraktive agrarpolitische Rahmenbedingungen und einen aktiven Ausbau der Bio-Landwirtschaft. „Die aktuellen Zahlen zeigen klar, dass Bio funktioniert. Jetzt braucht es die richtigen politischen Weichenstellungen, um dieses Wachstum nachhaltig abzusichern“, betont Präsident Waldenberger.
Ein zentraler Hebel liegt in der öffentlichen Lebensmittelbeschaffung. Eine konsequente Umsetzung einer wirksamen Bio-Quote kann die Nachfrage stabilisieren und zusätzliche Absatzmärkte für heimische Betriebe schaffen. Gleichzeitig sind gezielte Förderanreize notwendig, um Um- und Neueinstiege zu erleichtern. „Die öffentliche Hand muss hier vorangehen und gezielt auf heimische Bio-Lebensmittel setzen – das stärkt unsere Betriebe und sorgt für mehr Wertschöpfung im Land“, so Waldenberger.
Auch auf der Marktseite braucht es weitere Schritte. Die stärkere Positionierung heimischer Bio-Produkte bleibt entscheidend. Die Landwirtschaftskammer setzt sich daher für eine Weiterentwicklung des AMA-Biosiegels ein, um zusätzliche Wertschöpfung zu ermöglichen, indem zum Beispiel die Quote beim Einsatz regionaler Bio-Futtermittel erhöht wird. „Unser Ziel ist es, die Qualität heimischer Bio-Produkte noch sichtbarer zu machen und damit auch bessere Preise für die Betriebe zu erreichen“, unterstreicht Waldenberger.
Bio-Betriebe sind gesucht – Top-up für Neueinsteiger wurde erreicht
Im Zuge der kommenden GAP-Periode müssen die Rahmenbedingungen für den Biolandbau insgesamt attraktiver gestaltet werden, insbesondere durch eine dauerhafte Einstiegsmöglichkeit in die ÖPUL-Biomaßnahme. Erste Impulse wurden mit einem Zuschlag zur UBB-Maßnahme gesetzt.
Ab 2027 wird dieser Weg mit einem Top-up auf die UBB-Prämie in Höhe von 80 Euro je Hektar für Neueinsteiger weitergeführt. „Das ist ein wichtiges Signal für alle umstellungsinteressierten Betriebe – und ein klarer Schritt, um zusätzliche Bio-Betriebe für die steigende Nachfrage zu gewinnen“, zeigt sich Präsident Waldenberger überzeugt.
Bio-Produkte in vielen Produktgruppen stark nachgefragt
Hohe Bio-Anteile (wertmäßig) werden unter anderem bei Bio-Trinkmilch und Bio-Frischgemüse (jeweils 24 Prozent), Bio-Mehl (30 Prozent) und Bio-Eiern (18 Prozent) erzielt. Bei Bio-Fleisch und Bio-Geflügel konnten erstmals die acht Prozent Umsatzanteilsmarke durchbrochen werden. Insgesamt erreichten die jährlichen Ausgaben für Bio im Jahr 2025 ein neues Rekordhoch von durchschnittlich 359 Euro pro Haushalt. Der wertmäßige Bio-Anteil im LEH stieg insgesamt auf 11,9 Prozent.
Bio ist im Mainstream angekommen
Beim Kauf von Bio-Produkten rückt immer mehr das eigene Gesundheitsbewusstsein in den Fokus. Bio-Produkte sind streng kontrolliert: Das schafft Vertrauen und gibt Sicherheit beim Kauf. „Starke Motive für den Griff zum Bio-Produkt bleiben zudem aber auch Tierwohl und Nachhaltigkeit, der Geschmack sowie die Unterstützung der kleinstrukturierten Landwirtschaft“, geht Obfrau Barth näher auf die Bio-Kaufmotive ein.
