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Wien, 29. April 2026 (aiz.info)

Totschnig zur Waldbrandgefahr: Jetzt ist Prävention entscheidend

Steigende Gefahr durch Trockenheit - Großbrände in Kärnten und der Steiermark - Maßnahmen und Appell an Bevölkerung

Aufgrund der außergewöhnlich warmen und trockenen Witterungsperioden besteht derzeit in ganz Österreich eine besonders hohe Waldbrandgefahr. In mehreren Bundesländern sind in den vergangenen Tagen schwere Waldbrände ausgebrochen. Von enormem Ausmaß sind die beiden Waldbrände im Lesachtal in Kärnten und in Eisbach-Rein in der Steiermark, bei denen mehrere hundert Feuerwehrleute im Einsatz sind.

Bundesminister Norbert Totschnig: „Waldbrände haben in den vergangenen Tagen ihr zerstörerisches Ausmaß gezeigt. Mehr als 8 von 10 Waldbränden verursacht der Mensch. Für die Prävention von Waldbränden und zum Schutz unserer heimischen Wälder ist es notwendig, sich der Gefahr bewusst zu sein und verantwortungsbewusst zu handeln. Um unsere Wälder auch in Zeiten des Klimawandels zu bewahren, setzen wir auf integrierte, vorausschauende Strategien zur Brandverhütung, Brandbekämpfung und Wiederbewaldung. Dazu gehören das Aktionsprogramm ‚Brennpunkt Wald‘ sowie zahlreiche Förderprojekte im Rahmen des Waldfonds.“

Waldbrandprävention im Rahmen des Waldfonds

Das Aktionsprogramm „Brennpunkt Wald“ umfasst 39 Maßnahmen und setzt auf eine enge Vernetzung sowie Zusammenarbeit unterschiedlichster Organisationen. Ziel ist es, sowohl die wissenschaftliche Erforschung von Waldbränden als auch die Ausstattung für deren Bekämpfung langfristig sicherzustellen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Prävention und der Bewusstseinsbildung, insbesondere bei Waldbesucherinnen und Waldbesuchern. Denn mehr als 80 Prozent der Waldbrände in Österreich werden durch menschliches Verhalten verursacht.

Für diese Maßnahmen stehen Mittel aus dem Waldfonds in der Höhe von 13,9 Mio. Euro zur Verfügung. Für die Feuerwehren wurden rund 7 Millionen Euro in Spezialausrüstung für die Waldbrandbekämpfung investiert. Diese Förderung stärkt die Vorbereitung auf Einsätze deutlich und erhöht sowohl die Effizienz als auch die Sicherheit der Einsatzkräfte erheblich. Ohne diese vorbeugenden Maßnahmen des Waldfonds hätten zahlreiche Waldbrände in den vergangenen Jahren nicht so rasch und zielgerichtet eingedämmt werden können.

Totschnig: „Waldbrandbekämpfung wird grundsätzlich durch unsere zum Großteil freiwilligen Feuerwehren bewältigt. Sie sorgen bei jedem ihrer Einsätze für unsere Sicherheit, und sind ein wertvoller Faktor für das Gemeinschaftsleben in unseren Regionen. Ich bedanke mich für das Engagement und die Einsatzbereitschaft der Feuerwehrleute, die bei den Einsätzen unermüdlich großartige Arbeit leisten.“

Prävention durch aktive Waldbewirtschaftung und Infrastruktur

Für die Prävention von Waldbränden können zudem aktive Bewirtschaftungsmaßnahmen eine entscheidende Rolle spielen. Auch die vorhandene Erschließung mit Forststraßen in Österreichs Wäldern erleichtert den Einsatzkräften die Bekämpfung von Waldbränden und trägt dazu bei, die Ausbreitung der Brände einzuschränken. Eine gut geplante und ausgebaute Waldinfrastruktur ist vor allem in den entlegenen Regionen der Alpen wichtig für die Bekämpfung unkontrollierter Brände. Für Waldbesuchende sind vor allem fünf Grundsätze wichtig:

    Im Wald nicht rauchen.
    Kein Feuer im Wald entzünden.
    Vorsicht beim Umgang mit Brauchtumsfeuern und Feuerwerk in der Nähe von Wäldern.
    Verbote bei Waldbrandgefahr beachten.
    Waldbrände sofort der Feuerwehr (122) melden.

Aktuelle Situation in Österreich

Seit Jahresbeginn gab es 75 dokumentierte Waldbrände mit einer verbrannten Fläche von ca. 150 Hektar. (Stand 28.04.2026)

Aufgrund der unterdurchschnittlichen Niederschläge seit Jahresbeginn ist die Waldbrandgefahr derzeit erheblich. Zwar ist durch den einsetzenden Vegetationsaustrieb die Gefahr für Waldbrände etwas gesunken, dennoch ist regional Vorsicht geboten.

Forstgesetz § 40: Im Wald und in seiner Nähe darf nur jemand Feuer machen, der ausdrücklich dazu berechtigt ist. Es ist zum Beispiel verboten, brennende oder noch glimmende Dinge wie Zigaretten oder Streichhölzer einfach wegzuwerfen.

Wenn die Waldbrandgefahr besonders hoch ist, kann die Behörde das Feueranzünden und Rauchen im Wald und in der Nähe des Waldes vollständig verbieten, um Menschen, Tiere und Natur zu schützen. Dann erlässt die Bezirkshauptmannschaft eine zeitlich begrenzte Verordnung für Maßnahmen zur Waldbrandvermeidung (Waldbrandverordnungen). 

In Österreich sind in den meisten Bezirken schon Waldbrandverordnungen in Kraft. 

Jegliches Entzünden von Feuer, das Wegwerfen von glimmenden Gegenständen etc. ist damit in Waldgebieten und in Waldnähe untersagt. 

Generell gilt in ganz Österreich ein achtsamer Umgang mit Feuer! (Schluss)
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