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Rom, 6. Juli 2026 (aiz.info)

FAO-Lebensmittelpreisindex im Juni nahezu unverändert

Pflanzenöle und Fleisch im Plus - Rückgänge bei Zucker, Getreide und Milchprodukten

Der FAO-Lebensmittelpreisindex hat sich im Juni 2026 kaum verändert. Höhere Preise für Pflanzenöle und Fleisch wurden durch Rückgänge bei Zucker, Getreide und Milchprodukten ausgeglichen, wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) laut MBI mitteilte. Der Lebensmittelpreisindex der FAO, der die Entwicklung international gehandelter Agrarrohstoffe abbildet, lag im Juni bei durchschnittlich 130,3 Punkten und damit 0,3 Prozent unter dem Mai-Wert. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg der Index um 1,7 Prozent, lag jedoch weiterhin 18,7 Prozent unter seinem Höchststand vom März 2022. 

Der FAO-Getreidepreisindex sank im Juni auf 110,2 Punkte und lag damit 3,5 Prozent unter dem Mai-Wert, aber noch 2,7 Prozent über dem Niveau vom Juni 2025. Die Weltmarktpreise für Weizen gaben um 4,4 Prozent nach, da der rasche Erntefortschritt und die günstigen Angebotsaussichten in der Schwarzmeerregion die Sorgen über die Ernteentwicklung in den USA und Australien überwogen. In Teilen Australiens belasten die El-Niño-bedingte Trockenheit und höhere Betriebsmittelkosten weiterhin die Produktionsaussichten. Zusätzlichen Preisdruck verursachten der stärkere US-Dollar sowie schwächere Energiemärkte.  

Die Rohstoffpreise für Mais fielen um 6,2 Prozent, da in den südamerikanischen Exportländern ein reichliches Angebot erwartet wird und sinkende Rohölpreise die Nachfrage nach Biokraftstoffen dämpften. Ebenso gaben die Preise für Gerste um 3,4 Prozent und für Sorghum um 7,7 Prozent nach. Hintergrund waren verbesserte Produktionsaussichten sowie der Preisrückgang bei Mais und Weizen, wodurch Gerste und Sorghum als Futtermittel an Wettbewerbsfähigkeit verloren. 

Der FAO-Pflanzenölpreisindex erreichte im Juni 192,0 Punkte und lag damit 3,8 Prozent über dem Mai-Wert sowie 23,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Anstieg war auf höhere Notierungen für Palm- und Rapsöl sowie weitgehend stabile Preise für Sonnenblumenöl zurückzuführen, die den leichten Rückgang bei Sojaöl mehr als ausglichen.

Die Rapsölpreise legten weiter zu, gestützt durch eine anhaltend starke Nachfrage aus dem Biokraftstoffsektor sowie ungünstige Witterungsbedingungen für die Aussaat in Australien und Kanada. Die Preise für Sonnenblumenöl blieben dagegen weitgehend stabil, da die knappe Versorgung in der Saison 2025/26 durch Erwartungen eines größeren Angebots in der Vermarktungssaison 2026/27 ausgeglichen wurde. Sojaöl verbilligte sich leicht, da das saisonal steigende Angebot aus Südamerika und niedrigere Rohölpreise auf die Notierungen drückten. 

Der FAO-Fleischpreisindex stieg im Juni auf 131,0 Punkte und lag damit 0,4 Prozent über dem Mai-Wert sowie 4,0 Prozent über dem Vorjahresniveau. Damit erreichte der Index einen neuen Höchststand. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Preise für Geflügelfleisch, während Schweine- und Rindfleisch günstiger wurden. Die internationalen Geflügelfleischpreise stiegen aufgrund höherer Exportpreise aus Brasilien, die von einer starken weltweiten Importnachfrage und einer vorübergehend knapperen Inlandsverfügbarkeit nach Produktionsanpassungen gestützt wurden. 

Schweinefleisch wurde hingegen aufgrund eines reichlichen Angebots in der EU und einer weiterhin schwachen Nachfrage aus mehreren asiatischen Märkten günstiger. Die Rindfleischpreise gaben leicht nach, was vor allem auf niedrigere Notierungen in Australien zurückzuführen war. In Brasilien blieben die Exportpreise weitgehend stabil, da sich die Käufe aus China mit der nahezu vollständigen Ausschöpfung der Importquoten verlangsamten.

Der FAO-Milchpreisindex fiel im Juni auf 117,4 Punkte und lag damit 1,5 Prozent unter dem Mai-Wert sowie 24,5 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Die Preise gaben in allen Produktgruppen nach. Die Preise für Magermilchpulver sanken leicht und beendeten damit eine Serie von fünf monatlichen Anstiegen. Grund dafür waren eine steigende Produktion in der EU und eine verbesserte Verfügbarkeit in den USA. Dennoch blieb Magermilchpulver das einzige Milchprodukt, dessen Preise deutlich über dem Niveau vom Juni 2025 lagen. 

Vollmilchpulver verbilligte sich, da die schwache Importnachfrage aus China die robuste Nachfrage aus Südostasien und dem Nahen Osten überwog. Auch Butter und Käse wurden günstiger. Eine bessere Milchverfügbarkeit sowie eine höhere Produktion in der EU und den USA erhöhten das Exportangebot. Butter stand zudem durch das steigende Angebot an Milchfett unter Druck, während die Käsepreise bereits den elften Monat in Folge nachgaben, da das Exportangebot die weltweite Importnachfrage weiterhin überstieg. 

Der FAO-Zuckerpreisindex sank im Juni auf 89,7 Punkte und lag damit 5,7 Prozent unter dem Mai-Wert sowie 13,3 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Niedrigere Ethanolpreise in Brasilien führten dazu, dass mehr Zuckerrohr für die Zuckerproduktion verwendet wurde, was die internationalen Preise belastete. Zusätzlicher Preisdruck entstand durch das hohe Exporttempo Brasiliens. Gleichzeitig begrenzten jedoch anhaltende Sorgen über mögliche Auswirkungen des Wetterphänomens El Niño auf die Zuckerproduktion in wichtigen Erzeugerländern wie Indien und Thailand in der Saison 2026/27 den Preisrückgang. (Schluss)
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