Deutscher Bio-Markt wächst
In Deutschland verzeichnete der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) inklusive Discount- und Drogeriemärkte im Jahr 2025 ein starkes Wachstum mit einem Umsatzplus von 8,7 Prozent. Der Spitzenreiter im Wachstum ist das Bio-Geflügel mit einem Umsatzplus von 15,3 Prozent und Mengenzuwachs von 16,7 Prozent. Ein Wachstum, von dem auch der österreichische Bio-Geflügelmarkt profitiert. Der Exportanteil insbesondere nach Deutschland von heimischem Bio-Geflügel wurde in den letzten Jahren kontinuierlich auf über 50 Prozent gesteigert. „Viele oberösterreichische Betriebe investieren aktuell wieder in die Bio-Mastgeflügelhaltung. Das zeigt sich auch bei unseren Erstberatungsgesprächen und Umstellungsberatungen. Mit der Bio-Geflügelhaltung kann in vielen Fällen ein weiteres betriebliches Standbein geschaffen werden“, führt Präsident Waldenberger aus.
Über ein Viertel der Bio-Milchprodukte wird nach Deutschland exportiert. In den letzten vier Jahren hat Österreich somit Dänemark als wichtigsten Bio-Milchexporteur nach Deutschland überholt.
Nachfrage wirkt sich positiv auf Rohstoffmärkte aus
Die gute Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln wirkt sich in Summe positiv auf die Rohstoffmärkte aus. Das äußert sich in einem stabileren Preisverhalten der Bio-Rohstoffe. Auch das Sorgenkind Bio-Ackerfrüchtemarkt hat sich 2025 wieder erholt und auch der Ausblick für das heurige Jahr ist positiv. Besonders der Veredelungsmarkt, und hier speziell der Geflügelmarkt (Bio-Eier und Bio-Geflügelfleisch) sind von einer guten konsumentenseitigen Nachfrage geprägt.
„Die Tiere brauchen Futter, das zum überwiegenden Teil unsere heimischen Ackerbauern produzieren. Qualitätssicherungssysteme für Herkunft und Qualität vom Futtergetreide bis zum fertigen Bio-Produkt – wie jenes vom heimischen Bio-Verband BIO AUSTRIA – tragen somit zur direkten Wertschöpfungssteigerung für unsere Bio-Betriebe in Österreich bei“, führt Präsident Waldenberger aus.
„Heimisches Bio-Futter für heimische Bio-Tiere ist eine Win-Win-Situation für unsere Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern. Dadurch schließen sich Wertschöpfungskreisläufe im Land und wir können höchste heimische Bio-Qualität in Österreich vermarkten“, bekräftigt Obfrau Magdalena Barth.
Preiszuschläge steigen für Bio-Milch
Aktuell gerät speziell der Milchsektor durch eine EU-weit hohe Milchanlieferungsmenge unter Druck. Insgesamt wurde in Österreich 2025 2,8 Prozent mehr Milch angeliefert. Die Bio-Milchanlieferung stieg in Österreich um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erreichte mit 634.000 Tonnen einen neuen Höchstwert. Mit einem Bio-Milchanteil in Österreich von 18,1 Prozent wurde der mit Abstand größte Bio-Milchanteil in der EU erreicht.
Die gestiegenen Bio-Anliefermengen wirkten sich, im Gegensatz zum konventionellen Markt, deutlich weniger auf die Rohstoffpreise aus. „Der Absatz von Bio-Milchprodukten im Lebensmittelhandel blieb in Österreich weitestgehend stabil. Zudem konnten wir in Deutschland ein deutliches Absatzplus feststellen und das wirkt sich stabilisierend auf den Bio-Milchpreis aus“, erläutert Präsident Waldenberger.
Obfrau Magdalena Barth, selbst Bio-Milchbäuerin, führt weiter aus, „Auch die Bio-Milchpreise sind seit November 2025 rückläufig, allerdings sehen wir wieder eine deutliche Preisdifferenzierung zwischen biologischer und konventioneller Milch. Der Bio-Milchpreis ist somit stabiler geblieben. Im ersten Quartal konnte Bio-Milch insgesamt besser verwertet werden. Deshalb erhöhten die Molkereien die Bio-Zuschläge in diesem Zeitraum. Ein wichtiges Signal für uns Bio-Milchbäuerinnen und Bauern, das zeigt, dass Bio-Milchprodukte nachgefragt sind.“
Bio-Rindfleisch bleibt gefragt und Bio-Schweine sind gesucht
Der konventionelle Rindfleischmarkt geriet nach einer längeren Hochphase in den letzten Wochen aufgrund der schwierigeren Exportsituation in Europa unter Druck. Die Vermarktungspreise für Bio-Jungrinder, Bio-Ochsen und Kalbinnen erwiesen sich durch den hohen Inlandsabsatz als stabiler und folgen den konventionellen Entwicklungen nur teilweise. Die Bio-Zuschläge sind somit in den letzten Wochen gestiegen.
