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Wien, 16. September 2026 (aiz.info)

Land&Forst Betriebe: Von der Leyens Rede lässt Bürokratieabbau vermissen

Präsident Konrad Mylius fordert spürbare Erleichterungen für die Höfe und warnt vor drohenden Kürzungen im künftigen EU-Agrarbudget.

Die Land&Forst Betriebe Österreich sehen nach der heutigen Rede zur Lage der Union von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen weiterhin zentralen Handlungsbedarf. Die europäische Entbürokratisierungsagenda muss endlich zu einer spürbaren Entlastung in den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben führen. Zugleich braucht die Gemeinsame Agrarpolitik im nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen eine eigenständige Budgetlinie und eine verlässliche, realwertgesicherte Finanzierung.

Vereinfachungen müssen bei den Betrieben ankommen

Die Europäische Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, die administrativen Belastungen bis 2029 um mindestens 25 Prozent zu senken. Die bisherigen Maßnahmen reichen dafür jedoch nicht aus. Einzelne Vereinfachungen werden durch neue europäische Vorgaben und zusätzliche Verpflichtungen vielfach wieder aufgehoben.

„Die Kommission spricht seit Jahren über Vereinfachung, bei den Betrieben kommt davon aber viel zu wenig an. Wir brauchen weniger Berichtspflichten, verständliche Vorgaben und praktikable Verfahren. Unsere Betriebe müssen sich wieder stärker auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren können: die nachhaltige Bewirtschaftung ihrer Flächen, die Produktion von Lebensmitteln und die Bereitstellung des nachwachsenden Rohstoffs Holz“, betont Konrad Mylius, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich.

Ernährungssicherheit braucht eine starke Agrarpolitik

Besonders kritisch sehen die Land&Forst Betriebe Österreich den Vorschlag für den Mehrjährigen Finanzrahmen 2028–2034. Während die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) im laufenden Finanzrahmen mit insgesamt 386,6 Milliarden Euro ausgestattet ist, sind im neuen Kommissionsvorschlag lediglich 293,7 Milliarden Euro fest für die Einkommensstützung der Landwirtschaft vorgesehen. Das sind rund 24 Prozent weniger – die Inflation noch nicht berücksichtigt. Weitere Agrarmittel wären nicht zweckgebunden, sondern müssten innerhalb gemeinsamer nationaler Partnerschaftspläne mit anderen Politikbereichen konkurrieren. Damit verliert die GAP an Eigenständigkeit und den Betrieben fehlt die notwendige Planungssicherheit.

Gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheit ist eine starke GAP unverzichtbar. Sie sichert die landwirtschaftliche Produktion in Europa und damit die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln. Ernährungssicherheit muss daher als wesentlicher Bestandteil der europäischen Sicherheits- und Resilienzpolitik verstanden werden.

„Von der Leyen hat in ihrer Rede zugesagt, Europas Landwirtinnen und Landwirte bei jedem Schritt zu unterstützen. Dieses Versprechen muss sich auch im künftigen EU-Budget widerspiegeln. Wer Ernährungssicherheit, lebendige ländliche Räume sowie Klima- und Umweltleistungen einfordert, muss diese Leistungen auch angemessen abgelten“, betont Mylius und ergänzt: „Der angekündigte stärkere Fokus auf die Waldbrandvorsorge bis hin zu einer möglichen europäischen Löschflotte ist ein richtiger Ansatz.“ (Schluss)
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