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Wien, 25. September 2026 (aiz.info)

Tiefkühlgemüse: Ardo plant Schließung des Werks Groß-Enzersdorf für 2027

Rückzug aus heimischer Verarbeitung trifft rund 240 Beschäftigte und Vertragskräfte - Belgischer Konzern begründet Schritt mit hohen Investitionskosten und will Markt künftig aus dem Ausland beliefern.

Groß-Enzersdorf/Wien, 25. September 2026 (aiz.info). – Der Tiefkühlgemüse-Konzern Ardo beabsichtigt, seinen Produktions- und Verpackungsstandort im niederösterreichischen Groß-Enzersdorf (Bezirk Gänserndorf) im Jahr 2027 endgültig zu schließen. Die Ardo Austria Frost GmbH zieht sich damit aus der heimischen Gemüseverarbeitung zurück. Für die landwirtschaftlichen Vertragsbauern im Marchfeld und die regionale Lieferkette bedeutet diese Entscheidung einen herben Einschnitt. 

Hoher Investitionsbedarf und begrenzte Wettbewerbsfähigkeit

Wie das belgische Familienunternehmen mitteilte, sei der Schritt das Ergebnis einer umfassenden strategischen Überprüfung des europäischen Standortnetzes. Trotz millionenschwerer Investitionen in neue Produktionslinien in den vergangenen Jahren sei der Standort veraltet und erfordere nun erhebliche Neuinvestitionen in Produktion, Verpackung, Lagerung sowie Versorgungstechnik. 

Aufgrund der geografischen Distanz zu den westeuropäischen Märkten und der eingeschränkten Kosteneffizienz im Vergleich zu mitteleuropäischen Nachbarländern lasse sich der Standort wirtschaftlich nur für den heimischen Markt rechtfertigen. Die dafür notwendigen Investitionen seien jedoch für den verhältnismäßig kleinen österreichischen Binnenmarkt schlicht zu hoch, hieß es von Unternehmensseite. 

Produktion läuft bis Ende 2026 – Sozialplan angekündigt

Von der geplanten Schließung sind voraussichtlich rund 190 feste Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie etwa 50 Leiharbeitskräfte betroffen. 

„Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie unseren Vertragspartnern wie regionalen Landwirten und lokalen Lieferanten voll bewusst und haben uns daher entschlossen, sie frühzeitig über diese schwierige Entscheidung zu informieren“, betonte Christian Karwen, Werksleiter der Ardo Austria Frost GmbH. Gemeinsam mit dem Betriebsrat solle in der kommenden Zeit ein Sozialplan ausgearbeitet werden. 

Die Gemüseverarbeitung in Groß-Enzersdorf soll nach derzeitigem Stand noch bis Dezember 2026 im regulären Betrieb fortgeführt werden. Ab August 2027 beabsichtigt Ardo, den österreichischen Markt ausschließlich über Vertriebsaktivitäten von einem neuen Bürostandort im Raum Wien aus zu betreuen; die Waren sollen künftig aus Werken in anderen EU-Ländern geliefert werden. (Schluss)
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