Zum Content springen
Neue Suche

Absender

Empfänger

Wien, 20. März 2026 (aiz.info)

LKÖ & Waldverband: Potenziale des Multitalent-Rohstoffs Holz verstärkt nützen

Eigene Zukunftsstrategie, aber auch Einbindung in Industriestrategie, Waldfonds-Beibehaltung und Sachlichkeit gefordert

Dass der Internationale Tag des Waldes am 21.03. heuer unter dem Motto „Wirtschaftlichkeit“ steht, ist einmal mehr ein Anlass für den Präsidenten der Landwirtschaftskammer Österreich, Josef Moosbrugger, und den Obmann des Waldverbandes Österreich, Matthias Granitzer, Leistungen und aktuelle Anliegen der Waldbäuerinnen und Waldbauern zu vermitteln. „Wir müssen nicht nur die Potenziale von Holz in allen Bereichen verstärkt nützen, sondern auch weitere Zukunftsinvestitionen in unsere Wälder tätigen“, betonen Moosbrugger und Granitzer.

Zukunftsstrategie mit konkreten Perspektiven und Entlastungen gefordert

„Den wenigsten Menschen ist bewusst, welche unverzichtbaren Leistungen unsere Wälder erbringen. Sie sind Lebens-, Wirtschafts-, Erholungs-, Schutzräume und noch vieles mehr und stellen natürliche Klimaanlagen dar. Um all das erhalten und die Potenziale verstärkt heben zu können, muss aber auch an die Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter gedacht werden“, unterstreicht Moosbrugger. Unter anderem fordert er eine eigene Zukunftsstrategie für die Land- und Forstwirtschaft – ähnlich der Industriestrategie – mit Zukunftsperspektiven und Entlastungen, punkto Kosten genauso wie punkto Bürokratie.

Davongaloppierende Kosten haben Preisentwicklung „aufgefressen“

„Die Holzpreise der letzten Jahre mögen auf den ersten Blick brauchbar erscheinen, allerdings hat die Teuerung in der Waldbewirtschaftung diverse Preissteigerungen mehr als ‚aufgefressen‘. Viel ist da nicht übriggeblieben, was unsere Waldbäuerinnen und Waldbauern für die Zukunft motivieren würde. Auch hier gilt: Wir haben kein Preis-, sondern ein Kostenproblem. Das macht uns große Sorgen, auch wenn man bedenkt, dass in Österreich hundertausende Arbeitsplätze und eine erhebliche Wertschöpfung von der Forst- und Holzwirtschaft abhängen – vom Klimaschutz-Aspekt des ‚Multitalents unter den Rohstoffen‘, des Holzes, ganz zu schweigen“, gibt der LKÖ-Präsident im Hinblick auf WIFO- und Economica-Studien zu bedenken.

Spritpreisbremse anzuerkennen, aber EU-Wettbewerbsfairness schmerzlich vermisst

„Zur Wirtschaftlichkeit gehört, dass unsere Betriebe gegenüber den Mitbewerbern anderer Länder wettbewerbsfähig werden – und dazu gehören vergleichbare Treibstoffkosten. Das Bemühen der Regierung punkto Spritpreisbremse ist anzuerkennen, nichtsdestotrotz gehört die derzeitige Benachteiligung unserer österreichischen Land- und Forstbetriebe bei der Treibstoffbesteuerung rasch aus der Welt geschafft – im Sinne der Versorgungssicherheit mit Lebensmitteln, nachwachsenden Rohstoffen und Energie“, fordert Moosbrugger.

Mit Nachdruck spricht er sich auch – trotz allen Sparbedarfs der Regierung – für die Beibehaltung und entsprechende Ausstattung des Waldfonds als zentrales Krisenbewältigungs-Instrument und als unverzichtbare Zukunftsinvestition in widerstandsfähige, klimafitte Wälder aus. „Investitionen in Schutzwald etwa sind um den Faktor 100 günstiger als technische Schutzmaßnahmen – von Aufarbeitungen bei Naturkatastrophen mit menschlichem Leid ganz zu schweigen“, gibt Moosbrugger zu bedenken.

Ansatzpunkte für „Multitalent unter Rohstoffen“ in Industriestrategie

Landwirtschaftskammer und Waldverband fordern eine Zukunftsstrategie für Land- und Forstwirtschaft. „Zusätzlich sehen wir aber auch konkrete Ansatzpunkte für unsere geniale, nachhaltige Ressource Holz in der Industriestrategie. Als Waldbäuerinnen und Waldbauern und somit Bereitsteller dieses vielseitig einsetzbaren Rohstoffs verstehen wir uns als Schlüsselpartner der Verarbeitung, sprich der Industrie. Insbesondere beziehen wir uns dabei auf die strategischen Bereiche Rohstoffsouveränität und Bioökonomie und somit auf den Ersatz fossiler durch erneuerbare Rohstoffe. Die damit verbundenen Potenziale erhöhen zudem die Widerstandsfähigkeit des gesamten Wirtschaftsstandorts Österreich“, hebt Waldverbandsobmann Granitzer hervor.

Waldverband fordert verlässliche politische Rahmenbedingungen

„Um die Stärken des Forst-Holz-Sektors für die Umsetzung der Industriestrategie optimal nutzen zu können, brauchen wir verlässliche politische Rahmenbedingungen. Im Fokus müssen dabei vor allem die nachhaltige Waldbewirtschaftung, die Weiterentwicklung biobasierter Innovationen, die Stärkung europäischer Wertschöpfungsketten und wettbewerbsfähige Energiepreise samt gesicherter Versorgung stehen“, betont Granitzer.

Klimaleistungen nicht durch Fossillobby schlechtreden lassen

„Der Waldverband steht bereit, die Transformation hin zu einer klimafitten, innovationsorientierten und widerstandsfähigen Industrie aktiv mitzugestalten – auf Basis einer verantwortungsvoll bewirtschafteten, heimischen und nachwachsenden Ressource: unserem österreichischen Wald“, unterstreicht der Obmann, auch im Sinne der LK Österreich. „Gleichzeitig wehren wir uns gegen die ständigen Versuche der Fossil-Lobby, unsere nachhaltige Waldbewirtschaftung und den Einsatz des genialen, klimafreundlichen Rohstoffs Holz in ein falsches Licht zu rücken. Abgesehen von der Unterstützung durch eine faktenbasierte Wissenschaft wäre manchmal auch schlicht mehr Hausverstand in den Analysen gefordert“, ergänzt Moosbrugger. (Schluss) APA OTS 2026-03-20/09:17
5.272 Anschläge
  • Empfehlen
  • Drucken
  • PDF downloaden
  • RTF downloaden