Ostern und Eier: Versorgungslücke durch Ausbau schließen
Heimische Produzenten wollen ausbauen, stoßen aber auf zahlreiche Hürden
Eier sind knapp – Hamsterkäufe nicht notwendig. „Hamsterkäufe sind nicht nötig, die Osternester werden heuer nicht leer bleiben. Die Versorgung mit Eiern rund um Ostern ist gesichert, auch wenn möglicherweise nicht jederzeit immer alle Haltungsformen im Regal verfügbar sind“, beruhigt Landwirtschaftskammer Steiermark-Vizepräsidentin Maria Pein. Was sind die Ursachen für die abermalige Eierknappheit zur Hochsaison um Ostern?
1. Die zuletzt wirtschaftlich mageren Jahre der Legehennenhalter, in denen kaum Ställe gebaut, aber gleichzeitig Stalltüren geschlossen werden mussten.
2. Massive Ausfälle von Legehennen durch die Vogelgrippe im Norden von Europa – 12 Millionen Tiere mussten gekeult werden.
3. Der anhaltende Protein-Trend sorgt für steigenden Eikonsum. Eier sind eine unverzichtbare, hocheffiziente und zugleich kostengünstige Eiweißquelle. In den vergangenen fünf Jahren ist der Pro-Kopf-Verbrauch um 14 Stück gestiegen.
Mit rund 2,5 Millionen Legehennen halten die steirischen Bauern im Eierland Nummer 1 statistisch gesehen für jeden Steirer und jede Steirerin zwei Legehennen.
Heimische Produzenten wollen ausbauen, stoßen aber auf zahlreiche Hürden – faire Spielregeln nötig. Um Versorgungsengpässe in den Hochsaisonen Ostern und Weihnachten zu vermeiden, wollen die Bäuerinnen und Bauern die Legehennenhaltung ausbauen. „Für einen Einstieg ist die Marktlage zwar ideal. Doch vor allem die bürokratischen Hürden beim Bau- und Raumordnungsgesetz und die hohen Investitionskosten dämpfen die Bereitschaft in die Branche einzusteigen oder zu erweitern“, sagt die Vizepräsidentin. Trotz guter Zusammenarbeit mit den Baubehörden dauert es bestenfalls 1,5 Jahre, bis ein neuer Stall bezogen werden kann, in der Regel sind es jedoch drei Jahre. Vielfach sind teure verzögernde Gutachten beizubringen. Für den Ausbau der Inlandsversorgung fordert Vizepräsidentin Pein klare Spielregeln.
Diese sind:
1. Schnelle und effiziente Bauverfahren – weniger Bürokratie, mehr Praxisorientierung.
2. Verlässliche Vermarktungspartner, die heimische Qualität mit fairen Preisen dauerhaft schätzen – die hohen Investitionen setzen stabile, wirtschaftliche Planbarkeit und klare Perspektiven voraus.
3. Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei verarbeiteten Lebensmitteln mit Eianteil wie Nudeln, Kuchen & Co sowie für Speisen mit Eianteil in der Gastronomie.
Die Vizepräsidentin warnt vor den Folgen fehlender Spielregeln: „Eier-Importe vorwiegend aus Käfighaltung, die aus Drittstaaten kommen und im Widerspruch zu den Konsumentenwünschen stehen.“
Hans Peter Schlegl, Obmann Geflügelwirtschaft Steiermark und Legehennenhalter – Schritt für Schritt ausbauen. „Investitionen in neue Stallungen erfordern langfristig stabile Einkommensverhältnisse. Wir erweitern die Produktion schrittweise und mit klarer Perspektive“, unterstreicht auch Hans-Peter Schlegl, Obmann der Geflügelwirtschaft Steiermark. Die Branche rechnet bundesweit mit einem zusätzlichen Legehennenbestand von rund 500.000 Tieren bis zum Jahr 2028. Insgesamt würde der Bestand damit von derzeit rund 7,5 auf etwa 8 Millionen Legehennen in Österreich steigen. Das entspricht rund 135 Millionen zusätzlichen Eiern für Handel und Gastronomie. Bis 2030 soll österreichweit eine weitere Aufstockung um 500.000 Legehennen für Entspannung sorgen, überwiegend in Freilandhaltung.
