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Linz, 15. Juni 2026 (aiz.info)

Schweinemarkt unter Druck: Preisniveau gefährdet Tierwohl-Investitionen

Massiver Preisverfall am europäischen Markt setzt Betriebe wirtschaftlich stark unter Druck.

Die wirtschaftliche Lage der heimischen Schweinehalter ist aufgrund eines europaweiten Preisrückganges Anfang Juni äußerst angespannt. Der österreichische Schweinepreis fiel innerhalb weniger Wochen um vierzehn Cent je Kilogramm Schlachtgewicht und liegt aktuell bei 1,52 Euro. Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich der durchschnittliche Schweinepreis damit um 15 Prozent bzw. im Vergleich zu 2024 sogar um 25 Prozent. „Die Schweinehalter können mit diesem Preisniveau nur schwer die laufenden Kosten und schon gar nicht notwendige Mittel für anstehende Investitionen am Betrieb erwirtschaften. Das trifft die Branche in einer Phase, in der viele Betriebe vor wichtigen Entscheidungen für die Zukunft stehen“, erklärt LK-OÖ-Präsident Franz Waldenberger.

Internationale Märkte bestimmen zunehmend die Preisentwicklung

Nach einem schwierigen Jahr 2025 bestand zu Jahresbeginn Hoffnung auf eine Markterholung. Die vorhandenen Übermengen konnten rasch abgebaut werden, die Schlachtzahlen gingen zurück und die Preise entwickelten sich zunächst positiv. Die erwartete Belebung des Fleischgeschäfts blieb jedoch aus.
Gleichzeitig geriet der europäische Schweinemarkt durch internationale Entwicklungen zunehmend unter Druck. Besonders ins Gewicht fällt der deutliche Rückgang der chinesischen Schweinefleischimporte. Bis Ende März gingen diese gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent zurück, während die chinesische Eigenproduktion gleichzeitig um 4,2 Prozent zulegte. Dadurch fehlen wichtige Absatzmöglichkeiten für die großen Exportnationen, was den Wettbewerbsdruck innerhalb Europas erhöht.
Auch die Folgen von Tierseuchen, Exportbeschränkungen und die schwächere Nachfrage auf wichtigen Weltmärkten belasten die Preisentwicklung. Österreich ist als Teil des europäischen Marktes von diesen Entwicklungen unmittelbar betroffen.

Niedrige Erlöse treffen auf hohen Investitionsbedarf

Die aktuelle Marktsituation fällt in eine Zeit, in der zahlreiche Schweinehalter vor umfangreichen Investitionen stehen. Neue gesetzliche Vorgaben und höhere Anforderungen an die Tierhaltung machen Stallumbauten und Modernisierungen notwendig. Die Betriebe stehen grundsätzlich hinter höheren Tierwohlstandards in der Schweinehaltung. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die notwendigen Investitionen auch finanziert werden können. „Die Herausforderung liegt derzeit vor allem beim fehlenden wirtschaftlichen Spielraum für Investitionen. Wer in neue Stallungen investieren soll, muss die Möglichkeit haben, Eigenkapital aufzubauen. Das ist beim aktuell niedrigen Schweinepreise nicht möglich“, so Waldenberger.

Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich sieht daher die Gefahr, dass notwendige Investitionen aufgeschoben oder nicht getätigt werden und die Bereitschaft zur Weiterentwicklung der Betriebe sinkt. Langfristig würde das die heimische Schweineproduktion schwächen und die Abhängigkeit von Importen erhöhen.

Herkunftskennzeichnung bleibt zentrale Forderung

Um die heimische Schweinehaltung zu stärken, fordert die Landwirtschaftskammer weiterhin eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung für Fleisch und Fleischprodukte in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung. „Österreichische Schweinebäuerinnen und Schweinebauern erfüllen hohe Standards bei Tierwohl, Umwelt- und Lebensmittelsicherheit. Konsumentinnen und Konsumenten müssen auch außerhalb des Lebensmitteleinzelhandels erkennen können, woher das Fleisch auf ihrem Teller stammt“, betont Waldenberger. Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung, verlässliche Investitionsförderungen und praktikable Genehmigungsverfahren sind aus Sicht der Landwirtschaftskammer wichtige Voraussetzungen, damit die heimische Schweinehaltung auch künftig eine starke Säule der österreichischen Lebensmittelversorgung bleibt. (Schluss)
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