Im Bereich der Bio-Ferkelerzeugung als auch in der Bio-Schweinemast werden laufend Betriebe gesucht. Die Absatzentwicklung ist stabil und laut Verarbeitungsbetrieben wären steigende Absätze möglich, sofern mehr Bio-Schweinefleisch am Markt verfügbar wäre.
Neuer Bio-Einkaufsführer von BIO AUSTRIA für Oberösterreich ist erschienen
„Neben der Vermarktung über die großen Lebensmitteleinzelhändler stellt für über 20 Prozent unserer Mitgliedsbetriebe die Direktvermarkung ein wesentliches betriebliches Standbein dar. Mit dem neuen Bio-Einkaufsführer machen wir die Bio-Produktvielfalt für alle Konsumentinnen und Konsumenten sichtbar", erläutert Obfrau Magdalena Barth. Mehr als 300 Adressen von Bio-Direktvermarkterinnen und -vermarktern zeigen die bunte Produktvielfalt der regionalen Bio-Anbieter in Oberösterreich.
„Wer wirklich nachhaltig leben und Bio-Produkte direkt am Bauernhof kaufen möchte, steht oft vor der Herausforderung, passende Bio-Direktvermarkter in der Region zu finden. Der neue Einkaufsführer von BIO AUSTRIA Oberösterreich schafft Abhilfe“, stellt Präsident Waldenberger fest. Die Einteilung in Bezirke unterstützt beim Suchen und Finden von Bio-Genuss quer durch die Regionen.
„Mit ihrer Kaufentscheidung für Bio unterstützen Konsumentinnen und Konsumenten die Arbeit der Biobäuerinnen und Biobauern in der Region und tun aktiv etwas für eine zukunftsfähige Umwelt und Gesellschaft“, freut sich Magdalena Barthüber das neue Druckwerk.
Zudem enthält das Nachschlagwerk Adressen zu rund 70 Bio-Partnern, Bio-Gastronomiebetrieben, eine Auflistung von Bio-Hofläden und Bauernmärkten mit Bio-Anbietern, sowie Adressen von Biohöfen, die Bio-Catering und Seminarräume auf ihren Betrieben anbieten. Konsumentinnen und Konsumenten können sich auch über die biologische Landwirtschaft und die Kennzeichnung von Bio-Produkten informieren.
Bio auch im Urlaub
Viele Konsumentinnen und Konsumenten wollen auch im bevorstehenden Urlaub nicht auf Bio-Genuss verzichten. Der neue Einkaufsführer bietet pünktlich zur Ausflugs- und Urlaubszeit Wissenswertes für den nachhaltigen Bio-Urlaub in Oberösterreich. Das praktische Büchlein weist den Weg zu Nächtigungsmöglichkeiten auf Urlaub am Bio-Bauernhof Betrieben, sowie zu zahlreichen Freizeitangeboten wie „Schau zum Bio-Bauernhof“ und bringt so Urlaubserlebnisse der besonderen Art.
Der neue Einkaufsführer kann ab sofort kostenlos unter oberoesterreich@bio-austria.at bestellt werden. (Schluss)
„Bio ist DER Wachstumsmotor im Lebensmitteleinzelhandel“, betont Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ. Der Lebensmittel-Gesamtmarkt ist mengenmäßig im vergangenen Jahr um 0,7 Prozent geschrumpft und konnte umsatzmäßig um nur 2,5 Prozent zulegen.
„Die Bio-Märkte sind weniger von globalen Einflussgrößen wie beispielsweise Düngemittelimporten geprägt. Das ist ein entscheidender Vorteil hinsichtlich der Marktpreisentwicklung. Zudem sehen wir ein sehr treues Käuferverhalten im Bio-Bereich. Qualität und Herkunft der Produkte werden geschätzt. Das ist genau das, was die heimische Landwirtschaft braucht“, führt Präsident Waldenberger aus.
