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Wien, 4. September 2026 (aiz.info)

Sommer 2026 in Österreich außergewöhnlich heiß und trocken

+2,7 °C über dem langjährigen Mittel und 32% weniger Niederschlag - niedrige Abflüsse und Grundwasserstände prägen die Situation

Der Sommer 2026 war in Österreich überdurchschnittlich heiß und trocken. Das zeigen nun auch die offiziellen Messwerte und Auswertungen des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK). Die mittlere Lufttemperatur der Monate Juni bis August lag um +2,7 °C über dem klimatologischen Mittel der Periode 1991–2020. Gleichzeitig fiel österreichweit 32 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt.

Das Niederschlagsdefizit betraf das gesamte Bundesgebiet, besonders den Osten des Landes und verschärfte zunehmend die Situation beim Wasserhaushalt. Die Trockenheit setzte sich damit nach einem bereits trockenen und niederschlagsarmen Winter 2025/2026 und Frühling 2026 in allen drei Sommermonaten fort. In der heimischen Landwirtschaft hat diese Dürre historische Schäden verursacht. Betroffen sind das gesamte Bundesgebiet und sämtliche landwirtschaftlichen Kulturen.

„Der Sommer 2026 zeigt besonders deutlich, wie stark sich anhaltende Hitze und Trockenheit auf unseren Wasserhaushalt auswirken. Österreichweit fiel rund 32 Prozent weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt – das macht sich bei unseren Fließgewässern ebenso wie beim Grundwasser bemerkbar. Dank konsequenter Investitionen der vergangenen Jahre ist Österreich bei der Wasserversorgung gut aufgestellt. Die aktuelle Situation zeigt aber auch, wie wichtig eine vorausschauende Wasserwirtschaft und eine verlässliche Datengrundlage sind. Deshalb investieren wir weiter in die Trinkwasserversorgung von morgen. Mit 250 Millionen Euro bis 2028 stärken wir eine sichere und klimafitte Wasserinfrastruktur in ganz Österreich. Gerade in Trockenphasen wie diesen kommt es aber ebenso darauf an, mit unserer wertvollsten Ressource Wasser besonders sorgsam umzugehen“, betont Umweltminister Norbert Totschnig.

August setzt heißen und trockenen Sommer fort

Der August 2026 war außergewöhnlich heiß und trocken. Die mittlere Lufttemperatur lag um 3,2 °C über dem langjährigen Mittel. In der ersten Augustwoche wurden regional mehr als 40 °C erreicht und neue Höchstwerte gemessen. Gleichzeitig bestand österreichweit ein Niederschlagsdefizit von 33 Prozent. Die hohen Temperaturen führten zu einer weiterhin hohen Verdunstung.

Niedrige Abflüsse und Grundwasserstände

Die anhaltend niederschlagsarme und warme Witterung spiegelte sich zunehmend in den Fließgewässern und im Grundwasser wider. Ende August lagen an mehr als 95 Prozent der Pegelmessstellen die monatlichen Abflüsse unter den langjährigen Monatsmitteln. In den meisten Regionen wurden Niederwasserverhältnisse beobachtet.

Auch die Grundwasserstände gingen im Verlauf des Sommers zurück. Der Anteil der Messstellen mit niedrigen oder sehr niedrigen Grundwasserständen stieg von rund 80 Prozent Ende Mai auf etwa 90 Prozent Ende August. Aufgrund des schneearmen Winters und des trockenen Frühjahrs waren die unterdurchschnittlichen Grundwasserstände in Teilen Salzburgs, Oberösterreich, Vorarlberg und Tirol trotz der Niederschläge im August stärker ausgeprägt als in den östlichen Bundesländern, da hier die Grundwasserkörper große Speichervolumen haben.

Entwicklung und Ausblick

Die Wasserbilanz des Sommers fiel deutlich negativ aus. Die auftretenden Schauer, Gewitter und Starkregenereignisse reichten aufgrund ihrer räumlich und zeitlich begrenzten Wirkung kaum für eine nachhaltige Verbesserung der Grundwasserstände und Niederwassersituation aus.

Nach aktuellen Prognosen der GeoSphere Austria sind in den kommenden Tagen keine flächendeckenden Niederschläge zu erwarten. Ab der kommenden Woche wird das Wetter unbeständiger und niederschlagsreicher, mit Niederschlagsmengen etwa im jahreszeitlichen Mittel und sinkender Verdunstung. Auch in der zweiten Septemberhälfte sind zeitweise Niederschläge bei weiterhin überdurchschnittlichen Temperaturen möglich.

Die erwarteten Niederschläge können kurzfristig zu einer Entspannung bei Fließgewässern und Böden beitragen, reichen jedoch noch nicht für eine nachhaltige Erholung der Grundwasserstände und der Wasserführung aus. Für die weitere Entwicklung des Wasserhaushalts wird entscheidend sein, ob sich ausreichend ergiebige und flächendeckende Niederschlagsphasen einstellen.

Links

Bericht „Der Wasserhaushalt Österreichs im Sommer 2026“
https://www.bmluk.gv.at/themen/wasser/wasser-oesterreich/hydrographie/wasserbilanz/sommer2026.html

Monatsbericht August 2026
https://www.bmluk.gv.at/themen/wasser/wasser-oesterreich/hydrographie/wasserbilanz/charakteristik0826.html (Schluss)
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