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Wien, 18. März 2026 (aiz.info)

Totschnig: Bäuerliches Unternehmertum als Erfolgsfaktor

Landwirtschaftsministerium ehrt freiwillig buchführende land- und forstwirtschaftliche Betriebe für den Grünen Bericht mit Spitzenleistungen

Die heimische Land- und Forstwirtschaft sichert unsere Lebensmittelversorgung, schützt Umwelt und Klima und prägt unsere Kulturlandschaft. Mit einer besonderen Auszeichnung würdigt das Landwirtschaftsministerium alle zwei Jahre jene Betriebe, die außerordentlichen wirtschaftlichen Erfolg mit unternehmerischem Weitblick verbinden.

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig: „Die diesjährige Prämierung zeigt einmal mehr, dass konsequente Buchführung, gezielte Investitionen in die Weiterentwicklung und Modernisierung, Diversifizierung sowie eine fundierte Aus- und Weiterbildung entscheidende Erfolgsfaktoren sind. Wer dokumentiert, entscheidet zielorientierter. Die Auszeichnung ist Anerkennung und Ansporn zugleich, denn die Daten des Grünen Berichts sind eine wichtige Grundlage für agrarpolitische Entscheidungen und zugleich ein wertvoller Kompass für jeden landwirtschaftlichen Betrieb.“

Am 16. März 2026 erhielten sieben Betriebe aus ganz Österreich eine besondere Würdigung im Rahmen einer Festveranstaltung im Landwirtschaftsministerium am Stubenring in Wien für ihre unternehmerische Leistung. Darüber hinaus erhielten auch jene Betriebe besondere Anerkennung, die ihre Buchführungsergebnisse seit 50, 70 oder sogar über 70 Jahren für den Grünen Bericht – eine jährliche Analyse wesentlicher Entwicklungen in der Landwirtschaft – zur Verfügung stellen.

Erfolg braucht Teamgeist

Die ausgezeichneten Betriebe zeigen, wie vielfältig und innovativ die österreichische Landwirtschaft ist. Sie stehen für unterschiedliche Regionen und Produktionszweige und beweisen, dass wirtschaftlicher Erfolg in allen Sparten möglich ist. Anlässlich des internationalen Jahres der Bäuerin wurden heuer erstmals ausschließlich partnerschaftlich geführte Betriebe prämiert- sieben Betriebe mit starken, engagierten Frauen. „Erfolg braucht Teamgeist, Innovationskraft und eine solide Datengrundlage. Wer seine Zahlen kennt, kann Chancen besser nutzen und Herausforderungen gezielter begegnen“, so Totschnig.

Sieben Erfolgsbetriebe als Vorbilder

Die prämierten Betriebe konnten in den vergangenen fünf Jahren besonders positive wirtschaftliche Entwicklungen vorweisen. Zu den zentralen Erfolgsfaktoren zählen insbesondere: konsequente Buchführung, gezielte Investitionen in moderne und hochwertige Anlagen, gut ausgebildete Betriebsleitungen und strategische betriebliche Weiterentwicklung. 

Viele der ausgezeichneten Betriebe setzen zusätzlich auf Diversifizierung und erschließen neue Einkommensquellen. Beispiele dafür sind erneuerbare Energie oder Angebote wie Urlaub am Bauernhof.

Die Nominierung

Die Auswahl der Betriebe basiert auf den Daten des jährlich veröffentlichten Grünen Berichts sowie auf der Studie „Was wir von erfolgreichen Landwirtinnen und Landwirten lernen können“. Diese wurde gemeinsam mit der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik, der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, der LBG Österreich sowie der Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen erstellt.

Die sieben Erfolgsbetriebe (in alphabetischer Reihenfolge):

Familie (sen.) Brait – Oberösterreich 

Betriebsform: Veredelung, Zuchtsauen 

Familie Brait führt einen Ferkelbetrieb und züchtet dabei die Jungsauen selbst. Im Ackerbau werden neben verschiedenen Getreidesorten auch Raps, Soja, Mais und Zuckerrüben angebaut. 

Zitat Familie Brait: „Unser Ziel war und ist, unseren Betrieb als Vollerwerbsbetrieb zu erhalten, was auf unserem Standort mit der Ferkelproduktion relativ gut möglich ist. Die viele Arbeit erledigen wir durch gute Zusammenarbeit aller am Hof lebender Generationen. Daneben ist uns auch Zeit für Hobbies und Urlaub wichtig.“

Familie Grießlehner – Niederösterreich  

Betriebsform: Futterbau, Rindermast

Auf dem Familienbetrieb wird Rindermast mit Ackerbau kombiniert. Dabei erzeugt der Betrieb sowohl hochwertige Marktfrüchte als auch gesundes Futter für die Tiere. Familie Grießlehner setzt auf eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft, indem der Mist der Tiere als wertvoller Dünger auf den Feldern genutzt wird. 

Zitat Familie Grießlehner: „Als Familienbetrieb ziehen bei uns alle an einem Strang. Mit viel Herzblut, Zusammenhalt und Offenheit für neue Ideen entwickeln wir unseren Hof ständig weiter.“

Familie Hafner – Niederösterreich  

Betriebsform: Marktfrucht

Auf dem Bauernhof der Familie Hafner dreht sich alles um den Anbau von Erdäpfeln, Gemüse und Saatgutvermehrungen. Dank der Möglichkeit zu bewässern, können stabile Erträge und Qualitäten produziert werden. 