Ausbau der Biolandwirtschaft durch attraktive Rahmenbedingungen aktiv vorantreiben
Die positive Marktentwicklung im Bio-Bereich bestätigt die wirtschaftliche und ökologische Bedeutung der biologischen Landwirtschaft. Um diesen Wachstumskurs abzusichern, braucht es jedoch attraktive agrarpolitische Rahmenbedingungen und einen aktiven Ausbau der Bio-Landwirtschaft. „Die aktuellen Zahlen zeigen klar, dass Bio funktioniert. Jetzt braucht es die richtigen politischen Weichenstellungen, um dieses Wachstum nachhaltig abzusichern“, betont Präsident Waldenberger.
Ein zentraler Hebel liegt in der öffentlichen Lebensmittelbeschaffung. Eine konsequente Umsetzung einer wirksamen Bio-Quote kann die Nachfrage stabilisieren und zusätzliche Absatzmärkte für heimische Betriebe schaffen. Gleichzeitig sind gezielte Förderanreize notwendig, um Um- und Neueinstiege zu erleichtern. „Die öffentliche Hand muss hier vorangehen und gezielt auf heimische Bio-Lebensmittel setzen – das stärkt unsere Betriebe und sorgt für mehr Wertschöpfung im Land“, so Waldenberger.
Auch auf der Marktseite braucht es weitere Schritte. Die stärkere Positionierung heimischer Bio-Produkte bleibt entscheidend. Die Landwirtschaftskammer setzt sich daher für eine Weiterentwicklung des AMA-Biosiegels ein, um zusätzliche Wertschöpfung zu ermöglichen, indem zum Beispiel die Quote beim Einsatz regionaler Bio-Futtermittel erhöht wird. „Unser Ziel ist es, die Qualität heimischer Bio-Produkte noch sichtbarer zu machen und damit auch bessere Preise für die Betriebe zu erreichen“, unterstreicht Waldenberger.
Bio-Betriebe sind gesucht – Top-up für Neueinsteiger wurde erreicht
Im Zuge der kommenden GAP-Periode müssen die Rahmenbedingungen für den Biolandbau insgesamt attraktiver gestaltet werden, insbesondere durch eine dauerhafte Einstiegsmöglichkeit in die ÖPUL-Biomaßnahme. Erste Impulse wurden mit einem Zuschlag zur UBB-Maßnahme gesetzt.
Ab 2027 wird dieser Weg mit einem Top-up auf die UBB-Prämie in Höhe von 80 Euro je Hektar für Neueinsteiger weitergeführt. „Das ist ein wichtiges Signal für alle umstellungsinteressierten Betriebe – und ein klarer Schritt, um zusätzliche Bio-Betriebe für die steigende Nachfrage zu gewinnen“, zeigt sich Präsident Waldenberger überzeugt.
Bio-Produkte in vielen Produktgruppen stark nachgefragt
Hohe Bio-Anteile (wertmäßig) werden unter anderem bei Bio-Trinkmilch und Bio-Frischgemüse (jeweils 24 Prozent), Bio-Mehl (30 Prozent) und Bio-Eiern (18 Prozent) erzielt. Bei Bio-Fleisch und Bio-Geflügel konnten erstmals die acht Prozent Umsatzanteilsmarke durchbrochen werden. Insgesamt erreichten die jährlichen Ausgaben für Bio im Jahr 2025 ein neues Rekordhoch von durchschnittlich 359 Euro pro Haushalt. Der wertmäßige Bio-Anteil im LEH stieg insgesamt auf 11,9 Prozent.
Bio ist im Mainstream angekommen
Beim Kauf von Bio-Produkten rückt immer mehr das eigene Gesundheitsbewusstsein in den Fokus. Bio-Produkte sind streng kontrolliert: Das schafft Vertrauen und gibt Sicherheit beim Kauf. „Starke Motive für den Griff zum Bio-Produkt bleiben zudem aber auch Tierwohl und Nachhaltigkeit, der Geschmack sowie die Unterstützung der kleinstrukturierten Landwirtschaft“, geht Obfrau Barth näher auf die Bio-Kaufmotive ein.
