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Salzburg, 17. September 2026 (aiz.info)

Nach Trockenheit: Gefräßige Schädlinge bedrohen Wiesen und Weiden

Landwirtschaftskammer hilft bei der Bestimmung der Arten

Nach einem trockenen Sommer häufen sich in Salzburg nun Berichte über Engerlingschäden. Die Larven von Mai- und Junikäfern fressen die Wurzeln der Gräser und können in kurzer Zeit ganze Wiesen zerstören. Besonders betroffen sind Gemeinden im Flachgau, Tennengau, Pongau und Pinzgau, hier wurden bereits massive Befälle festgestellt.  
 
Der anhaltende Wassermangel der vergangenen Monate hat Salzburgs Wiesen stark in Mitleidenschaft gezogen. Nun stehen die Bäuerinnen und Bauern vor einem zusätzlichen Problem: Engerlinge – die Larven von Juni-, Mai- und Gartenlaubkäfern – treten gehäuft auf und schädigen die Gräser und Kräuter durch ihren Wurzelfraß.  
 
Diese gefräßigen Tiere gedeihen besonders gut bei Trockenheit. Vor allem sandige, südlich ausgerichtete Böden bieten ihnen ideale Bedingungen. In heißen, trockenen Jahren richten sie größere Schäden an, da die Pflanzen den Wurzelfraß nicht mehr kompensieren können. 

Bereits geschwächte Gräser sterben ab.  
 
Auf den ersten Blick ähneln die Schäden Trockenschäden. Doch bei Engerlingsbefall lässt sich die Grasnarbe wie ein Teppich abheben, da sie kaum noch Wurzeln hat. Ein erstes Anzeichen sind oft Krähenschäden, weil die Vögel die Larven aus dem Boden picken.  
 
Elisabeth Neudorfer, LK Salzburg: „Braune Flecken sind oft Engerlingsbefall“

„Man hält die braunen Flecken in Wiesen zunächst für Trockenschäden. Doch oft steckt ein massiver Engerlingsbefall dahinter“, erklärt Elisabeth Neudorfer, Grünlandexpertin der Landwirtschaftskammer Salzburg. Typisch sei, dass sich die Grasnarbe leicht vom Boden lösen lasse, weil die Wurzeln abgefressen seien.  
 
Neben dem Verlust der Futtergräser breiten sich schnell Unkräuter wie Gundelrebe, 
Kriechender Hahnenfuß oder Gemeines Rispengras aus und füllen die entstandenen Lücken.  
 
Bekämpfung schwierig – Nachsaat dringend empfohlen 

Die Bekämpfung der Engerlinge gestaltet sich derzeit schwierig. Mit sinkenden Temperaturen ziehen sich die Larven in tiefere Bodenschichten zurück, was mechanische Maßnahmen erschwert. Auch eine Nachsaat im Herbst birgt Unsicherheiten, da unklar ist, ob sie erfolgreich anwächst. Dennoch rät Neudorfer zu einer Nachsaat und zum Abstriegeln der Unkräuter noch in diesem Jahr: „Abwarten und auf das Frühjahr hoffen ist keine Lösung. Es geht darum, durch Nachsaaten eine tragfähige Grasnarbe für das Frühjahr zu schaffen.“  
 
Beratung und Dokumentation durch die Landwirtschaftskammer 

Die Experten der Landwirtschaftskammer Salzburg bieten Beratung und Unterstützung an. 
Larven können zur Bestimmung eingesendet werden. Zudem sind Meldungen über Fraßschäden wichtig, um die Situation zu dokumentieren.  
 
Die aktuelle Entwicklung zeigt erneut, wie stark Wetterextreme die Landwirtschaft beeinflussen. Trockenheit schwächt die Pflanzen, während Schädlinge ideale Bedingungen vorfinden. Die Folgen werden oft erst Wochen oder Monate später sichtbar. (Schluss)
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