Zitat Familie Hafner: „Wenn wir glauben, eine Chance für unseren Betrieb zu erkennen, gehen wir das Risiko auf jeden Fall mal ein. Die Wirtschaftlichkeit wird dann aber stets überprüft. Mit drei Kindern und dem Bauernhof ist der Alltag oft herausfordernd. Andererseits haben wir durch die Kinder gelernt, uns bei Entscheidungen auf das Wesentliche zu fokussieren und langfristiger zu denken.“

Familie Klammer – Osttirol 

Betriebsform: Bergbau, Diversifizierung

Familie Klammer führt einen Bio-Bergbauernhof (Erschwernisgruppe 4) mit zehn Kühen und eigener Nachzucht, Hühnern und einem Wald. Zudem vermieten sie zwei Ferienwohnungen und verbinden Berglandwirtschaft mit sanftem Tourismus. Moderne Technik, effiziente Abläufe und Tierwohl prägen den naturnahen, zukunftsorientierten Betrieb im alpinen Raum.

Zitat Familie Klammer: „Unser Erfolgsrezept? Wir versuchen, die Dinge nicht zu schwer zu nehmen und den Blick mutig nach vorne zu richten. Auf unserem Hof haben wir gelernt, nicht immer am Alten festzuhalten, sondern Neues zuzulassen – denn wer sieht, was möglich ist, statt sich am Unmöglichen festzubeißen, kommt weiter. Wer mit der Zeit geht, fleißig bleibt und keine Angst vor der Zukunft hat, kann wachsen – was uns dabei am meisten trägt, ist unsere Familie: Bei uns helfen alle zusammen, und genau das macht unseren Betrieb so besonders.“

Familie Kogler – Oberösterreich  

Betriebsform: Futterbau, Milchvieh

Familie Kogler kombiniert Ackerbau und Grünlandbetrieb mit Milchviehhaltung. Auf ihrem Hof wird auch Strom mittels Photovoltaik für 125 Haushalte erzeugt. Sie wurden ebenfalls als Jubiläumsbetrieb für den Grünen Bericht mit einer Urkunde geehrt. 

Zitat Familie Kogler: „Unser Erfolgsrezept? Dass wir Landwirtschaft immer als echtes Teamwork gelebt haben und offen für Neues geblieben sind – vom gesunden Boden über unsere Milchwirtschaft bis zum eigenen Sonnenstrom. Dass unsere beiden Söhne Lukas und Maximilian den Hof nun gemeinsam weiterführen, ist für uns das schönste Zeichen, dass unsere Leidenschaft Wurzeln geschlagen hat.“

Familie Mandl – Steiermark  

Betriebsform: Forstwirtschaft

Der Biobetrieb von Familie Mandl steht auf den drei Standbeinen Forstwirtschaft, Vermietung von Hütten und einer Ferienwohnung sowie Mutterkuhhaltung.

Zitat Familie Mandl: „Unser Erfolgsrezept ist der respektvolle Umgang mit der Natur und die Bereitschaft, unseren Betrieb laufend weiterzuentwickeln. Mit nachhaltiger, aktiver Forstwirtschaft, Mutterkuhhaltung und touristischer Vermietung verbinden wir mehrere Standbeine und geben Gästen die Möglichkeit, Landwirtschaft und Wald hautnah zu erleben. So schaffen wir eine zukunftsfitte Grundlage für unseren Hof.“

Familie Paschek – Steiermark 

Betriebsform: Dauerkultur, Beerenobst

Der Bauernhof beschäftigt sich mit Heidelbeeren und Johannisbeeren. Um erfolgreich zu sein, legt Familie Paschek großen Wert auf Absicherung der Kulturen mittels Tropfbewässerung mit Fertigation, Folienüberdachung, Hagelnetz, Insektennetz zum Einsatz.

Zitat Familie Paschek: „Der Grundstein des Erfolges ist eine positive Einstellung zum Beruf. Unser Betrieb ist zwar klein, wird aber sehr intensiv geführt, und man muss auch gewillt sein einmal ein paar Stunden anzuhängen, wenn es sein muss.
Es wird auch einiges an Zeit und Geld investiert um einiges auszuprobieren, z. B. neue Sorten, verschiedene Dünger oder Kulturschutz. Auch besuchen wir diverse Seminare und Fachmessen im In- und Ausland.“

Die Jubiläumsbetriebe (in alphabetischer Reihenfolge)

50 Jahre – Ersteintritt 1975: 

Familie Danter (OÖ)
Herr Jaschke (NÖ)
Herr Neuheimer (NÖ)
Familie Ofner (STMK)
Herr Suette (Kärnten)

70 Jahre – Ersteintritt 1955: 

Herr Waselmayr (OÖ)

Über 70 Jahre – Ersteintritt vor 1955: 

Familie Kogler (OÖ)
Frau Wahl (OÖ)
Herr Haberbauer (OÖ)

Link Fotos: https://we.tl/t-loITotKlou (Schluss)
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