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Klagenfurt, 25. August 2026 (aiz.info)

LK Kärnten: Bauern nicht zum Sündenbock für PFAS machen

Nur ca. 2% der in allen Lebensbereichen vorkommenden PFAS-Chemikalien sind Pflanzenschutzmitteln zuzurechnen.

Die Landwirtschaftskammer Kärnten weist die jüngsten Aussagen von Olga Voglauer zum Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und PFAS in der Landwirtschaft entschieden zurück. „Die Bäuerinnen und Bauern stehen angesichts von Dürre, Wetterextremen und massivem wirtschaftlichem Druck ohnehin mit dem Rücken zur Wand. In dieser Situation ein Thema medial hochzuspielen und der Landwirtschaft dabei den Schwarzen Peter zuzuschieben ist ein Hohn“, kritisiert LK Kärnten-Präsident Siegfried Huber. Er verweist darauf, dass laut ECHA (Europäische Chemikalien Agentur) nur rund 2 Prozent der in allen Lebensbereichen vorkommenden PFAS-Chemikalien Pflanzenschutzmitteln zuzurechnen sind. 

Auf Kärntens landwirtschaftlichen Flächen werde mit Pflanzenschutzmitteln sehr gezielt und verantwortungsvoll umgegangen. „Mehr als drei Viertel der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Kärnten werden überhaupt nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Jene Betriebe, die Pflanzenschutzmittel einsetzen, unterliegen strengen gesetzlichen Vorgaben und müssen über entsprechende Sachkunde und Schulungen verfügen“, stellt Huber klar. 

Kärntens LK-Präsident ortet bei Voglauer einen sommerlichen Frühstart in den LK-Wahlkampf: „Dieses Thema zur persönlichen Profilierung auf dem Rücken der Bäuerinnen und Bauern zu missbrauchen, ist nicht in Ordnung. Dagegen verwehre ich mich entschieden. Als Landwirtin muss ihr bekannt sein, dass der überwiegende Anteil dieser Chemikalien nicht in der Landwirtschaft eingesetzt wird.“ Wer die PFAS-Problematik ernsthaft lösen wolle, müsse vielmehr die Industrie in die Pflicht nehmen. Diese sei in der Pflicht, sichere Produkte auf den Markt zu bringen. Wenn PFAS tatsächlich ein relevantes Umwelt- und Gesundheitsproblem darstellen, müsse die Diskussion dort ansetzen, wo diese Stoffe entwickelt, hergestellt und in Verkehr gebracht werden, so Huber „Die chemische Industrie ist gefordert, sichere Alternativen auf den Markt zu bringen und Verantwortung zu übernehmen. Diese Verantwortung der Landwirtschaft als kleinstem Verursacher zuzuschieben, ist billiger Populismus“, betont Huber.  

Der LK Kärnten-Präsident fordert eine sachliche Debatte auf Basis von Fakten statt politischer Schuldzuweisungen: „Unsere Bäuerinnen und Bauern leisten täglich einen unverzichtbaren Beitrag zur Versorgungssicherheit und zum Erhalt unserer Kulturlandschaft. Sie brauchen Unterstützung und praktikable Lösungen – keine zusätzliche Bürokratielawine und keine Diskussion auf ihrem Rücken.“

Über PFAS

PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind Stoffe aus einer Stoffgruppe von mehr als 10.000 Substanzen, die in allen Lebensbereichen des täglichen Bedarfs der modernen Zivilisation vorkommen und auch zukünftig von einer Bedeutung sein werden, an der man ohne Verlust an Wohlstandseffekten nicht vorbeikommen wird: 
In Bratpfannen, in Kleidung, Backpapier, allen wasser- oder fettabweisenden Materialien, in der Elektronik, in Batterien und Fahrzeugen, in Arzneimitteln und Pflanzenschutzmitteln, in Farben, Kosmetika, Küchengeräten, Lebensmittelverpackungen, Kältemitteln vom Kühlschrank bis zur Wärmepumpe, Maschinen, Feuerlöschern, als Zusatzstoffe in vielen modernen Produktionsverfahren haben PFAS flächendeckend Einzug gehalten. 
Durch ihre besonderen Eigenschaften sind sie noch nicht oder nur sehr schwer ersetzbar. Beispielsweise haben sie im Ersatz der besonders Treibhausgas wirksamen FCKW einen ganz wesentlichen Beitrag für einen besseren Klimaschutz geleistet. (Schluss)
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