LK Kärnten: Ostern 2026 - Versorgung mit heimischen Eiern gesichert
Nachfrage steigt, Angebot bleibt unter Druck - Verpflichtende Herkunftskennzeichnung auch für verarbeitete Produkte gefordert
Schon seit mehreren Monaten steht der Eiermarkt in Österreich unter Druck. Die Knappheit an frischen Eiern, insbesondere bei Freiland- und Bio-Eiern, sorgt bei Konsumentinnen und Konsumenten für große Unsicherheit. „Hamsterkäufe“ sind jedoch nicht notwendig. Dieter Obereder, Obmann der Geflügelwirtschaft Kärnten, beruhigt: „Es sind derzeit und werden auch künftig genügend Eier im Regal erhältlich sein, aber nicht immer von allen Haltungsformen.“
Mehrere Gründe sind für die aktuell angespannte Marktlage hauptverantwortlich: Einerseits ist den letzten Jahren der Konsum von Frischeiern pro Einwohner:in gestiegen. Eier werden als schmackhafte und hochwertige Proteinquelle gesehen und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Dem entgegen stehen andererseits vier Hauptfaktoren:
1. In den Jahren 2020 bis 2024 wurden aufgrund der wirtschaftlichen Situation kaum neue Stallungen errichtet, um den steigenden Bedarf zu decken. Einige Betriebe haben die Produktion sogar eingestellt.
2. In Europa werden zunehmend Käfighaltungen durch alternative Haltungssysteme (Boden-, Freiland- und Biohaltung) ersetzt. Diese Umbaumaßnahmen führen derzeit noch zu einem geringeren Gesamtaufkommen an Eiern in der EU.
3. Zusätzlich reduziert sich das Eiangebot europaweit durch massive Ausfälle infolge der Vogelgrippe. EU-weit mussten in Legehennenbetrieben fast 12 Mio. Tiere gekeult werden oder verendeten.
4. Zu guter Letzt erhalten Gastronomiebetriebe im Lebensmittelgroßhandel oft nicht die benötigten Mengen an Eiern und weichen daher entweder auf den Lebensmitteleinzelhandel oder auf direkte Einkäufe bei Legehennenbetrieben aus. Besonders stark ist diese Entwicklung in Tourismusregionen zu beobachten.
Kostenintensiver Einstieg in die Legehennenhaltung
Die aktuelle Marktlage wäre an sich günstig für einen Einstieg in die Eierproduktion. Die stark gestiegenen Baukosten (ca. +35 % gegenüber 2020) dämpfen jedoch die Investitionsbereitschaft. Dazu kommt, dass von der ersten Idee bis zur Fertigstellung eines Stalls etwa eineinhalb bis zwei Jahre vergehen. Eine Marktberuhigung ist daher kurzfristig nicht zu erwarten. Grundsätzlich muss eine Erweiterung der Stallkapazitäten mit Vorsicht erfolgen, da anzunehmen ist, dass das Eierangebot nach Abschluss der EU-weiten Umbauphase wieder steigen wird. Investitionen in neue Stallungen erfordern langfristig stabile Einkommensverhältnisse.
Die Branche rechnet bundesweit mit einem zusätzlichen Legehennenbestand von rund 500.000 Tieren bis zum Jahr 2028. Insgesamt würde der Bestand damit von derzeit rund 7,5 auf etwa 8 Millionen Legehennen in Österreich steigen. Das entspricht rund 135 Millionen zusätzlichen Eiern für Handel und Gastronomie. In den letzten Jahren wurde überwiegend in Freilandhaltung investiert.
Selbstversorgungsgrad leicht gesunken
Laut Legehennenregister wurden in Österreich mit Stand 31.12.2025 rund 7,46 Millionen Legehennen gehalten. Hobbyhalter und Selbstversorger sind in dieser Statistik nicht berücksichtigt. Auch in Kärnten konnte ein leichter Zuwachs an Legehennen verzeichnet werden. Der Selbstversorgungsgrad in Österreich ist jedoch auf 87 Prozent gesunken, was vor allem auf den steigenden Ei-Konsum zurückzuführen ist (siehe Tabelle 2). In den letzten fünf Jahren ist der Verbrauch um 14 Eier pro Kopf gestiegen. Dass jede Kärntnerin und jeder Kärntner ihr bzw. sein Osterei hat, ist statistisch gesichert. Würden alle in Kärnten produzierten Eier auch in Kärnten bleiben, könnte sich das südlichste Bundesland sogar zu 100 Prozent selbst versorgen.
