Zum Content springen
Neue Suche

Absender

Empfänger

Raumberg-Gumpenstein, 29. Oktober 2026 (aiz.info)

Vetmeduni Wien errichtet Außenstelle in Raumberg-Gumpenstein

Gemeinsame Ausbildungsinitiative soll angehende Veterinärmediziner früher in die Großtierpraxis bringen und die Versorgung der bäuerlichen Betriebe sichern.

Die Sicherung der Tiergesundheit und einer leistungsfähigen tierärztlichen Versorgung im ländlichen Raum zählt zu den zentralen Zukunftsfragen der österreichischen Landwirtschaft. Entsprechend groß war das Interesse an der Pressekonferenz „Tiergesundheit im Fokus“, zu der die HBLFA Raumberg-Gumpenstein und die Veterinärmedizinische Universität Wien am 28. Oktober nach Raumberg-Gumpenstein eingeladen hatten.

Mit der Intensivierung der Zusammenarbeit, der Einbindung Studierender in die Forschung und tierärztliche Praxis sowie der Einrichtung einer Außenstelle der Vetmeduni am Standort Raumberg-Gumpenstein entsteht ein österreichweit einzigartiges Kompetenznetzwerk für Tiergesundheit und nachhaltige Nutztierhaltung.

Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Forschung, Bildung, Beratung, Landwirtschaft, Politik sowie insbesondere praktizierende Tierärztinnen und Tierärzte nutzten die Gelegenheit, sich über diese Initiative zu informieren. Die hohe Beteiligung unterstrich die Aktualität des Themas und das breite Interesse an tragfähigen Lösungen für die Herausforderungen der Nutztierhaltung und der veterinärmedizinischen Versorgung im ländlichen Raum.

Direktor Johann Gasteiner von der HBLFA Raumberg-Gumpenstein verwies in seinem Statement auf die zunehmende Komplexität der Herausforderungen in der Nutztierhaltung. Tiergesundheit, Tierwohl, Ressourceneffizienz und wirtschaftliche Stabilität der Betriebe seien eng miteinander verknüpft und könnten nur durch eine enge Zusammenarbeit von Forschung, Ausbildung und Praxis erfolgreich weiterentwickelt werden. Die neue Kooperation baue auf einer langjährigen, erfolgreichen Partnerschaft beider Institutionen auf und eröffne zusätzliche Möglichkeiten für Wissenstransfer, Innovation und praxisnahe Ausbildung. Ein wesentliches Ziel sei dabei auch die Bekämpfung des zunehmenden Tierärztemangels im ländlichen Raum.

Ein besonderer Meilenstein der Kooperation ist die Einrichtung einer Außenstelle der Veterinärmedizinischen Universität Wien am Standort Raumberg-Gumpenstein. Studierende sollen dadurch noch intensiver mit den Anforderungen der Nutztierhaltung, der Großtiermedizin, der tierärztlichen Praxis sowie der angewandten landwirtschaftlichen Forschung in Kontakt kommen. Für die Absolventen:innen der HBLFA Raumberg-Gumpenstein wird das Studium der Veterinärmedizin künftig attraktiver und leichter erreichbar, wodurch auch der Schulstandort Raumberg-Gumpenstein insgesamt profitieren wird.

Rektor Matthias Gauly unterstrich die Bedeutung attraktiver Ausbildungsangebote außerhalb urbaner Zentren. Gerade die frühe Einbindung in die landwirtschaftliche Praxis könne dazu beitragen, junge Tierärztinnen und Tierärzte für die Nutztiermedizin zu begeistern und langfristig für eine Tätigkeit im ländlichen Raum zu gewinnen. Besonders hob er die geplante Einbindung praktizierender Tierärztinnen und Tierärzte hervor, wodurch Studierende wertvolle Einblicke in den Berufsalltag erhalten und gleichzeitig die Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis weiter gestärkt werde.

Christian Kasper vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft bezeichnete die Partnerschaft als ein zukunftsweisendes Modell für die Vernetzung von Bildung, Wissenschaft und Praxis. Die Sicherung der tierärztlichen Versorgung sei auch ein persönliches Anliegen des Bundesministers Mag. Norbert Totschnig. Der Standort Raumberg-Gumpenstein nehme dabei eine besondere Rolle ein, da hier angewandte landwirtschaftliche Forschung unmittelbar mit Ausbildung und veterinärmedizinischer Praxis verbunden werde. Dadurch entstehe ein österreichweit einzigartiges Kompetenznetzwerk für Tiergesundheit und nachhaltige Nutztierhaltung.

Landesrätin Simone Schmiedtbauer betonte die zentrale Bedeutung einer flächendeckenden tierärztlichen Versorgung für die steirische Landwirtschaft. Gesunde Tiere seien die Grundlage erfolgreicher bäuerlicher Familienbetriebe und hochwertiger Lebensmittel. Angesichts zunehmender Herausforderungen durch Tierseuchen und neue Krankheitserreger seien eine verlässliche tierärztliche Betreuung, wirksame Vorsorgemaßnahmen und eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten wichtiger denn je. Mit der neuen Außenstelle werde zugleich der Forschungs- und Ausbildungsstandort Steiermark nachhaltig gestärkt.

In den Vorträgen und Diskussionen wurde deutlich, dass die Herausforderungen der Zukunft nur gemeinsam bewältigt werden können. Die Kooperation schafft die Voraussetzungen, Forschungsergebnisse rascher in die Praxis zu bringen, die Ausbildung künftiger Tierärztinnen und Tierärzte weiterzuentwickeln und landwirtschaftliche Betriebe bestmöglich zu unterstützen. Durch die Bündelung der Kompetenzen beider Institutionen entsteht ein starkes Netzwerk an der Schnittstelle von Landwirtschaft, Forschung, Lehre und veterinärmedizinischer Praxis.

Die große Resonanz der Veranstaltung und die intensive Diskussion unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern unterstrichen die hohe Relevanz der Themen Tiergesundheit, Tierwohl und veterinärmedizinische Versorgung. Mit der vertieften Zusammenarbeit wird das österreichweit einzigartige Kompetenzzentrum für Tiergesundheit und nachhaltige Nutztierhaltung am Standort Raumberg-Gumpenstein gezielt weiterentwickelt und um zusätzliche Kompetenzen in Forschung, Lehre und Praxis erweitert. (Schluss)
5.775 Anschläge
  • Empfehlen
  • Drucken
  • PDF downloaden
  • RTF downloaden