Deutscher Bio-Markt wächst
In Deutschland verzeichnete der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) inklusive Discount- und Drogeriemärkte im Jahr 2025 ein starkes Wachstum mit einem Umsatzplus von 8,7 Prozent. Der Spitzenreiter im Wachstum ist das Bio-Geflügel mit einem Umsatzplus von 15,3 Prozent und Mengenzuwachs von 16,7 Prozent. Ein Wachstum, von dem auch der österreichische Bio-Geflügelmarkt profitiert. Der Exportanteil insbesondere nach Deutschland von heimischem Bio-Geflügel wurde in den letzten Jahren kontinuierlich auf über 50 Prozent gesteigert. „Viele oberösterreichische Betriebe investieren aktuell wieder in die Bio-Mastgeflügelhaltung. Das zeigt sich auch bei unseren Erstberatungsgesprächen und Umstellungsberatungen. Mit der Bio-Geflügelhaltung kann in vielen Fällen ein weiteres betriebliches Standbein geschaffen werden“, führt Präsident Waldenberger aus.
Über ein Viertel der Bio-Milchprodukte wird nach Deutschland exportiert. In den letzten vier Jahren hat Österreich somit Dänemark als wichtigsten Bio-Milchexporteur nach Deutschland überholt.
Nachfrage wirkt sich positiv auf Rohstoffmärkte aus
Die gute Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln wirkt sich in Summe positiv auf die Rohstoffmärkte aus. Das äußert sich in einem stabileren Preisverhalten der Bio-Rohstoffe. Auch das Sorgenkind Bio-Ackerfrüchtemarkt hat sich 2025 wieder erholt und auch der Ausblick für das heurige Jahr ist positiv. Besonders der Veredelungsmarkt, und hier speziell der Geflügelmarkt (Bio-Eier und Bio-Geflügelfleisch) sind von einer guten konsumentenseitigen Nachfrage geprägt.
„Die Tiere brauchen Futter, das zum überwiegenden Teil unsere heimischen Ackerbauern produzieren. Qualitätssicherungssysteme für Herkunft und Qualität vom Futtergetreide bis zum fertigen Bio-Produkt – wie jenes vom heimischen Bio-Verband BIO AUSTRIA – tragen somit zur direkten Wertschöpfungssteigerung für unsere Bio-Betriebe in Österreich bei“, führt Präsident Waldenberger aus.
„Heimisches Bio-Futter für heimische Bio-Tiere ist eine Win-Win-Situation für unsere Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern. Dadurch schließen sich Wertschöpfungskreisläufe im Land und wir können höchste heimische Bio-Qualität in Österreich vermarkten“, bekräftigt Obfrau Magdalena Barth.
Preiszuschläge steigen für Bio-Milch
Aktuell gerät speziell der Milchsektor durch eine EU-weit hohe Milchanlieferungsmenge unter Druck. Insgesamt wurde in Österreich 2025 2,8 Prozent mehr Milch angeliefert. Die Bio-Milchanlieferung stieg in Österreich um 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erreichte mit 634.000 Tonnen einen neuen Höchstwert. Mit einem Bio-Milchanteil in Österreich von 18,1 Prozent wurde der mit Abstand größte Bio-Milchanteil in der EU erreicht.
Die gestiegenen Bio-Anliefermengen wirkten sich, im Gegensatz zum konventionellen Markt, deutlich weniger auf die Rohstoffpreise aus. „Der Absatz von Bio-Milchprodukten im Lebensmittelhandel blieb in Österreich weitestgehend stabil. Zudem konnten wir in Deutschland ein deutliches Absatzplus feststellen und das wirkt sich stabilisierend auf den Bio-Milchpreis aus“, erläutert Präsident Waldenberger.