Verpflichtende Herkunfts- und Haltungskennzeichnung gefordert
Eine vollständige Selbstversorgung ist unter den derzeitigen Rahmenbedingungen kaum realistisch. Umso wichtiger wäre eine klare Transparenz hinsichtlich Herkunft und Haltungsform von Eiern. LK Kärnten-Präsident Siegfried Huber: „Wir fordern eine verpflichtende Herkunfts- und Haltungskennzeichnung von verarbeiteten Eiern, wie sie unter anderem in Gebäck, Teigwaren und Fertiggerichten vorkommen. Die Konsumentinnen und Konsumenten sollen wissen, woher und aus welcher Haltungsform die dafür verwendeten Eier stammen. Häufig handelt es sich dabei nämlich um billige Importware, die im Vergleich zu heimischen Eiern oftmals zu deutlich niedrigeren Produktions- und Tierwohlstandards – etwa in Käfighaltung – erzeugt werden.“ (Schluss)
Mehrere Gründe sind für die aktuell angespannte Marktlage hauptverantwortlich: Einerseits ist den letzten Jahren der Konsum von Frischeiern pro Einwohner:in gestiegen. Eier werden als schmackhafte und hochwertige Proteinquelle gesehen und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Dem entgegen stehen andererseits vier Hauptfaktoren:
1. In den Jahren 2020 bis 2024 wurden aufgrund der wirtschaftlichen Situation kaum neue Stallungen errichtet, um den steigenden Bedarf zu decken. Einige Betriebe haben die Produktion sogar eingestellt.
2. In Europa werden zunehmend Käfighaltungen durch alternative Haltungssysteme (Boden-, Freiland- und Biohaltung) ersetzt. Diese Umbaumaßnahmen führen derzeit noch zu einem geringeren Gesamtaufkommen an Eiern in der EU.
3. Zusätzlich reduziert sich das Eiangebot europaweit durch massive Ausfälle infolge der Vogelgrippe. EU-weit mussten in Legehennenbetrieben fast 12 Mio. Tiere gekeult werden oder verendeten.
4. Zu guter Letzt erhalten Gastronomiebetriebe im Lebensmittelgroßhandel oft nicht die benötigten Mengen an Eiern und weichen daher entweder auf den Lebensmitteleinzelhandel oder auf direkte Einkäufe bei Legehennenbetrieben aus. Besonders stark ist diese Entwicklung in Tourismusregionen zu beobachten.
Kostenintensiver Einstieg in die Legehennenhaltung
Die aktuelle Marktlage wäre an sich günstig für einen Einstieg in die Eierproduktion. Die stark gestiegenen Baukosten (ca. +35 % gegenüber 2020) dämpfen jedoch die Investitionsbereitschaft. Dazu kommt, dass von der ersten Idee bis zur Fertigstellung eines Stalls etwa eineinhalb bis zwei Jahre vergehen. Eine Marktberuhigung ist daher kurzfristig nicht zu erwarten. Grundsätzlich muss eine Erweiterung der Stallkapazitäten mit Vorsicht erfolgen, da anzunehmen ist, dass das Eierangebot nach Abschluss der EU-weiten Umbauphase wieder steigen wird. Investitionen in neue Stallungen erfordern langfristig stabile Einkommensverhältnisse.
Die Branche rechnet bundesweit mit einem zusätzlichen Legehennenbestand von rund 500.000 Tieren bis zum Jahr 2028. Insgesamt würde der Bestand damit von derzeit rund 7,5 auf etwa 8 Millionen Legehennen in Österreich steigen. Das entspricht rund 135 Millionen zusätzlichen Eiern für Handel und Gastronomie. In den letzten Jahren wurde überwiegend in Freilandhaltung investiert.
Selbstversorgungsgrad leicht gesunken
Laut Legehennenregister wurden in Österreich mit Stand 31.12.2025 rund 7,46 Millionen Legehennen gehalten. Hobbyhalter und Selbstversorger sind in dieser Statistik nicht berücksichtigt. Auch in Kärnten konnte ein leichter Zuwachs an Legehennen verzeichnet werden. Der Selbstversorgungsgrad in Österreich ist jedoch auf 87 Prozent gesunken, was vor allem auf den steigenden Ei-Konsum zurückzuführen ist (siehe Tabelle 2). In den letzten fünf Jahren ist der Verbrauch um 14 Eier pro Kopf gestiegen. Dass jede Kärntnerin und jeder Kärntner ihr bzw. sein Osterei hat, ist statistisch gesichert. Würden alle in Kärnten produzierten Eier auch in Kärnten bleiben, könnte sich das südlichste Bundesland sogar zu 100 Prozent selbst versorgen.
Verpflichtende Herkunfts- und Haltungskennzeichnung gefordert
Eine vollständige Selbstversorgung ist unter den derzeitigen Rahmenbedingungen kaum realistisch. Umso wichtiger wäre eine klare Transparenz hinsichtlich Herkunft und Haltungsform von Eiern. LK Kärnten-Präsident Siegfried Huber: „Wir fordern eine verpflichtende Herkunfts- und Haltungskennzeichnung von verarbeiteten Eiern, wie sie unter anderem in Gebäck, Teigwaren und Fertiggerichten vorkommen. Die Konsumentinnen und Konsumenten sollen wissen, woher und aus welcher Haltungsform die dafür verwendeten Eier stammen. Häufig handelt es sich dabei nämlich um billige Importware, die im Vergleich zu heimischen Eiern oftmals zu deutlich niedrigeren Produktions- und Tierwohlstandards – etwa in Käfighaltung – erzeugt werden.“ (Schluss)
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