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Brüssel, 24. März 2026 (aiz.info)

EU-Kommission gewährt Australien neue Zollzugeständnisse in sensiblen Sektoren

COPA-COGECA: Pechsträhne für die europäische Landwirtschaft hält an

Die heute Morgen in Canberra von EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und dem australischen Premierminister Albanese verkündete Einigung über das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Australien löst in der europäischen Landwirtschaft massive Besorgnis aus. "Es verfestigt sich der Eindruck, dass der Agrarsektor erneut als Verhandlungsmasse für weitläufigere handelspolitische und politische Ziele der EU herhalten muss", übt der Dachverband der EU-Landwirte und -Genossenschaften, COPA-COGECA, Kritik.

Diese Entscheidung reagiere zwar auf aktuelle Notlagen, werde jedoch mittelfristig unhaltbare Folgen für viele sensible landwirtschaftliche Sektoren haben. Die von der Kommission gewährten Zugeständnisse betreffen insbesondere folgende Bereiche:
•    Rindfleisch: Zollkontingent (TRQ) von 30.600 t.
•    Schaffleisch: Zollkontingent von 25.000 t (davon nur 27 % tiefgekühlt).
•    Zucker: Zollkontingent von 35.000 t.
•    Reis: Zollkontingent von 8.500 t.

"Angesichts des Post-Mercosur-Kontexts ist die kumulative Wirkung dieser aufeinanderfolgenden Handelsabkommen für die Erzeuger nicht mehr tragbar. Selbst im Weinsektor – traditionell eher offensiv ausgerichtet – bleiben die Vorteile fragwürdig, während australische Exporteure direkt von der Zollaufhebung profitieren dürften", gibt COPA-COGECA weiter zu bedenken.

Landwirtschaft am Limit

"Die europäischen Landwirte stehen bereits unter enormem Druck durch steigende Betriebsmittelkosten, anhaltende Inflation und Preise, die mit der Entwicklung nicht Schritt halten. Hinzu kommen Unsicherheiten durch die geopolitische Lage, etwa im Iran. Eine weitere Marktöffnung in diesen sensiblen Bereichen droht viele EU-Familienbetriebe über den Belastungspunkt hinaus zu treiben", unterstreicht COPA-COGECA.

Die Kritik richtet sich auch gegen die fehlenden Schutzmechanismen: "Die bisherigen Vorschläge der Kommission wirken eher wie Kommunikationsinstrumente zur Vermarktung schwer akzeptabler Abkommen als wie wirksame Kriseninstrumente."

Forderung nach Kohärenz

"Europas Produzenten bekennen sich zu höchsten Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards. Es ist daher unerlässlich, dass Handelsabkommen diese Bemühungen nicht untergraben", fordert COPA-COGECA daher eine umfassende Bewertung der kumulativen Auswirkungen der EU-Handelspolitik.

"Wir erwarten nun die vollständigen Details des Abkommens, insbesondere zum Schutz geografischer Angaben (GI) und zur Verwaltung der Zollkontingente, um die präzisen Auswirkungen bewerten zu können." (Schluss)
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