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Wien, 1. Juli 2026 (aiz.info)

"SITCA"-Allianz für die globale Holzbau-Wende

Wissenschaft und Industrie bündeln ihre Kräfte, um den Bausektor zum Motor des Klimaschutzes zu machen

Unter der Federführung des Klimaforschers Hans Joachim Schellnhuber fällt heute der Startschuss für die Science and Timber Construction Alliance (SITCA). Die Initiative verfolgt das Ziel, den Bausektor durch nachhaltige Waldwirtschaft und modernen Holzbau zu einem Motor für den Klimaschutz zu machen. Gemeinsam mit den Gründungspartnern IIASA, Hilti, WIEHAG, binderholz, EGGER Holzwerkstoffe, Stora Enso und den Österreichischen Bundesforsten bündelt SITCA wissenschaftliche Expertise und die Innovationskraft führender Unternehmen der Bau- und Forstwirtschaft.

„Wir bewegen uns auf gefährliche Kipppunkte im Klimasystem zu. Gleichzeitig ist die globale gebaute Umwelt für mehr als ein Drittel der CO₂-Emissionen verantwortlich – hier befindet sich deshalb der größte Hebel, um eine drohende ‚Heißzeit‘ noch abzuwenden“, betont Hans Joachim Schellnhuber, Generaldirektor des IIASA, zum Auftakt in Wien. „Städte müssen von CO₂-Quellen zu Kohlenstoffsenken werden. Der Holzbau ist dafür das wichtigste Werkzeug.“

Wissenschaft erläutert Konzept der ‚Wald-Bau-Pumpe‘

„Durch die Verbrennung fossiler Energieträger und die Zerstörung natürlicher Ökosysteme hat sich die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre deutlich erhöht. Bäume nehmen CO₂ durch Photosynthese auf und speichern den Kohlenstoff in ihrem Holz. Wird dieses Holz für langlebige Gebäude genutzt, bleibt der Kohlenstoff über Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte gebunden, während im Wald neue Bäume nachwachsen und weiteres CO₂ aufnehmen. Auf diese Weise wird der Atmosphäre kontinuierlich CO₂ entzogen und über den Wald sinnbildlich in die gebaute Umwelt ‚gepumpt‘. Nachhaltige Forstwirtschaft und Holzbau können so gemeinsam mit Wiederverwendung und modernen Recyclingtechnologien eine langfristige Kohlenstoffsenke bilden“, erklärt der renommierte Klimaforscher Schellnhuber das grundlegende Fundament der SITCA.

Belastbare Fakten für Wirtschaft

Die Allianz zielt im Wesentlichen auf die Bereitstellung wissenschaftlicher Fakten und auf das Schaffen von Bewusstsein unter Entscheidungsträgern ab. „Mit SITCA schaffen wir die wissenschaftliche Basis, um Entscheidungsträger aus Politik, Behörden, Immobilien- und Bauwirtschaft weltweit von einem Paradigmenwechsel zu überzeugen. Weg von CO₂-intensiven Materialien, hin zu regenerativen Baustoffen“, unterstreicht Erich Wiesner, CEO von WIEHAG, die zentrale Aufgabe der Allianz.

Starke Unterstützung aus der Politik

Bundesminister Norbert Totschnig: „Wer mit Holz baut, spart gleich doppelt CO₂. Einerseits wird Kohlenstoff langfristig im Holz gebunden, andererseits der Einsatz emissionsintensiver Baustoffe reduziert. Deshalb treibt Österreich den Holzbau seit Jahren konsequent voran, etwa mit den Stiftungsprofessuren für Holzbau oder dem Staatspreis Holzbau. Insbesondere im mehrgeschossigen Wohnbau liegt aber noch enormes Potenzial. Mit Initiativen wie SITCA bündeln wir Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, stärken Innovation und schaffen das Know-how für eine klimafreundliche und nachhaltige Zukunft.“

Ganzheitlichkeit: Biodiversität und Akzeptanz

Für Daniela Kleinschmit, Präsidentin des Internationalen Waldforschungsverbandes IUFRO, ist die gesellschaftliche Komponente entscheidend: „Holzbau funktioniert nur mit einem gesunden Wald. Wir integrieren Biodiversität und soziale Aspekte von Beginn an, um die notwendige Akzeptanz in der Bevölkerung sicherzustellen.“ IUFRO wird als wissenschaftlicher Partner im Beirat der Allianz vertreten sein und die Expertise aus einem weltweiten Netzwerk von Forschenden einbringen.

Internationale Vernetzung

SITCA arbeitet in enger Abstimmung mit der Kommunikationsinitiative „Grow the Solution“, die von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) entwickelt wurde. „Weltweit sind wir mit einer Diskrepanz zwischen dem dringenden Bedarf an klimafreundlichen Baustoffen und der bislang geringen öffentlichen Wahrnehmung von nachhaltig produziertem Holz im Bauwesen konfrontiert. Wir begrüßen die SITCA-Initiative da dadurch faktenbasierte Informationen in nachhaltige, waldbasierte Lösungen geschaffen werden“, hebt Ewald Rametsteiner, Vizedirektor der Forstabteilung der FAO, die internationale Bedeutung hervor.

Ein starkes Fundament aus Industrie und Politik

Neben der Wissenschaft stützt sich SITCA auf Schwergewichte der Branche. Die Gründungspartner und seit letzter Woche der erste neue Wirtschaftspartner, die HASSLACHER Gruppe, stehen für die gesamte waldbasierte Wertschöpfungskette.

Über SITCA

Die Science and Timber Construction Alliance (SITCA) ist eine globale Plattform zur Förderung des holzbasierten Bauens auf Basis wissenschaftlicher Evidenz.

Ziel von STICA ist:

    Wissenschaftliche Grundlagen stärken
    Belastbare Erkenntnisse zu nachhaltiger Holzverfügbarkeit, CO₂-Bindung und zukunftsfähigen Holzbausystemen schaffen.

    Akteure vernetzen und Dialog fördern
    Relevante Stakeholder zusammenbringen und den Austausch über wissenschaftliche Erkenntnisse und gemeinsame Botschaften stärken.

    Bewusstsein schaffen und Entscheidungen unterstützen
    Die Vorteile nachhaltiger Waldbewirtschaftung und des Holzbaus faktenbasiert vermitteln und in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verankern.

Informationen unter: www.sitca.earth (Schluss)
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