Nina Schweinzger: Auf den Hof zurückgekehrt und ausgebaut. „Ich bin vor fünf Jahren wieder auf den elterlichen Betrieb gezogen. Dort gab es seit eh und je Legehennen. Es waren jedoch umfassende Renovierungen, Um- und Ausbauten notwendig. In diesem Zusammenhang wurde auch der Bestand von 3.000 auf 6.000 Legehennen aufgestockt. Mir war es nämlich wichtig, den Betrieb im Vollerwerb führen zu können“, erzählt Nina Schweinzger, 36, aus Labuttendorf. Umfassende Informationen, Abwägung der finanziellen Risiken und gute Planung waren für sie die ersten wichtigen Schritte. Die Legehennen-Halterin setzt stark auf Direktvermarktung; mit Frischeiern, aber auch verarbeiteten Produkten wie Nudeln. Dass jetzt der Eierbedarf so groß ist, lässt Schweinzger „ruhig schlafen und in die Zukunft blicken“. Einer Ausweitung des Betriebes steht jedoch das strenge Bau- und Raumordnungsgesetz entgegen: „Da sind eine Vereinfachung und schnellere Genehmigungsverfahren dringend nötig.“
Einsteiger Johannes Riegler: Bin froh über meinen Einstieg in die Legehennenhaltung. Johannes Riegler, 36, aus Gnas hat den Betrieb seiner Eltern übernommen und auf ein neues Standbein gestellt – die Freiland-Legehennenhaltung. „Ich habe mir einige Betriebe angesehen und gleich gewusst, dass kann auch für mich passen“, gibt Riegler Einblick. Glücklicherweise seien in seinem Fall alle Genehmigungen und Bauabwicklungen rasch über die Bühne gegangen. Baustart war im April des Vorjahres, im Herbst konnte er bereits einstallen. „Ich habe 5.000 Legehennen und bin mit der bisherigen Entwicklung meines Betriebes sehr zufrieden. Meine Ziele und Erwartungen wurden erfüllt. Trotz hoher wirtschaftlicher Risiken und großer Investitionen blicke ich optimistisch in die Zukunft“, zieht Riegler, mittlerweile Vollerwerbsbauer, eine erste Bilanz. Er motiviert seine Berufskolleg:innen mit kleineren Betrieben ebenfalls in die Legehennenhaltung einzusteigen. (Schluss)
1. Die zuletzt wirtschaftlich mageren Jahre der Legehennenhalter, in denen kaum Ställe gebaut, aber gleichzeitig Stalltüren geschlossen werden mussten.
2. Massive Ausfälle von Legehennen durch die Vogelgrippe im Norden von Europa – 12 Millionen Tiere mussten gekeult werden.
3. Der anhaltende Protein-Trend sorgt für steigenden Eikonsum. Eier sind eine unverzichtbare, hocheffiziente und zugleich kostengünstige Eiweißquelle. In den vergangenen fünf Jahren ist der Pro-Kopf-Verbrauch um 14 Stück gestiegen.
Mit rund 2,5 Millionen Legehennen halten die steirischen Bauern im Eierland Nummer 1 statistisch gesehen für jeden Steirer und jede Steirerin zwei Legehennen.
Heimische Produzenten wollen ausbauen, stoßen aber auf zahlreiche Hürden – faire Spielregeln nötig. Um Versorgungsengpässe in den Hochsaisonen Ostern und Weihnachten zu vermeiden, wollen die Bäuerinnen und Bauern die Legehennenhaltung ausbauen. „Für einen Einstieg ist die Marktlage zwar ideal. Doch vor allem die bürokratischen Hürden beim Bau- und Raumordnungsgesetz und die hohen Investitionskosten dämpfen die Bereitschaft in die Branche einzusteigen oder zu erweitern“, sagt die Vizepräsidentin. Trotz guter Zusammenarbeit mit den Baubehörden dauert es bestenfalls 1,5 Jahre, bis ein neuer Stall bezogen werden kann, in der Regel sind es jedoch drei Jahre. Vielfach sind teure verzögernde Gutachten beizubringen. Für den Ausbau der Inlandsversorgung fordert Vizepräsidentin Pein klare Spielregeln.
