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Wien, 29. Oktober 2026 (aiz.info)

Totschnig: Österreichs Kreislauf-Pioniere machen den Standort krisenfester

Circular Innovation Award Austria prämiert erstmals Unternehmen, die mit ihren Lösungen Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und regionale Wertschöpfung stärken

Mehrwegflaschen in Leichtbauweise, ein europaweiter Marktplatz für generalerneuerte Elektronik, der erste geschlossene Gipskreislauf Österreichs: Im Haus der Industrie in Wien wurde erstmals der Circular Innovation Award Austria (CIAA) verliehen. Aus 57 Einreichungen kürte eine internationale Jury fünf Sieger in den Hauptkategorien und vergab zwei Sonderpreise. Der Award steht unter der Patronanz des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.

Die Einführung des Awards geht auf eine Empfehlung der Task Force Circular Economy zurück, die das BMLUK gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus eingesetzt hat. Ausgezeichnet werden bereits umgesetzte Geschäftsmodelle, Technologien und Kooperationen, die nachweislich ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Wirkung entfalten.

Landwirtschafts- und Umweltminister Norbert Totschnig: „Kreislaufwirtschaft ist Standortpolitik. Wer Ressourcen klug im Kreislauf führt, macht unsere Wirtschaft unabhängiger, krisenfester und wettbewerbsfähiger. Die Preisträgerinnen und Preisträger zeigen, dass Österreich die Lösungen dafür bereits entwickelt, umgesetzt und erfolgreich am Markt etabliert hat. Jetzt geht es darum, diese erfolgreichen Ansätze breiter zu nutzen. Gute Lösungen dürfen keine Einzelprojekte bleiben. Wenn sie sichtbar werden und weitere Unternehmen zur Umsetzung motivieren, stärken wir damit langfristig Arbeitsplätze und Wertschöpfung in den Regionen.“

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2026

Circular Industry Innovation: Vetropack Austria – „Rezon“ ist die weltweit erste Mehrweg-Glasflasche in gehärteter Leichtbauweise: weniger Material, mehr Umlaufzyklen.

Circular Business Model Innovation: refurbed – Der Marktplatz für generalerneuerte Elektronik ist in 24 Ländern aktiv, seit 2024 profitabel und hat kumuliert rund 474.000 t CO₂ eingespart.

Technological Circularity Breakthrough: Brantner green solutions – Die GLASY-Technologie gewinnt Glas als hochwertigen Sekundärrohstoff zurück, industriereif im Einsatz in Hohenruppersdorf.

Circular Startup of the Year: byeagain – Das Grazer Startup bereitet zurückgesendete Produkte mithilfe künstlicher Intelligenz auf und bringt sie als Refurbishment-as-a-Service zurück in den Markt.

Circular Collaboration Award: GzG Gipsrecycling – Das Joint Venture von PORR, Saint-Gobain Austria und Saubermacher betreibt Österreichs erste Gips-zu-Gips-Anlage und ersetzt bis zu 40 % Naturgips.

Sonderpreis Social Circular Impact: BauKarussell – Die Genossenschaft gewinnt Bauteile vor dem Abriss für die Wiederverwendung und schafft dabei Qualifizierung und Beschäftigung; bisher rund 47.000 Stunden.

Sonderpreis Circular Pioneer: Salesianer – Mieten statt kaufen: Das Textilservice-Modell ist seit jeher auf Wiederverwendung im Kreislauf ausgelegt.

Gedankt wurde allen einreichenden Unternehmen, der unabhängigen internationalen Jury sowie den Trägerorganisationen Circular Economy Forum Austria, Schiefer Rechtsanwälte und Raiffeisen-Landesbank Steiermark. Gastgeberin der Preisverleihung war die Industriellenvereinigung.

Über den Award: Der Circular Innovation Award Austria zeichnet Großunternehmen, KMU, Startups und sektorübergreifende Kooperationen aus, die zirkuläre Wertschöpfung in Österreich erfolgreich umsetzen. Bewertet werden unter anderem Innovationsgrad, Wirkung, wirtschaftliche Tragfähigkeit und Skalierbarkeit. circulareconomyforum.at/ciaa (Schluss)
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