Obfrau Magdalena Barth, selbst Bio-Milchbäuerin, führt weiter aus, „Auch die Bio-Milchpreise sind seit November 2025 rückläufig, allerdings sehen wir wieder eine deutliche Preisdifferenzierung zwischen biologischer und konventioneller Milch. Der Bio-Milchpreis ist somit stabiler geblieben. Im ersten Quartal konnte Bio-Milch insgesamt besser verwertet werden. Deshalb erhöhten die Molkereien die Bio-Zuschläge in diesem Zeitraum. Ein wichtiges Signal für uns Bio-Milchbäuerinnen und Bauern, das zeigt, dass Bio-Milchprodukte nachgefragt sind.“
Bio-Rindfleisch bleibt gefragt und Bio-Schweine sind gesucht
Der konventionelle Rindfleischmarkt geriet nach einer längeren Hochphase in den letzten Wochen aufgrund der schwierigeren Exportsituation in Europa unter Druck. Die Vermarktungspreise für Bio-Jungrinder, Bio-Ochsen und Kalbinnen erwiesen sich durch den hohen Inlandsabsatz als stabiler und folgen den konventionellen Entwicklungen nur teilweise. Die Bio-Zuschläge sind somit in den letzten Wochen gestiegen.
Im Bereich der Bio-Ferkelerzeugung als auch in der Bio-Schweinemast werden laufend Betriebe gesucht. Die Absatzentwicklung ist stabil und laut Verarbeitungsbetrieben wären steigende Absätze möglich, sofern mehr Bio-Schweinefleisch am Markt verfügbar wäre.
Neuer Bio-Einkaufsführer von BIO AUSTRIA für Oberösterreich ist erschienen
„Neben der Vermarktung über die großen Lebensmitteleinzelhändler stellt für über 20 Prozent unserer Mitgliedsbetriebe die Direktvermarkung ein wesentliches betriebliches Standbein dar. Mit dem neuen Bio-Einkaufsführer machen wir die Bio-Produktvielfalt für alle Konsumentinnen und Konsumenten sichtbar", erläutert Obfrau Magdalena Barth. Mehr als 300 Adressen von Bio-Direktvermarkterinnen und -vermarktern zeigen die bunte Produktvielfalt der regionalen Bio-Anbieter in Oberösterreich.
„Wer wirklich nachhaltig leben und Bio-Produkte direkt am Bauernhof kaufen möchte, steht oft vor der Herausforderung, passende Bio-Direktvermarkter in der Region zu finden. Der neue Einkaufsführer von BIO AUSTRIA Oberösterreich schafft Abhilfe“, stellt Präsident Waldenberger fest. Die Einteilung in Bezirke unterstützt beim Suchen und Finden von Bio-Genuss quer durch die Regionen.
„Mit ihrer Kaufentscheidung für Bio unterstützen Konsumentinnen und Konsumenten die Arbeit der Biobäuerinnen und Biobauern in der Region und tun aktiv etwas für eine zukunftsfähige Umwelt und Gesellschaft“, freut sich Magdalena Barthüber das neue Druckwerk.
Zudem enthält das Nachschlagwerk Adressen zu rund 70 Bio-Partnern, Bio-Gastronomiebetrieben, eine Auflistung von Bio-Hofläden und Bauernmärkten mit Bio-Anbietern, sowie Adressen von Biohöfen, die Bio-Catering und Seminarräume auf ihren Betrieben anbieten. Konsumentinnen und Konsumenten können sich auch über die biologische Landwirtschaft und die Kennzeichnung von Bio-Produkten informieren.
Bio auch im Urlaub
Viele Konsumentinnen und Konsumenten wollen auch im bevorstehenden Urlaub nicht auf Bio-Genuss verzichten. Der neue Einkaufsführer bietet pünktlich zur Ausflugs- und Urlaubszeit Wissenswertes für den nachhaltigen Bio-Urlaub in Oberösterreich. Das praktische Büchlein weist den Weg zu Nächtigungsmöglichkeiten auf Urlaub am Bio-Bauernhof Betrieben, sowie zu zahlreichen Freizeitangeboten wie „Schau zum Bio-Bauernhof“ und bringt so Urlaubserlebnisse der besonderen Art.
Der neue Einkaufsführer kann ab sofort kostenlos unter oberoesterreich@bio-austria.at bestellt werden. (Schluss)
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