Diese sind:
1. Schnelle und effiziente Bauverfahren – weniger Bürokratie, mehr Praxisorientierung.
2. Verlässliche Vermarktungspartner, die heimische Qualität mit fairen Preisen dauerhaft schätzen – die hohen Investitionen setzen stabile, wirtschaftliche Planbarkeit und klare Perspektiven voraus.
3. Eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei verarbeiteten Lebensmitteln mit Eianteil wie Nudeln, Kuchen & Co sowie für Speisen mit Eianteil in der Gastronomie.
Die Vizepräsidentin warnt vor den Folgen fehlender Spielregeln: „Eier-Importe vorwiegend aus Käfighaltung, die aus Drittstaaten kommen und im Widerspruch zu den Konsumentenwünschen stehen.“
Hans Peter Schlegl, Obmann Geflügelwirtschaft Steiermark und Legehennenhalter – Schritt für Schritt ausbauen. „Investitionen in neue Stallungen erfordern langfristig stabile Einkommensverhältnisse. Wir erweitern die Produktion schrittweise und mit klarer Perspektive“, unterstreicht auch Hans-Peter Schlegl, Obmann der Geflügelwirtschaft Steiermark. Die Branche rechnet bundesweit mit einem zusätzlichen Legehennenbestand von rund 500.000 Tieren bis zum Jahr 2028. Insgesamt würde der Bestand damit von derzeit rund 7,5 auf etwa 8 Millionen Legehennen in Österreich steigen. Das entspricht rund 135 Millionen zusätzlichen Eiern für Handel und Gastronomie. Bis 2030 soll österreichweit eine weitere Aufstockung um 500.000 Legehennen für Entspannung sorgen, überwiegend in Freilandhaltung.
Nina Schweinzger: Auf den Hof zurückgekehrt und ausgebaut. „Ich bin vor fünf Jahren wieder auf den elterlichen Betrieb gezogen. Dort gab es seit eh und je Legehennen. Es waren jedoch umfassende Renovierungen, Um- und Ausbauten notwendig. In diesem Zusammenhang wurde auch der Bestand von 3.000 auf 6.000 Legehennen aufgestockt. Mir war es nämlich wichtig, den Betrieb im Vollerwerb führen zu können“, erzählt Nina Schweinzger, 36, aus Labuttendorf. Umfassende Informationen, Abwägung der finanziellen Risiken und gute Planung waren für sie die ersten wichtigen Schritte. Die Legehennen-Halterin setzt stark auf Direktvermarktung; mit Frischeiern, aber auch verarbeiteten Produkten wie Nudeln. Dass jetzt der Eierbedarf so groß ist, lässt Schweinzger „ruhig schlafen und in die Zukunft blicken“. Einer Ausweitung des Betriebes steht jedoch das strenge Bau- und Raumordnungsgesetz entgegen: „Da sind eine Vereinfachung und schnellere Genehmigungsverfahren dringend nötig.“
Einsteiger Johannes Riegler: Bin froh über meinen Einstieg in die Legehennenhaltung. Johannes Riegler, 36, aus Gnas hat den Betrieb seiner Eltern übernommen und auf ein neues Standbein gestellt – die Freiland-Legehennenhaltung. „Ich habe mir einige Betriebe angesehen und gleich gewusst, dass kann auch für mich passen“, gibt Riegler Einblick. Glücklicherweise seien in seinem Fall alle Genehmigungen und Bauabwicklungen rasch über die Bühne gegangen. Baustart war im April des Vorjahres, im Herbst konnte er bereits einstallen. „Ich habe 5.000 Legehennen und bin mit der bisherigen Entwicklung meines Betriebes sehr zufrieden. Meine Ziele und Erwartungen wurden erfüllt. Trotz hoher wirtschaftlicher Risiken und großer Investitionen blicke ich optimistisch in die Zukunft“, zieht Riegler, mittlerweile Vollerwerbsbauer, eine erste Bilanz. Er motiviert seine Berufskolleg:innen mit kleineren Betrieben ebenfalls in die Legehennenhaltung einzusteigen. (Schluss)
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